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Under the Rainbow; The Real Liza Minnelli

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Ob die nachgemachte Rolex, das erfundene Interview, der Standpunkt von der Stange oder die zum Auftritt passende Identität -- Kopie und Original werden immer schwerer unterscheidbar. Das So-tun-als-ob ist zum bestimmenden Strickmuster unserer Gesellschaft geworden. Und Gewissheiten sind rar -- für den Fake genau der Nährboden, auf dem er sich großflächig ausbreiten kann. Was ihn, richtig genutzt, zu einer äußerst subversiven Protestform macht, mit der man die Schwächen des Systems punktgenau aufdecken kann. Sagt Judith Mair. Sie ist Expertin für Populärkultur. Die 33-Jährige studierte Design in Köln, gründete eine Agentur und unterrichtete als Gastdozentin an der Zeppelinuniversität Friedrichshafen, bis sie Anfang 2004 nach Berlin kam. Heute arbeitet sie dort Diplom-Designerin.

Ihre Bestandsaufnahme ist auf den ersten Blick negativ: In unserer Gesellschaft können wir nicht mehr zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Kopie und Original unterscheiden, weshalb es besser ist, so zu tun, als ob. Politiker inszenieren sich und tun so, als ob. Ebenso Unternehmenslenker und Medienmacher. Der Ausweg für Mair: Fake for Real. „Es ist das Dagegen-Sein im Dafür-Mäntelchen.“ Oder anders gesagt: „Wo das Konforme sich rebellisch gibt und die Mächtigen sich um den Posten des Kritikers rangeln, wie in unserer Gesellschaft, muss das Nichtkonforme und Kritische lieb, nett und harmlos daherkommen.“

Beim Fake wird die Kritik, getarnt als das Harmlose in das System eingeschleust und vermarktet. Contra tut so, als sei es Pro. Kritische Inhalte werden als Fake vorsätzlich getarnt und als stille Agenten in den Kreislauf eingeschleust, um dann dort ihre wahre Wirkung zu entfalten. „Es handelt sich um eine Art semiotischen Straßenkampf, Demontage statt Demonstration. So wie der Kuckuck seine Eier in fremden Nestern verteilt, lässt sich der Fake in viele kleine, unterschiedliche Systemlücken der Politik, der Wirtschaft, der Medien und der Marken legen.“ --Anja Dilk

285 pages, Hardcover

Published January 1, 1996

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George Mair

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