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Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte

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Was passiert, wenn F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Dorothy Parker und Pablo Picasso ihren Sommerurlaub in einem südfranzösischen Fischerdorf verbringen?

Der Champagner fließt in Strömen, Eifersucht und Neid brodeln und die wilden Partys enden immer öfter im Exzess. Ausgerechnet Fitzgerald, dem Chronisten der Goldenen Zwanziger, wird dieser Sommer zum Verhängnis.

März 1926 in Juan-les-Pins, Südfrankreich: F. Scott Fitzgerald steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Im Vorjahr ist sein Roman Der große Gatsby erschienen, nun läuft das Stück mit großem Erfolg am Broadway, auch eine Filmanfrage aus Hollywood steht in Aussicht. Hier, an der Côte d’Azur, nimmt er die Arbeit an seinem nächsten Buch auf, mit dem er endgültig zum größten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart avancieren will.

168 pages, Hardcover

Published March 1, 2016

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Emily Walton

27 books3 followers

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Profile Image for JoBerlin.
359 reviews40 followers
March 11, 2016

“Show me a hero and I'll write you a tragedy” – ist ein berühmtes Zitat F.Scott Fitzgeralds. Was ist damit gemeint?
1. Hinter jedem strahlenden Helden verbirgt sich eine Tragödie.
2. Gib mir ein Thema und ich schreibe dir eine Geschichte dazu.

Beides könnte stimmen, beide Motive finden sich in Emily Waltons Buch „ Der Sommer, in dem F.Scott Fitzgerald beinahe eine Kellner zersägte“
Diese romanhafte Biografie mit dem – wie ich finde – nicht sehr glücklichen Titel, bezieht sich jedoch nicht nur auf Fitzgerald, es ist vielmehr die Biografie eines Lebensgefühls der Sommer in Südfrankreich, Cap d’Antibes.

Bei Sara und Gerald Murphy treffen sich Künstler, Schriftsteller, Literaten, wie z.B. Ernest Hemingway, Cole Porter, Pablo Picasso und F.Scott Fitzgerald, die Ehepartner und Kinder sind dabei, man ist an Stränden und in Villen en famille. Scott will sich vom anstrengenden Bohème-Leben in Paris erholen, kein Alkohol und keine wilden Parties sollen ihn ablenken, er will , er muss schreiben, denn das Geld ist knapp. Ein großer Roman soll es werden, sein endgültiger Durchbruch als namhafter Schriftsteller. Doch es sollen noch Jahre vergehen, bis “Tender is the night” veröffentlicht wird, denn F. Scott Fitzgerald ist alkoholkrank und nutzt jede Gelegenheit zum Trinken. Und natürlich wird auch jede Party der Murphys besucht. Gerald Murphy, ein wunderbarer Maler, und seine Frau Sara suchen mit diesen zwanglosen get-togethers das intellektuelle Gespräch, den Austausch mit Künstlerfreunden - der meist betrunkene Scott kann da nicht mithalten. Als Ernest Hemingway, ein aufstrebender neuer Autor mit unbändiger Vitalität und wachem Geist in Juan-les-Pins auftaucht und schnell zum Liebling der Murphys avanciert, muss sich Fitzgerald mit immer neuen kindischen Eskapaden in Szene setzen. Zitat Walton: „ Nun erkennt seine Umwelt den völligen Kontrollverlust und die Orientierungslosigkeit“. Ruhe und Konzentration findet er jedenfalls nicht, setzt er sich mal an den Schreibtisch erscheint seine kapriziöse Ehefrau Zelda und beansprucht Aufmerksamkeit. Hemingway sagt: zitiert nach Carlos Bakers Biografie „Ernest Hemingway - a life story” : “Instead of thinking Zelda a possible good influence … for Scott, I think 90% of all the trouble he has comes from her...I often wonder if he would not have been the best writer we've ever had or likely to have if he hadn't been married to someone that would make him waste everything" (aus Carlos Baker „Ernest Hemingway - a life story”).
Zwar rivalisieren die “Kollegen Schriftsteller” auch um die Kunst des Scribner’s Sons Lektors Maxwell Perkins, doch bleiben sie Freunde und sind stets aufs Urteil des anderen erpicht. Sie senden sich häufig Briefe und Manuskripte.

