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Panikherz

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Abschied von der Benjamin von Stuckrad-Barres ComebackEr wollte genau da zu den Helden, in die rauschhaften Nächte – dahin, wo die Musik spielt. Erst hinter und dann auf die Bühne. Unglaublich schnell kam er an, stürzte sich hinein und ging darin fast verloren. Udo Lindenbergs rebellische Märchenlieder prägten und verführten ihn, doch Udo selbst wird Freund und später Retter. Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt eine Geschichte, wie man sie sich nicht ausdenken Er wollte den Rockstar-Taumel und das Rockstar-Leben, bekam beides und folgerichtig auch den Rockstar-Absturz. Früher Ruhm, Realitätsverlust, Drogenabhängigkeit. Und nun eine Selbstfindung am dafür unwahrscheinlichsten Ort – im mythenumrankten »Chateau Marmont« in Hollywood, in das ihn Udo führte. Was als Rückzug und Klausur geplant war, erweist sich als Rückkehr ins Schreiben und in ein Leben als Roman. Drumherum tobt der Rausch, der Erzähler bleibt diesmal nüchtern. Schreibend erinnert er sich an seine Träume und Helden – und trifft viele von ihnen wieder. Mit Bret Easton Ellis inspiziert er einen Duschvorhang, er begegnet Westernhagen beim Arzt und Courtney Love in der Raucherecke und geht mit Thomas Gottschalk zum Konzert von Brian Wilson. Andere sind tot und werden doch gegenwärtig, Kurt Cobain, Helmut Dietl.Stuckrad-Barre erzählt mit seiner eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre. »Panikherz« ist eine Reise in die Nacht, eine Suche nach Wahrheit, eine Rückkehr aus dem Nebel.

541 pages, Kindle Edition

First published March 10, 2016

177 people are currently reading
2301 people want to read

About the author

Benjamin von Stuckrad-Barre

22 books334 followers
Possibly Germany’s most well-known young author of the past 15 years, von Stuckrad-Barre stands at the forefront of a new literary movement that moved from Germany’s wartime past and into the 21st century.

After working for Rolling Stone, von Stuckrad-Barre’s 1998 book Soloalbum (written when he was only 23) captured the emotions of young love to the soundtrack of Oasis and Pearl Jam. After the follow-up Livealbum, von Stuckrad-Barre embarked on various ambitious projects. His self-described goal has always been to reflect “what is going on [in the world]”, and he continues to do so in unconventional ways, sometimes being refered to as the ‘bad boy’ of the German literary scene.

(Source: Goethe Institut http://www.goethe.de/ins/us/was/prj/z...)

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Displaying 1 - 30 of 171 reviews
Profile Image for Felix.
6 reviews51 followers
March 16, 2016
friedrich küppersbusch meint in seiner rezension auf spiegel.de, das neue buch von benjamin stuckrad-barre sei „geil“. ich finde das wort geil eher ungeil und fand das buch einfach ziemlich gut.

tatsächlich habe ich mir das buch, wie ein sehr gute fernsehserie, in andertalb binge-sitzungen, übers letzte wochenende, am stück reingezogen. eine staffel fernsehserie dauert so in etwa 8 bis 14 stunden, je nachdem wie viele folgen sie hat, das panikherz zu lesen, dauert, laut kindle-app, ca. 14 stunden. dass ich nun ausgerechnet benjamin stuckrad-barre binge-gelesen habe und die anderen, ganz sicher sehr tollen bücher auf meinem bücherstapel, neben dem bett, weiter ungelesenes papier sein lasse (sogar bov’s unzweifelhaft grandioses auerhaus ) hatte zwei gründe. ich hatte gerade ein bisschen die nase voll vom fernsehserien gucken und ich hatte so eine ahnung.

nachdem ich die rezension von küppersbusch und eine von helene hegemann gelesen hatte, war ich sicher, dass mir das buch sehr gefallen würde. in beiden rezensionen wurde klar, dass sich stuckrad-barre in panikherz, unter anderem, mit prominenten trifft und darüber schreibt. das roch sehr angenehm nach deutsches theater , meinem lieblingsbuch von stuckrad-barre, in dem er ironisch distanziert, aber teilweise mit viel herz und zuneigung, über prominente schreibt, die er besucht. 2010 gab’s dazu eine fortsetzung, so steht’s zumindest im klappentext von auch deutsche unter den opfern . nur: auch deutsche unter den opfern hatte mir damals (bis heute) niemand empfohlen.

nicht dass ich auf das urteil oder empfehlungen von helene hegemann besonders viel geben würde, aber ich muss nachträglich sagen, sie hat in ihrer rezension den geist des buches ziemlich gut auf den punkt gebracht:
Wo normalerweise effekthascherische Ausführungen darüber erfolgen, wie schlimm alles ist und wie ernst man sich trotzdem nimmt, wird hier alles, was so schlimm ist, mit einer selbstironischen, total klaren und unzynischen Traurigkeit abgearbeitet, die rührend und abschreckend und erhellend und in ihrer, ja, Liebenswürdigkeit wirklich, wirklich wichtig ist.

bevor ich panikherz gelesen hatte, hielt ich die aufgeregtheit ihrer rezension um den „Teufelskreis von Depression und Selbstmedikamention“, das „ganz unten ankommen“ und die todesnähe von benjamin stuckrad-barre für übertrieben und erwartete im buch, neben den begegnungen mit prominenten, eher eine öde, morgenmagazinige drogenbeichte: „och ja, hab halt n bisschen viel gekokst, hab mir einmal beinahe auf die maßschuhe gekotzt und am ende musste ich dann die villa im tessin verkloppen.“

natürlich hatte hegemann recht (sie hatte das buch ja auch schon gelesen) und ich nicht, mit meinen bescheuerten vorurteilen. die „selbstironische, total klare und unzynische“ art, mit der benjamin stuckrad-barre die jahre seiner manischen sucht erzählt, ging mir wirklich nah. obwohl sich stuckrad-barre jeden pathos in seiner erzählung verkneift, ausser bei seinem hemmungslosen enthusiasmus und fantum, vor allem gegenüber udo lindenberg, haben mich manche teile der erzählung tief berührt und gerührt.

