I Havet syng har debutanten og TV2-journalisten Trude Teige skapt eit sterkt portrett av ei kvinne som utfordrar det mannsdominerte lokalsamfunnet for å skape seg sitt eige liv.
Havet syng er ein historisk roman frå midten av 1800-talet. Gjennom livet og lagnaden til losdottera Kristiane blir vi tekne med til Sunnmørskysten, der livet er prega av kampen mot naturkreftene, av fordommar og klasseskilje - men også av samhald og sterk livsglede. Kristiane har lova faren at losnummerert hans aldri skal gå ut av slekta. Vi følgjer henne i åra etter at mannen hennar mister livet på sjøen og ho må gjere vanskelege val for å halde lovnaden til faren. |
Der Gesang der See, ist der erste Roman der norwegischen Schriftstellerin Trude Teige. Er wurde erst jetzt ins deutsche übersetzt. Die vorigen drei Bücher von ihr habe ich verschlungen. Auch dieser Roman hat mich gefesselt. Trude Teige besticht durch ihren eindruckslosen lebensnahen Stil. Sie schreibt an Ende, das sie in einem Fischerdorf aufgewachsen, deshalb kann sie die Atmosphäre so gut einbringen. Eigentlich wollte sie ein Sachbuch über ihre Urgroßmutter schreiben, aber sie fand nicht genug Material. So hat sie Kristiane in diese Zeit versetzt und ihr eine interessante Geschichte gegeben. Ihr Vater befuhr das Lotsenschiff und auch ihr Mann ist Lotse. Der bleibt auf See, wie viele Männer damals. Um das lotsen recht weiter zu betreiben, muss sie innerhalb eines Jahres einen Lotsen heiraten. Da muss ihr Jugendfreund Lars den Lotsenschein machen, damit sie ihn heiraten kann. Gleichzeitig verliebt sie sich auch in Frederik. Aber Kristiane lässt die Vernunft und die Verantwortung walten und heiratet Lars. Sie hat einen Rückzugsort, einen versteckten Felsen, da ist sie für sich und kann nachdenken. Nur ihren Lieben zeigt sie den Felsen. Der Roman ist aufregend und wunderbar.
Trude Teige ist als Tochter eines Fischers auf einer kleinen Insel an der norwegischen Westküste aufgewachsen, lässt die Autorin gleich mal wissen. Über ihre Ururgroßmutter Gertrud wollte sie ein Sachbuch schreiben, bis ihr ihre Romanfigur Kristiane begegnet ist - eine taffe Frau, die sich in der Männergesellschaft behaupten musste, denn es ging um nichts weniger als den Lotsenposten, der in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde, es musste aber ein Mann sein, Frauen waren dafür nicht vorgesehen.
Kristiane war immer ein Papa-Mädchen, sie wollte aufs Meer, gemeinsam mit ihrem Vater. Er hatte sie rudern und segeln gelehrt, er hatte ihr beigebracht, wie man anhand der Landmarken navigiert. Auch bei den Lotsenfahrten hatte sie ihn begleitet, er hat ihr die Fischgründe gezeigt, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Als sie älter war, konnte sie auch schwere Männerarbeit auf dem Schiff verrichten. Wäre sie ein Mann, könnte sie auf jedem Boot anheuern, hat er nicht ohne Stolz verkündet. So aber waren die Begehrlichkeiten der anderen nach der familieneigenen Lotsennummer groß, als Vater starb. Kristiane heiratet ihre große Liebe, das Lotsenmandat bleibt am Hof. Als ihr Mann bei einem Sturm ums Leben kommt, wird ihr nicht lange Zeit für eine Wiederverheiratung gegeben, ansonsten wird ihr das Mandat entzogen.
