Die siebzigjährige Charlotte will nur ihren Lebensabend in Ruhe genießen, doch da muss sie ihrer Großnichte Lotta Unterkunft bieten. Der quirlige Teenager erweist sich als echte Nervenprobe. Um in ihrer Mädchenclique mithalten zu können, gräbt Lotta einen Referendar an. Als Charlotte prompt Besuch von der Lehrerin erhält, staunt sie sehr: Eben jene Irene hatte ihr einst Kopf und Herz verdreht! Und verrückterweise hat Irene an Charme nichts eingebüßt. Lotta ihrerseits macht Bekanntschaft mit Nachbarstochter Jill, die wesentlich cooler ist als alle Mädels der Schulclique zusammen …
Mirjam Müntefering, geboren 1969 im Sauerland, studierte Theater- und Filmwissenschaften sowie Germanistik und arbeitete als Fernsehredakteurin. Seit dem Jahr 2000 schreibt sie Jugendbücher und Romane für Erwachsene. Nachdem sie mehrere Jahre lang eine eigene Hundeschule betrieb, konzentriert sie sich inzwischen ganz aufs Schreiben. Sie lebt mit ihrer Partnerin und ihren Hunden im Ruhrgebiet.
Also, irgendwie süße Geschichte, aber die Sprache hat mir nicht so richtig gefallen und auch nicht dass die beiden Hauptcharaktere Ich-Erzählerinnen sind.
Da ihre Schwester gerade Drillinge bekommen hat und damit haltlos überfordert ist, muss Lottas Mutter Petra für mindestens ein halbes Jahr zu ihrer älteren Tochter ziehen um sie zu unterstützen. Für Lotta bedeutet das, dass sie in dieser Zeit zu ihrer Großtante Charlotte ziehen muss, denn auch Lottas Vater ist beruflich so eingespannt, dass er sich nicht ausreichend um die jüngere Tochter kümmern könnte. Lotta sieht langweilige Zeiten auf sich zukommen und glaubt nicht daran, dass ihre Tante und sie genügend Gesprächsstoff haben werden. Charlotte wiederum hilft ihrer Nichte Petra zwar gerne aus mit der Betreuung Lottas, doch ist sie gerade eingespannt, in ihrer neuen Tätigkeit als Vorsitzende des Tierschutzvereines. Schnell bemerkt sie dann auch, dass es alles andere als einfach ist, von jetzt auf gleich mit einem Teenager zusammen zu leben. Werden die beiden zueinander finden?
Der Autorin ist ein wunderbarer Roman geglückt, der eine Mischung beinhaltet aus einer Coming of Age Geschichte und einer sich im Herbst ihres Lebens Stehenden, die endlich aufkeimende Frühlingsgefühle zulässt und beginnt, sich selbst zu fühlen und lieben zu lassen. Die beiden Protagonistinnen Lotta, 17 Jahre alt, und Charlotte, 70 Jahre alt, müssen sich erst zusammenraufen und erkennen, dass sie voneinander und miteinander lernen können, dabei gilt es so manches Abenteuer zu bestehen. Es ist schön zu sehen, wie die beiden in der Geschichte wachsen und sich öffnen. Mirjam Müntefering schreibt in einem lockeren und ansprechenden Stil. Ihre Charaktere sind allesamt hervorragend angelegt und gerade die Hauptpersonen sind allesamt liebenswert, so dass ich bereits nach den ersten Zeilen mit ihnen mitfiebere. Die Sprache, die die Autorin verwendet ist mal jugendlich modern und dann wieder edler und gesetzter, wie es für ihre Figuren passt. Mirjam Müntefering hat ihre Geschichte in zwei Erzählsträngen angelegt, so dass wir Leser einmal in Lottas und dann wieder in Charlottes Kopf hineinschauen können, das macht das Lesen noch einmal mehr abwechslungsreich.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt und uneingeschränkt weiter. Leser bekommen eine unterhaltende Lesezeit geschenkt, mit vielen Momenten zum Schmunzeln, werden aber auch hin und wieder zum Nachdenken angeregt.