Tilman ist jung, und er braucht Geld. Kurz entschlossen heuert er als Stadtführer – in Berlin "Stadtbilderklärer" genannt – auf einem Ausflugsschiff an und stürzt sich in den Dschungel der Berliner Tourismusbranche. Er kämpft mit Bayern, die nicht Deutsch sprechen, trotzt Sturm und Hagel sowie erbosten Senioren und macht aus gelangweilten fränkischen Schülern eine fanatisierte Masse begeisterter Berlinfreunde. Bald bringt ihn nichts mehr aus dem Konzept, und er findet sogar Antworten auf die wichtigsten Fragen jedes Berlintouristen.
Was für ein Blödsinn. Zweifellos können Touristen blöde Fragen stellen, aber wie der Ich-Erzähler darauf antwortet ist einfach hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen. Auch schweift er oft ab, als würde er die Gelegenheit nutzen wollen, von ihm zu anderen Themen erdachte, nur vermeintlich witzige, Ideen zum Besten zu geben.
Ich habe das Hörbuch in der Bücherei gefunden und mitgenommen. Erst zu Hause habe ich mitbekommen, dass das Ganze eine Live-Lesung ist, und wohl auch nicht alle Kapitel aus dem Buch erzählt werden. Aber egal. Nebenher als Strickbegleitmusik bestimmt ganz lustig.
Denkste.
Zunächst finde ich, dass Tilman Birr keine gute Vorlesestimme hat. Anscheinend ist er eine Art Kabarettist, vielleicht ist er da anders, aber diese Lesung war die ganze Zeit über ein Dümpeln von vermeintlich witzigen Szenen und Begebenheiten. Oft hatte ich das Gefühl, es werden Situationen einfach nur erzeugt bzw. beschrieben, damit Birr dann einen Witz vom Stapel lassen kann. Vieles kam mir auch einfach nur absurd vor, z. B. die Szene in der Kirche vor dem Beichtstuhl, in dem sich ein proletenhafter Spackotyp über Vergebung etc. auslässt. Oder die ellenlange und absolut öde Erzählung vom Motörirgendwas Drummer oder Gitarrist oder was auch immer. Der einzige Grund, warum ich doch zwei Sterne vergeben habe, ist das Kapitel "Hoadabazl". Das wird von Birr so genial gelesen, dass ich wirklich Tränen gelacht habe. Zwar ist auch diese Geschichte ein bisserl affig - er hätte ja den Bayern einfach nur um Hochdeutsch bitten müssen, das wäre schon gegangen - aber dann hätte man halt den Sketch nicht machen können. Aber genauso stelle ich es mir als Bayerin vor, wenn ich was erzähle, und der andere versteht eben nur Bahnhof.
Insgesamt also sehr enttäuschend und überflüssig. Vielleicht hätte mir das Buch besser gefallen.
ganz nett für zwischendurch, aber oft hat man den Eindruck der Autor wollte ein Thema unbedingt irgendwie mit ins Buch quetschen... und was die Story mit der Mitbewohnerin sollte erschließt sich mir auch nicht ganz... klingt nach einem persönlichen Ereignis das der Autor reingebracht hat um eine tatsächlich so abgelaufene Story für sich zu verarbeiten und derjenigen reinzuwürgen...
Ich staune selber noch, aber irgendwie ist es mir zweimal in diesem Jahr gelungen, ein Buch zu finden, das GENAU mein Leben beschreibt. Obwohl ich "Mein Sardinien" von Hans-Ulrich Treichel wirklich keinem anderen empfehlen kann (es sei denn, er wohne in West-Berlin und habe mal eine sardische Freundin aus dem Sulcis-Iglesiante gehabt), könnte "On se left you see se Siegessäule" doch ein breiteres Publikum ansprechen. Hier geht es wohl um Berlin, Menschen, und die Suche nach dem richtigen Beruf nach dem Studium -- Themen, mit denen sich viele auseinandergesetzt haben.
Wer denn aber auch als Guide (besonders in Berlin, und selbst as Zugezogener) gearbeitet hat, wird eben noch mehr vom Buch haben. Selbst wenn Berlin sich seit 2012 verändert hat, da erkennt man noch sehr gut die ganzen komischen Situationen, die auftauchen, wenn man mit Touristen arbeitet. Birr übertreibt manchmal ein bisschen, aber wirklich nur ein kleines bisschen. Wer nie als Guide gearbeitet hat, hält das wahrscheinlich alles für Fantasie-Geschichten, aber truth is stranger than fiction!
Für mich ein 5, für Otto Normalverbraucher ein 3, deswegen der durchschnitt als 4.
Purchased this book in Berlin in 2015. The German level is basically perfect for me. However -- much like my recent experience with Don Quixote -- I noticed that the stories kept seeming all basically the same, and it all felt very repetitive. I read the first 145 pages, and then read the last chapter. I don't feel like I missed a thing, by skipping the in-between.
This entire review has been hidden because of spoilers.
This book was okay- not bad or good, just okay. Partially the jokes were a bit forced or over the top, but after all it was a short somewhat entertaining story...
Der Autor Tilman hat Geschichte studiert und sich in verschiedenen Berufen versucht. Leider hat er überall mehr oder weniger kläglich versagt. Also will er nicht mehr, was er nicht haben kann. Leute, die "normale" Jobs haben, sind sowieso langweilig. Sie haben aufgegeben, hassen ihren Job, hassen ihre Partner, haben ein scheußliches Leben. Also sucht sich Tilman einen Slacker-Job ohne Verantwortung, ohne Stress, ohne Überwachung durch den Chef. Folglich ist er sehr erfreut, als er einen Job auf einem Schiff als Tourguide bzw. auf Ost-Sprech "Stadtbilderklärer" bekommt. Er erzählt auf Deutsch und Englisch etwas über die Sehenswürdigkeiten von Berlin. Er hat interessante Unterhaltungen mit dem Schiffskellner Klaus, einem eingefleischten und recht kleingeistigen Ostberliner, der noch nie irgendwo war, für den aber klar ist, dass Berlin sowieso am besten ist. Tilman hat Probleme mit seinen WG-Genossen, auch Anna fremdelt immer mehr, er weiß nicht wieso. Tilman hat Voruteile gegenüber Franzosen, Engländern, Amis, Spaniern. Sein Kollege Martin, der der beliebteste Stadtbilderkärer ist, wird paranoid. Die meisten ausländischen Touristen interessiert die Nazi-Vergangenheit der Stadt mit Abstand am meisten. Tilman trifft in einer Rockerkneipe Lemmy von Motorhead und hängt mit ihm ab.
Als die Reederei nach der Saison beschliesst, die menschlichen Führer durch Audioguides zu ersetzen, hat er ein Problem. Doch glücklicherweise findet er einen anderen Slacker-Job in der Tourismusbranche.
Das Buch gibt sich autobiografisch. Wieviel davon authentisch ist und wieviel erfunden, kann ich natürlich nicht sagen. Sicher ist vieles zumindest aufgebretzelt, das ist nicht zu übersehen. Anfangs irritierte mich das Buch und vor allem die Slacker-Einstellung des Autoren etwas, dann fand ich es doch noch recht amüsant.
It started off ok with some funny moments, somewhere around three stars but by half way had turned into mindless dribble (as other reviews have stated). Only finished it because it's the only book I've got with me, and being back in Berlin it felt like I should.
Einige sehr lustige Passagen gab es,aber bei manchen Kapiteln hab ich mich einfach gefragt: Warum nur?!War nicht immer mein Humor, hatte mehr erwartet...