England, Mitte des 19. Jahrhunderts Unfreiwillig gerät Richard Winters in die Hände des berüchtigsten Henkers von ganz England. An der Seite von William Calcraft führt er fortan das finstere Leben eines Henkerslehrlings, auf Schritt und Tritt begleitet von Tod, Galgen und Raben. Rasch merkt er, dass sein strenger Meister ein Geheimnis verbirgt, das seine Welt für immer aus den Angeln heben wird. Richard muss beweisen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Doch als er in London ausgerechnet seine große Liebe wiedertrifft, steht urplötzlich noch viel mehr auf dem Spiel …
--- Beim Schreibstil --- fällt als erstes auf, dass aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Nicht unüblich - aber hier aus der Sicht von beiden Hauptprotagonisten im Wechsel. Sowas in der Art hab ich bisher noch nie gelesen und ich muss sagen, dass mir das sehr gut gefallen und ein ganz besonderes Lesen geschaffen hat. Für ein Jugendbuch hat es Björn Springorum geschafft, einen guten Kompromiss zwischen dem einfachen Verständnis und einer fesselnden Wortgewandtheit zu kreieren. Die Atmosphäre einer düsteren Zeit, in der es noch Hinrichtungen am Galgen, den Beruf des Henkers und das Elend an jeder Straßenecke zu finden gab hat er wunderbar getroffen und seinen Stil sehr gut angepasst. Allerdings hat er sich auch öfters mal wiederholt, was den Lesespaß zwar nicht gebremst hat, mir aber einfach aufgefallen ist.
Durch die Ich-Perspektiven fallen --- die Charaktere --- sehr ins Gewicht. Der Henker und sein Lehrling, die in dieser düsteren Zeit einem Beruf nachgehen, der allerorts nur Abscheu und Verachtung mit sich bringt.
- William Calcraft ist es gewohnt, allein mit seinem Auftreten die Ängste der Menschen zu schüren, denn schon seit vielen Jahren zieht er als Henker durch das Londoner Umland. Doch er hat auch eine Mission zu erfüllen, die ihn misstrauisch und abweisend erscheinen lässt, grüblerisch und mürrisch. Ein typischer Einzelgänger, der sich durch die unerwartete Gesellschaft seines Lehrlings Richard einigen Veränderungen stellen muss. Doch es tut ihm gut, besser, als er es sich eingestehen würde, dennoch fällt es ihm extrem schwer, über seinen Schatten zu springen.
- Richard Winters ist in einem Dorf an der Küste unweit von London als ungeliebter Sohn eines Pfarrers aufgewachsen. Er ist erst 14, als ihn der Henker durch ein unfreiwilliges Bündnis in die Lehre nimmt. Recht schnell merkt Richard, dass der Alte nicht nur verurteilte Verbrecher zu Tode bringt - und auch wenn die beiden trotz ihrer Verschiedenheit immer mehr zusammenwachsen, behält Calcraft vieles von seinem geheimen Wissen für sich. Richard wächst aber an seinen Aufgaben und das Geheimnis zu ergründen weckt seine Abenteuerlust. Dabei steht ihm jedoch seine Jugendliebe im Weg - eine blinde Schwärmerei, durch die er hin- und hergerissen wird zwischen der Loyalität zu seinem Meister und der Sehnsucht seines Herzens.
Außer den beiden gibt es noch den Juden Benjamin Goldberg, der dem Henker Unterschlupf bietet und seine reizenden Tochter Rose, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Ihre Gedanken erfährt man durch einige Tagebucheinträge, bei denen sie ganz unverblümt und liebenswert ihr Herz ausschüttet. Und natürlich Elizabeth, derentwegen Richard nicht nur einmal in arge Gewissensbisse kommt.
--- Die Handlung --- beschränkt sich vor allem auf die beiden Protagonisten. Durch ihre Sichtweise konnte ich immer sehr gut nachvollziehen, was in ihnen vorgeht und wie sie mit sich und dem Schicksal kämpfen, dass das Leben ihnen beschert hat. Die Jagd nach den dunklen Feen, dem Mythos der grünen Insel, war sehr ungewöhnlich beschrieben, wobei mir da auch am Ende noch zuviel im Dunkeln geblieben ist. Da hätte ich mir gerne noch mehr gewünscht. Etwas schade war, dass man schon sehr früh ahnt, worauf alles hinauslaufen wird, das hat ein bisschen die Spannung rausgenommen.
