Noch einmal ist der erfolgreiche Langstreckenläufer Bert Buchner für die Europameisterschaft aufgestellt worden, noch einmal ist er vom Start weg an die Spitze gegangen, wie er es immer tat. Aber wird er noch einmal siegen? Auf der Tribüne verfolgt ein Reporter, einst Entdecker, Freund und Warner Buchners, den schweren Lauf über fünfundzwanzig quälende Runden. Und dabei werden Erinnerungen wach: an die erste Begegnung im Gefangenenlager, Buchners Flucht, ihr zufälliges Wiedersehen, die ersten Starts, verbissenes Training, Siege und Rekorde #150; verknüpft und erkauft mit Enttäuschungen im privaten Leben und mit dem Verlust der menschlichen Integrität. Das Dilemma des Leistungssportlers: Buchner begreift nicht, daß er nur auf der Aschenbahn König ist, daß man ihm nur zujubelt, solange er siegt, und keinen Augenblick länger. Sein Lauf um die Europameisterschaft: ein Sinnbild seiner Hoffnungen und zuletzt ein grandioser Lauf gegen sich selbst.
Siegfried Lenz (1926 - 2014) was a German author who wrote twelve novels and produced several collections of short stories, essays, and plays for radio and the theatre. He was awarded the Goethe Prize in Frankfurt-am-Main on the 250th Anniversary of Johann Wolfgang von Goethe's birth. Lenz and his wife, Liselotte, also exchanged over 100 letters with Paul Celan and his wife, Gisèle Lestrange between 1952 and 1961.
Lenz was the son of a customs officer in Lyck (Elk), East Prussia. After his graduation exam in 1943, he was drafted into the navy. According to documents released in June 2007, he may have joined the Nazi party on the 12th of July 1943. Shortly before the end of World War II, he defected to Denmark, but became a prisoner of war in Schleswig-Holstein.
After his release, he attended the University of Hamburg, where he studied philosophy, English, and Literary history. His studies were cut off early, however, as he became an intern for the daily paper Die Welt, and served as its editor from 1950 to 1951. It was there he met his future wife, Liselotte (d. February 5, 2006). They were married in 1949.
Since 1951, Lenz worked as a freelance writer in Hamburg and was a member of the literature forum "Group 47." Together with Günter Grass, he became engaged with the Social Democratic Party and aided the Ostpolitik of Willy Brandt. A champion of the movement, he was invited in 1970 to the signing of the German-Polish Treaty.
Since 2003, Lenz was a visiting professor at the Düsseldorf Heinrich Heine University and a member of the organization for German orthography and proper speech.
Das Buch ist sicherlich gut geschrieben, teilweise auch spannend und beschreibt gut, unter welchem Druck Sportler stehen. Aber so richtig gepackt hat mich das Buch nicht, was vielleicht auch daran lag, dass der Erzähler recht nüchtern erzählt und auch die Persönlichkeit der eigentlichen Hauptperson, des Läufers, mir nicht wirklich nahe gekommen ist.
Zuerst liefen sie ums Leben, dann um Preise, und heute laufen sie nur noch um den Rekord …
Ich habe in den letzten Jahren nicht oft deutsche Bücher gelesen, oder Bücher auf Deutsch. Brot und Spiele ist mir in die Hände gefallen über Helmut Schmidt. Dass ich Schmidt mag, schrieb ich bereits. Dass ich das Laufen mag, oder den Sport, ist auch bekannt. Also warum nicht, dachte ich.
Mind Blown, ist das, was ich einem Freund gerade schrieb. Das Buch ist vom Aufbau her. Großartig, die Charaktere sind interessant und vielschichtig, eine Faszination meinerseits, stellte sich für Clara ein, und Lenz hat es geschafft, sie mir etwas vorspielen zu lassen. Passiert nicht so oft.
Außerdem geht es natürlich ums Laufen, und die 10 km sind eine Distanz, mit der ich seit vielen Jahren so manche Rechnungen offen habe. Es ist eine Distanz, die über meiner Laktatschwelle, liegt, die erste Distanz, die richtig wehtut. Es ist gleichzeitig die Distanz, in der ich relativ gut bin, wenn ich dann wirklich alles gebe, wenn ich alles draußen lasse. Aber ich muss mich jedes Mal fragen, warum ich das mache.