Emily Walton schildert die Geschehnisse des Sommers 1926 einfühlsam und in klarer Sprache, für Fans der oben genannten Personen ergeben sich jedoch keine neuen Erkenntnisse, zu eng bleibt die Autorin an ihren Quellen verhaftet (dazu dürften „Paris, ein Fest fürs Leben“, der Briefwechsel Hemingway – Fitzgerald und Amanda Vaills „Everybody was so young“ ) gehören, für Einsteiger hingegen ist dieses Buch hervorragend geeignet, ist es doch ein Schatzkästchen, randvoll mit Literatur-und Reisetipps und vielen Anregungen für eigene Recherchen.
Profile Image for Susanne Pichler.
60 reviews7 followers
March 14, 2016
Dieses Buch ist ein Juwel!

Das wäre kurz gefasst meine Rezension zu Emily Waltons "Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte". Hauptfigur in diesem Roman ist der titelgebende F. Scott Fitzgerald. Im Jahre 1926 ist er mit seiner Frau Zelda und ihrer kleinen Tochter Scottie schon einige Zeit in Frankreich. In diesem Sommer nun will er den Roman schreiben, der ihn als besten Schriftsteller Amerikas etabliert. Zu diesem Zweck übersiedelt die Familie von Paris nach Juan-les-Pins, einen kleinen Küstenort. Ohne die Ablenkungen durch Partys, zügellose Feiern und Alkohol, ist sich Fitzgerald sicher, im Herbst seinem Verleger ein wahres Meisterwerk überreichen zu können.
Juan-les-Pins scheint der ideale Ort dafür zu sein. Sara und Gerald Murphy, ein reiches amerikanisches Ehepaar, Freunde der Fitzgeralds, hat sich dort ein privates Reich erschaffen. Die angesagtesten Künstler dieser Zeit sind bei ihnen willkommen und verbringen regelmäßig ihre Zeit dort. Archibald und Ada MacLeish, Ernest Hemingway, Pablo Picasso und Dorothy Parker gehören ihrem exklusiven, aber erstaunlich umgänglichen Kreis an. Doch genau jener Kreis an starken Persönlichkeiten wirft Fitzgerald aus der Bahn. Er kann nur glücklich und zufreiden sein, wenn er der absolute Mittelpunkt jeder Gesellschaft ist. Ist er das nicht, gibt er sich ungehemmt dem Alkohol hin, wird unausstehlich und neigt zu groben Streichen. Mit dem Fortschreiten des Sommers, in dem sich auch Zeldas Gesundheit ständig verschlechtert, stockt auch mehr und mehr sein literarisches Schaffen. Bis es schließlich ganz zum Erliegen kommt.

Emily Walton erzählt leicht und flüssig. Mit wenigen Sätzen charakterisiert sie diese unsterblichen Persönlichkeiten, zeichnet sie eine ganze Epoche. Die besondere Stimmung unter den "Expats" im Frankreich der 20er Jahre fängt sie gekonnt ein. Obwohl das Buch nur 168 Seiten hat, sein einziger Fehler übrigens, es hätte gerne noch sehr viel länger sein dürfen, kann man nach der Lektüre ein aussagekräftiges und komplexes Porträt Fitzgeralds gestalten. Die gesamte Lektüre ist ein wahrer Genuss. Emily Walton schürt auch den Wunsch, wieder in den Werken dieser legendären Schriftsteller zu lesen. Ihr Schreibstil hat mich stark an Edith Wharton und Sybille Bedford erinnert. All diesen Schrfitstellerinnen ist gemein, dass sie eine Epoche, ihr Flair und ihre Stimmung mühelos vermitteln können.

Für "Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte" kann man nur eine bedingungslose und euphorische Leseempfehlung aussprechen!
Profile Image for Noah.
552 reviews76 followers
October 6, 2025
Ein Sommer in Juan-les-Pines. F. Scott Fitzgerald ist eifersüchtig auf seinen Schützling, hat eine Schreibblockade und betrinkt sich stattdessen und macht Unfug. Das ganze ist gut recherchiert und gut geschrieben aber leider wird nicht klar, warum sich die Autorin gerade diesem recht belanglosen Kapitel des Zeitgeschehens gewidmet hat.
Profile Image for Daniela.
470 reviews39 followers
July 29, 2016
Das ist kein Roman, sondern ein Sachbuch, eine Art literarische Biografie - das muss von Anfang an klar sein. Aber auch ein Sachbuch sollte man idealerweise so schreiben, dass es den Leser fesselt und eintauchen lässt in das Leben der gewählten Figur, in diesem Fall F. Scott Fitzgerald. Leider ist das hier nicht gelungen. Der Stil ist eher trocken und spröde, er lässt den Leser nicht mitfühlen, sondern bleibt nüchtern und wirkt unterkühlt.