Alle Wege führen nach ... London. Ich liebe diese Stadt und darum liebe ich es auch, wenn sie wie hier so wunderbar treffend beschrieben wird. Zu der damaligen Zeit teilweise ein übles Pflaster: dreckig, stinkend, gefährlich; voller Bettler, Diebe und dunkler Gestalten und trotzdem mit einem gewissen Charme, dem ich mich einfach nicht entziehen kann :) Ein sehr guter Einblick grade auch für Jugendliche in ein Leben, wie wir es uns gar nicht mehr vorstellen können!
Als Thema ist mir hier vor allem das Vertrauen aufgefallen, wobei hier eher das mangelnde, denn weder William Calcraft noch Richard können sich dem anderen öffnen und die Wahrheit zulassen. Aus Angst, aus Scham, aus den Zweifeln an sich selbst. Dabei ist es so wichtig, in einer Beziehung, egal ob aus Liebe oder Freundschaft, dem anderen mit seiner Ehrlichkeit seinen Respekt zu zeigen.
Fazit
Ein etwas ungewöhnliches Jugendbuch, das den Leser mitten in ein dunkles Abenteuer befördert. Eine Reise, eine Suche und ein dunkles Geheimnis werden in einen fesselnden Schreibstil und ein historisches England gekleidet, bei dem man kaum glauben mag, dass diese Verhältnisse gerade mal 150 Jahre her sind. Für Jung und Alt gleichermaßen zu empfehlen :)
Endlich verschlägt es mich mal wieder in eines meiner liebsten Reiseländer, nämlich nach England. Zwar nicht so, wie ich es mir das gewünscht habe aber immerhin doch in gewisser Weise und zwar ins Endland des 19. Jahrhunderts. England und speziell London sind noch nicht das, was es heute sind, denn es regiert Brutalität, Kriminalität und öffentliche Hinrichtungen stehen an der Tagesordnung. Es ist die Zeit des berühmt berüchtigten Henkers William Calcraft, welcher sich einen Ruf als kaltblütigen Richter der Königin erarbeitet hat, da er die Hinrichtungen, welche er durchführt, zu einer Art Show eskalieren lässt und damit das gaffende Publikum belustigt. Eben jener Henker trifft zufällig in einer kleinen Ortschaft in England auf einen jugendlichen und naiven Jungen namens Richard Winters, welcher, um die Liebe seiner Jugend zu retten, in die Lehre des Henkers trifft. Fortan zieht das ungleiche Paar von Ort zu Ort, um dem Ruf der Gerechtigkeit zu folgen und der Kriminalität einhalt zu gebieten. Doch was steckt hinter der so berühmt berüchtigten Show des Henkers? Ist es tatsächlich nur die Grausamkeit des Henkers oder wird die Welt von einer übernatürlichen Macht bedroht, welche nur so beseitigt werden kann? Ein Kampf zwischen Gut und Böse entbrannt und es geht außerordentlich mysteriös daher im England des 19. Jahrhunderts.
Als Leser hat man dabei anfangs überhaupt keinen blassen Schimmer, in welche Richtung sich dieses Buch bewegen wird und das finde ich einfach hervorragend. Während man zu Beginn noch vermutet, dass ein ungleiches Lehrer Schüler Duo durch ein historisches England streift und nur vereinzelte Aufträge ausführt entwickelt sich die Handlung zusehens in eine verworrene und sehr mysteriöse Richtung, welche mich irgendwie schon z.T. an Supernatural erinnert hat, zumindest im Hinblick auf die Kreaturen, die in diesem Roman eine zentrale Rolle einnehmen werden.
Der Autor Björn Springorum gelingt es mit seinem Roman Der Ruf des Henkers auf jeden Fall, den Leser immer wieder aufs neue mit unerwarteten Wendungen zu überraschen. Ich hab so oft an den Kapitelenden gedacht, dass das jetzt nicht wirklich sein ernst gewesen sein kann und musste deshalb immer wieder weiterlesen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das ungleiche Charakterpaar der Protagonisten ist so unterschiedlich, dass es irgendwie schon wieder perfekt zusammen passt und super harmoniert. Sie ergänzen sich im Verlauf der Geschichte immer besser und entwickeln sich stetig weiter. Vor allem der junge Richard macht eine enorme Wandlung durch, wird aber durch ein unglückliches Zusammentreffen stark negativ beeinflusst. Diese Entwicklungsprozesse sind dabei allesamt mehr als plausibel geschildert, wodurch man sich ohne Probleme in die Protagonisten hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen kann.