Trude Teiges Bücher kenne und schätze ich sehr, jedes einzelne hat mich tief bewegt. „Der Gesang der See“ ist ihr erstes Buch, das 2002 in Norwegen erschienen ist und jetzt, im Jahre 2026, von Günther Frauenlob ins Deutsche übersetzt wurde. Trude Teige schreibt über Frauen, die trotz aller Widrigkeiten ihr Leben meistern. Starke Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. Es ist die Zeit, in der die traditionellen Geschlechterrollen gelten, eine Frau hatte sich um Kind und Hof zu kümmern, das Sagen hatten jedoch die Männer. Auf rauer See hatte eine Frau nichts verloren, Kristiane aber hat ihnen die Stirn geboten, die Lorbeeren jedoch sollte sie nicht ernten - was ihr so gar nicht zusagte. Dunkle, sorgenvolle Zeiten waren es voller Schmerz und doch gab es auch helle Momente voller Leidenschaft und Freude. Dem Balanceakt zwischen Familie und der knallharten Realität auf See hat sie sich gestellt. Kristianes Geschichte geht unter die Haut, eine Geschichte über eine patriarchale Gesellschaft, eine Geschichte, auch über Liebe und Verrat.
Die nächste Generation steht schon parat, Kristianes Sohn Anders soll die Familientradition fortführen. Aber will er das? „Hinaus in den Wind“ erscheint im August 2026, ich werde auch seinen Weg gespannt verfolgen.
Ich habe Trude Teige über ihre späteren Bücher kennengelernt, und der Debütroman hat mich jetzt rückwirkend noch mehr für sie eingenommen. Der Gesang der See spielt an der rauen norwegischen Küste und folgt Kristiane, die nach dem Tod ihres Mannes alles riskiert, um den Lotsenposten ihrer Familie zu halten, obwohl die Gesellschaft ihr das schlicht nicht erlauben will. Was mich am meisten beeindruckt hat: Teige erzeugt Lesedrang ohne klassische Spannung. Kein Racing Plot, keine ständig eskalierenden Außenkonflikte. Stattdessen arbeitet sie mit emotionaler Tiefe und Figurenkonsistenz, und das funktioniert außerordentlich gut. Ich habe das Buch an einem langen Wochenende gelesen und dabei mehrfach gemerkt, dass ich extra langsam gelesen habe, weil ich im Moment bleiben wollte. Handwerklich ist das ein solides, gut strukturiertes Buch. Die Nebenfiguren hätten mehr Raum verdient, das ist mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Aber Kristiane selbst ist so klar und kohärent gezeichnet, dass das kaum ins Gewicht fällt. 4,5 Sterne, wärmste Empfehlung für alle die sich auf ruhigere, emotional präzise historische Literatur einlassen können.
I came to Trude Teige through her later novels, and reading her debut now, finally available in German translation, made me appreciate her even more. The Song of the Sea follows Kristiane, a young woman on a small Norwegian fishing island in the nineteenth century, fighting to hold onto her family's lighthouse pilot position after her husband dies in a storm, in a world that simply doesn't allow women to do what she needs to do. What struck me most: Teige creates narrative momentum without conventional plot tension. No racing chapters, no escalating external drama. Instead she works with emotional logic and character consistency, and it works beautifully. I found myself reading slower than usual because I wanted to stay in the moment, which doesn't happen to me often. From a craft perspective this is a well-built book. My only real criticism is that the secondary characters, particularly Kristiane's mother and sister, remain a bit underdeveloped compared to the very precisely drawn protagonist. But that's a minor point in an otherwise deeply affecting read. 4.5 stars. Strongly recommended for readers who enjoy atmospheric, emotionally grounded historical fiction with strong female leads. If you've read Teige's later novels, you'll recognize the origin of her distinctive voice here.
