In Antonia Baums letzten Roman, dreht sich alles um drei Kinder, die ständig um das Leben ihres risikoverliebten Vaters fürchten. Nur wenige Wochen vor Erscheinen des Buchs verunglückte ihr Vater schwer. Wie es sich anfühlt, wenn aus Fiktion plötzlich Realität wird, und was in einem vorgeht, wenn plötzlich alles stillsteht, die Welt aber weitermacht, davon erzählt Antonia Baum hier.
Geboren 1984 in Borken, lebt in Berlin. Studium der Literaturwissenschaft und Geschichte. Veröffentlichung verschiedener Kurzgeschichten in der Wochenzeitung Der Freitag und bei Zeitonline.
Eine Geschichte darüber wie sich ein buch auf die Wirklichkeit auswirkt. Sehr viel Introspektion. Vielleicht ist das interessanter wenn man das Vorgängerbuch kennt. Aber so erschließt sich für mich nicht der Mehrwert. Einzig die drei Geschichten in der Mitte des buches nehmen ein bischen an Fahrt auf. Hab das Buch gelesen weil es im "literarischen Quartett" hochgelobt wurde. Das werde ich nie wieder tun
loved it! die drei erzählungen sind unglaublich fesselnd, dicht, witzig, unendlich traurig (raps unter dem bett werde ich nicht wieder vergessen) und stilistisch stimmt einfach jedes wort. ich weiß aber nicht, ob sie ohne den autonarrativen rahmen - den sie ja selbst erst zu einem rahmen machen - funktionieren würden, vielleicht nicht. der dialog dieser erzählungen und ihrer figuren (väter, töchter) mit den figuren des rahmens (vater, tochter) macht das buch so stark. ein dazwischen, das gar nicht zu fassen ist, aber sehr präsent trotzdem und berührend. auf tuchfühlung mit dem abgrund. weniger eigentlich mit dem sterben, als mit dem sehr lebendigen tod in unser aller familien. ihrem ganzen elend. aber es gibt auch hoffnung.
Hmm, das womögliche Sterben des Vaters, der nach einem Unfall im Koma liegt, ist für die Tochter nur schwer zu ertragen. Was dann die beiden seltsamen Geschichten, die in diesem Roman dazwischen geschoben sind, zu sagen haben, erschließt sich mir nicht.
Antonia Baum schreibt so nah, so vertraut. Ich mochte das sehr. Auch wenn ich mich dadurch mal wieder mehr mit dem potentiellen Tod meiner Familie beschäftigt habe, als ich wollte.