für mich am erstaunlichsten war, wie nachvollziehbar das alles erzählt ist, auch wenn mir der lebenstil von benjamin stuckrad-barre fremder nicht sein könnte. die charaktereigenschaften, die er am helden seiner autobiographie herausarbeitet, die irre eitelkeit, das besessene achten auf äusserlichkeiten und klamotten, seine tiefe liebe zur musik, seine (wahrscheinlich gut entlohnte) zuneigung zum verkackten springer-verlag und seine überbordenden emotionen und ekstatik — damit kann ich in meinem leben wenig anfangen. meine serotonin-produktion reicht offenbar aus, um mich in einen dauerzustand bräsiger selbstzufriedenheit zu versetzen.

aber ich erkannte auch gemeinsamkeiten. udo lindenberg fand ich immer ganz lustig, über den songtext von renate von stich konnte ich mich damals kaputtlachen, stark wie zwei hab ich mir mehr oder weniger am erscheinungstag geholt und cello kann ich stundenlang in dauerschleife hören. und, jetzt kommts raus, ich will so schreiben können wie benjamin stuckrad-barre. ich war nie ein ausgesprochener fan von benjamin stuckrad-barre, ich hab wenig bücher von ihm gelesen und noch weniger gut gefunden, ich fand all die fernsehauftritte, die ich von ihm sah, doof, aber das was er in deutsches theater und jetzt in panikherz veranstaltet hat, das nötigt mir eifersucht und bewunderung ab. benjamin stuckrad-barre beschreibt dieses gefühl in panikherz auf den punkt genau:
Und dann kündigte [Harald Schmidt] den Gast Adam Green an, dessen ödes Songwriterschluffitum gerade der heiße Scheiß war, obendrein hatter er ein Gedichtbändlein bei SUHRKAMP veröffentlicht und war also der Hipster der Saison, ekelhaft — beziehungsweise schade, dass ich selbst das nicht war.

ich bewundere aufrichtig die fähigkeit von benjamin stuckrad-barre, situationen und menschen gleichzeitig glasklar und ambivalent zu beschreiben, ironische distanz mit aufrichtiger bewunderung zu kombinieren. er schafft es, assoziationsketten und metaebenen in luftige höhen zu schrauben und doch immer wieder heile unten anzukommen.

einerseits weil die kindle-app, mit der ich das buch vor allem auf meinem laptop gelesen habe, kein copy und paste erlaubt und andererseits weil mir viele passagen im buch so irre gut gefielen, habe ich während des lesens, das halbe buch ungefähr zwanzigtausend zeichen abgetippt. ich bilde mir ein, dass ich so dem text ein bisschen näher gekommen bin, ein bisschen so, wie ich immer die quelltexte von webseiten oder anwendungen lese, um zu verstehen wie man solche sachen baut.

natürlich ist das eine völlig absurde hoffnung durchs lesen oder abschreiben oder intensives studium eines fremden schreibstils, selbst besser schreiben zu lernen, aber dass wir alle auf den schultern von (grösseren oder kleineren) giganten stehen hat benjamin stuckrad-barre selbst wunderbar beschrieben:
So wie ich direkt nach dem Abitur zur Musikmesse »Popkomm« nach Köln gefahren war mit hochstaplerischen Visitenkarten, die ich bei Karstadt in einem Automaten angefertigt hatte […], und durch Nachahmung vorgefundener Sprech- und Verhaltensweisen und Akzentuierung vorhandener PERSÖNLICHKEITSMERKMALE dann einfach Musikjournalist wurde; durch Hören sehr alter Platten und Biertrinken: Rolling-Stone-Redakteur; durch eng sitzende Ployesteroberteile und gute Laune: Plattenfirmenmitarbeiter; durch Kaputtheitsmitteilungsdrang und Welterschöpfung: Buchautor; durch Zukurzgekommenen-Sarkasmus: Schmidt-Witzeschreiber; durch Lichtsucht: Fernsehdepp — und, möglicherweise, durch all das zusammen schließlich: Essgestörter.

ich bewundere die ständig aufflammende scharfsinnigkeit von benjamin stuckrad-barre, beim beschreiben von alltagssituationen, ich beobachtete mich beim lesen öfter beim innerlichen nicken und zustimmen, als beim kopfschütteln und „du oberflächlicher depp“-denken. auch wenn benjamin stuckrad-barre zum ende des buches etwas ins schwadronieren gerät und stellenweise etwas arg viel über musik tönt, das buch ist so vollgestopft mit klugen alltagsbeobachtungen, liebevollen parodien und weltdeutungen, dass es mir möglicherweise noch jahrelang als zitatschatzkammer dienen wird.
Wenn uns Menschen irgendwer oder irgendwas — sei es JENES HÖHERE WESEN oder auch nur ein Satellit — zuschaut hier unten, muss doch denken, wir spinnen. Manchmal schaue ich mir Ameisen an, wie die da auf einem halben Quadratmeter stundenlang vor sich hin schuften, extrem dizispliniert und offenkundig von keinem Zweifel angekrankt, dieses Sandkorn, das muss jetzt aber so was von dringend nach da drüben transportiert werden und immer so weiter — und dann denke ich, das ist doch vollkommen irre, wozu denn die Hektik, warum so beflissen, was sind denn das für Prioritäten? Wenigstens nicht ganz so beeilen müsstet ihr euch! Das mit dem Sandkorn — hat das nicht, auf den Weltenlauf umgerechnet, eventuell auch Zeit bis morgen, übermorgen?