Kristiane, Tochter eines Lotsen, wächst im 19. Jahrhundert als Vater-Tochter auf, die regelmäßig mit zum Leinenfischen auf Kabeljau hinausfährt. Die elende Schufterei der Leinenfischerei wünscht man niemandem, aber Kristiane liebt das Meer und ist leidenschaftliche Schwimmerin. Die Familie lebt in der Nähe von Ålesund an Norwegens Westküste von Fischfang und Schafzucht. Die Lizenz für die Lotsentätigkeit ist an den Hof gebunden und wird nach Ablegen der Lotsenprüfung in männlicher Linie vererbt. Kristiane, pflichtbewusst und durch die körperliche Arbeit deutlich muskulös, könnte zwar den Hof übernehmen, das „Los“, die Lotsennummer, kann jedoch nur der Mann erhalten, der Frau, Hof und Boot erheiratet. Nach dem Tod ihres ersten Mannes auf See ist Kristiane mit ihrem Jugendfreund Lars verheiratet, der bei ihrem Vater gelernt hat und ihrem Sohn Lisje-Anders ein liebevoller Vater ist. Mit dieser Heirat ist sie einer erzwungenen Vernunft-Ehe zuvorgekommen, die offensichtlich der Erbeutung von Boot und Los dienen sollte. Der Alltag mit der selbstbewussten Kristiane ist für Lars sicher kein leichtes Brot. Der ganze Ort profitiert jedoch davon, dass sie für die Fischer realistischere Preise ausgehandelt hat, nachdem sie erfuhr, wie viel der Großhändler beim Weiterverkauf an ausländische Aufkäufer verdient. Dennoch muss sie sich vom Pfarrer, der im Windschatten des Kaufmanns bei ihr auftaucht, Verwürfe wegen ihrer unchristlichen und unweiblichen Lebensweise anhören. Unübersehbar ist eine selbstbewusste Geschäftsfrau im 19. Jahrhundert unerwünschte Konkurrenz in einer reinen Männerbranche. Neben Kristianes Sehnsucht nach städtischem Glanz, einer unmöglichen Liebe und der Lebensrealität anderer Frauen in ihrem Umfeld beschäftigt sie der Traum vom Ausbau der Fischerei. Lars, dem sie damals kaum das Bestehen der Lotsenprüfung zutraute, zeigt sich auf dem Weg in die Expansion als überraschend kundiger Geschäftspartner. Da der zweite Band bereits angekündigt ist, haben Lars und Kristiane noch einiges zu erzählen.
Fazit Kristiane als Person bin ich als Leserin gern gefolgt, der Text hat mich jedoch verloren, als der konkrete Bereich Fischerei und Lotsendienst, der ja tägliches Gesprächsthema gewesen sein wird, in den Hintergrund rückte zugunsten der Beziehungsebene. Ein Schiff, das frisch vom Stapel läuft, hat also weiße Segel und einen schwarzen Anker. Mit Focus auf einer Figur wie Kristiane, die am und auf dem Fjord aufgewachsen ist, finde ich diese Schilderung der seemännischen Seite zu landrattenhaft.
Mit diesem Roman und einer Frauenfigur, die im 19. Jahrhundert gegen erhebliche Widerstände in eine Männerdomäne eindringt, hat Trude Teige ihr Thema der „starken Frauen“ bereits 2002 erfolgreich begonnen. Ihre fiktive Figur Kristiane ist an Teiges Ururgroßmutter angelehnt, von der erzählt wird, sie sei Chefin ihrer Insel und vier Mal verheiratet gewesen.
Kristiana ist eine starke junge Frau, sie hat ihrem Vater versprochen dass das Lotsenamt immer in ihrer Familie bleibt. Ein schweres Versprechen denn als Frau obwohl sie die Fähigkeiten hat, darf sie es nicht ausüben. Als sie Witwe wird muss sie bald wieder heiraten und dieser Mann muss die Lotsenprüfung ablegen. Gegen alle Widerstände erfüllt sie ihre Aufgabe. Es geschieht eigentlich wenig in diesem Buch, denn das Leben auf der kargen Nordseeinsel in Norwegen bietet wenig. Außer sehr viel Arbeit die oft gerade nur zum Überleben reicht. Für die Frauen ist es noch schlimmer denn sie müssen zuhause warten bis die Männer vom Fischfang zurückkehren und oft kommen sie nicht wieder. Dann sind sie mit den Kindern allein. Angesichts dieser Umstände bleiben sie oft Witwen und haben wenig für ihren Lebensunterhalt. Dieses Leben erzählt die Autorin atmosphärisch sehr dicht, so intensiv das man sich in diesen Ort hinein versetzt fühlt. Man riecht den Fisch, hört das Meer und hat Angst, Angst bis in die Knochen um den Mann der überfällig ist. Beim Lesen spürt man selber die Wut, wenn man als Frau als Mensch zweiter Klasse angesehen wird, vor allem wenn die Überheblichkeit der Männer einfach nur albern wirkt. Diese Intensität schaffen wenig Autoren, es gibt spannende Bücher die man nicht aus der Hand legen kann weil man wissen will wie es weitergeht, bei diesem Buch ist es ein ganz besonderes Gefühl: man will nicht auftauchen aus dieser so anderen Welt, man will bleiben Und Kristiana hautnah erleben und an ihrer Stärke teilnehmen, das geht nur wenn man weiterhin in diesem Buch versunken bleibt. Daraus auftauchen zurück in unserem komfortablen Alltag ist wie ein Schock. Ich habe das Buch durch gesuchtet und bin dennoch nicht damit fertig, es wird lange nachhallen.
