Vorbemerkung: Ich glaube, der Grund, weshalb mich das Buch so geärgert hat und wieso ich in meinen Gedanken zu ihm so stark auf die negativen Aspekte eingehe, ist folgender:
Das Buch zeigt eindrücklich, dass die gegenwärtige Organisation unserer Welt so dringend veränderungsbedürftig ist. Zugleich macht es deutlich, dass Wirtschaften in der Menschheitsgeschichte auf sehr unterschiedliche Weise organisiert worden ist und somit auch Hoffnung darauf besteht, dass es auch heute noch anders organisiert werden könnte.
Gerade darin liegt - neben einigen konkreten inhaltlichen Punkten - sein potentiell utopisches Potential.
Doch durch seine nahezu unkritische Parteinahme für Gesellschaftsformen, die ihrerseits enormes Leid hervorgebracht haben, verspielt das Buch leider einiges von diesem utopischen Potential. Spätestens die Erfahrungen mit realsozialistischen Diktaturen haben doch gezeigt, dass es einfach nicht ausreicht, sich auf die Fahnen zu schreiben, „nicht-kapitalistisch“ zu sein und sich durch Sprachspielerei und moralischer Umdeutung als die bessere von zwei Varianten zu wähnen.
Ich wünsche mir so sehr, dass in linke Kritik unversöhnliche Abscheu vor jeglichem unnötigen schlimmen Leid eingeschrieben ist. Das scheint mir eine unbedingt notwendige (wenn natürlich auch leider nicht im Ansatz hinreichende) Bedingung dafür zu sein, dass etwaige zukünftige Weltverbesserungsversuche vielleicht tatsächlich einmal etwas hervorbringen, was den Namen Befreite Gesellschaft auch nur im Ansatz verdienen würde.
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Meine Gedanken zum Buch: Ich bin zwiegespalten. Das Buch wäre großartig gewesen, wenn es eine Sammlung zahlreicher Anekdoten aus der Menschheitsgeschichte geblieben wäre, die mit dem liberalen Mythos aufräumen, dass der Äquivalententausch von Waren die einzige Art sei, wie das wirtschaftliche Zusammenleben organisiert werden könne. Besonders Kapitel 2 ist in dieser Hinsicht äußerst lesenswert, aber auch viele Beispiele aus anderen Kapiteln tragen dazu bei, den kapitalistischen Status quo zu entnaturalisieren und regen dazu an über Alternativen nachzudenken.
Sympathisch finde ich zudem die Stoßrichtung des Buches, die heutzutage schier allmächtige Ideologie "one has to pay his debts" als oberstem moralischen Gebot zu kritisieren.
Insofern freue ich mich über die Popularität des Buches.
Die große Schwäche liegt jedoch darin, dass Graeber es nicht bei den Anekdoten belässt, die die Vielfalt möglicher Formen des Wirtschaftens darstellen. Stattdessen hält er es für nötig, der Menschheitsgeschichte eine Geschichtsphilosophie aufzuzwingen, die sich pendelförmig bewegt und in der er alle vorgestellten Wirtschaftsformen in zwei abwechselnd auftretende Kategorien einzuordnen versucht.
Da dies nicht sauber gelingt, weil diese Kategorien nicht annähernd trennscharf voneinander abgrenzbar sind, bedarf es eines extrem selektiven Analysefokus und zahlreicher inhaltlicher Widersprüche, damit es ihm dennoch gelingt alle Beispiele in dieses Schema zu pressen.
Besonders frustrierend war für mich, dass er eine dieser Kategorien eindeutig positiv und die andere klar negativ porträtiert und dabei moralische Verrenkungen vornehmen muss, die mich beim Lesen derart irritiert haben, dass es mir schwerfiel, nicht das Vertrauen in seine Urteilsfähigkeit und die Redlichkeit seiner Argumentation zu verlieren.
Das Buch ist zu umfangreich, um hier auf alle Probleme im Detail einzugehen. Was ich jedoch mit analytischen und moralischen Verrenkungen meine, möchte ich exemplarisch an zwei Kapiteln zeigen.