Die Geschichte an sich kann ebenfalls durch ein tolles Setting überzeugen. Björn Springorum gelingt es durch seinen bildlichen Erzählstil, den Leser nach England zu entführen, sodass man beinahe tatsächlich durch die Gassen und Straßen des (stinkenden) London im 19. Jahrhundert wandelt. Die Schilderungen sind authentisch und sehr detailverliebt und ziehen einen magisch in seinen Bann.
So kann man abschließend sagen, dass im Roman Der Ruf des Henkers quasi alles passt. Die Charaktere sind stimmig, die Handlung ist durchgehend spannend und sehr kurzweilig und die Ortsbeschreibungen mehr als authentisch wodurch ein rundum gelungener Eindruck zurückbleibt, der leider viel zu schnell zu Ende gegangen ist. Ich hätte gerne noch weitere Abenteuer an der Seite von Richard und William verbracht!
Fazit zu Der Ruf des Henkers Wunderbar durchdachter Weltenentwurf mit fantastischen Charakteren in einem historischen und gelungenen Gewand. Tolle Unterhaltung ab der ersten Seite!
Inhalt: England in der Mitte des 19. Jahrhunderts… Der Tod zieht in Gestalt des düsteren und ungeselligen William Calcraft durch das Land. Diese Tätigkeit, die Zurschaustellung des Todes und das damit verbundene Spektakel führt den Einzelgänger in ein kleines Küstendorf. Dort trifft er auf Richard Winters, der von der Unschuld „seiner“ Elizabeth überzeugt ist. Kurzerhand gibt der Henker das Leben des Mädchens frei und nimmt Richard als Lehrling an. An der Seite des geheimnisvollen William Calcraft lernt Richard mehr und mehr über den Tod – und das Leben. Doch seine wahre Berufung ist eine ganz andere.
Meinung: Der Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht und so konnte ich es kaum abwarten, in das historisch-fantastische Setting einzutauchen.
Schnell wurde ich nach einem kurzen Prolog mit dem Tod konfrontiert, der mit dem Job als Henker einhergeht. Björn Springorum schilderte mir die Geschichte aus verschiedenen Ich-Perspektiven in Vergangenheitsform und brachte mir so die Hauptcharaktere näher.
Neben dem düsteren, ungeselligen Calcraft, dem berühmtesten Henker seiner Zeit, gab es die Perspektive von Richard, der von seiner Art her gegenteiliger nicht sein könnte. Später im Verlauf des Buches erhalten wir noch Einblicke in ein Tagebuch.
Durch die Perspektivenwechsel bekam ich Einblicke in die Köpfe der Handelnden, in ihre Gefühle und den Zwiespalt, in dem sich vor allem Calcraft befindet. Denn er ist weit mehr als ein normaler Henker. Auch wenn der Autor dieses Geheimnis selbst lange durch Auslassungen hinausgezögert hat, ging durch diese Offensichtlichkeit ein Großteil der Spannung verloren. Schließlich steht es bereits im Klappentext.
Diese offensichtlichen Hinweise ziehen sich durch die gesamte Geschichte, sodass selbst das Ende vorhersehbar war, was ich sehr schade fand. Ohne wirklich überraschende Wendungen las sich das Buch sehr zäh, vieles wurde überdetailliert geschildert und die Auslassungen bewirkten das Gegenteil von Spannung.
Auch kamen durch besagte Längen die Emotionen von Protagonist Richard kaum bei mir an, sodass ich nicht wirklich mit ihm mitfiebern konnte, mit ihm leiden konnte – sondern eher die Augen verdrehte, warum er das Offensichtliche nicht erkannte. Der Zielgruppe ab 13 sollte es ähnlich gehen.
Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen, die Illustration am Kapitelanfang und die anders gesetzten, teils hervorgehobenen Nachrichten und Briefe waren optisch ein Highlight. Bei der Sprache selbst bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie in das 19. Jahrhundert passt, da einige Ausdrücke doch sehr modern wirken. Hier bin ich aber kein Profi, das ist nur mein Gefühl. Ansonsten konnte der Autor die Zeit und seine Missstände gut aufzeigen, beruht die Geschichte doch auf einem Fakt, dem berühmt-berüchtigten Henker William Calcraft.