neben dem schreibstil- und zitate-bergbau diente mir das buch aber auch als vertiefung von ahnungen und längst vorhandenen überzeugungen. es zeigt, vor allem im ersten teil des buches, wie wichtig, und wie schwer es ist, leidenschaften zu entwickeln. wir brauchen dafür mentoren, lehrer, freunde, zufälle und mitunter zeit. es ist für alle beteiligten nicht immer ganz leicht die qualitäten oder den nutzen der leidenschaften zu erkennen, oder sie mit den erwartungen ans leben übereinzubringen. das buch zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass es leute gibt die sich an den rand bewegen, die die linien überschreiten, die die meisten nicht überschreiten wollen oder können und von dort berichten. wenn die, die diese grenzen überschreiten, auch noch anständig schreiben, berichten oder musizieren können und uns von ihren erfahrungen so berichten können, dass wir auf irgendeiner ebene etwas davon rezipieren können, haben sie einen teil der mission erfüllt. der andere teil der mission ist natürlich, sich selbst wieder zu fangen, zu ihren ursprüngen zurückzukehren, oder wie benjamin stuckrad-barre das in einem angenehmen anflug von pathos ganz einfach sagt: „nach hause kommen“. ich finde, beides ist benjamin stuckrad-barre ziemlich gut gelungen.
Profile Image for Steffi.
1,123 reviews272 followers
May 19, 2020
Absolut lesenswert, oder in diesem Fall hörenswert (da vom Autor selbst gesprochen).

Da ich nur leider so hörbuchuntauglich bin, erstreckte sich die "Lektüre" dieses Buches über einen sehr langen Zeitraum, sodass ich vieles inzwischen nur noch vage erinnere. Auf jeden Fall habe ich es sehr gemocht, diesen Geschichten zu lauschen. BSB, den ich als extrem unsympathisch und arrogant in Erinnerung hatte, ist mir hier sehr sympathisch geworden. Das liegt daran, dass er in der Rückschau sein jüngeres Ich sehr schonungslos beschreibt, nämlich genau als den Unsympathling, an den ich mich aus so mancher Talkshow erinnere.

Doch wie er seine Fehler, seine Eitelkeiten, seine Drogen- und Essprobleme (selten etwas so Drastisches über Bulimie, und dann auch noch aus Sicht eines Mannes, gelesen) beschreibt... immer mit Distanz und Humor, immer schonungslos und ohne Larmoyanz - das hat mir ungemein gut gefallen. Coolness spielt hier keine Rolle mehr und wenn er beispielsweise davon spricht, dass er den Film Pretty Woman mag (wegen der Musik vor allem, wenn ich mich recht erinnere), oder von seiner engen Freundschaft mit Udo Lindenberg, dann ist das bei so einem ehemals zwanghaft coolen Kotzbrocken beeindruckend. Da hat jemand wirklich den Anspruch, irgendwelchen Rollen zu entsprechen, hinter sich gelassen.
Profile Image for nettebuecherkiste.
687 reviews179 followers
April 30, 2016
Niedersachsen in den Achtzigern. Benjamin von Stuckrad-Barre ist Gymnasiast, Pfarrerssohn, das jüngste von vier Kindern. Seine Brüder bringen in früh mit der Musikkultur in Kontakt, vor allem mit den textgetriebenen Alben des jungen Udo Lindenberg. Benjamin ist fasziniert, da will er hin, da will er dabei sein, Back-Stage, im Umkreis der Musiker und irgenwie schafft er das auch schon in sehr jungen Jahren, schreibt, wird Kritiker. Doch das Leben vieler der Musiker ist nicht nur von Musik, sondern auch von Alkohol und Drogen bestimmt – klar, dass Benjamin auch diesen Teil des Rockmusiklebens abbekommt… 20 Jahre später reist Struckrad-Barre mit dem früheren Idol Udo Lindenberg nach L.A., genauer gesagt in das berühmte Hotel Chateau Marmont in Hollywood – und bleibt. Lindenberg hat gespürt, dass sein Freund Zeit zur Selbstfindung braucht.

Es ist nicht ganz einfach für mich, dieses Buch neutral zu bewerten. Benjamin von Stuckrad-Barre und ich sind beide Jahrgang 1975, vieles, was er schildert, habe ich ähnlich in Erinnerung, etwa den Mauerfall. Und wenn er von Billy Joel erzählt, der mein großer Held war, als ich so um die 14 war, bekomme ich auch in der heißen Badewanne eine Gänsehaut. Ich habe während und nach dem Anhören des Hörbuchs alte CDs rausgekramt, Lindenberg-CDs gekauft, Billy Joel-CDs, die ich bisher nur als MC (!) hatte, auf CD gekauft. (Für die Jüngeren: MC = Musikkassette ;-)).

Den größten Teil des Buchs nimmt jedoch Stuckrad-Barres dramatische Drogenkarriere ein, er berichtet ehrlich und schonungslos, mit einer angemessenen Portion Selbstkritik und -sarkasmus, er schildert, wie so ein Junkie tickt, der zudem noch magersüchtig und/oder bulimisch ist, die Reihe von Entzugskliniken, all dies erlebt der Leser bzw. Hörer hautnah mit. Zwischen den Passagen, die seinen Werdegang beschreiben, springt der Autor immer wieder zurück ins Jahr 2015, ins Chateau Marmont, auch dort trifft er seine Jugendhelden, etwa den Autor Bret Easton-Ellis, macht neue Bekanntschaften, James Franco, Thomas Gottschalk, sieht sich Konzerte früherer Idole an, die leider meistens enttäuschen, da schwingt viel Nostalgie mit. Diese Passagen sind mitunter regelrecht philosophisch, Stuckrad-Barre beweist, dass er mit Sprache umgehen kann, es ist ein Genuss, ihm zuzuhören.

Benjamin von Stuckrad-Barre hat viel erlebt und viel zu erzählen – und er hat das nötige Talent dafür. Er gibt niemandem die Schuld für seine Drogenabhängigkeit, schon gar nicht seiner Familie, die ihn letztendlich rettet. Ich glaube, dass die Familie ihn keineswegs – wie es Maxim Biller im Literarischen Quartett so arrogant in den Raum warf – in die Sucht getrieben hat. Darüber hinaus ist das Buch, wie schon der Titel erkennen lässt, auch eine Hommage an Udo Lindenberg – auch in mir hat Stuckrad-Barre die Udo-Liebe geweckt.