(Anmerkung: Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wodurch die erhöhte Gefahr besteht, dass ich Graeber stellenweise missverstanden habe)
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Kapitel 6, in welchem Graeber dafür argumentiert, dass Menschenleben ein humaner Maßstab für eine Währung seien
In einem zentralen Kapitel versucht er am Beispiel der Lele und Tiv versucht zu zeigen, wie eine „humane Ökonomie“ aussehen könne - eine Wirtschaftsform, die nicht den Profit ins Zentrum stelle. Er macht keinen Hehl daraus, dass er in diesen Wirtschaftsformen ein positives Gegenmodell sieht.
„Humane Ökonomie“ nennt er diese Form des Wirtschaftens nicht nur, weil sie aus seiner Sicht moralisch überlegen sei, sondern auch, weil Menschen - konkret: Frauen - den Wertmaßstab der Währung bilden.
Wenn eine, wie Graeber es nennt, „junge Frau“ - also ein Mädchen im jungen Teenageralter, sobald sie ihre erste Periode bekommen hat - heiratsfähig wird, kann sie von einem Mann „erworben“ werden. Als Brautpreis erhält die Ursprungsfamilie einen symbolischen Gegenstand. Graeber lobt diese Praxis ausführlich, da dieser Gegenstand - so betont er immer wieder - gerade nicht den Wert der Frau quantifiziere, sondern im Gegenteil symbolisiere, dass ihr Wert eigentlich nicht aufzuwiegen sei.
....anscheinend außer im Tausch gegen einen anderen Menschen. Denn der Währungsgegenstand kann eingelöst werden, um von einer anderen Familie wiederum eine „junge Frau“ für die Heirat zu erwerben. Damit scheint ein Mensch faktisch doch genau einen anderen Menschen wert zu sein - und eben nicht unersetzbar.
Frauen als „Humanwährung“ können zudem in weiteren Kontexten eingesetzt werden. Wird ein Mord begangen, kann die Übergabe einer Frau als Kompensation dienen, um eine Blutrache zu vermeiden. Auch hier fungieren Frauen als Ausgleichseinheit für ein verlorenes Menschenleben.
- Dass ausschließlich Frauen auf diese Weise zwischen Familien zirkulieren, merkt Graeber zwar an, verliert darüber jedoch nur wenige kritische Worte. Stattdessen preist er die „humane Ökonomie“ als eine Wirtschaftsform, die menschliche Beziehungen neu arrangiere und gerade deshalb menschlicher sei als eine profitorientierte Ökonomie.
Dass Frauen dabei faktisch als Verfügungsmasse männlicher Interessen fungieren, scheint Graeber kaum problematisch zu finden. Er argumentiert sinngemäß, es sei doch etwas Positives, von Jung auf begehrt zu werden, und es sei beruhigend zu wissen, dass man jederzeit heiraten könne. Und sollte eine Frau den Mann, der sie erworben habe, nicht mögen, könne sie ja einfach in ein verfeindetes Dorf fliehen. Dort könne sie „village-wife“ werden, was bedeutet, dass von ihr erwartet wird, zumindest in den ersten Jahren zehn bis zwölf Männern sexuell zur Verfügung zu stehen, wann immer diese es wünschen, und sie würde im Gegenzug soziale Anerkennung und Schutz bekommen. In all dem scheint Graeber keine Form massiver struktureller Gewalt gegen Frauen zu sehen.
- Zugleich widerspricht er vehement der Interpretation, Frauen würden als Besitz ihrer Familien betrachtet werden, der verkauft wird. Aller höchstens würde ihre Funktion als Gebärmaschiene Nachkommen zu gebären gekauft werden - aber als Besitz könne man sie auf keinen Fall ansehen.
Doch seine eigenen Beispiele scheinen dem zu widersprechen: Wenn eine Frau ihrem Ehemann davonläuft, weil dieser sie schlecht behandele, dann sei die Ursprungsamilie verpflichtet für einen Ersatzehefrau zu sorgen - zum Beispiel durch eine Schwester von ihr (Ich dachte der clue sei laut Graeber, dass Menschen in der humanen Wirtschaft als unersetzlich angesehen werden, hm?).