Der Fantasy-Anteil des Buches war sehr gering. Die Theorie hinter den Wesen, auf die Calcraft und Richard in Wahrheit Jagd machten fiel eher beiläufig und trotz aller Ausführlichkeit der anderen Handlungsstränge blieben weitere Erklärungen zum Großteil außen vor.
Was mir hingegen sehr gut gefiel, war die Auseinandersetzung mit dem Tod, der Akzeptanz seiner Unausweichlichkeit und der Konsequenz, das Leben zu genießen.
Nach einem actionhaltigen, aber sehr schnellen Showdown (im Vergleich zum Rest der Geschichte), lässt Björn Springorum „den Ruf des Henkers“ abgeschlossen ausklingen.
Urteil: „Der Ruf des Henkers“ konnte meine Erwartungen durch Kurztext und Innenklappentext leider nicht erfüllen. Der Fantasy-Anteil war gering, die Handlung teils sehr langatmig und ereignislos. Die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Leben jedoch verleiht dem Buch eine Einzigartigkeit, sodass ich insgesamt 3 Bücher vergeben kann.
Eine nette Geschichte für zwischendurch. Der Anfang hat mich gecatcht, leider wurde ich aber enttäuscht. Man wird sofort ins Geschehen geworfen, was mir sehr gut gefallen hat. Danach zieht sich das Buch allerdings extrem. Die Geschichte ist extrem offensichtlich geschrieben und der Charakter trifft teilweise Entscheidungen ohne vorher über die Konsequenzen nachzudenken, was mich zunehmend genervt hat. Was man dem Buch zu Gute halten muss, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und wie es den Schluss zum Leben zieht. Diese Passagen haben mir persönlich sehr gut gefallen, konnten aber nicht die Längen wett machen, weswegen es nur für zwei Sterne reicht.
Die dunklen Twist, die die Geschichte immer wieder nimmt, hab ich nicht erwartet. Ich finde es sehr unterhaltsam, sympathische Charaktere, nur etwas vorhersehbar.
Was mich etwas stört, ist, dass das Klischee von "Mädchen schmachtet einen Jungen an, der es erst nicht versteht, sich aber dann ganz plötzlich in sie verliebt" darin vorkommt. Ist nicht mein persönlicher Geschmack.
Ein tolles und spannend geschriebenes Jugendbuch vor ernstem historischen Hintergrund. Ein Henker als Protagonist ist ungewöhnlich und mal was anderes. Leider ist der Plot twist die ganze zeit vorhersehbar, dennoch konnte mich das Ende mit einem zweiten twist überraschen.
Während einer Hinrichtung in seinem kleinen Heimatdorf wird Richard Winters durch einen Zufall zum Retter seiner geliebten Elizabeth und zum Lehrling des berüchtigten Henkers William Calcraft. Calcraft ist ein gefürchteter Mann - nicht nur, weil er eben Hinrichtungen ausführt, sondern oftmals dabei grausame Methoden anwendet. Richard zieht mit Calcraft durchs Land und lernt den Tod von vielen Seiten kennen und schätzen. Aber auch seinen Meister. Und bald merkt er, dass Calcraft eine besondere Mission hat - denn Wechselbälger überrennen England und der Henker hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese auszulöschen. Und Richard soll sein Nachfolger werden. Doch Richard muss immer wieder an Elizabeth denken und ob er wirklich als Henker arbeiten will. Bis er in London eine schreckliche Entdeckung macht.
Ich muss zugeben, dass ich nur des Covers wegen zu dem Buch gegriffen habe und gar nicht genau wusste, was denn da auf mich zukommt. Aber letzten Endes war ich positiv überrascht.
Richard ist eigentlich ein sehr naiver junger Mann, der sich gerne sagen lässt, was er tun und lassen soll. Auch hinterfragt er die Methoden seines Meisters nicht näher und lässt sich gerne von ihm abspeisen. Und so bleibt er in Calcrafts Diensten und lässt sich widerwillig zum Henker ausbilden. So tingeln die beiden durch England von einer Hinrichtung zur nächsten. Nebenbei lernt Richard so einiges und merkt auch bald, dass es seinem Meister gar nicht um den Tod von Dieben, Mördern und Schändern geht, sondern um das Jagen von Wechselbälgern.