Ein wunderbares, berührendes und spannendes Buch!

Die Hörbuchausgabe ist sehr zu empfehlen, Benjamin von Stuckrad-Barre liest selbst, was bei dieser Autobiografie auch das einzig Richtige ist.
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,021 followers
July 12, 2021
When it comes to German pop literature, Stuckrad-Barre is THE author: He spent all of his career investgating the relations between surface and depth, aesthetics and capitalism, new journalism and literature, distinction and belonging. He has been the heart of the (second wave) movement, following the footsteps of his hero Jörg Fauser (first wave) - but where Fauser went for the underground, the overlooked milieus, Stuckrad-Barre indulged in celebrity, trying to find out how much of a pop star an author can become. And the answer is: A massive popstar.

While his colleague Christian Kracht has managed to fully disappear behind his work by employing an intricate game of pastiche amd make-believe, Stucki put himself out there (and this development is already discernable in the programatic experiment Tristesse Royale. Das popkulturelle Quintett, which features both authors). In his memoir "Panikherz", he now tells this story from the inside: How he, the son of a pastor, became the hottest new writer in the country, how he got a tv show and a slot reading at Europe's biggest rock festival, how he played the celebrity card for funsies, and how he ended up an alcoholic cokehead with bulimia in all seriousness.

This is no gossipy text though: People who are looking for the more scandalous episodes in his life that have been well publicized by the yellow press will be disappointed, as the author does not incriminate or take revenge against (or apologize to, for that matter) anybody; this is solely about him, his triumphs and his failures. And, once more, it's a love letter to music, in this case to Udo Lindenberg who has been his favorite singer since childhood - and how, like in a fairy-tale, Lindenberg helped him to fight his addictions in real life. And for the international audience out there: Stucki also professeses love for L.A., where spends quite some time, e.g. with Bret Easton Ellis - these scenes in the book are hilarious.

This book is, like most texts bis this author, a joy to read, as his narrative voice is precise and playful at the same time, his writing is charismatic and full of drive. He manages to evoke a certain time at a certain place, and by talking about himself, he talks about German literary history - and how crazy is it that this 40-something is already canonic, and that he now writes about his own canonization from the inside, thus also writing about our time, especially pop culture?

Stuckrad-Barre is a key author, and it's a bad joke that he hasn't been translated into English - but it's probably because his texts are not that easy to read for people outside the German-speaking world, as he often refers to people and events that might be unknown to them. On the other hand, don't people who read translated literature intend to learn something about other parts of the world? How can you translate plenty of easily digestible entertainment lit from the German, but not freakin' Benjamin von Stuckrad-Barre, an author who counts and who has already build a legacy?

You can learn more about this book and pop literature in our new podcast episode (in German).
Profile Image for Cara.
76 reviews13 followers
February 12, 2017
Sehr authentisch, sehr bewegend, in der zweiten Hälfte auch sehr erschütternd. Die letzten Kapitel waren mir etwas zu belanglos/ziellos, aber insgesamt ein sehr lesenswertes Buch!

Profile Image for Rudi.
173 reviews45 followers
April 18, 2024
Auch wenn Göttingen im Vergleich zu Rotenburg/Wümme riesig erscheinen mag, war Stuckrad-Barres damals neuer Wohnort doch klein genug, dass immerhin zwei meiner Freunde mit „Benni“ befreundet waren oder ihn zumindest so gut kannten, dass sie mir immer mal wieder voller Zuneigung von ihm, von Benni, erzählten. (Beide, Meike und Christoph, das wurde mir bei der Lektüre von „Panikherz“ immer wieder schmerzlich bewusst, sind viel zu früh gestorben.) In Göttingen war mir Benjamin von Stuckrad-Barre allerdings nur zwei Mal „in echt“ über den Weg gelaufen und hatte leider jeweils vor allem wie ein „anstrengendes Kind“ auf mich gewirkt: einmal, um 1996, auf einer Fete Meikes, die er innerhalb kürzester Zeit sprengte, und einmal auf Christophs Literaturherbst 2003, bei dem Joe Jackson, der in meinem Verlag die deutsche Fassung seiner Autobiographie veröffentlicht hatte, im Wechsel mit Heinz Rudolf Kunze, Passagen aus „A Cure for Gravity“ und „Ein Mittel gegen die Schwerkraft“ las und dem Benni unbeholfen beim Händedruck die Klavierspielerfinger quetschte.

Ab „Soloalbum“ hatte ich sein Frühwerk mit großem Vergnügen und dem Gefühl, dass er ein „ganz Großer“ werden könne, gelesen. Nach seinem „Remix 2“ hatte ich ihn allerdings ein wenig (15Jahre) aus den Augen verloren, bis mich neulich ein lieber Freund auf „Panikherz“ und das darin enthaltene literarische Denkmal für Christoph Reisner aufmerksam machte.
Ob Stuckrad-Barre mit „Panikherz“ schon der ganz große Autor ist, den ich in ihm vermutet hatte? Ich glaube, ja. Ihm ist eine schonungslose Beichte gelungen, eine rücksichtslose Ehrlichkeit sich selbst und den Menschen aus dem Benni- und Stuckiman-Kosmos gegenüber, die Max Frisch beim Schreiben von „Montauk“ im Sinn hatte. Diese Beichte ist gnadenlos im Blick auf seine eigenen aber auch auf die Schwächen derer, die ihm selbst in seinen Abgründen gewogen waren. Sie ist aber auch immer wieder voller Liebe.
Er ist ein Wortmetz ersten Ranges. Geistreich und witzig und zuweilen unangenehm ätzend. Und ein scharfsinniger Beobachter.
Stuckrad-Barre schildert den härtesten Weg, erwachsen zu werden. Und am Ende war ich mit ihm froh, „den Jungen verschwinden“ zu sehen. Bravo!