Klappentext: Auf der kleinen Fischer-Insel an der norwegischen Westküste ist das Leben hart, die Natur überwältigend. Die junge Kristiane verspricht ihrem Vater, den seit Generationen besetzten Lotsenposten in der Familie zu halten. Als Frau darf sie die Schiffe in den Schären nicht selbst geleiten. Doch als ihr Mann bei einem Sturm ums Leben kommt, steht die schwangere Kristiane allein da mit Mutter und Schwester; man will ihnen das Lotsenmandat entziehen. Auf der Suche nach jemandem, der ihnen eine Zukunft gewähren kann, gerät sie in tiefen Konflikt zwischen Pflicht und Leidenschaft.
„Der Gesang der See“ ist der erste Roman der Autorin Trude Teige und wurde jetzt endlich auch in Deutschland veröffentlicht. „Als Großmutter im Regen tanzte“ und „Und Großvater atmete mit den Wellen“ haben mir gut gefallen, jetzt war ich auf das frühere Werk der Autorin gespannt.
Die Autorin vermittelt den Leser*innen das raue Leben auf der norwegischen Insel sehr anschaulich. Seit Generationen besetzt die Familie von Kristiane den Lotsenposten und auch von ihr wird erwartet die Tradition fortzuführen. Da Kristiane eine Frau ist darf sie selbst keine Schiffe durch die Schären lotsen. Das bedeutet, sie muss einen Mann heiraten, der diese Arbeit übernimmt.
Trude Teige beschreibt den Handlungsort sehr anschaulich. Die raue und lebendige Natur der Küste wird gut vermittelt.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und sympathisch. Kristiane war mir schnell sympathisch. Sie versucht sich in einer Männerwelt zu behaupten.
Der Schreibstil von Trude Teige ist flüssig, gut verständlich und atmosphärisch.
Wie schon mit „Als Großmutter im Regen tanzte“ und „Und Großvater atmete mit den Wellen“ hat mich Trude Teige auch mit diesem Buch wieder begeistert.
Der Roman Der Gesang der See von Trude Teige ist ein leises, eindringliches Werk, das lange nachhallt. Die Autorin verwebt persönliche Schicksale mit historischen Ereignissen und schafft dabei eine Atmosphäre, die zugleich melancholisch und hoffnungsvoll ist. Im Zentrum der Geschichte stehen mehrere Generationen von Frauen, deren Leben eng mit dem Meer verbunden ist. Das Meer fungiert dabei nicht nur als Kulisse, sondern als eigenständiges Symbol – für Sehnsucht, Verlust und Erinnerung. Teige gelingt es, die Naturbeschreibungen so eindrucksvoll zu gestalten, dass man beim Lesen beinahe die salzige Luft spürt.
Besonders stark ist die emotionale Tiefe der Figuren. Ihre inneren Konflikte, Geheimnisse und Traumata werden sensibel und glaubwürdig dargestellt. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Charaktere, was dem Roman eine ruhige, fast meditative Erzählweise verleiht. Das kann stellenweise entschleunigend wirken, fordert aber auch Geduld von der Leserschaft. Ein zentrales Thema ist die Aufarbeitung von Vergangenheit – sowohl im familiären als auch im historischen Kontext. Dabei stellt Teige die Frage, wie sehr das Leben der Gegenwart von den Entscheidungen früherer Generationen geprägt wird. Diese Verflechtung macht den Roman besonders bewegend und relevant.
Sprachlich überzeugt das Buch durch eine klare, poetische Sprache ohne übermäßige Ausschmückung. Gerade diese Zurückhaltung verstärkt die emotionale Wirkung vieler Szenen.
Insgesamt ein tiefgründiger Roman, der sich weniger durch dramatische Handlung als durch Atmosphäre und Figurenzeichnung auszeichnet. Wer sich auf das langsame Tempo einlässt, wird mit einer berührenden Geschichte über Erinnerung, Verlust und die Kraft des Weiterlebens belohnt.