Schlagartig hat sich damit das Buch für mich gewandelt und wurde interessanter. Denn ich hatte etwas Mühe, in die ganze Geschichte reinzukommen. Sie plätscherte erst vor sich hin und es dauerte etwas, bis Fahrt aufkam.
Richard kann man richtig zusehen, wie er erwachsen wird, auch wenn er mit seinen Gedanken immer wieder bei Elizabeth landet. Trotzdem verliert er vorerst nicht das Ziel aus seinen Augen, Wechselbälger zu jagen. Sein Meister William Calcraft ist das genaue Gegenteil von Richard, aber hinter seiner harten Schale steckt ein weicher Kern. Calcraft hat übrigens wirklich gelebt und als Henker gearbeitet. Er muss ein grausamer Mensch gewesen sein, der seinen Beruf mehr als geliebt haben muss.
Der Schreibstil des Autors war sehr flüssig zu lesen und ab Mitte des Buches hat er es auch geschafft, mich zu fesseln. Mein Kopfkino hatte viel zu tun, gerade bei der Beschreibung des Gefängnisses in London und auf den Kämpfen. Die Wechselbälger an sich waren detailliert dargestellt und wirkten irgendwie faszinierend.
Gegen 3/4 des Buches gab es für mich dann wieder eine kleine Durststrecke, doch der Showdown am Ende hat alles wieder wett gemacht. Denn dort gab es eine kleine Überraschung. Das Ende war für mich mehr als befriedigend.
Sogar eine kleine Hoffnung hat sich breit gemacht. dass es vielleicht einen zweiten Teil geben könnte. Denn Richard ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich würde gerne noch mehr von ihm lesen.
Auch die Nebencharaktere sind toll gezeichnet und ausgereift. Hier würde ich mich ebenfalls über ein Wiederlesen freuen. So z. B. Rose, einer jungen Frau, die Richard eine gute Freundin geworden ist. Oder Ben, ein jüdischer Gasthaus-Besitzer, der mit seinem Wissen und seiner Freundlichkeit eine große Stütze für alle Beteiligten ist.
Fazit: Mal was anderes und deswegen sehr empfehlenswert.
England, Mitte des 19. Jahrhunderts Unfreiwillig gerät Richard Winters in die Hände des berüchtigsten Henkers von ganz England. An der Seite von William Calcraft führt er fortan das finstere Leben eines Henkerslehrlings, auf Schritt und Tritt begleitet von Tod, Galgen und Raben. Rasch merkt er, dass sein strenger Meister ein Geheimnis verbirgt, das seine Welt für immer aus den Angeln heben wird. Richard muss beweisen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Doch als er in London ausgerechnet seine große Liebe wiedertrifft, steht urplötzlich noch viel mehr auf dem Spiel … (Quelle: Amazon)
Bei diesem Buch sprach mich sofort das Cover an. Der Klappentext tat dann sein übriges und obwohl ich schon lange nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, musste ich es unbedingt lesen. Ich erwartete mir nicht zu viel und bekam eine absolut fesselnde Story.
Ich tauchte mit Calcraft und seinem Lehrling Richard in die verpönte Welt des Henkers ein. Überall gebraucht und ebenso gehasst, ziehen die Beiden durch England. Mit der Zeit offenbart ihm Calcraft ein großes Geheimnis, denn ihre Aufgabe besteht aus mehr, als nur Menschen zu töten.
Nach einigen Jahren verschlägt es die Beiden nach London. Sie ziehen in eine Pension in Whitecheapel, die von Calcrafts gutem Freund Ben betrieben wird. Alleine die Beschreibungen dieses Ortes, die düstere Atmosphäre, die schmutzigen Straßen und der "Bodensatz" der Gesellschaft, der sich hier herumtreibt, waren es wert das Buch zu lesen. Einfach großartig, welche Bilder der Autor in meinem Kopf entstehen lassen konnte.
Dazu gab es noch eine spannende Geschichte, die mich das Buch nicht aus der Hand legen ließen. Gut, Richard ist wahnsinnig naiv und es gibt Dinge, die mir von Anfang an klar waren, ihn aber total überraschten. Aber das tat der Geschichte keinen Abbruch. Als ich das Buch beendet hatte, hätte ich am Liebsten gleich nochmal von vorne begangen.