(Gelesen im April/Mai 2019)
Profile Image for Lea.
85 reviews6 followers
October 3, 2022
Super langes Buch - so ganz gecatched hat es mich deshalb nicht… irgendwie geht es auch größtenteils um Udo Lindenberg, was für mich eher uninteressant war, weil ich nicht wirklich etwas mit ihm verbinde
Profile Image for Patrick.
69 reviews12 followers
July 11, 2021
dieser mann hat einen komplett absurden udo lindenberg fetisch
Profile Image for Stefanie.
102 reviews9 followers
January 9, 2023
Mit der Schilderung der Jugend und der gewaltigen befreienden Bedeutung von Musik, vom exzessiven Sehnen nach Mehr und Immer mehr, da konnte ich noch freudig mit.
Dann über lange Strecken Drogenrausch, Drogenabsturz in schwärzeste Tiefe. Das mag autobiografisch stimmig sein und ist persönlich ganz sicher von unermesslicher Relevanz. Literarisch besonders, spannend oder ergreifend steht das 565 Seiten starke Buch aber damit nicht da.
Fast schon bemerkenswert, wie exhibitionistisch der Absturz beschrieben ist und dennoch die Person Stuckrad-Barre an der Oberfläche bleibt. Bei den Stars, mit denen er sich umgibt, arbeitet er sich am Begriff der Persona ab - und das liegt für ihn selbst wohl auch nahe.
Viel Namedropping, Prominenzgeschichten, die darüber hinaus, dass der Autor mit Berühmtheiten von Rang und Namen verkehrt und darauf wohl allergrößten Wert legt, wenig aussagen. Selten so das Ende eines Buches herbeigesehnt.

Gerne gelesen habe ich dagegen die glorifizierenden und doch sehr menschlichen Beschreibungen von Udo Lindenberg, der auch für mich ein Held meiner Jugend ist.
Profile Image for Anne Schüßler.
Author 10 books66 followers
April 8, 2017
Hauptsächlich gelesen, weil bei einer Hörbuchdiskussion unter anderen der Name Benjamin von Stuckrad-Barre fiel, als es um gute vorlesende Autoren ging. Ich hielt von Stuckrad-Barre immer für überschätzt, ich kannte nur einige Kurzgeschichten und fand die bis auf eine eher so mittel.

Panikherz ist aber super, ich habe das Hörbuch in wenigen Tagen durchgehört, das ist vor allem beachtlich, weil mich die Person Benjamin von Stuckrad-Barre überhaupt nicht interessiert hat. Er schreibt von seiner Kindheit als jüngster Pfarrerssohn erst in einem Kaff, dann später in der Großstadt Göttingen, von seiner Liebe zu Udo Lindenberg und dann natürlich von der ganzen Medienwelt, in die er so reingerutscht ist, vom Erfolg, den Drogen, dem Alkohol, der Magersucht, den Klinikaufenthalten, den ganzen anderen Prominenten, mit denen er so zu tun hatte und überhaupt seinem Leben eben.

Dabei fällt vor allem auf, dass von Stuckrad-Barre sehr geerdet und wenig eitel schreibt, auch die vielen Promiszenen sind mir nicht negativ aufgefallen, im Gegenteil, von Stuckrad-Barre bleibt dabei ein Fanboy, das macht es glaubwürdig. Und selbst dann, wenn er zynisch rumätzt, auf andere Leute, die irgendwo Erfolg haben, bleibt am Ende die Erkenntnis stehen: "Schade, dass ich das nicht bin." So viel Selbstreflektion macht sympathisch, am Ende erzählt da nicht jemand, der sich selber so geil findet, weil er mit diesen ganzen berühmten Leuten abhängt, sondern, der es immer noch nicht so ganz selber fassen kann.
Profile Image for Steph.
178 reviews
February 2, 2018
3,5 Sterne

Was eine Wortgewalt der deutschen Sprache. Ich bin immer noch hin und weg, dass deutsche Sprache so etwas kann. Aber doch auch nicht jeder, da braucht es schon einen Benjamin von Stuckrad-Barre. Sein Schreibstil hat mich sehr an Joachim Meyerhoff erinnert, aber Stuckrad-Barre legt noch mal einen drauf. Der absolute Wahnsinn. Von Zeit zu Zeit musste ich bei einem Wort noch mal ansetzen, weil man es bei etwas höherem Lesetempo nicht erfassen kann. Ich freue mich immer wieder solche Autoren zu entdecken, die einem die Freude an der deutschen Sprache wieder nahe bringen.

Was mich allerdings etwas gestört hat, war, dass es sich gegen Ende hin doch sehr gezogen hat und manchmal auch wurde etwas zu schnell zwischen Szenen hin und her gesprungen und ich habe mich öfters gewundert, wie er jetzt dort hin gekommen ist, oder wo er genau ist, oder wo dieser andere Menschen plötzlich hergekommen ist. Aber dennoch ist und war sein Leben so gewaltig und so wahnsinnig, dass man sich fragt, was man eigentlich mit seinem Leben angestellt hat, mal abgesehen davon dass Magersucht und Drogenabhängigkeit nicht erstrebenswert sind. Aber gerade deshalb ist es umso beeindruckender dass Stuckrad-Barre es geschafft hat dass es ihm heute gut geht und was er alles überwunden hat.