Heute erscheint mit „Der Gesang der See“ der Debütroman von Trude Teige erstmal in deutscher Übersetzung. Sie erzählt darin von einem entbehrungsreichen Leben an der norwegischen Küste und von einer Frau, die in einer harten Welt tiefster patriarchaler Strukturen nach dem Tod ihres Mannes ihren eigenen Weg finden muss.
Der Roman gewährt dabei einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Fischerfamilien in Norwegen zu einer Zeit, in der der Alltag stark von den Launen des Meeres, von Armut und harter körperlicher Arbeit geprägt war.
Besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin, die als starke Frauenfigur im Mittelpunkt der Geschichte steht. Mit viel Mut und Durchhaltevermögen stellt sie sich den Herausforderungen ihres Lebens und wächst im Laufe der Handlung immer mehr über sich hinaus. Gerade diese Entwicklung macht den Roman sehr berührend.
Auch die Schilderungen des Lebens der Fischer fand ich sehr interessant. Man bekommt eine gute Vorstellung davon, wie gefährlich und zugleich existenziell wichtig die Arbeit auf dem Meer war und wie sehr das Leben der Familien davon bestimmt wurde. Allerdings habe ich etwas Zeit gebraucht, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden, doch sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt, entfaltet der Roman seine ganze Stärke.
Insgesamt ist „Der Gesang der See“ ein atmosphärischer historischer Roman mit einer beeindruckenden Frauenfigur und interessanten Einblicken in ein hartes Leben an der norwegischen Küste. Da ich bislang noch nichts von Trude Teige gelesen habe, kann ich keinen Vergleich anstellen, allerdings sehr gut nachvollziehen, warum ihre weiteren Romane so viel Erfolg hatten.
Zum Inhalt: Das Leben ist hart und entbehrungsreich auf der kleinen Fischerinsel an der norwegischen Westküste. Die junge Kristiane verspricht ihrem Vater, dass sie die Tradition der Familie aufrechterhalten wird und Lotsenposten in der Familie hält. Als jedoch ihr Mann bei einem Sturm ums Leben kommt, wird es schwer das Versprechen zu halten, denn als Frau darf sie keine Schiffe begleiten. Auf der Suche nach einem Ausweg, gerät sie in einen Konflikt zwischen Pflicht und Leidenschaft. Meine Meinung: Ich mag die Bücher der Autorin, umso mehr habe ich mich gefreut, dass es jetzt ein weiteres Buch gibt. Erstaunlicherweise eins, dass vor den schon bekannten Bücher bereits erschienen ist. Diesmal geht es um eine sehr starke, emanzipierte Frau, die allerdings in einer Gesellschaft lebt, in der ihre modernen Ansichten nur schwer ankommen. Gerade auch in der sehr konservativen Fischergesellschaft hat sie nur wenig Chancen mit ihren Ideen. Zudem ist sie hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen und die Leidenschaft, die sie empfindet und dem Pflichtgefühl. Dazu kommt, dass das Leben auf der Insel sehr gut erzählt wird und auch die Landschaft war für mich sehr gut vorstellbar. Der Schreibstil ist sehr angenehm, man fliegt förmlich durch das Buch. Ich hatte auch Gelegenheit, das Hörbuch zu genießen und auch das war wirklich ein Genuss und sehr gut gelesen. Fazit: Hat mir gut gefallen
Kristiane übernimmt nach dem Tod ihres Mannes, im patriarchalischen Norwegen, Verantwortung und kümmert sich um den Fischereibetrieb und die Familie. Damit wird sie zum öffentlichen Ärgernis, denn das gehört sich nicht für eine Frau. Um das Lotsenmandat behalten zu können, muss sie einen neuen Mann heiraten, doch will sie sich ihm unterordnen?
Trude Teige hat einen, von ihrer eigenen Familiengeschichte inspirierten Roman geschrieben, der sehr gut die Umstände in Norwegen beschreibt. Beim Lesen taucht man in das raue Klima ein, spürt Wind und Wetter, ärgert sich über die engstirnige Gesellschaft und Männer, die meinen, Frauen seien nur für die Familie zuständig und könnten nicht wirtschaftlich denken. Man ist mal wieder froh, in der heutigen Zeit zu leben, in der die Emanzipation fortgeschritten ist und Frauen mehr Rechte haben.