Auch die Beschreibungen des Gefängnisses Newgate fand ich sehr authentisch und die Menschenmassen die sich das Spektakel einer Hinrichtung nicht entgehen lassen wollten, ließen mir den Mund offen stehen. Was waren das doch für abgebrühte Leute...Durch das harte Leben das sie führten, war der Tod für sie eine willkommene Abwechslung. Eine Art Volksfest das man kostenlos angeboten bekam. Zum Glück wurden bald danach die öffentlichen Hinrichtungen abgeschafft.
Ich bin so begeistert von dieser Geschichte, dass ich 5 von 5 Punkten und den Favoritenstatus vergeben muss. Dazu gibt es eine absolute Lesempfehlung für alle im Alter von 13 - 100 Jahren. Ich werde das Buch auf jeden Fall noch einmal lesen. Irgendwann....
Vielen Dank an Amazon Vine, die mir dieses Buch zur Verfügung stellten.
Nachdem ich bereits mehrfach gehört habe, dass "Der Ruf des Henkers" an "Spook" oder auch die "Harry Potter"-Reihe erinnern soll, wurde ich neugierig und wollte dem Buch unbedingt eine Chance geben. Nun, an oben genannte Bücher hat mich das Buch zwar letztendlich nicht erinnert, allerdings hat es mir trotz kleinerer Schwächen dennoch ganz gut gefallen.
Der Schreibstil hat mir an sich ganz gut gefallen, allerdings sind manche Momente meiner Meinung nach etwas zu langatmig ausgefallen, da sich zu sehr an winzigen Details aufgehalten wurde. Dennoch war die Geschichte an sich sehr spannend und altersgerecht beschrieben worden und die Kapitel kurz und knackig geschrieben, sodass man an "Der Ruf des Henkers" durchaus seinen Spaß haben kann.
Da die Geschichte auf eine wahre Figur basiert, ist diese nicht nur umso interessanter, sondern auch vom Autor gut recherchiert, sodass hier kaum Lücken vorhanden sind. Hierbei geht es hauptsächlich um Richard und den berühmtesten Henker Englands William Calcraft. Richard wird mehr oder weniger freiwillig zum Auszubildenden von Calcraft und zieht mit ihm durch das Land, um von Calcraft zu lernen, aber auch um zu erfahren, wieso die Menschen zum Tode verurteilt wurden. Hier ist besonders interessant, wie die beiden zusammenarbeiten und welche Geheimnisse dabei an den Tag gebracht werden. Die Nebenfiguren, allen voran Rose und Liz, finden hier ebenfalls ihren Platz in der Geschichte und sorgen für den ein oder anderen interessanten Moment.
So sehr mir hier die Geschichte gefallen hat, so muss ich allerdings auch leider zugeben, dass mir die Figuren leider allesamt nicht sympathisch waren. Normalerweise ist dies bei einem Buch ein absolutes No Go für mich, allerdings muss ich in diesem Fall sagen, dass ich den historischen Hintergrund zu interessant fand, um die Geschichte aufgrund der Figuren schlecht zu finden. Zumal hierbei gesagt werden muss, dass der Autor die Charaktere allesamt gut ausgearbeitet hat und man viele Facetten von ihnen kennen lernt.
Das Cover ist sehr schön anzusehen und passt perfekt zur Geschichte. Auch sonst kann die Buchgestaltung mit seinen Pforten zu jedem Kapitelanfang durchaus überzeugen. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und hat mich direkt angesprochen und somit habe ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben.
Kurz gesagt: "Der Ruf des Henkers" ist eine spannende und interessante Geschichte mit historischem Hintergrund, die zwar ein paar kleinere Schwächen besitzt, mich aber durchaus faszinieren und in den Bann ziehen konnte.
Ich bin richtig froh, dass mir dieses Buch als Rezensionsexemplar angeboten wurde, denn so habe ich eine kleine Perle gefunden, die ich so im Buchladen aufgrund des Covers wohl nicht in die Hand genommen hätte, da mir das Cover irgendwie zu kindlich wirkt und ich gedacht hätte, es wäre eher für ein jüngeres Publikum.
