Stephanie Quitterer backt Tag für Tag Kuchen und klingelt an fremden Wohnungstüren. Sie wettet, dass sie endlich ihre Nachbarn kennenlernt. Ein ansteckendes Experiment mit 200 Kuchen und eine charmante Geschichte über Fremdwohnungssehnsucht, Nachbarschaft und Freundschaft.
Eine tolle Idee - Eine Wette mit sich selbst - 200 Kuchen und viele interessante/skurrile/spannende Begegnungen in der Nachbarschaft später und auch im Kopf des Lesers ist viel passiert! Weg mit dem Schubladendenken! Die Autorin schreibt intelligent und lässt einen nachdenken, aber auch schmunzeln! Und wer beim Lesen wie ich schon Kuchengelüste bekommt kann eines der vielen enthaltenen Rezepte nachbacken :)
Man kann auch eine Wette mit sich selber eingehen und so wettet Stephanie Quitterer mit sich, und ein wenig auch mit ihrem Mann Tom, dass sie 200 Kuchen backen wird, und sich damit jeden Tag bei einem Fremden einlädt. Dieses Buch macht Mut, die eigenen Grenzen zu überschreiten und nicht immer so schnell mit einer Schublade zur Hand zu sein, in die man seine Mitmenschen steckt. Am Ende dieser Wette, hat die Autorin neue Freunde gewonnen, viele Erfahrungen und Eindrücke gesammelt und nicht zuletzt auch dieses Buch geschrieben. Ich empfand es als sehr motivierend, die eigenen ausgetretenen Pfade zu verlassen und auf andere zuzugehen.
Weg mit den Vorurteilen - Lernt die Nachbarschaft kennen!
Das ist die Hauptaussage des Buches, die ich zu 100% unterschreibe. Wer kennt es nicht? Man zieht in eine neue Wohnung, weiß aber gar nicht, wer seine Nachbarn sind. Man sieht sie mal im Treppenhaus, den gepiercten jungen Mann oder die alte griesgrämig dreinschauende Dame, und schon hat man sie in eine bestimmte Schublade gesteckt.
Stephanie Quitterer hatte auch dieses Schubladendenken. In ihrer Elternzeit kommt ihr - zuerst mehr aus Jux - die Idee, einfach mit einem Kuchen und allen anderen Zutaten, die man so für ein Kaffekränzchen braucht, bei ihren Nachbarn zu klingeln und sich selbst einzuladen. 200 Tage lag - 200 Besuche.
Die Autorin beschreibt erfrischend ihre positiven und negativen Erfahrungen während dieses Experiments. Nicht immer wird sie hereingelassen und klingelt sich an manchen Tagen einen Wolf - aber wenn sie erstmal drin ist, entdeckt sie, wie wunderbar verschieden und einzigartig die Menschen sind. Und wir herzlich sie aufgenommen wird.
Ich fand es einfach wunderbar, wie ehrlich Stephanie Quitterer auch sich selbst und ihre Reaktionen beschreibt. Dabei regt sie sehr zum nachdenken an, auch über sein eigenes Verhalten. Trotzdem schreibt sie mit so viel Witz und Humor, dass ich mehr als einmal schmunzeln musste.
Während ihres Projekts beginnt sie einen Blog, indem sie über ihre täglichen Hausbesuche berichtet. Dieser existiert noch, ihr könnt gerne mal hier einen Blick drauf werfen :)
Das Buch beinhaltet aber nicht nur die Beschreibungen von den Hausbesuchen. Die Autorin führt beispielsweise witzige Statistiken, in denen sie aufzählt, an wie vielen Türen sie geklingelt hat, wie viele Ossis, Wessis bzw. Menschen mit Migrationshintergrund die Tür aufgemacht haben, in welchem Stock ihr wie viele Türen geöffnet wurden etc. Das ist immer ein interessanter Einschub. Außerdem hebt sie Highlights wie die schönsten Wohnungen oder die schönsten Kommentare auf ihrem Blog hervor. Außerdem gibt sie herrlich selbstironisch einige Rezepte ihrer Kuchen an, die sie in der Zeit gebacken habt. Aber nicht wie in einem Backbuch, sondern herrlich ehrlich. Ich habe zwar noch keins ausprobiert, die Lust aufs Backen ist aber auf jeden Fall gestiegen.
Obwohl ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen habe (ich konnte es nicht mehr weglegen), eignet es sich auch super aufgrund seines Aufbaus für das Lesen in kleinen Häppchen. Man ist - auch nach einer Pause - wieder schnell in der Geschichte drin.
