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Ihre Bestandsaufnahme ist auf den ersten Blick negativ: In unserer Gesellschaft können wir nicht mehr zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Kopie und Original unterscheiden, weshalb es besser ist, so zu tun, als ob. Politiker inszenieren sich und tun so, als ob. Ebenso Unternehmenslenker und Medienmacher. Der Ausweg für Mair: Fake for Real. Es ist das Dagegen-Sein im Dafür-Mäntelchen. Oder anders gesagt: Wo das Konforme sich rebellisch gibt und die Mächtigen sich um den Posten des Kritikers rangeln, wie in unserer Gesellschaft, muss das Nichtkonforme und Kritische lieb, nett und harmlos daherkommen.
Beim Fake wird die Kritik, getarnt als das Harmlose in das System eingeschleust und vermarktet. Contra tut so, als sei es Pro. Kritische Inhalte werden als Fake vorsätzlich getarnt und als stille Agenten in den Kreislauf eingeschleust, um dann dort ihre wahre Wirkung zu entfalten. Es handelt sich um eine Art semiotischen Straßenkampf, Demontage statt Demonstration. So wie der Kuckuck seine Eier in fremden Nestern verteilt, lässt sich der Fake in viele kleine, unterschiedliche Systemlücken der Politik, der Wirtschaft, der Medien und der Marken legen. --Anja Dilk
285 pages, Hardcover
Published January 1, 1996