Dabei weit gefehlt! Es geht darin um Richard Winters. Ein Jüngling der zum Henkerslehrling wird, als er seine Angebetete vor dem Strick retten wollte. Fortan zieht er mit dem mürrischen, immer schlecht gelaunten Henker William durch England und bringt einen Mann nach dem anderen an den Galgen. Bis auf einmal Richard den wahren Grund hinter der Tätigkeit seines Meisters heraus findet und nichts mehr ist, wie es schien.
Eigentlich eine kleine makabere Geschichte, die mich durch ihre Andersartigkeit wirklich begeistern konnte. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Richard und William erzählt, sind dabei jedoch chronologisch passend. Zum späteren Punkt fließen mitunter auch Tagebucheinträge von Rose (die Tochter von Benjamin, dem Gastwirt) ein, die sich ein wenig in Richard verguckt hat. Die Perspektiven wurden aus der "ich-Form" geschrieben und sind dadurch etwas ungewöhnlich. Dennoch fällt es dem Leser immer sehr leicht, mal aus den Augen von Richard und im nächsten Kapitel aus den Augen vom Henker zu schauen.
Mitunter wirken die Szenen recht grausam, aber auch stimmig. Das Verhältnis zwischen William und Richard gefiel mir wirklich sehr, vor allem weil man auch eine Weiterentwicklung während des Romans erkennen konnte. Auch Nebenfiguren wie Liz und Rose bekamen ihren Raum, ihre Beschreibungen und wirkten sehr plastisch. Auch sagte mir der Schreibstil des Autors wirklich zu. Es ließ sich flüssig lesen, blieb aufgrund seiner Grausamkeit sehr spannend und gerade den Schluss mit der Quintessenz vom Leben und Tod fand ich sehr gelungen. Der Ruf des Henkers hatte zudem eine echte historische Figur (der des Henkers: William) wie man im Nachwort erfuhr.
Bei diesem Buch schwanke ich zwischen 4 und 5 Sterne, runde aber gerne auf 5 Sterne auf, eben weil das Buch von der Idee her, mal etwas wirklich anderes war und absolut lesenswert. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich zu diesem Jugendroman gegriffen habe, denn sonst wäre mir hier wohl etwas entgangen. Das Ende liest sich des Weiteren auch so, als würde es fortgesetzt werden können. Muss aber nicht. Wer weiß. Ein durchaus lesenswertes Buch!
Eigene Meinung: Ich bin ja eigentlich nicht so der Historienfreund, aber das alte England fasziniert mich einfach. Besonders die düsteren Seiten haben es mir angetan, da gehören die teilweise gruseligen Hinrichtungen natürlich mit dazu.
Ich war also sehr gespannt auf diese Geschichte mit Blick hinter die Kulissen eines Henkers, der tatsächlich existiert hat. Ich wusste zwar, das hier Realität und Fiktion vermischt werden würden, aber mein größtes Problem bei der Geschichte war der Fantasyanteil. Dieser war nicht von Anfang an ersichtlich und ich hätte in dieser Geschichte einfach keine Fantasywesen erwartet. Ich hatte einen reinen geschichtlichen Jugendroman erwartet.
Der Schreibstil passt sehr gut in die Geschichte und ist der Zeit angepasst. Ich hatte trotzdem erstmal ein paar Seiten lang Probleme, da es gar nicht so jugendlich geschrieben ist, wie man bei dem Verlag vielleicht erwartet hätte. Aber auch die Erzählweise fand ich sehr bildhaft. Besonders die Beschreibung des Newgate Gefängnisses und der Hinrichtungen waren atmosphärisch und düster. Und es ist wirklich immer wieder erschreckend zu sehen, wie sich die Menschen von Unglücken und schlimmen Dingen anziehen lassen. Ich finde es immer wieder bedrückend, wenn ich Filme oder Serien sehe und Leute hingerichtet werden. Wie viele Zuschauer es immer gibt. Aber heutzutage braucht es ja schon nur einen Autounfall geben und die Menschen verrenken sich die Nacken. Da kann man ja nur erahnen was früher bei so "geplanten Grausamkeiten" abging.
