Ein Partykeller in der Reihenhaussiedlung. Vier Jungs, die Bierpong spielen. Dann der durchgeknallte Einer von ihnen wird sich für den Rest der Nacht als Mädchen verkleiden. Und so ziehen sie los – ins «ChackaBum!», in die Disco am Stadtrand. Und Miguel, der nun Miguela ist, freundet sich in seiner neuen Rolle mit dem Jungsschwarm seiner Schule Candy. Ihr Fast-Ex sorgt schließlich dafür, dass eine scheinbar lustige Idee völlig außer Kontrolle gerät ... «Der Hamburger Schriftsteller Nils Mohl schreibt auf wunderbar dichte und sprachgewandte Weise von der Zeit der Jugend.» NDR Kultur
Jugendromane, also Romane die von der heutigen Jugend handeln sollen, sind für mich ein schwieriges Pflaster. Sind Jugendliche wirklich so wie in den Büchern dargestellt? Wann wirkt Jugendsprache echt, wann anbiedernd? Gibt es das überhaupt, eine heutige Jugend? Der erste Jugendroman, den ich im Rahmen eines Fernkurses lesen musste, war mir schlicht zu ernst und zu öde. Was für ein Elend da beschrieben wurde. Niemand war mir so richtig sympathisch. Trotz der vielen Perspektivwechsel und der sehr unterschiedlichen Charaktere blieb mir das Ganze sehr fern. Zum Glück bin ich nun über Mogel gestolpert. Hier fiel mir das Lesen nur leicht. Der Erzähler hatte mich gleich in der Tasche mit seiner ihm eigenen Sicht auf die Welt. Das Buch ist witzig geschrieben und es flutscht wunderschön. Die Prämisse ist originell, und ein Thema, dass mir nah ist. Und mir hat sogar der unrealistische Teil der Handlung bestens gefallen. Wenn Jugendromane so ausgehen, dann passen sie auch für mich.
Im Roman, beschreibt Miguel dem Leser den Ablauf des Abends wie in einem Gespräch. Die Geschichte ist sehr lebhaft und umgangssprachlich geschrieben. Man fiebert mit Miguel mit: Wird seine Verkleidung auffliegen? Lässt er die Sachen überhaupt bis Mitternacht an? Wie weit wird er als Frau gehen? Lustige Situationen, wie zum Beispiel Bagger-Versuche von anderen Jungs und eine Verirrung auf das Männerklo bleiben an diesem Abend natürlich nicht aus. Trotzdem plätschert das Geschehen nicht nur vor sich hin, sondern hat einen ganz klaren Spannungsverlauf, der sich vor allem um Candy und Henning dreht. Mein Fazit: Ein spannender und lustiger Roman, der vielleicht ein bisschen mit den Klischees der Frauen- und Männerwelt jongliert.