Fazit: Ein tolles Buch, das auf eine charmante Weise deutlich macht, dass man doch auch mal seinen Nachbarn kennenlernen sollte - weg mit dem Schubladendenken und den Vorurteilen. Von mir gibt es 5 Sterne!
Stephanie Quitterers Leben veränderte sich plötzlich sehr schnell. Sie wurde schwanger, unterbrach ihre Arbeit am Theater und zog zu ihrem Freund in einen neuen Stadtteil, indem auf engem Raum viele tausende Menschen leben. Sie fragte sich, wie die Menschen dort wohl leben mögen. Dann begann eine fixe Idee in ihrem Kopf heranzureifen: Wie wäre es, seine Nachbarschaft zu entdecken? Man könnte sich auf Kaffee und Kuchen selbst einladen und so herausfinden, wie die eigenen Nachbarn so leben und wer sie eigentlich sind.
Und so beschloss sie, 200 Tage lang einen Kuchen zu backen und damit so lange an Türen zu klingeln, bis sie täglich eine Person für einen kleinen Plausch hereinlässt.
Stephanies Freund ist skeptisch; auch weil Stephanie eigentlich ein sehr schüchterner Mensch ist, und auch Stephanie verliert bei unzähligen erfolglosen Klingelversuchen schon mal den Mut. Doch jedes Mal, wenn sie jemand hereingelassen hat, ist sie früh über ihr Projekt, weil sie so tolle und interessante Menschen kennen lernt.
Dieses Projekt wird dadurch so amüsant für den Leser, weil wir alle Vorurteile haben. Natürlich bedienen auch einige ihrer Nachbarn die Klischees, nach denen sie aussehen, doch die Botschaft des Buches ist, dass Stephanie eine Menge Freunde gewinnt, lernt, sich anderen gegenüber zu öffnen und das Toleranz sehr wichtig ist.
Das Buch liest sich angenehm leicht und enthält viele amüsante Anekdoten und Begegnungen. Dazu beginnt jedes Kapitel mit einem Kuchenrezept. Mir hat Hausbesuche super gut gefallen und ich empfehle jedem, einen Blick ins Buch zu werfen!
Stephanie ist in Elternzeit und lebt in Berlin. Als Mutter gehört sie plötzlich zum Feindbild. Als eine alte Freundin ihres Mannes sie als „auch eine von denen“ beschimpft, plant sie, Vorurteilen den Kampf anzusagen. Bewaffnet mit Kuchen, Kaffeepulver und Teesortimenten klingelt sie sich die Finger wund. Und wird tatsächlich eingelassen. Neben vielen Muttersein-wasnun-Büchern ist dieses erholsam. Denn Stephanie Quitterer kommt nicht nur mit einer eigentlich traditionellen und darum so innovativen Idee daher, sie hat auch auf vieles einen anderen Blickwinkel. Erstens lebt sie eben nicht in einem jener Berliner Viertel, in denen der Kinderwagen zum guten Ton gehört. Vielmehr begegnet ihr als Mutter Argwohn. Und dann auch noch eine Zugezogene. Zweitens ist sie gerade nicht der extrovertierte Typ, der leicht auf fremde Menschen zugeht. An Türen klingeln ist für sie nicht Selbsterfüllung, sondern Überwindung. Herrlich ehrlich, bisweilen ironisch, oft aber einfach nur nachdenklich und erfrischen klar ist ihr Blick. Die Angst vor der Festung, dem Nobel-Wohnhaus der Straße. Die Überraschung, eingelassen zu werden. Das Kennenlernen – oder auch nur flüchtiger Erhaschen eines Blicks. Mit Neugier für Mensch und Wohnraum geht die junge Mutter ans Werk. Und ist vieles, aber keine Freizeit-Bäckerin. Dabei geht die Autorin nicht nur auf die Frage nach der Gentrifizierung Berlins ein, sondern lässt Raum für persönliche Schicksale. Wie den Mann, in dessen Wohnung nicht mehr als eine Matratze ist. Oder die Frau, deren Sohn mit 12 tödlich verunglückte, und die einfach nicht wegziehen kann. Aber auch das schwule Pärchen mit den zwei Töchtern oder der betriebsame Arzt. Alle wohnen sie in einem Viertel, manchmal Tür an Tür. Ohne den anderen zu kennen. Sinnbild dieser Frage nach dem Nachbarn ist Astrid, bei der Stephanie mit Kuchen am Tisch saß, die ihrerseits Neugierig auf den eigenen Nachbarn ist. Die Anonymität der Großstadt wird auf skurrile Weise zur Schau gestellt und an der Nase herumgeführt. Bis sie vor einem Kuchen anlangt, der gegessen werden soll. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Bisweilen ist dann auch die Tochter dabei, begeistert über fremde Menschen, neue Gesichter, Eindrücke und Ablenkung. Doch natürlich ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Viele Türen bleiben geschlossen. Stephanie muss mit Ablehnung und Zurückweisungen umgehen. Sie wird angeschrien und nicht zuletzt ausgelacht – vom eigenen Mann. Der schwankt zwischen Spott und extremer Besorgnis. Nicht nur die Faszination des Fremden hinter der nächsten Tür ist da, auch die Angst davor. Und selbst Stephanie kennt sie, will die Fremden, die nun auch sie besuchen, gar nicht reinlassen. Ein Paradox der Selbsterkenntnis. Das entstandene Buch ist nicht etwa eine Sammlung von Blogbeiträgen, sondern sorgfältig ausgewählt und mit einem roten Faden versehen. Jedem Kapitel ist ein Rezept vorangestellt, dass es mich in den Fingern juckt, den Backofen anzuschmeißen. Vom Entstehen der Wette mit sich selbst, bis zum letzten Hausbesuch, denkwürdig, vollkommen vielleicht. Dazwischen aber auch Mußetage, innere Überlegungen und die Entwicklung des Blogs parallel zu dem der Kuchenwette. So wird Hausbesuche auch zu einem Buch über das Bloggen, über das Leben an sich. Über Streitereien, lange Nächte, neue Dinge. Mit einem denkwürdigen Ergebnis. Eine Nachbarschaft ist entstanden.
Was für ein geiles Buch. Was für ein absolut wunderbares Buch! Ich dachte, es wird so irgendwas flaches, von wegen: Back ich mal ein paar Kuchen und klingel bei den Nachbarn. Aber nein: die Idee scheint simpel und verrückt in unserer individualistischen Großstadt-Welt des Nebeneinander-her-Lebens, aber sie lässt einen echt nachdenken. Über Vorurteile, geistige Schubladen, über Stereotypen, über Fremde und nicht-ganz-so-Fremde und Nettigkeit zu ihnen, über leben und nicht nur wohnen in einer Stadt... Und während diese Passagen ziemlich ernst rüber gebracht werden und zum Nachdenken, Diskutieren und Nachmachen anregen, sind andere Stellen "laugh out loud" funny - angefangen mit den Rezepten, nicht endend bei der Beschreibung vom Baby. Am Ende der Lektüre möchte ich das Buch jedem Verwandten und Bekannten empfehlen, es noch einmal lesen, und dann selbst "Fremdkaffees" trinken gehen. Wenn ich nur nicht in einem 140-Seelen-Dorf wohnen würde... Oder gerade deshalb. - Seht ihr, da fängt das Nachdenken über die lieben Nachbarn, die eigenen Vorurteile ("Die sind doch alle nicht so interessant wie die Menschen in der Großstadt!") und Nettigkeit schon an.
Ein wunderbares Buch über (oder besser gegen) Vorurteile und Schubladendenken. Mit leckeren Rezepten und einer gewaltigen Portion Mut! Liebe Stephanie, vielen Dank für dieses tolle Buch! Danke, für diese schönen, lustigen, verrückten, aber vor allem einzigartigen Geschichten!
Eine klasse Idee von der Autorin Stephanie Quitterer: Man backe einen Kuchen und ziehe mit Selbigem los um mit fremden Nachbarn Kaffeekränzchen zu halten. Sehr witzig finde ich auch die Statistiken zwischendrin. Die Rezepte in diesem Buch habe ich noch nicht ausprobiert, kann also dazu noch keine Meinung abgeben, werde aber voraussichtlich das Schokobrot mal ausprobieren, denn das Rezept dafür klingt sehr fatal. Das Buch bzw. Das Projekt der Autorin hält einem selbst einen Spiegel hin und zeigt auf wie schnell man selbst seine Mitmenschen gedanklich verurteilt/ beurteilt. Diese Geschichte oder vielmehr dieser Erfahrungsbericht macht zum Einen Lust aufs Backen zum anderen seine Nachbarn/ Mitmenschen besser oder überhaupt kennenlernen zu wollen.