Ich fand besonders den Henker William Calcraft sehr gelungen dargestellt. Einserseits ist er sehr kauzig und mürrisch, andererseits sind es diese kleinen Blicke hinter seine Kulissen, die ihn menschlich machen und die zeigen, dass er eigentlich ein großes Herz hat. Richard, sein Lehrling, fand ich hingegen zu naiv. Ich mochte seine Szenen zusammen mit seinem Meister, aber immer wenn Liz ins Spiel kam, hätte ich ihn gerne geohrfeigt.
Einige Wendungen am Ende habe ich vorhergesehen, andere haben mich überrascht.
Fazit: Ein Roman, der besonders durch seine spezielle düstere Atmosphäre bestechen kann. Ich persönlich hatte meine Probleme mit dem Fantasyanteil und dem doch etwas leicht naivem Richard.
Es gibt Bücher, die springen dich einfach an und schreien: "Ich bin deins!" Dann stimmen Cover und Klappentext und treffen genau deinen Geschmack. "Der Ruf des Henkers" war so ein Buch für mich. Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne Abenteuer- und Fantasyromane lese und zum Glück sind beide Aspekte in diesem Jugendbuch vertreten.
Zur Handlung: Wir befinden uns in England im 19. Jahrhundert. Der Henker William Calcraft wird in einen Küstenort gerufen, wo er ein junges Mädchen hinrichten soll, das anders ist und dem ein Mord zur Last gelegt wird. Der Einzige, der Liz verteidigt, ist der 14-jährige Pfarrerssohn Richard Winters. Calcraft gefällt sein Mut und ehe Richard sich versieht, zieht er als Henkerslehrling durch England, im Gegenzug für Liz' Freiheit. Während der nächsten beiden Jahre lernt Richard viel über Leben und Tod, das Handwerk der Henkerszunft - und die Welt des William Calcraft, in der nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. Nicht nur, dass der Henker hinter der rauen Schale einen weichen Kern verbirgt, er ist zudem insgeheim auch der erbitterte Feind der Wechselbälger, grausamen Wesen, welche die Gestalt von Menschen annehmen können und sich für ihre Vertreibung aus England in eine andere Welt an den Menschen rächen wollen.
Mir hat die Mischung aus Abenteuer, Fantasy, Liebesgeschichte und Coming-of-Age-Roman gefallen. Ein paar Leser bemängeln, dass der Fantasyaspekt mit den Wechselbälgern etwas zu kurz kommt, mich allerdings hat das nicht gestört. Ein bisschen genervt hat mich allerdings, dass es im Roman gleich 3 Ich-Erzähler-Perspektiven gab: Richard, Calcraft und in der 2. Hälfte noch Roses Tagebuch-Einträge - ein junges Mädchen, das Richard dank seines Meisters in London kennen lernt und das ihn sehr mag. Ich bin kein Fan dieser Erzählart, auch wenn sie gut umgesetzt war und die Handlung abgerundet hat. Besonders Rose wäre ohne die Tagebuch-Einträge und Calcrafts zusätzliche Sicht auf sie sonst wohl etwas blass geblieben.
Insgesamt ein spannender Jugendroman für Leser ab 13 Jahren, den ich vorwiegend Jungen empfehlen würde.
Auch wenn das Buch eher für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die Idee hinter dem Buch, einem Henkerslehrling bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen fand ich originell. Auf den ersten Blick habe ich mit mehr Blut und Grausamkeiten gerechnet und war auch erst etwas kritisch, dass dieses Buch als Jugendbuch eingestuft wurde. Doch der Beruf von William Calcraft wird in diesem Buch dezent beschrieben und man erlebt nicht allzu viele Hinrichtungen. Dennoch ist es für jüngere Leser als 13 denkbar ungeeignet.
Wenig Blut, aber viel Mystery habe ich in "Der Ruf des Henkers"erlebt. Man begleitet Richard und William durch England und erfährt von Williams eigentlicher Berufung. Dies war zum Großteil auch spannend, doch zwischendurch kam bei mir Langeweile auf, weil über mehrere Seiten wenig passierte und ich die Story mitunter als zu lang gezogen empfand. Auch das Ende fand ich sehr vorhersehbar und konnte mich jetzt nicht wirklich überraschen. Letztendlich kann ich mir aber gut vorstellen, dass das Buch einem jüngeren Publikum gefallen kann.
Mein Fazit Für ältere Leser vielleicht zu langatmig, aber für die jüngeren und junggebliebenen kann es eine abenteuerlich-spannende Lektüre sein.