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Der Journalist und Autor Daniel Glattauer, selbst erfahrener Gerichtsberichterstatter, schildert in seinem neuen Roman mit viel Wissen, Einfühlungsvermögen und einer gehörigen Portion Sarkasmus das Gerichtsdrama eines geständigen Mörders, der wegen seiner Unbescholtenheit und des Fehlens eines ersichtlichen Tatmotivs wider Willen zur Unschuld verurteilt erscheint. Höchst amüsiert verfolgt man seine verzweifelten Versuche, im immer grotesker werdenden Verhandlungsverlauf als geständiger Mörder endlich ernst genommen und bestraft zu werden.
Glattauer schildert die Justizwelt mit jenem scharfen Blick für skurrile Alltagsdetails, den er auch mit seiner Kolumnensammlung Die Ameisenzählung bewiesen hat. Er lässt dabei seinen Protagonisten den eigenen Fall in einem präzisen, pointierten Stil erzählen, der durch formelhafte Wiederholungen manchmal den suggestiven Charme einer Litanei entwickelt. Dank dieser sprachlichen Qualitäten wird man auch über den auf die Folter spannenden Umstand hinweggetröstet, dass natürlich alles auf die Frage nach dem Warum des Mordes hinausläuft.
Was zuerst als etwas schematisches Romankonzept erscheinen mag, erweist sich im Nachhinein als durchaus durchtriebenes Vexierspiel mit verschiedenen motivischen Aspekten. Seine "größte Stärke und Schwäche", so der Protagonist über sich selbst, sei es, "Erwartungen zu erfüllen". Die gespannten Erwartungen an die Auflösung der Warum-Frage werden von Glattauer schließlich auf originelle, selbstironische Weise, wenn auch etwas zu gründlich erfüllt, sodass man am Ende fast bedauert, sagen zu können: keine weiteren Fragen. --Mathis Zojer
320 pages, Hardcover
First published December 10, 2002
Mi locura no era haber cometido aquel acto, por el cual tenían que condenarme; aquel asesinato había sido la excepción que confirmaba mi locura. Mi locura era dominar las reglas de la normalidad mejor que las personas normales; así me había educado y así había vivido.