Das große Problem scheint mir aber folgendes zu sein: Die Autorin kann sich offensichtlich nicht entscheiden, worauf sie ihr Hauptaugenmerk legen will - auf den berühmten Autor oder auf die Epoche, die Goldenen Zwanziger Jahre, speziell den Sommer 1926 in Südfrankreich. Daran krankt der gesamte Text - einerseits möchte sich Walton auf Fitzgerald konzentrieren und dem Leser seine Persönlichkeit näher bringen, andererseits rückt sie auch seine Freunde ins Zentrum des Textes, die Murphys, Hemingway, ... Der Text girrt zwischen Fitzgerald und den anderen hin und her, und am Ende konnte man sich keinem von ihnen so richtig annähern.

Auch der Titel zeugt von diesem Dilemma. Einerseits soll der Sommer 1926 im Mittelpunkt stehen, andererseits F. Scott Fitzgerald und seine Eskapaden. Doch der titelgebende Kellner, der da beinah zersägt wird, ist bei weitem nicht die zentrale Geschichte jenes Sommers, die der Titel suggeriert. Nein, vielmehr ist diese Episode nur eine von vielen, vielen Nebenhandlungen, die den Text recht zerfahren wirken lassen.

Dazu kommt noch, dass die Autorin häufig sehr (ab-)wertend über Fitzgerald urteilt, dann jedoch wieder einen neutralen Standpunkt einnehmen möchte.

Conclusio: Ein Text, der zwar ein sehr interessantes Thema aufgreift, in dem aber vieles nicht stimmig ist.
Profile Image for Daniel.
641 reviews52 followers
December 25, 2016
Ich wusste nichts über F. Scott Fitzgerald. Keine Ahnung, woran das genau liegt - als Buchhändler weiß ich über die meisten großen Literaten des 20. Jahrhunderts zumindest ein paar kleine Details. Über Fitzgerald wusste ich nichts; sieht man einmal von einer kleinen Anzahl Romane ab, die er geschrieben und ich verkauft habe.

Dass er ein derart unerträglicher Mann war, wie ihn Emily Walton in ihrem Buch beschreibt, war mir also völlig neu. Gut ... Alkoholexzesse sind nicht wirklich neu in der Welt der Schönen und Reichen. Auch Drogen, Sex und wilde Musik gehören stets dazu. Mir war bloß bisher noch nicht bewusst wie tief der Schöpfer des großen Gatsby selbst in diesem Sumpf steckte. Obwohl es mich eigentlich nicht hätte überraschen sollen.

Was mich dabei übrigens auch überrascht hat war, dass es sich bei "Der Sommer in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte" nicht um eine locker-flockige Komödie mit dem Jazz-Chronisten in der Hauptrolle handelte. Vielmehr ist es eine art literarischer Biographie, die zumindest den Eindruck erweckt penibel recherchiert zu sein. Zwar entwickelte ich zu keinem Zeitpunkt eine echte persönliche Beziehung zu den Figuren (was bei einem "reinen" Roman oder einer "reinen" Biographie vermutlich eher der Fall gewesen wäre), doch ich lernte eine ganze Menge.

Klar ... auch nach der Lektüre des schmalen Bändchens bin ich kein Experte. Aber ich habe das Gefühl wirklich etwas über Fitzgerald zu wissen. Und das gefällt mir.

Ich habe das Buch also gerne gelesen und möchte es allen ans Herz legen, die in einer schnörkellosen aber nicht trockenen Art etwas über Zelda und Scott Fitzgerald erfahren wollen. Wie sie ihre Zeit in Frankreich verbracht haben und wie diese geprägt hat. Wie sie langsam von einem Szene-Paar zu zwei voneinander separierten, gescheiterten Existenzen wurden. Und, wieso der Stern des Schriftstellers so bald nach ihrer Zeit dort unterging.