Benjaming von Stuckrad-Barre ist ein unheimlich interessanter Menschen, der gefühlt der gesamten deutschen Popkultur der letzten 20 Jahre beigewohnt hat. Es war definitiv eine Erfahrung diese Buch zu lesen mit so vielen intimen Details und Gedanken und ich werde auch zukünftig noch weitere Bücher von ihm lesen. Definitiv ein Autor der einem in Erinnerung bleibt.
Profile Image for Jusos Mülheim an der Ruhr.
10 reviews3 followers
April 23, 2021

Wenn jemanden ein Autor so lange begleitet hat, wie mich Benjamin von Stuckrad-Barre, ist es schwer ein Buch zu benennen, das aus dem gesamten Werk hervorsticht oder vielleicht lesenswerter ist als all die anderen.
Warum also „Panikherz“? Es ist die Quintessenz dessen, was Benjamin von Stuckrad-Barre ist, wofür er steht, was an ihm begeistert und warum er mich und viele andere berührt. Es ist ehrlich, komisch, rasant, ganz nah dran - und irgendwie etwas, das man nicht beschrieben kann, irgendwie eben „Stucki“. Und es ist eine Hommage an einen gemeinsamen Helden: Udo Lindenberg.
„Das Chateau Marmont verströmt den Zeitläuftesnobismus eines Achttausenders, ist eine märchenhaft verwitterte Burg, zu legendär und zu sehr immer-schon-da, um noch temporären Mode-Kursschwankungen unterworfen zu sein, die hat es allesamt überstanden, mehrfach, ist ein unausrottbarer Klassiker, wie Coca-Cola, Clubsandwich - und Udo.“
Wer diesen Satz liebt, wird auch „Panikherz“ lieben.
Profile Image for Marten.
16 reviews
May 2, 2022
Wunderbares Buch von wunderbaren Freunden empfohlen. Großartig (in Harald Schmitt Sprech). Zum Ende ein bisschen abgeflaut. Dennoch: 5 von 5
Profile Image for Lukas.
35 reviews
August 13, 2021
Vom Höhenflug bis zum totalen Absturz alles dabei & in einer Art und Weise beschrieben die beeindruckt ist!
18 reviews
December 8, 2023
nach soloalbum habe ich den dort vorkommenden, schrecklich egomanischen ich-erzähler 1 zu 1 als den jungen stuckrad-barre wahrgenommen. ich hab ihn gehasst. nach panikherz bin ich anderer meinung. großartiges, berührendes buch. chapeau @sims!!
empfiehlt sich wohl zuerst zu lesen bevor man sich an irgendein anderes buch von bvsb wagt (abkürzung existiert ab jetzt)
Profile Image for anne.
61 reviews2 followers
November 4, 2022
das war toll und ganz schön wild und so bildhaft erzählt. fand’s zwischenzeitlich ein bisschen langatmig, aber hab mich gut unterhalten gefühlt und einen sehr persönlichen autobiografischen einblick bekommen. hab jetzt das gefühl, benjamin und ich sind besties 🤝
Profile Image for Mina.
190 reviews23 followers
September 1, 2023
Während Stucki mit seinem neuen Roman “Noch wach?” Wellen schlug, tauchte ich ab in seine Vergangenheit. Das Hörbuch, unterhaltsam gelesen vom Autor selbst, hat mir hier einen guten Dienst getan, zumal ich nicht weiß, wie ich mit dieser Angewohnheit, einzelne Wörter in GROSSBUCHSTABEN zu schreiben, in punkto Lesefluss zurecht gekommen wäre.
So aber konnte mich der Autor wunderbar bei Stange halten und da in diesem Buch sehr oft Udo Lindenberg vorkommt, trägt die Stuckradsche Imitation von Udos Art zu Sprechen deutlich zur Unterhaltung bei. Während ich für den Drogenabsturz kam, hat das Buch in mir eine Begeisterung für deutsche Popliteratur geweckt, die ich so nicht erwartet hätte. Namen- und Markendropping geht mir in Büchern oft auf die Nerven, aber die Erzählweise ist hier so reichhaltig an Selbstironie, Witz und Einsicht zwischen Glamour und Melancholie, dass ich komplett eingenommen war.

Benjamin von Stuckrad-Barre legt hier gefühlt alles offen - von seiner Kindheit auf dem Dorf, Jugend in Göttingen, den Anfängen im Musikjournalismus und wie er vom Fuß in der Tür plötzlich selbst auf der Bühne stand und sich als Kokssüchtiger mit Essstörung wie ein Maniac immer wieder in den Strudel stürzte. Dabei bleibt er im Erzählen leichtfüßig, schwenkt immer wieder auf die Gegenwart, in der er nach letztlich erfolgreichem Entzug mit Bret Easton Ellis, Thomas Gottschalk und anderen Promis in L.A. abhängt, erzählt von ihren Schrullen und den eigenen - nie despektierlich, immer mit einem Sinn für die Absurdität des Ganzen. Besonders nachhaltig bleibt mir die durchquellende und immer wieder alles aufbrechende Liebe zur Musik im Gedächtnis, die Liebe zu Udo Lindenberg, letztlich als rettender Anker. “Stuckiboy” findet Halt und Identifikation in einzelnen Liedtextpassagen und an diesen Stellen resonierte die gesamte eigene Text- und Musikliebe in mir.

Manche Anekdoten… kannste dir nich ausdenken. Aber selbst, wenn sein Leben nur halb so verrückt gewesen wäre, wäre ich an seinen Lippen gehangen. Ab und an kam er mir zu sehr ins schwadronieren, konnte jedoch oft noch mit einem kleinen Schwenk am Ende das Ruder rumreißen. Insgesamt ein großes JA und BITTE MEHR für diese Art von Literatur.
Profile Image for Michelle.
73 reviews23 followers
July 14, 2020
Ein unglaublich gut umgesetztes Memoir, das einen klaren Fokus, ein unterstreichenden narrativen Stil und einen rührenden roten Faden (Udo! Bin jetzt auch Fan) hat.
Es geht um den angestrebten schnellen Aufstieg in die Welt von Musik, Promis, Literatur - und das darauffolgende Zugrunderichten mit der entwickelten Drogensucht. Dabei beschreibt er diese Thematik und Drama einnehmend, persönlich und trotzdem mit der bekannten Selbstironie, die sein Schreiben so besonders machen, und am Ende die Tragik nur noch unterschreibt. Der Anker, der rote Faden dieses Memoirs: Udo Lindenberg, eines der wenigen (das einzige?) 'Dinge', die ihn (fast konsequent) Freude bereiten und nichts mit Drogen zu tun hat. Es ist eine Liebeserklärung, und sie wirkt. Besonders gut fand ich, dass in diesem Memoir wenig von Privatleben geschrieben wird: Es ist ein interessanter Ansatz für ein Memoir, dabei so viel weg zu lassen und trotzdem nicht an der notwendigen persönlichen und authentischen Note zu verlieren. Für mich der Beweis für sein beeindruckendes schriftstellerisches Talent.
Profile Image for Anna.
627 reviews40 followers
November 16, 2023
This was a rollercoaster of emotions for me. At first I expected nothing much - a book as hyped as this usually has no choice but to disappoint.

