In this new biography of Richard Wagner, Joachim Köhler draws on social and political analysis, documentary interpretation, and psychological insights to paint a rounded picture of Wagner as both a controversial historical phenomenon and a complex human being. Köhler’s reading of the letters, diaries, and other documents of the main protagonists, some of them unfamiliar even to seasoned Wagnerians, results in some breathtaking but convincing reappraisals. He examines Wagner’s love affairs with Jessie Laussot, Mathilde Wesendonck, and Judith Gautier and assesses their lasting emotional effect. He re-evaluates Wagner’s relationships with his mother, step-father, sister, and―most revealingly―his wife, Cosima, a relationship seen as based on fear rather than love. Köhler explores the philosophical roots of Wagner’s work, which the composer himself deliberately obfuscated. And he analyzes Wagner’s relationship with King Ludwig, whom Wagner is revealed to have blackmailed, and with Nietzsche, whom he tried to destroy. The traumas of his youth haunted Wagner throughout his life, as his emotional development underlay his notorious anti-semitism. Köhler’s interpretation of Wagner’s dreams, as recorded in Cosima’s diaries, offers astonishing insights into the paranoia and insecurity of a man who was one of the leading composers of his age.
So weit schlüssige philosophisch-psychoanalytische Deutung, die mich in vielerlei Hinsicht weiter gebracht hat. Allerlei Schwächen oder Ungenauigkeiten in der Nacherzählung fallen da nicht so sehr ins Gewicht, hatte in den letzten gut 40 Jahren genügend Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit dem Interpretationsgegenstand. Weiß nicht, wann ich eine ausführliche Rezi schaffe, aber klare Leseempfehlung für alle, die nie geahnt haben, wie viel Hegel und Schelling in Wagners Hauptwerken steckt und sich dagegen vergeblich gemüht haben, ernsthafte Übereinstimmungen mit Schopenhauer herzustellen. Das Original ist auf Deutsch, aber die Übersetzung war so viel billiger, weiß aber nicht, ob ich diesen Schritt noch einmal tun würde. Ravi Unger hat vieles besser auf den Punkt gebracht, als ich es so schnell hinbekommen würde, daher zitiere ich seinen Klappentext: Wer war dieser so schöpferische wie dämonische Geist, der im Donnerhall der Völkerschlacht zu Leipzig 1813 die Weltenbühne betrat, als Erwachsener mit Samtbarett und Umhang pompös wie ein Tribun Hof hielt, erfüllt vom Glauben an seine welterlösende Mission? Joachim Köhler, der das faustisch-mephistophelische Wagnerwesen seit über 30 Jahren forschend umkreist, findet entscheidende Weichenstellungen in der Kindheit. Diese mit hochspannenden Theorien aufwartenden Anfangskapitel beleuchten das Verhältnis Wagners zur angebeteten, sich ihm beständig entziehenden Mutter, dem verhassten Stiefvater Geyer, einem Maler und Stückeschreiber der seine Ziehkinder in selbstverfassten minderen Theaterstücken verheizte, sowie der geliebten Schwester Rosalie, im Tannhäuser als keusche Elisabeth verewigt. Wahnhafte kindliche Angstvorstellungen, die Wagner ein Leben lang verfolgten, wie er Cosima später beichtete, verwandelten in seinen Fantasiewelten dieses familiäre Stammpersonal schon früh zu den Archetypen des Dämonischen und der Himmlischen Liebe, die seine Musikdramen bevölkern sollten und in denen Wagner -- der Menschenverächter und glühende Antisemit -- seine Vision von einer neuen Menschheit auslebte. Mit dieser mächtigen Biografie hat Köhler die schwere Granitplatte noch einmal gelüftet, unter der Cosima ihren "letzten Titanen" zusammen mit der Wahrheit hatte begraben lassen, bevor sie sich anschickte, den Mythos der Familie Wagner wie einen religiösen Orden zu begründen, dunkel und unheilvoll hineinwirkend bis in unsere Zeit.
'For more than half a century, the definitive life of Wagner has been the four-volume account (1933-1946) by British musicologist Ernest Newman. Excellently written and brim-full with love for Wagner’s finest creations, Newman’s epic nevertheless suffered from the protracted embargo on the revelatory diaries of the composer’s widow Cosima, an embargo imposed by her eldest daughter and lasting until 1972.'
This book was my main resource for an independent study I took on the man and his operas. It is incredibly complete--I focused on information sometimes glossed over: the specifics of his many alleged/true lovers. Well written, excellent translation from the German. Go for it.