In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe. Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?
Das Thema des Buches ist so fesselnd wie ungeheuerlich: irgendwo in Deutschland leben Menschen in Reservaten. Abgeschlossen von jeglicher Zivilisation und strikt getrennt in Männer- und Frauenreservate, unwissend dass es das andere Geschlecht überhaupt gibt, werden sie von Geburt an nach absolut unglaublichen Lehren erzogen. Sie kennen nur ein einfaches Leben und ihre Arbeit für die sogenannten angeblichen Götter, die in Wahrheit ganz normale Menschen sind, die lediglich ihre Machtposition auf perfide Art und Weise ausnutzen. Eines Tages gelingt es Agnes zu fliehen und nach und nach enthüllt sich das ganze unmenschliche Grauen der Herrschaft der "Götter".
Das ganze Buch lang war ich hin- und hergerissen zwischen unglaublicher Spannung und ungläubigem Kopfschütteln. Es war absolut faszinierend, Agnes bei ihrer Begegnung mit der Zivilisation zu begleiten, zu beobachten wie sie für uns ganz selbstverständliche Dinge zum ersten Mal in ihrem Leben entdeckt und lernt. Andererseits gab es des öfteren Stellen, an denen ich innerlich den Kopf schütteln musste, weil mir die beschriebene Szene einfach viel zu naiv vorkam.
Gegen Ende nimmt die Geschichte dann ordentlich Fahrt auf und es kommt zu einem durchaus actiongeladenen Höhepunkt, der aber teilweise konstruiert wirkt. Der Schluss flaut dagegen wieder stark ab und kam mir persönlich ein wenig zu lang vor.
Die Charaktere wirkten zum Teil etwas lieblos gezeichnet und trotz der "Wandlung" von Clemens sehr schwarz-weiß. Allein die eindringliche und lebendige Darstellung von Agnes konnte mich überzeugen.
Insgesamt eine durchaus interessante Story, deren Stil aber durchaus gewöhnungsbedürftig ist und auch nicht immer meinen Geschmack traf. Ein auf diesem Roman basierendes Fernsehspiel kann ich mir aber als durchaus erfolgreich vorstellen.
Sekten, Versklavung von Säugling an und dann Flucht und das langsame Finden zu Gemeinschaft und erster Berührung mit der "normalen Gesellschaft".
Einerseits liest das Buch sich gut - man möchte wie der Kartoffelhändler erfahren, was es mit den Fremden auf sich hat, die mitten in Deutschland so altertümlich sprechen und keinerlei Erfahrung mit Alltagsdingen haben.
Andererseits macht der Autor durch die chronologisch chaotische Erzählweise der unterschiedlichen Erzählstränge das Lesen anstrengend und durch die Wiederholungen der gleichen Begebenheiten aus verschiedenen Perspektiven eintönig. Die Umschreibung von Tieren, Pflanzen und Gegenständen ist am Anfang eine griffige Idee, wird aber zunehmend zu einer Marotte, bei der ich mir nicht immer die Mühe machen wollte, zu überlegen, was gemeint sein könne. Das schnelle Lesenlernen aus der Kinderfibel wirkt ähnlich utopisch wie die Idee, dass mitten in Deutschland über Jahrzehnte 4 derartige Reservate unentdeckt existieren könnten.
Einerseits ist die Situation sowohl in der Sekte als auch in den Reservaten überzeugend in der Struktur, andererseits haben unsere beiden Flüchtlinge beim Überleben überdurchschnittlich viel Talent und Glück um ihre kleine Gemeinschaft erfolgreich aufzubauen.
Das Buch ist interessant zu lesen, einiges über die Strukturen von Unterdrückung und Versklavung sind bedenkenswert, doch man sollte die Geschichte nicht zu sehr auf mögliche Realität abklopfen.
Insgesamt ein Lesevergnügen, das etwas besser als Durchschnitt gefallen hat.
Die Charaktere im Buch sind interessant und vielgliedrig. Gerade die Entwicklungen von Agnes und Günter ist aufgrund ihrer Herkunft besonders spannend. Jedoch wirken diese gerade bei Agnes manchmal etwas zu phantastisch und schießen etwas über das Ziel hinaus, z. B. in welchem Tempo sie sich das Lesen beibringt und sich alles erschließt.
Der Plot ist anfangs spannend, verliert aber leider etwas an Schwung als es um die Aufdeckung des Ganzen geht. Paradoxerweiser nimmt die erzählte Zeit dabei erheblich zu und verliert dabei leider an Intensität. Was zwischendurch etwas anstrengend war, waren die teilweisen doppelten Erzählungen.