But then the language really took me in. The ironic, detached and yet so observant tone of Stuckrad-Barre looking back on himself as a young man trying to live his rock and roll life is endearing. Even the absurd love of Udo Lindenberg somehow works, and when I read the first third of the book I could not get enough of it. It quickly became one of the most interesting autobiographies I had ever read.

But then it gets repetitive. It feels uncomfortable to blame someone for being an addict and that addiction not being entertaining enough, but Stuckrad-Barre himself set the tone and the expectation. Someone should have helped him to narrow down the book, to find a focus in all this greatness. And it doesn't get better: the last third of the book also suffers from an incredible need to talk, talk, talk. Every anecdote, every event, every person of public interest that he meets sets his narrative in a spin. And all the while there is little real introspection: everything remains pop. All surface, all speed (double entendre!), all performance. It got tiring, seeing how cool Stuckrad-Barre finds himself even while he pretends to make fun of his way of life.

And as I became disillusioned, I also noticed the absolute lack of women in his life. Fine, if that's a representation of the business he's in (sad though it is), but I'm relatively sure Stuckrad-Barre had meaningful relationships (he has a girlfriend and a child, right?). When he talks about women, he is seducing them, or being seduced by them to get back on the drug train. "Girls exist as what men want and as those who are enthusiastic fans. Since the author takes no one seriously, this is an oversight rather than misogyny, but it fits into this uber-cool, masculine narrative. All in all, Stuckrad-Barre talks so much that he seems to forget what he is saying.

The problem was that I really liked the idea of the book, and some parts are perhaps the best German beat-inspired literature has to offer.
But all the good thoughts, sentences, ideas, they drown with every cycle of repetition, with every decision to keep expanding the story instead of finding the heart of it. Sometimes it drifts into kitsch - important men and their important personalities - but more often it loses itself in unexciting art criticism or verbose nothingness.I really, really enjoyed parts of Panikherz, but the whole thing fell sadly flat.
Profile Image for Jaspar.
50 reviews
June 16, 2024
„Panikherz" von Benjamin von Stuckrad-Barre hat mich von Anfang an gepackt. Stuckrad-Barre nimmt einen mit auf eine wilde Reise durch die Popgeschichte und -kultur, und man fühlt sich, als wäre man direkt neben ihm. Bekannte Songs, Künstler und Ereignisse werden lebendig, man hört quasi die Musik, während man durch das Buch blättert.