Was ich übrigens noch davon mitgenommen habe: Ich würde durchaus gerne etwas über Ernest Hemingway erfahren. Schließlich ist seine Geschichte eng mit jener des Paares verknüpft. Und dass ich mir vorstellen könnte es von Walton zu lesen sollte auch einiges aussagen. :)
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
March 19, 2016
Sommer 1926. Sein Meisterwerk bekommt nicht die Zuwendung, die er sich erträumt hat. Das Leben in Paris und der schlechte Gesundheitszustand seiner Frau Zelda führen letztlich dazu, dass Sich F. Scott Fitzgerald mit seiner Familie in dem beschaulichen Juan-les-Pins niederlässt, in unmittelbarer Nähe der befreundeten Sara und Gerald, denen es wie keinem zweiten Paar gelingt, Künstler aller Art und vor allem amerikanische Expatriates an die Côte-D’Azur zu locken und dort eine illustre Gesellschaft zu bilden. Auch der noch unbekannte Ernest Hemingway ist darunter und droht Fitzgerald den Rang abzulaufen – was sich schlecht mit seiner Schaffenskrise paart.

Ein Ausschnitt im Leben eines großen Autors, dem zunächst die Anerkennung verwehrt bleibt und der sich mit einer großen Krise rumschlagen muss – bezeichnend, dass diese Niederschlag in einem seiner größten Romane – „Tender is the Night“ – Niederschlag findet und dies heute als sein eigentliches Hauptwerk neben dem Gatsby betrachtet wird. Keinen schönen Einblick erhält man in den Charakter und das Verhalten Fitzgeralds, alle Allüren und Attitüden eines Künstlers offenbart er bei gleichzeitiger Vernachlässigung seiner Kunst, was schade ist, denn er hätte sicher noch mehr tolle Geschichten zu Papier bringen können.

Fazit: ein kurzes Büchlein, das nur andeuten kann, was für ein Mensch sich sich hinter dem großen Autorennamen verbarg.
Profile Image for Sina & Ilona Glimmerfee.
1,056 reviews118 followers
September 16, 2016
Die Fitzgeralds ... Ja, wenn etwas verspricht Zelda und Scott in sich zu haben, tendiere ich dazu es mir genauer anzusehen. Warum ich aber trotzdem davon ausgegangen bin, dass das hier ein Roman ist, weiß ich nicht. Titel und Cover haben es mir irgendwie suggeriert. Auch sprachlich hatte ich anfangs damit gerechnet. Es entpuppte sich dann aber ziemlich schnell als Sachbuch. Mir macht es nichts aus, weil ich Sachbücher liebe, aber wer hier ebenfalls an einen Roman denkt und einen solchen Lesen will, wird enttäuscht.

Dieses Buch dreht sich um einen Sommer in dem F. Scott Fitzgerald seinen langsamen, schmerzvollen Untergang einleitete. Alles machte auf mich eine Wirkung wie die Chronologie eines Schiffuntergangs. Es wird nie besser, sondern nur schlimmer. Alkohol, war hier wohl der große Teufel.

Doch es geht nicht nur um die Fitzgeralds, sondern auch um die Murphys die damals in der Villa America allerlei Künstler empfingen. So trafen sich hier Cole Porter, Hemingway, Dorothy Parker, Picasso ...

Ich hatte durch Dokus und Biografien bereits einen recht guten Eindruck von den agierenden Personen erhalten, weswegen ich mich schnell zurecht fand. Ohne diese Vorkenntnisse glaube ich jedoch nicht, dass ich das Buch genossen hätte zu lesen.
Profile Image for Anna Juen.
7 reviews3 followers
July 25, 2016
Ein Buch das über Menschen handelt, die Bücher schrieben.... Was für ein lustiger Gedanke.
Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
February 11, 2020
Dieser Roman macht Lust auf einen Urlaub in Südfrankreich. Auch wenn wir heute keine Vorteile mehr durch Geldwechsel genießen können, wie F. Scott und Zelda Fitzgerald in den 1920er Jahren und sich die meisten wohl keine Villa leisten können, nicht zu damaligen und ganz sicher nicht mehr zu aktuellen Preisen. Dennoch beschreibt die Autorin das Lebensgefühl, das die Amerikaner damals in Europa erfasst hat, sehr authentisch und braucht dafür nicht übertrieben viele Worte oder allzu blumige Beschreibungen. Man hat das Gefühl, der Erzähl- und Schreibstil orientiert sich auch ein wenig an den Launen des Herrn Fitzgerald. Ist er glücklich, liest sich der Text anders, als zu den Zeiten, wo er dem Alkohol zuspricht, nicht mehr an seinem Roman arbeitet und mit seiner Aufmerksamkeit heischenden Art sogar bei seinen engsten Freunden aneckt. Und obwohl der Roman, wie im Titel angedeutet, wirklich nur einen Sommer umschreibt und ein wenig Erklärungen zu den Jahren davor und danach, hat man das Gefühl, Scott und die anderen Hauptpersonen schon viel länger zu kennen.
Schonungslos erlebt der Leser, wie aus dem zufriedenen, selbstbewussten Schriftsteller ein unglückliches, verzogenes Kind wird, das, je älter es wird, umso streitbarer und für sein Umfeld unangenehmer wird. Scott kann sein „Kind im Manne“ nie ablegen und auch nicht mehr beherrschen. Emily Walton zeichnet ein eindringliches Psychogramm dieser speziellen Persönlichkeit, der letztlich auch daran zerbricht, als er wieder zurück in seine Heimat muss und dort aufgrund seiner Popularität nicht mehr ganz so unbehelligt tun und lassen kann, was er will.