Die Prämisse bietet sehr viel Möglichkeiten, aber irgendwie fühlte es sich zu gedrängt an. Außerdem bin ich gerade mit dem Ende nicht zufrieden. Genauer beschreiben kann ich es nicht, da ich nicht zu viel spoilern möchte, aber ich bin nicht mit einem besonders guten Gefühl aus dem Buch gegangen.
Insgesamt ist vielleicht noch anzumerken, dass ich die zweite Auflage gelesen habe und dort noch viel zu viele Rechtschreibfehler drin waren (und damit meine ich nicht den Gebrauch des Altdeutschen...). Vielleicht sollte hier bei der nächsten Auflage nochmal explizit nachgesteuert werden.
Ansonsten hat mir das Buch Spaß gemacht. Es gibt interessante Denkanstöße. Ich bin gespannt auf das nächste.
Von diesem Autor habe ich noch kein Buch gelesen.Das düstere Cover sowie der Klappentext haben mich auf diesen Roman aufmerksam gemacht. Es ist einfach unfassbar,was die Protagonisten Agnes und Günther in Rückblicken zu erzählen haben.Wenn die beiden zu Wort kommen ,mutet die Sprache altmodisch an .Trotzdem ist der Schreibstil des Autors flüssig und ich bin gut in diese Geschichte gekommen. Auf ihrer Flucht lernen sie mit ihrem Wissen und handwerklichen Fähigkeiten zu überleben.Agnes hat autodidaktische Fähigkeiten und kann ihr Wissen in die Praxis umsetzen.Davon profitiert auch Günther. Später gesellt sich Clemens dazu ,der die beiden nach bestem Wissen unterstützt. Der Plot ist durchgehend spannend und ich ziehe Vergleiche zur vorliegenden Geschichte.Ich kann mir das Geschehen in unserer Welt auch gut vorstellen. Fazit :Eine Dystopie,die zum nachdenken anregt.
Vielen Dank an Wiebers Verlag und Net-Galley für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars.
Reservate mitten in Deutschland und keiner merkt etwas.
Interessante und spannende Thematik. Wie weit kann man Menschen doch beeinflussen wenn man ihnen seit ihrer Geburt bestimmte Regeln und Glaubenssätze vorgibt.
Autor: Geboren 1949 im Taunus. Arzt für Allgemeinmedizin und Psychiatrie mit 20-jähriger Praxiserfahrung in Berlin- Neukölln. Er begann in seinen Jugendjahren zu schreiben. Erste Veröffentlichungen 1979 »Da läuft was aus« als SelfPublisher und 2011, »Abenteuermond« – ein Kinder-Science Fiction. Bei Kindle bisher erscheinen: »Oktan«, »Das Licht«, »Million Dollar Jucken« und »Glückwunsch zum Geburtstag, Zombie«. Will Hofmann ist inspiriert von Edgar Alan Poe, Guy de Maupassant, Stanislaw Lem und vielen anderen, also von den Bereichen Grusel, Fantasy und Science Fiction. Seine Werke lassen sich deshalb diesen Genres zuordnen. Daneben entstanden zahlreiche Skripts für den Unterricht an Kranken- und Altenpflege-schulen sowie Info-Broschüren zu unterschiedlichen medizinischen Themen für Patienten. Durch seine wissenschaftliche Ausbildung und pädagogische Praxis vermag es Will Hofmann, komplexe Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Die fantastischen Theorien in den Romanen wirken glaubhaft, nachvollziehbar und geben den Geschichten ihren besonderen Reiz. (Quelle: Fabulus)
Agnes beginnt alles zu hinterfragen, was Sie im Reservat gelernt und gesagt bekommen hat. Sie untersucht Mäuse auf Ihre inneren Organe und Ihre Fortpflanzung. Als Sie eines Tages aus dem Reservat in die Freiheit flieht, muss Sie sich alleine zurechtfinden. Eines Tages macht Sie dabei Bekanntschaft mit Günther, der ebenfalls aus seinem Reservat geflohen ist.