Noch eindeutiger wirds aber im Folgenden: Wenn eine Ehefrau vor ihren Mann in ein anderes Dorf flieht und daraufhin ein Konflikt zwischen den Dörfern eskaliert, bei dem Menschen sterben, werden diese Todesfälle der Ursprungsfamilie der Frau angerechnet. Sterben in einem solchen Krieg beispielsweise sechs Männer, schuldet die Ursprungsfamilie dem Ehemann sechs Menschenleben – zahlbar wiederum in Frauen.
- Da Graeber diese „humane Ökonomie“ in seine positive Schublade einordnet – also als Kreditökonomie im Gegensatz zur Münzgeldökonomie – und zeigen möchte, dass Kreditökonomien zu einer besseren Lebensqualität führen, spricht er im gesamten Kapitel mit großer Hochachtung über die positiven Aspekte und relativiert Gewalt systematisch. Weitere Beispiele folgen demselben Muster:
- Zwar gebe es häufig Kriege zwischen Dörfern um Frauen, doch diese seien nicht genozidal und daher nicht wirklich problematisch, zumal dafür innerhalb der Dörfer kaum Gewalt vorkommen würde.
- Es existiere Sklavenhaltung, doch auch diese sei weniger gravierend, da es sich nicht um Schuldsklaven aus der eigenen Gemeinschaft handle, sondern lediglich um Kriegsgefangene aus fremden Dörfern. Na dann.
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Kapitel 10, in welchem Graeber sich anstrengt, das Mittelalter in eine positive Schublade zu pressen
In anderen Kapiteln beschreibt Graeber durchaus nicht unüberzeugend den Zusammenhang zwischen der Einführung von Münzgeld, militärischen Feldzügen und Sklavenhandel. Da er jedoch Kreditgeld als positives Gegenmodell abgrenzen möchte, bemüht er sich auffallend stark, das Mittelalter als positives Gegenbeispiel zur Antike und zur Neuzeit darzustellen und nimmt dafür erhebliche moralische und analytische Verrenkungen in Kauf:
- Sklaverei:
Die Existenz grausamer Sklaverei ist eines der zentralen Argumente, mit denen Graeber Antike und Neuzeit in seine „schlechte“ Kategorie einordnet.
Nun wurden jedoch im islamischen Mittelalter - von dem er in höchsten Tönen spricht - über Jahrhunderte hinweg Millionen von Menschen in Afrika versklavt und gehandelt. Schätzungen sprechen von bis zu 17 Millionen Menschen, die verkauft wurden; die Zahl derjenigen, die bereits vor dem Weiterverkauf starben, würde wohl um ein Vielfaches höher liegen.
Während Graeber (zurecht!) die Verbrechen der Antike und der frühen Neuzeit in drastischer Sprache schildert, verharmlost er die Gewalt des mittelalterlichen islamischen Sklavenhandels auffallend. Anstatt die Gewalt des Sklavenhandels zu betonen, betont er hier lieber, dass Sklaven häufig lediglich im Haushalt tätig gewesen sind, und wohlhabende Menschen sich einfach mit ihnen geschmückt hätten was doch so viel besser wäre, als in der Landwirtschaft arbeiten zu müssen. (Dass Letzteres weniger aus Humanität als aus Vorsicht geschah (der blutige Zandsch-Aufstand, der hundertausenden von Muslimen das Leben gekostet hatte, hatte den Machthabenden gezeigt, dass großflächige Plantagensklaverei unverhältnismäßig riskant war) erwähnt er nicht).
Besonders baff war ich, dass der Militarismusgegner Graeber es nicht mal schafft sich zu einer scharfen Kritik dafür durchzuringen, dass extrem viele Sklaven im Militär für das Reich, das sie versklavt hat, kämpfen und sterben mussten. Auch an dieser Praxis betont er wieder hauptsächlich das Positive (Es sei halt militärstrategisch klug von den Herrschenden gewesen).