Durch die umfangreiche Recherche und Beschäftigung mit den französischen Schauplätzen ist dieses Buch sowohl für diejenigen interessant, die Werke oder deren Verfilmungen von Fitzgerald kennen, aber auch für jene, die gerne einmal einen so ganz anderen Roman lesen und sich in die Zeit versetzen lassen möchten, als die Region um Cannes und Nizza noch relativ unbekannt war.
Profile Image for Isabella.
465 reviews20 followers
March 10, 2016
Worum geht’s?
Sommer 1926 in Juan-les-Pins, Südfrankreich: Im Vorjahr hat F. Scott Fitzgerald seinen Roman „Der große Gatsby“ veröffentlicht, inzwischen läuft das Stück sehr erfolgreich am Broadway. In einer Villa an der Cote d’Azur will Scott sein nächstes Buch schreiben, bis zum Ende des Sommers soll das Manuskript fertig sein. Scott und seine Frau Zelda haben das Haus aber nicht nur wegen der traumhaften Lage gewählt: Nur ein paar Gehminuten entfernt wohnen Sara und Gerald Murphy, ein befreundetes High-Society-Ehepaar. In der Villa America scharen die Murphys die berühmtesten Künstler, Literaten und Intellektuellen um sich und tragen so maßgeblich dazu bei, dass das kleine Fischerdorf Juan-les-Pins immer mehr zum Touristenmagnet avanciert. Zu Beginn des Sommers ist Scott noch ein gern gesehener Gast bei ihren Partys, in den nächsten Monaten beobachten seine Freunde jedoch immer besorgter, wie er seine Sorgen in Alkohol ertränkt. So kommt es, dass der Bestsellerautor im Winter 1926 nicht nur ohne Manuskript und mit einer psychisch labilen Ehefrau, sondern auch mit ein paar Freunden weniger nach New York zurückkehrt.

Meine Meinung
Die Aufmachung dieses Buchs gefällt mir zwar grundsätzlich sehr gut, passt aber meiner Meinung nach nicht wirklich zum Inhalt. Wenn man den Titel liest, denkt man wohl eher an einen heiteren Roman und nicht an eine Biografie. Ich habe in der Hinsicht jedoch keine Überraschung erlebt, weil aus der Leseprobe schon deutlich wird, in welchem Stil das Buch geschrieben ist. Die Autorin hat eine personale Erzählperspektive und das Präsens als Zeitform gewählt, dadurch hat man von Anfang an das Gefühl, einen Tatsachenbericht zu lesen. Walton schreibt sachlich, aber nicht trocken, sondern sogar mit einem feinen Sinn für Humor. Trotzdem denke ich, dass ich mich irgendwann gelangweilt hätte, wenn der Text länger gewesen wäre. Obwohl man sehr viel über die Figuren erfährt, bleibt immer eine gewisse Distanz und man identifiziert sich nicht so mit ihnen wie bei einem Roman. Das hätte mich bei einem längeren Buch früher oder später gestört, genau deshalb bin ich eigentlich keine große Sachbuchleserin.

Ich weiß nicht genau, wie lange die Autorin an dem Buch gearbeitet hat, jedenfalls gebührt ihr Respekt für diese beeindruckende Rechercheleistung. Emily Walton ist es gelungen, ganz genau zu rekonstruieren, was F. Scott Fitzgerald im Sommer 1926 wann wo und mit wem getan hat. Dabei zitiert sie aus zahlreichen Briefen und beschreibt einige von Saras und Geralds Partys als wäre sie dabei gewesen. Natürlich interpretiert sie das Verhalten der Figuren ein Stück weit, stützt sich dabei aber immer auf Fakten. Auf diese Weise bringt sie dem Leser feinfühlig Fitzgeralds komplexe, oft widersprüchliche Persönlichkeit näher. Ich wusste vorher so gut wie nichts über die Biografie des Autors und fand es sehr spannend, mehr über ihn und seine Familie zu erfahren.