Und darum geht’s irgendwie. Aber es geht auch um Freundschaft. Richtige Freundschaft und die Freundschaft unter Teamkameraden. Die auch richtige Freundschaft ist. Und es geht darum, wie man damit lebt, wenn man einen Freund betrogen hat. Oder wenn man viele Freunde betrogen hat. Vielleicht auch wenn man sich selbst betrogen hat. Oder verspielt…
Siegfried Lenz is a favorite writer of mine. I also like novels about sports, an inherently dramatic topic too often neglected by novelists and literary intellectuals.
That is all to say that Brot und Spiele, a novel about a runner and his last race, should have been right up my alley. For a number of reasons, though, I had a bit of trouble making it through this book. It takes place over a single race, with flashbacks, and is written in a single paragraph. My German is not great, and I like to have natural stopping places when I read books in German. There were none in this book. I'd also read about the book, so I knew how the race would turn out. Ordinarily, so-called spoilers don't spoil anything for me, as I'm usually more interested in how the outcome is reached than in what exactly it is. But a good deal of the interest of Brot und Spiele centers on who will win the race. Still, I found myself caught up in the writing in the end, even though I already knew what was going to happen.
Although my feelings about the novel are mixed, that's mainly for reasons of my own, and if you read German easily and are interested in a short, intriguing novel about a neglected literary topic like competitive running, I'd recommend this book.
interessantes Buch, teilweise etwas lange. Spannend, wie das Buch ein Rennen darstellt und dazwischen Rückblenden erfolgen. Erzählt die Geschichte eines Sportlers aus Sicht seines Freundes, eines Journalisten.
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Die Geschichte, die Erzählung dieses Stuck persönlicher Erinnerung wurde zweifelsohne gut geschrieben, aber der Verfasser bietet kein leichtes Kost. Gerne würde ich von jemandem hören, der oder die sich intensiv mit Siegfried Lenz sich gefasst hat, warum er es für nötig hielt, den "Bewustsseinstrom" à la James Joyce oder Hermann Broch oder Virginia Woolf für "Brot und Spiele" zu verwenden. Die vorerwähnte Schriftsteller hatten allerdings ihren Grunde: Gedanken von der Person aus als ein Strom des Bewsuseins beschrieben, aber hier sind die Gedanken auf einen anderen Mensch konzentriert, nicht Gedanken über sich. Es ist finster und bitter jene Erzählung von Bort und Spiele (warum dieser Titel?-Spiel das Laufen-Brot sein materielle Ehrgeiz), ach so bitter. Die Hauptperson des Romans ist der Langstreckenläufer Bert Buchner. Sein Schicksal sowie sein letzes Rennen wurde von seinem damaligen Freunde beschrieben. Es gibt offentsichlich ganz absichtliche schroffe, unerwartete plötzliche Änderungen ohne Vorwarnung gefasst, aus der Erinnerungen des Freundes des Kontraheldes vom laufenden Rennen in die Vergangenheit und zurück. Damalig ist der IchErzähler weil dieser Freund fühlt sich von Buchner betrogen worden. Buchner spielt nicht fair, Buchner ist ausschliesslich aus Ergeiz gebaut, ginge über Leichen wie es im Sprichwort heisst. Dr Schatten der Vergangheit, der Diktatur vom "Schnurrbart", liegt scxhwer wie schwule Donnerwetter über diesem schönen unschönen Roman. Lenz, wie Gunther Grass und Heinrich Böll, gehört zu den Establioshmentschriftstellern der Bundesrepublik. Insofern ist dieser Roman ein Propagandastuck in der Tradition des Sovietischen Realismus. Man kommt nicht davon weg, dieser Roman ist begrenzt, geshichtlich begrenzt, trotzdem mit bewundungswerte Energie und Einsatz geschrieben. Letzte Bemerkung-der Verfasser darf wohl sich für den Bewsusseinstrom sich entscheiden, aber es musste wirklich nicht sein, daß der Verlag solche engere Seitenränder vorliege. Absicht? Es scheint tradition zu sein, daß Verläge in Deutschland ausgerechnet sämtliche deutschen Klassiker misachten in dem sie schlechten, zweitklassigen Ausgaben herausgeben (man muß nur an den unverschämt schlechten erbärmlichen Reklamserie denken!) Vielleicht handelt es sich hier also tatsächlich um Absicht: zum deutschen Schuld gehört auch, daß deutsche Klassiker, auch Systemtreue und "Bewältigungsgeschichte" wie dieser Roman von Siegfried Lenz unbestreitbar ist, es nicht verdient haben, respektvoll betrachtet bzw. veröffentlicht zu werden. Hier geht es nicht um Vergnügen Freunde, noch weniger um schönene Kunst, es geht hier um der Entsühnung. Der Verfasser könnte nur dieser Aufassung sein.