Dies ist ihr erster Roman, der nun auf Deutsch erscheint. Es ist ein atmosphärisch dichter Roman, der sich flüssig lesen lässt. Ich hätte mir mehr emotionale Tiefe gewünscht, aber das ist mein einziger Kritikpunkt. Im Herbst erscheint die Fortsetzung, auf die ich schon jetzt gespannt bin.
Trude Teige trifft in „Der Gesang der See“ einen wundervollen Ton zwischen liebe und Emotionen und dem Krampf einer Frau, um Anerkennung in einer Zeit in der der Platz der Frauen im Haushalt und als Unterstützung der Männer war. Sie beschreibt wie Christiane nach dem schrecklichen Tod ihrer großen Liebe, ihres Ehemannes, ein Kind zur Welt bringt und Versuch mal wieder zurück ins Leben zu kommen. Christianes Vater war Lotse und ihm hatte sie auf dem toten Bett versprochen, dass sie die Lotsen Nummer, die der Familie das Recht gibt zu arbeiten weiterhin in der Familie halten würde. Dass sie dies aber als Frau alleine nicht dürfte, ist sie gezwungen, erneut zu heiraten. Sie entscheidet sich, den sie seit höchster Kindheit an kennt, da er auch bei ihrem Vater, als Bootsjunge gearbeitet hatte, zu heiraten. Auch, weil der sich wundervoll um ihren Sohn kümmert. Doch eher die Hochzeit ansteht, lernt sie Frederick kennen, den Sohn des Fischhändlers, der der Familie den Fisch abkauft. Es entspannt sich eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, dass sie doch nicht nachgehen kann, auch aus Pflichtgefühl, ihrer Familie, Lars und ihrem Sohn.
Die Geschichte ist wundervoll erzählt und reißt mit. Eine tolle Lektüre, auch für ruhige Urlaubstage.
Trude Teige gelingt mit Der Gesang der See ein gefühlvoller und zugleich eindringlicher Roman, der die Leser auf eine atmosphärische Reise ins ländliche Norwegen des 19. Jahrhunderts mitnimmt. Im Mittelpunkt steht Kristiane, eine junge Frau, die nach dem Tod ihres Mannes nicht nur mit persönlicher Trauer, sondern auch mit den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit konfrontiert ist. Besonders bewegend ist ihr innerer Konflikt zwischen Pflicht und eigenen Wünschen: Um das familiäre Erbe – den Lotsenposten – zu bewahren, sieht sie sich gezwungen, erneut zu heiraten, obwohl ihr Herz für einen anderen Mann schlägt. Diese Zerrissenheit wird von der Autorin feinfühlig und glaubwürdig dargestellt. Der Roman besticht durch seine dichte Atmosphäre und die lebendige Beschreibung der rauen norwegischen Küstenlandschaft. Gleichzeitig wirft er einen kritischen Blick auf die Rolle der Frau in einer stark von Traditionen geprägten Gesellschaft. Kristiane ist dabei eine beeindruckende Protagonistin, die trotz aller Widrigkeiten Stärke zeigt und ihren eigenen Weg sucht. Insgesamt ist dies ein emotionaler, mitreißender Roman über Liebe, Verlust und Selbstbestimmung – perfekt für alle, die historische Geschichten mit Tiefgang schätzen.
Das Meer hat seine eigenen Abläufe. Mit den Gezeiten strukturiert das Wasser den Tag unabhängig von Tag und Nacht. Doch es nimmt auch Leben mit sich. So auch in Trude Teiges „Der Gesang der See“.
Kristiana hat nach dem Tod ihres Vaters seinen Lotsenposten übernommen. Nachdem ihr Mann auf See stirbt, kümmert sie sich um den Posten…
Ich habe bereits die Großmutter Trilogie der Autorin gelesen und bewundere ihren Schreibstil. Auch in diesem Roman gelingt es ihr, durch einfühlsame, ruhige Sprache Nähe zur Protagonistin aufzubauen. Durch die besondere Situation, als Frau im vermutlich 20. Jahrhundert eine Männerposition zu übernehmen, kommt Kristiana wie eine Kämpferin rüber, die ihre Freundinnen bei Ungerechtigkeit unterstützt. So etwa, als ihre Schwester geschlagen wird oder eine Freundin ihr Cello verliert.