Zudem gerät die durchgehende Existenz von Sklaverei im Mittelalter erstaunlich schnell in Vergessenheit, wenn Graeber später von einem „return of slavery“ in der Neuzeit spricht
- Militärfinanzierung:
Graeber kritisiert Münzgeld vor allem mit dem Argument, es sei erfunden und verbreitet worden, um große stehende Heere zu finanzieren und militärische Expansion zu ermöglichen.
Gleichzeitig zeigt er sich begeistert vom mittelalterlichen China, das er tatsächlich als “antikapitalistisch“ beschreibt und dessen Regierung er dafür lobt, gegen den “Finanzkapitalismus“ buddhistischer Klöster vorgegangen zu sein. Besonders positiv bewertet er die Einführung von Papiergeld, da dieses - anders als Münzgeld - kreditbasiert gewesen sei, was für ihn ja ein Unterschied ums Ganze darstellt.
Unpraktisch ist nur: Dieses Papiergeld wurde von der Zentralregierung genutzt, um eines der größten stehenden Heere der damaligen Welt mit zeitweise über einer Million Soldaten zu finanzieren, um mit diesem soziale Unruhen und Aufstände niederzuschlagen sowie Kriege zu führen. Das passt schlecht in das Schema „Papier-/Kreditgeld = gut und friedlich“ und „Münzgeld = böse und kriegerisch“ und wird folgerichtig von Graeber einfach nicht wirklich thematisiert.
Stattdessen behauptet Graeber zur Stützung seines Narrativs einer friedlichen Kreditwirtschaft, einfach lapidar Kriege seien im Mittelalter insgesamt äußerst selten oder sogar „insignifikant“ gewesen - zumindest letzteres ist eine historisch nicht haltbare Verallgemeinerung.
- Profitlogik in der Marktwirtschaft?
Graeber kritisiert immer wieder profitorientierte Wirtschaft, die er an vielen Stellen mit Händlern assoziiert. Gleichzeitig idealisiert er jedoch Mittelalterliche Händler und Basare und argumentiert, Händler seien dort und damals nicht primär profitorientiert gewesen.
Dass Händler erheblichen Wohlstand anhäufen konnten - bis hin zum Besitz von mehreren Sklaven als reine Prestigeobjekte, wir erinnern uns - erklärt Graeber damit, sie hätten sich einen Profit als Entschädigung für ihr Risiko verdient (Also kommt der Profit durch die Hintertür doch ins Spiel).
Doch Profit als Anreiz Risiko einzugehen spielt doch auch im Kapitalismus eine ähnliche Rolle: Kapital wird eingesetzt, um Waren zu produzieren oder zu kaufen, in der Hoffnung, sie später gewinnbringend weiterzuverkaufen. Da es ein Risiko gibt dabei zu scheitern Waren gewinnbringend weiterzuverkaufen, wird niemand dieses Risiko auf sich nehmen, wenn nicht ein Profit als Lohn für die Entschädigung wartet, also ist das Ziel eines Händlers, wie eines Kapitalisten stets: G – W – G’
Graeber bestreitet dies in Bezug auf Händler (obwohl er an anderen Stellen doch die Offensichtlichkeit erkennt, dass Händler Profit machen) jedoch dutzende Male und behauptet, auf Basaren gehe es nicht um Profit, nicht um G – W – G’, sondern lediglich um den moralisch anständigen Austausch von Waren W – G – W.
- Reinvestition und Zirkulation
Graeber lobt am mittelalterlichen Handel, dass Geld nicht gehortet, sondern möglichst schnell reinvestiert worden sei, um die Zirkulation aufrechtzuerhalten.
Doch genau dieser Imperativ eingenommenes Geld nicht ruhen zu lassen, sondern permanent zu reinvestieren ist ein Wesenskern kapitalistischer Dynamik. Im Kontext des Kapitalismus kritisiert Graeber dieselbe Logik aber moralisch als Ausdruck des gierigen „Nie-genug-Habens“, als Unfähigkeit, sich jemals zufriedenzugeben.
