Alles, was wir wissen konnten …. ist leider nicht viel, denn Ariëlla Kornmehl kann den an sich guten Plot ihres Roman nicht zufriedenstellend umsetzen.
Holland zur Zeit der deutschen Besatzung in den 40er Jahren, eine junge jüdische Frau versteckt ihren Geliebten auf dem Land und wird durch ihren nationalsozialistischen Nachbarn, der von Raubkunstverkäufen recht gut lebt, erpresst und belästigt. Diese Übergriffe lösen widersprüchliche Gefühle in ihr aus. Sie fühlt sich entehrt aber latent auch zu ihrem Peiniger hingezogen – eine psychologisch äußerst interessante Entwicklung, die jedoch nicht weiter ausgearbeitet wird. Der gesamte Roman leidet unter mangelndem Tiefgang und unter der fürchterlich einfältigen Schreibweise, die bestenfalls den Übungen des ersten Semesters Creative Writing genügt. Doch selbst da könnte ein Satz wie „Sein Vater hatte immer wie eine Mutter für ihn gesorgt“ wohl kaum bestehen.
Für mich gab es dann aber doch eine wichtige Entdeckung: Die Autorin erwähnt einen Raubkunstskandal um den niederländischen Kunsthändler Jaques Goudstikker. Der Wikipedia Eintrag zu seinem Leben liest sich so interessant, so spannend, so bewegend, wie es Ariëlla Kornmehl niemals vermocht hätte.