Das Buch besteht lediglich aus 4 Kapiteln. Die Kapitelangabe erfolgt durch eine Überschrift, die auf die rechte Seite gedruckt ist (lediglich das erste Kapitel hat eine Zeitangabe). Die langen Kapitel sind jedoch nochmals in Absätze unterteilt, die durch 3 Sternchen voneinander getrennt werden. Mit jedem Absatz wechselt auch die Handlung. Durch die teilweise vielen Wechsel, wird der Leser jedoch recht schnell verwirrt und kann den verschiedenen Handlungen schwerer folgen. Gefördert wird diese Verwirrung durch die Tatsache, dass man sofort in die Handlung geworfen wird und erst im Laufe des Buches, nach und nach erfährt, worum es eigentlich in dem Buch geht. Da kann der Leser sich schon etwas allein gelassen fühlen. Hier hätte ich mir eine kleine Einführung zu Beginn des Buches gewünscht. Wir werden beim Lesen auf teilweise skurrile Rechtschreibung und Wörter treffen, diese passen aber perfekt zur Handlung und sorgen dafür, dass man sich in die Handlung einfinden kann. Zu jeder Zeit weiß der Leser aber, was die Charaktere sagen wollen bzw. welche Gegenstände sie umschreiben. Aber auch in diesen Situationen sehen wir eine Entwicklung im Laufe der Story. Zu Beginn ist der Wortschatz der Charaktere noch recht klein, zum Ende hingegen haben sie schon deutlich mehr gelernt. Hier taucht aber das nächste Problem auf, denn es ist wirklich schwer die Zeitspanne der Handlung zu erkennen. Es wird zwar teilweise erzähl,t wie viele Jahre vergangen sind, jedoch hilft das dem Leser kaum zum Folgen der Handlung. Anmerkung: Da mir das bei diesem Buch wieder auffällt, wollte ich dies kurz erwähnen. Auf de Homepage steht 444 Seiten, jedoch hat meine Ausgabe gerade mal 400 Seiten. Ich weiß nicht ob es sich dabei um einen Fehler handelt, aber anmerken wollte ich es trotzdem. Dies ist aber in keinster Weise in die Bewertung geflossen.
Cover: Das Hardcover des Buches ist vorne weiß und wird auf der Rückseite schwarz. Wir sehen über dem Autorennamen einen leicht unscharfen Helikopter. Diese Helikopter tauchen auch im Buch auf. Außerdem sehen wir auf der linken Seite noch etwas Stacheldraht. Vermutlich handelt es sich hierbei, um die Oberkante eines der im Buch auftauchenden Reservate. Die Seiten des Buches sind außen, mit einer leicht grauen Farbe bemalt. Besonders gefällt mir, dass das Buch ein Lesezeichen enthält.
Fazit: Das Buch verfolgt eine Spannende Idee, die jedoch besser hätte erzählt werden können. Leider erfüllt das Buch nicht das, was man erhofft zu bekommen. Wer jedoch kleine Abstriche machen kann und bereit ist dafür fast 20 Euro zu bezahlen, bekommt schon gute Unterhaltung geboten. Von mir gibt es 3/5 Sterne.
Klappentext: In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe. Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen? (Quelle: Fabulus)
Autor: Will Hofmann Titel: Götter Verlag: Fabulus - Verlag Genre: Roman Seiten: 444 Preis: 19,95 ISBN: 978-3-944788-19-7
Ich habe, wie schon bei einigen Büchern zuvor, vom Fabulus-Verlag Post bekommen und mich riesig gefreut, denn mein heiß ersehntes Buch war endlich angekommen: Götter!
Das Cover des Science-Fiction Romans hat mich von Anfang an angesprochen. Zu sehen ist ein, an manchen Stellen unscharf abgebildeter, Stacheldrahtzaun, welcher sich über die linke Seite des Covers erstreckt. Im rechten, oberen Teil des Covers ist ein Helikopter, welcher jedoch auch leicht verzerrt zu erkennen ist. Der Hintergrund ist in gräulichen Tönen gehalten und das ganze Geschehen wirkt beängstigend und farblos. Sobald man den Klappentext gelesen hat, kann man sich sehr gut erklären, warum das Cover so gestaltet ist, wie es oben zu sehen ist. Das Buch ist kein Zuckerschlecken!
