Die schrägen, schönen, klugen Texte von Felicia Zeller über die Schieflagen des Lebens, des Alltags, der Gegenwart, des Kunstschaffens und des Nichtstuns.2008, als Felicia Zeller für ihr Erfolgsstück "Kaspar Häuser Meer" den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage bekam und sich damit landauf und landab einen festen Platz in den Spielplänen eroberte, erschien auch ihr Prosadebüt "Einsam lehnen am Bekannten". In den Geschichten darin definiert sie unter anderem Kampftrinken neu, erwägt Kinderreichtum als alternative Lebensform, liest Schnitzler im Café, predigt in Kneipen, sucht die Ruhe, wird beinahe überfahren und bemüht sich, den Ansprüchen an eine große Dichterin gerecht zu werden. Ihr schwäbisch-berlinisch-phantastisch-analysierender Erzählstil ist dabei voller überraschender, witziger Wendungen, und sie erhielt dafür 2009 den Clemens-Brentano-Preis. In der erweiterten Fassung sind Felicia Zellers ungewöhnliche Texte nun auch als E-Book erhältlich.
Felicia Zeller, geboren 1970 in Stuttgart, ist nicht nur eine der gefragten jungen Dramatikerinnen des deutschsprachigen Raums, sie ist auch Ärztin der „Landessexklinik Baden-Württemberg“, entwickelt Kurzfilme und macht aus ihren Lesungen wunderbar abgedrehte Performances. Spätestens seit dem großen Erfolg ihres metadokumentarisch-schrägen Bühnenwerks „Bier für Frauen“ (2002) gehört ihre Arbeit zu den bedeutendsten Erscheinungen des deutschen Theaters. Ihr preisgekröntes Stück „Kaspar Häuser Meer“, eine Untersuchung der Jugendsozialarbeiterpsyche mit den typisch zellerschen Mitteln der Groteske, entwickelte sich zum Nachspielschlager und lief bisher bereits u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Wiener Burgtheater und am Maxim Gorki Theater Berlin. Für ihr Prosadebüt „Einsam lehnen am Bekannten“ hat Felicia Zeller den Clemens-Brentano-Preis 2009 erhalten.