Dabei muss sie nicht gewalttätig oder übergriffig werden, sie macht einen ruhigen, leisen Kampf. Dieser Kampf verleiht den Buch genau den richtigen Spannungsfaktor. Leise und schleichend, passend zum ruhigen Norwegen und dem Meer inklusive eigener Gesetze, kommt zwar immer wieder ein kleiner Spannungsbogen, der allerdings nicht überstrapaziert wird.
Wer einen ruhigen Roman aus Norwegen sucht, ist hier richtig. Ich gebe fünf Sterne.
“Der Gesang der See” von Trude Teige (ins Deutsche übersetzt von Günter Frauenelob) handelt von Kristiane, die, auf einer kleinen Insel lebend, nach dem Tod ihres Mannes um die Lotsen-Position ihrer Familie fürchten muss. Zupackend und selbstbewusst nimmt sie das Schicksal ihrer Familie selbst in die Hand, ohne sich um Konventionen oder die Erwartung der Gesellschaft an Frauen zu kümmern. Die Autorin greift hier ihre eigene Familiengeschichte auf und schafft ein atmosphärisches Werk über ein Stück norwegischer Geschichte. Ich hatte leider oft das Gefühl, dass im Hörbuch (fesselnd gesprochen von Yara Blümel) Teile fehlten, weil die Sprünge in der Handlung oft lückenhaft wirkten, was mich immer wieder aus dem Flow gebracht hat. Insgesamt mochte ich die Geschichte und deren Umsetzung, wenn sie auch nicht an die Wucht der “Großmutter-Trilogie” heran reicht. Wer historische Romane mit starken Frauenfiguren und ohne Kitsch mag, wird hieran aber auf jeden Fall Freude haben.
*Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Christiane ist die Tochter eines Lotsen. Als ihr Ehemann tödlich verunglückt, droht ihr, den Titel des Lotsen und die Anerkennung dessen zu verlieren. Denn sie ist eine Frau und nur Männer können Lotse werden. Ein neuer Ehemann muss her.
Meine Meinung
Ich habe alle Bücher dieser Autorin gelesen und finde alle sehr gut, obwohl dieser der schwächste ist.
Dies ist eine Geschichte über eine starke Frau, die zu viel will und an der fehlenden Gleichberechtigung zu scheitern droht. Es ist ein spannender Roman mit Längen.
Ich habe das Hörbuch gehört und fand die Sprecherin sehr gut. Sie hat eine angenehme und ausdrucksstarke Stimme.
Die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben.
Das Cover gefällt mir sehr gut und wäre mir in jedem Buchladen sofort aufgefallen.
Kristiane hat sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Sie hat mit sehr erfolgreichen Männern verhandelt und konnte einiges für sich und ihre Mitmenschen tun. Gedankt wurde es ihr nicht. Neid und Missgunst sind starker Gegner progressiver Menschen. Die Protagonistin Kristiane ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich konnte ihre Pläne und ihr Verhalten gut verstehen. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihr und Lars weitergeht und ob es überhaupt weitergeht, denn Lars wurde schwer enttäuscht. Ich habe dieses Buch von Trude Teige sehr genossen und ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
Underholdende roman fra 1800-tallets Norge. Kristiane er ikke som kvinder er flest - hun siger sin mening, og handler/taler ofte, før hun tænker. Et stærkt kvindeportræt fra en barsk egn, hvor havet, vind og vejr spiller en afgørende rolle for menneskenes trivsel.
Liker både tematikken og historien. Fortellingen går litt fort synes jeg, hopper litt raskt fra sorgen til gleden og tilbake, kunne gjerne utdypt litt mer. Hadde også likt å høre litt fra mennenes side av saken. MEN gleder meg til å følge Kristiane videre i neste bok.
En varm og personlig skildring av livet på kysten i Norge. Teige sin lokale kunnskap kommer igjen godt frem i denne boken og gir en god vinkling på historien.
Første delen av romanen er kjempebra! Jeg ble så rørt at tårene trillet. Men så er det dette med utroskap da. Jeg orker ikke å anbefale bøker som handler om utroskap.
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