Die Geschichte des Buches ist so schön beschrieben und so komplex, dass ich Seiten mit dessen Erklärung füllen könnte, jedoch möchte ich mich hier auf das Wesentliche beschränken. Es geht um vier geheim gehaltene Reservate, welche sich in Deutschland befinden und von so genannten "Göttern" beherrscht werden. Das Leben für die Männer und Frauen in diesen Lagern ist furchtbar: Sie werden wie Sklaven behandelt und sexuell genötigt und missbraucht. Ebenso haben die Götter die Macht darüber zu entscheiden, ob und wer stirbt, ohne jeglichen Grund. Das ist gewissermaßen die Hölle auf Erden. Agnes und Günter kennen sich nicht, sind aber beide den Göttern entflohen. Beide sind zuerst geschockt, da sie noch nicht einmal vom anderen Geschlecht wussten. Die beiden müssen sich nicht nur an das "neue Leben" gewöhnen, sondern auch mit ihrer Vergangenheit zu Recht kommen. Manche Menschen würden sich nach solchen Erlebnissen in ihrem Bett verkriechen und nie wieder herauskommen, doch in den beiden brodelt es. Sie möchten die Ungerechtigkeit stoppen und die Götter ein für alle mal vernichten. Ob ihnen das gelingt, müsst Ihr selbst herausfinden :-)
Die Hauptpersonen sind, wie oben schon beschrieben, Agnes und Günther. Beide sind, wie ich finde, starke Persönlichkeiten, mit welchen man von Anfang bis Ende sympathisiert, da man alles über ihr Schicksal erfährt und sich vor ihrem Mut, den Göttern entgegen zu treten, verneigen möchte. Das komplette Gegenteil der beiden sind die vermeintlichen Götter, sie erscheinen unnahbar und der Leser kann sich ihnen in keiner Weise annähern, aber genauso wenig kann man ihr Handeln nachvollziehen. Zusammenfassend kann man bei diesem Punkt sagen, dass die Personen, zumindest einige von ihnen, starke Charaktere sind, die sich in das Gedächtnis des Lesers prägen.
Der Schreibstil ist, was man meist unter "ideal" versteht, zumindest wenn es sich um Freizeitlektüre handelt. Keine zu abstrakten Begriffe, ein angenehmer Schreibstil und trotzdem versinkt der Leser durch ausführliche Beschreibungen und zusammenhängende Gedankengänge, völlig im Geschehen.
Während ich das Buch gelesen habe, hatte ich die ganze Zeit über einen Gedanken, der mich auch nachts plagte: Ist eine Situation, wie diese, in Deutschland möglich? Es scheint irreal und fast zu schwer zu ertragen, aber dennoch wird es jeden, der sich dafür entscheidet, das Buch zu lesen, einige Tage, womöglich sogar Wochen, beschäftigen.
Fazit:
"Götter" ist ein einzigartiger Roman, der nicht nur von den tollen Ideen des Autors, sondern auch von den kleinen Details (z.B. werden sogar, so genannte Göttergaben eingeführt) und der überzeugenden Charaktere lebt. Selten war ich so gefesselt! Mein großer Dank geht an dieser Stelle an Frau Grützner, Herrn Will Hofmann und den Fabulus-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Erste Sätze Die Frau fiel ihm sofort ins Auge. Clemens Röder wollte sich drei Dosen Sauerkraut kaufen.
Klappentext In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe. Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?
Meine Meinung Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und berichtet aus der Sicht verschiedener Personen, allen voran Agnes. Agnes ist eine junge Frau, die in den Reservaten lebt. Sie weiß nicht viel von Menschen und von der Welt. In ihrer Welt gibt es nur Frauen, Götter und die Arbeit. Aber sie ist zu neugierig, um nicht geheime Studien zu unternehmen, die ihre Welt in Frage stellt. Als es ihr gelingt zu fliehen, lernt sie die wirkliche Welt kennen, auch wenn sie die korrekte Bezeichnung von allem nicht kennt. Sie ist klug, lernfähig und engagiert. Agnes kämpft um ihr Überleben und versucht das Beste aus der Situation zu machen, auch wenn es tief in ihr drinnen nach Rache dürstet, dass die Götter ihnen und den Anderen in den Reservaten die Wahrheit vorenthalten und sie ausbeuten. Ich konnte mich ganz gut in sie hineinversetzen und fand ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehbar.
Die Geschichte an sich ist spannend, dramatisch und emotional. Sie konnte mich irgendwie nie wirklich fesseln und mitreißen, auch wenn sie einige interessante Ansätze und Ideen bietet. An manchen Stellen war für mich die Geschichte ein wenig zu sehr in die Länge gezogen, auch wenn es irgendwo realistisch war, dass Agnes nicht alles von heute auf morgen kennenlernt. Aber ich hätte mir gewünscht, dass der Autor mehr Tempo und Spannung in die Geschichte hineinbringt. Es gibt mehr oder weniger überraschende Wendungen und Entwicklungen, da es an manchen Stellen doch recht vorhersehbar war, was als nächstes passiert. Der Schreibstil des Autors war angenehm und flüssig zu lesen, auch wenn dieser und die Wahl der Perspektive eine gewisse Distanz zu den Charakteren aufgebaut hat.