Walton beschreibt hier allgemein ein wirklich interessantes Stück Kulturgeschichte: Im Laufe des Jahres 1926 avanciert Juan-les-Pins vom Geheimtipp zum beliebten Reiseziel für zahlreiche Künstler und Intellektuelle. Die Autorin schafft es, den Glamour der „Goldenen Zwanziger“ einzufangen, zeigt aber gleichzeitig auf, wie schnell die oberflächliche High-Society Menschen zugrunde richten kann.

Fazit
Mehr Biografie als Roman! Eine einfühlsame Annäherung an den Menschen hinter berühmten Romanen wie „Der große Gatsby“ und ein Einblick in ein spannendes Kapitel der „Goldenen Zwanziger“.
9 reviews
April 24, 2016
Wer war Scott Fitzgerald? Man kennt seine Werke (allen voran „Der große Gatsby“), doch wie lebte er, wer war er wirklich, was beeinflusste sein Schaffen? Diesen Fragen geht Emily Walton auf den Grund. Sie entführt den Leser in die zwanziger Jahre an die Côte d’Azur mitten ins Künstlermilieu.

Das Buch ist unterhaltsam wie ein Roman, dabei ist es genau genommen ein Sachbuch. Da es sich jedoch mehr mit der Person und dem Umfeld im Sommer in Frankreich beschäftigt, bekommt Fitzgerald eine menschliche Dimension, die im normalen Unterrichtsgeschehen gerne mal „vergessen“ wird bzw. in den Hintergrund rückt. Fitzgerald ist einerseits extrem sensibel, andererseits nach außen hin alles anderes als das. Gerade sein Alkoholkonsum, seine Neidgefühle gegenüber seinem Freund Hemingway, die problematische Beziehung zu Zelda, oder auch sein „Partyverhalten“ machen Fitzgerald spannend. Sein Leben war nun alles andere als glatt verlaufen und das zeigt die Autorin auch schonungslos auf. Der Stil ist interessant, nachvollziehbar und unterhaltsam. Die Autorin weckt das damalige Lebensgefühl und schafft spielerisch leicht die Beziehungen zwischen verschiedenen Künstlern unterhaltsam darzustellen, sowie die Schreibblockaden des Literaten zu erklären. Nebenbei weckt das Buch Lust wieder mal nach Südfrankreich zu fahren und das besondere Flair zu erleben.

Ein kleines, aber feines Büchlein, welches mehr ist, als ich zunächst erwartet hatte. Neben dem extrem gut recherchierten Inhalt überzeugte mich auch die Aufmachung des Buches mit Lesebändchen. Für knapp 20 Euro sollte man das allerdings auch erwarten dürfen…Buchliebhaber und Fans von Fitzgerald werden begeistert sein!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Bibliophile.
6 reviews
June 3, 2018
Ein fantastisches Buch!

Wer sich für die Ära der Goldenen Zwanziger Jahre, F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway oder Pablo Picasso interessiert sollte dieses Buch lesen.
Emily Walton schafft es in ihrem, gut recherchierten biografischen Roman, das Leben und die Charactere einiger grossartiger Literaten und Künstler aus den Goldenen Zwanzigern zu porträtieren. Sie erzählt eine Geschichte aus dem Sommer 1926 an der Côte d'Azur als F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Dorothy Parker, Pablo Picasso und einige andere ihren Sommerurlaub im Südfranzösischen Juan-les-Pins verbringen.
In diesem kleine Buch lernt man auf wenigen Seiten viel über die Erfolge und Misserfolge, Krankheiten und Alkoholprobleme, Frustration und Eifersucht der Schriftsteller, Künstler und ihrer Familien.
Sehr empfehlenswert.
214 reviews24 followers
March 8, 2016
dieses Buch ist eine Biographie. nicht die eines bestimmten Menschen (auch wenn besonderes Augenmerk auf die Fitzgeralds und die Murphys gelegt wird) sondern die Biographie eines sommers die eine Gruppe außergewöhnlicher Menschen an der Reviera verbringt ( noch bevor es angesagt war).
es herrscht nicht immer eitel Sonnenschein aber so ist eben das leben. das Name Doping war echt extrem und das Buch hat mich sehr gefesselt.
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