Literatur und Wissenschaft, künstlerische Imagination und rationales Denken zählen zu zwei getrennten Kulturen. Dennoch gibt es Berührungspunkte: Was wäre die Entwicklung der Raumfahrt ohne Jules Verne? Was Sherlock Holmes ohne chemische Kenntnisse? Und umgekehrt: Ist die Wissenschaft ohne Phantasie, ohne literarisch-künstlerische Einflüsse denkbar?
Um Episoden, Begegnungen, Schnittpunkte dieser beiden Welten geht es Elmar Schenkel in seinem neuen Buch. Er legt die wechselseitige Beeinflussung von Wissenschaft und Literatur frei und bringt u.a. Marie Curie, René Descartes, Alva Edison, Galileo Galilei, Friedrich August Kekulé oder Dimitri Mendelejew mit Douglas Adams, Flaubert, Calvino, Agatha Christie, Dante, Paul Valéry, Mary Shelley, Jonathan Swift oder Tolkien ins Gespräch. Eine faszinierende und brillant geschriebene Erkundung – voller neuer, überraschender Verbindungen.
Inhalt Elmar Schenkel schreibt über Zusammenhänge und gegenseitiger Inspiration von Literatur, Traum und Wissenschaft.
Besonders Größen wie Jules Verne, Goethe und Einstein sind wiederkehrende Namen.
Meine Meinung
Ich glaube, dass ich fast drei Jahre für das Buch gebraucht habe, sagt schon ziemlich viel. Es fängt recht interessant an, gibt Einblicke in die historischen und (oft) wissenschaftlichen Hintergründe unterschiedlicher Bücher, wird aber nach einer Weile ziemlich repetitiv.
Der Mittelteil (über Raum/Zeit und Materie) ist da schon spannender. Hier verknüpft Schenkel literarische Werke mit deren Zeit in der Wissenschaft und erklärt einige historische Hintergründe.
Der letzte Teil allerdings (Technik), für den ich sehr große Hoffnungen hatte, fiel in meinen Augen eher schwach aus. Besonders gegen Ende werden einige Kapitel reine Zusammenfassungen unterschiedlicher Bücher, die zwar miteinander, aber weder mit Wissenschaft noch mit Trämen in Verbindung gebracht werden. Hinzu kommen Erwartungen, die zwar aufgebaut, aber nicht erfüllt werden (Stichwort "der Türke"; wie weit waren wirklich Menschen involviert?).
Warum ich dem Buch trotzdem 3 Sterne gegeben habe? Weil die Stellen, die interessant sind, sehr interessant und fesselnd sind und die Sprache, die Schenkel verwendet, erzählerisch genug ist, damit auch Durchschnittsleser_innen folgen können, aber doch formal genug ist, damit das Buch nicht nur Erzählcharakter hat. Zudem bitet es, wenn man von der Literaturseite kommt, eine interessante Einführung in einige wissenschaftliche Phänomene, die anerweitig entweder zu kurz kommen oder so mathematisch formalisiert werden, dass sie für Laien schwer zu verstehen sind.
Fazit
Wenn man etwas mehr über den wissenschaftlichen und historischen Hintergrund mehrerer Autor_innen und deren Bücher herausfinden will, ist dieses Buch ziemlich nützlich (sofern man sich auch durch die mühsamen Stellen quälen kann).
Ist man eher auf der Suche nach genaueren und ausfühlicheren (vor allem Natur-)wissenschaftlichen Erklärungen, wird dieses Buch einige unbefriedigende Lücken offen lassen.