Bewertung Eine Geschichte mit einer interessanten Idee, die mit einer anderen Perspektive und mehr Tempo deutlich besser in der Umsetzung gewesen wäre, daher gibt es von mir
Deutschland in der Zukunft: in 4 voneinander getrennten Reservaten werden Männer und Frauen als Sklaven unter widrigsten Bedingungen gehalten, kaum mit Bildung, dafür mit Angst versorgt. Agnes gelingt die Flucht aus einem dieser Reservate. In den Wäldern schlägt sie sich durch. Bis sie auf Gunther trifft. Sie muss erkennen, dass es nicht nur Frauen auf der Welt gibt. Welche Geheimnisse gibt es noch?
„Götter“ war mein erster Roman von Will Hofmann und hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Die Idee zum Buch klang sehr spannend, jedoch ist die Umsetzung in weiten Teilen nicht so mitreißend, wie ich es erhofft hatte.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei bekommt man sowohl einen Einblick in das Leben in den Reservaten als auch in das scheinbar normale Leben außerhalb. Interessant dabei war für mich, dass in den Reservaten die Zeit stehen geblieben scheint. So sprechen und agieren die Gefangenen wie im Mittelalter, werden von den Göttern mit ungenügender Bildung versorgt und bekommen von einem für uns normalen Alltag überhaupt nichts mit. Das hat mich fasziniert und auch erschrocken zurückgelassen. Denn Will Hofmann zeigt hier mit einem guten Blick auf, wie schnell und heftig Macht missbraucht werden kann.
Mit den Figuren, vor allem mit Agnes und Gunther wurde ich leider so gar nicht warm. Durch ihre doch starke Weltfremdheit blieben sie mir emotional fremd und ich konnte mich nicht mit ihnen identifizieren. Auch der fehlende Bildungsgrad und die damit einhergehende Kindlichkeit waren für mich Punkte, die zwar die Charaktere glaubhaft machten, für mich aber eine große Anstrengung beim Lesen darstellten. Hier hätte ich mir etwas mehr Lockerheit gewünscht, auch wenn dadurch ein Teil der Glaubwürdigkeit flöten gegangen wäre.
Die Story an sich ist gut und überzeugend erzählt. In den einzelnen Kapiteln wechselt man immer wieder zwischen verschiedenen Begebenheiten in und außerhalb des Reservates, was mir sehr gut gefallen hat. Der Verlauf des Romans hätte für mich an manchen Stellen kompakter und somit spannender sein können. Insgesamt ist das Werk von Will Hofmann zwar gut zu lesen, aber nichts, was mich komplett in den Bann gezogen hat.
Der Stil des Autors ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, schnörkellos und seinen Figuren angepasst. So berichtet er in einfachen Worten, wenn der Leser Agnes begleitet und wechselt seinen Stil, wenn man wieder in der „normalen“ Welt ist.
Fazit: Die Götter haben mich nicht vollends überzeugt. Schade!
Als Agnes und Günther sich in der Wildnis treffen, stellen sie fest, dass sie beide jahrelang in getrennten Reservaten aufgewachsen sind. Hermetisch von der Welt abgeriegelt, war das Wissen gering und die Menschen von den sogenannten Göttern abhängig, welche Nahrung, Medikament und selbst die Kinder bereitstellten. Als Agnes sowie Günther kam dies jedoch komisch vor und beiden gelang die Flucht. Zusammen entdecken die das Leben neu sowie die Liebe. Und auch gemeinsam entdecken sie die grausame Wahrheit hinter diesen Göttern.
Das Buch bietet eine spannende Story und nimmt den Leser mit auf die Erfahrung, dieses neue Leben noch einmal zu entdecken. Dabei sind einige gute Beschreibungen und Situationen entstanden, jedoch wurde besonders am Anfang vieles doch etwas zu ausführlich dargestellt. Agnes und Günther sind als Personen ganz gut getroffen, aber so eine wirkliche Verbindung wollte nicht auskommen, sodass man den Emotionen doch meist etwas fern blieb. Spannung kam über lange Zeit nicht wirklich auf sondern man folgte der Handlung eher als einem Bericht. Einzig am Ende nahm das Geschehen Fahrt auf und hier hätten es ruhig ein paar mehr Details sein dürfen. Der Schreibstil ist jedoch trotz einiger Längen angenehm und gut zu lesen, nach dem man sich erst einmal an ihn gewöhnt hatte. Klar und prägnant werden viele Ideen und erschreckende Vorstellungen präsentiert, die unterhalten und zudem zum Nachdenken anregen.
Trotz einiger Längen weiß das Buch zu unterhalten und zeigt ganz klar einige erschreckende Visionen, welche etwas länger Beschäftigen.