Ist ständige Reinvestition nun moralisch lobenswert oder Ausdruck zerstörerischer Wachstumslogik? Die Bewertung scheint davon abzuhängen, in welche historische „Schublade“ das jeweilige Beispiel eingeordnet wird.
- Auch die Maßstäbe zur Bewertung von Gewalt und Lebensqualität wechseln ständig:
Er führt zum Beispiel als Indiz dafür, dass Kreditwirtschaft zu einem friedlichen Miteinander für an, dass es kaum innerdördliche Gewalt bei den Lele und Tivs gebe - die hohe Mordraten im auf Kreditwirtschaft aufgebauten europäischen Mittelalter bleiben hingegen unerwähnt.
Die Gewaltvolle Repressionen in Europa werden zwar erwäht jedoch sofort relativiert mit dem Hinweis, Europa sei im globalen Maßstab nur eine Randerscheinung und deshalb fallen diese global gesehen nicht ins Gewicht.
Wenn es jedoch darum geht, die gestiegene Lebensqualität hervorzuheben, ist es plötzlich egal das Europa nur eine Randerscheinung ist, sondern da ist dann die verbesserte Lage europäischer Bauern ein valides Argument, das ohne obige Einschränkung angeführt wird.
Ähnlich verhält es sich mit ökonomischen Praktiken: Wenn kapitalistische Eliten bevorzugt untereinander große Geschäfte zu bevorzugten Konditionen machen und so als Gruppe ihre Marktmacht sichern kritisiert Graeber dies als Monopolverteidigung und als ausbeuterisch. Wenn im Mittelalter islamische Händler große Geschäfte zu bevorzugten Konditionen bevorzugt mit vertrauten Partnern abwickeln und so ihre Monopolstellungen sichern und Konkurrenten vom Markt verdrängen, wird dasselbe Verhalten als „mutual aid“, vertrauensbasiert und angeblich nicht-profitorientiertes Verhalten gelobt, von dem wir noch heute lernen könnten.
Für Graebers Moralurteile scheint viel zu häufig nicht das Verhalten selbst scheint entscheidend, sondern die Schublade, in die er die Gesellschaft a priori eingeordnet hat.
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Es gäbe noch sehr viel mehr zu kritisieren und ebenso viel zu loben. Doch das Buch ist schlicht zu vielschichtig und umfangreich, um all das in eine Goodreads-Rezension zu pressen. Trotzdem noch eine kleine Auswahl weiterer, bislang nicht erwähnte Punkte:
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Positiv:
+ Das Buch zeigt eindrücklich die blutigen Gründungsverbrechen des Kapitalismus auf.
+ Besonders lesenswert sind neben Kapitel 2 auch die Kapitel 7 (zur Sklaverei) und 9 (zur klassischen Antike). Insbesondere die Passagen zur Entstehung von Schuldsklaverei sind sehr lehrreich.
+ Überzeugend ist die Demystifizierung des Staates als angeblich natürlicher Gegenspieler des Kapitals. Stattdessen zeigt Graeber - wenn auch stellenweise etwas unterkomplex -, dass Staat und Kapital historisch miteinander eng verwoben sind.
+ Sehr gelungen ist auch das Herausarbeiten, dass hinter dem scheinbar gewaltlosen kapitalistischen System stets eine latente Gewaltdrohung steht, die im Zweifel die Einhaltung seiner Regeln erzwingt.
+ Viele der historischen Anekdoten sind für sich genommen ausgesprochen spannend und lesenswert.
+ Zudem arbeitet Graeber überzeugend heraus, dass selbst in modernen Gesellschaften nicht alles von reiner Tauschlogik durchzogen ist, sondern selbstverständlich auch das existiert, was er „kommunistische“ Beziehungen nennt - also Formen gegenseitiger Hilfe ohne unmittelbare Gegenrechnung.
(Weitere Kritikpunkte sowie Zusammenfassung der beiden Schubladen in den Kommentaren)