Es ist auch eine intensive und ehrliche Erzählung von Stuckrad-Barres eigenem Leben. Sein Absturz in die Welt der Drogen und Sucht und sein langsamer, aber beeindruckender Aufstieg zurück ins Leben sind packend und bewegend. Diese Geschichte von Fall und Wiederaufstieg ist wie eine besondere Heldenreise. Die Offenheit, mit der Stuckrad-Barre seine Geschichte erzählt, schafft eine besondere Nähe. Man leidet mit ihm, freut sich über seine Erfolge und ist fasziniert von seiner Ehrlichkeit. Viele Szenen bleiben einem noch lange im Kopf und regen immer wieder zum Nachdenken an. Wirklich eine herausragende Autobiografie!
Profile Image for Campe.
19 reviews2 followers
November 14, 2022
Ein sehr schönes intelligentes Buch, teilweise sehr langatmig aber eine sehr persönliche Biografie.
Profile Image for Miri Schobel.
23 reviews
May 12, 2024
Der Autor hat eine entwaffnend schnörkellose, zugleich sehr durchdachte Schreibweise. Diese verleiht der Autobiographie eine besondere Note und passt sehr gut zu der für den Autor so bedeutungsvollen Musik von Udo Lindenberg. (Udo's Musik scheint für des Autors Leben und dessen Autobiographie Dreh- und Angelpunkt zu sein.) Persönlich hatte ich keinerlei Bezug zu dieser Musik oder den genannten Personen, fand den Einblick hinter die Kulissen dieser Szene aber extrem interessant. Starkult, Drogenrausch, Absturz, Drogensucht und Essstörungen sind einige zentrale Themen in Panikherz und werden hier sehr unverblümt geschildert. Unterm Strich trotz der Länge eine sehr lesenswerte Autobiographie.
Profile Image for Cathrin.
406 reviews14 followers
September 15, 2016
"Normalerweise" hätte ich dieses Buch wohl gar nicht gelesen. Bücher mit so bunten Covern beachte ich eigentlich gar nicht weiter, Panikherz - was sagt mir das? Ich bin nicht so "Udo-fest" als dass ich das gleich hätte zuordnen können und von Stuckrad-Barre hatte ich vermeintlich nie gehört. Kurze Google-Suche ergab "ach der Typ ist das, aber was der überhaupt genau macht weiß ich trotzdem nicht". Nachdem aber meine "Lese-Freunde" das Buch überraschend gut fanden und es mir immer wieder begegnete gab ich ihm dann doch eine Chance.
Den ersten Teil fand ich überraschenderweise großartig. Ich war sofort drin, der Schreibstil gefiel mir, die Story auch. Beindruckend wie der Typ sich ohne jegliche Qualifikation da ins Business hineinschummelt und offenbar auch keinerlei Angst davor hat, sich zu blamieren. Hier lag das Buch auf 4-5 Sterne Kurs. Dann im Mittelteil Magersuch-Bulimie-Drogen-Spirale. Auch das fand ich anfänglich noch interessant und zunächst auch sehr bewundernswert, wie gnadenlos der Autor hier seinen eigenen Verfall schildert, aber nach 100 Seiten Drogen-Sumpf wurde es dann etwas viel. Irgendwann im letzten Drittel des Buches hatte es dann zum Glück ein Ende mit dem Junkie-Dasein, kurzer Lichtblick auf den nächsten Seiten, aber was dann noch kommt konnte mich dann leider nicht mehr begeistern. Das ganze LA-Dasein, das ja sozusagen als Rahmenhandlung des Romans dient, aber auf den letzten 100 Seiten oder so einziges Thema ist, interessiert mich eigentlich gar nicht und ich war heilfroh, als ich endlich am Ende angelangt war. Allein für den letzten Teil würde ich maximal 2 Sterne vergeben. Auch fehlen in der der Erzählung irgendwie ein paar Jahre zwischen Entzug und LA. Was ebenso fehlt bzw. vom Autor wohl bewusst weggelassen wurde sind Frauen. Weil - das geht einfach nicht, so der Autor im Interview. Da er aber laut Google verheiratet ist und sogar ein Kind hat wirft das bei mir insbesondere in Bezug auf den LA-Part der Erzählung Fragen auf. Wer wohnt denn über ein Jahr in einem Hotel in LA (an sich schon total bescheuert) wenn er verheiratet ist und Familie hat? Privatsphäre hin oder her, da ist für mich das Ende des Buches einfach nicht stimmig. Zudem mangelt es dem Autor meinem Eindruck nach trotz allem Selbstentblößen ein bisschen an Selbsteinsicht und Bescheidenheit. Ok, kein Kokain und kein Alkohol mehr, aber tablettenabhängig ist er ja offenbar immer noch, ebenso essgestört (ok, das geht auch nicht so leicht weg) und was sind denn die "kleinen Gelben", die der Panikdoktor verabreicht? Ein bisschen komisch finde ich es also schon aus dieser Position heraus stetig in so einem etwas besserwisserischen auf andere herabschauenden Tonfall zu schreiben.
Profile Image for Michael.
573 reviews21 followers
May 10, 2016
Ich bin etwas zwiegespalten was die Bewertung dieses Buches angeht.
Den Coming of Age Teil zu Beginn fand ich sehr unterhaltsam, die Beschreibung der Drogenexzesse und Klinikaufenthalte in der zweiten Hälfte wurde bald repetitiv.
Etwas schade, dass heutzutage niemand mehr eine Autobiographie einfach nur chronologisch aufschreibt.
Das Buch lebt von seinen Anekdoten über Begegnungen und Freundschaften mit berühmteren Persönlichkeiten, Udo Lindenberg, Harald Schmidt, Bret Easton Ellis,...
Seine Beschreibungen und seine Urteile bzw. sein Spott sind scharf und unterhaltsam aber nicht immer gerecht und durchaus kapriziös.
Stuckrad-Barre beschreibt das Phänomen der immer ironischen, und damit unangreifbaren Kunstfigur Harald Schmidt durchaus kritisch, aber sobald er echte persönliche Meinungen und Vorlieben, sprich Authentizität, bei einer Person auszumachen glaubt, wie z.B. bei Manuel Andrack, wird die Person dafür schonungslos verspottet.
Stuckrad-Barre, durchaus intelligent und scharfzüngig, aber seinen Dämonen nicht gewachsen, betrauert, dass er es nicht geschafft hat eine Kunstfigur wie Udo Lindenberg oder Harald Schmidt zu erschaffen. Der nächste Rückfall kommt bestimmt.
3,5 Sterne
15 reviews16 followers
Read
May 25, 2018
Also das war nicht mein Fall. Thematisch hat mich nur ein Bruchteil des Romans angesprochen. Ich hatte das Gefühl, der Autor schreibt meistens über andere, die er zwar toll findet, die mich persönlich gar nicht interessierten. Die wenigen Passagen, in denen er aufrichtig von sich, seinen Problemen und seinem Leben schreibt sind interessant und menschlich. Im Rest des Buches versteckt er sich hinter anderen und Dingen, die ihm cool erscheinen und kommt einfach nirgendwo an. Das ewige Abfeiern seiner Helden ist etwas, mit dem ich mich gar nicht identifizieren kann und was mich nach einer Weile einfach nur noch genervt hat.

Letztendlich weiß ich nicht, was er mir vermitteln wollte. Das einzige was ich sehe ist eine sehr kalkulierte Selbstinszenierung, die eine Realität zeichnet, welche mir oft skurril, aufgesetzt und nichtssagend erscheint, bei der mitten drin aber kurz ein paar Fetzen Authentizität durchblitzen.
Profile Image for Tanja Braun.
5 reviews4 followers
September 12, 2018
Ein Freund hat mir das Buch mit dem Kommentar empfohlen, dass ich es lesen sollte, bevor ich nach L.A. fahre. Die ersten Seiten waren wirklich amüsant: Stuckrad-Barre erzählt, wie er mit Udo Lindenberg Zeit in der Stadt verbringt und lässt sich über dessen Verplantheit beziehungsweise nonchalante Art aus. Allerdings wird das Buch schnell sehr eintönig, wenn er wiedergibt, wie einfach es für ihn war, sich durchzumogeln. Musikrezensionen – ha! Schreibt man so einen richtig unsachlichen Verriss, sarkastisch und pointiert, kommt das richtig gut an, egal wie die Platte wirklich ist! Je unsachlicher, desto besser. Schließlich beginnt er auch noch mit Backstage-Geschichten zu langweilen – dabei sei es dort ganz und gar nicht aufregend. Ach was. Je dreister, desto besser? Dann muss ich diese Selbstbeweihräucherung, die wahrscheinlich total selbstironisch gemeint ist, auch nicht fertig lesen und kann einfach nur so einen Stern vergeben.
137 reviews1 follower
October 24, 2021
Größte Enttäuschung des Jahres. Was ein langweiliges, nichtssagendes Buch
Profile Image for Leonard Johnson.
18 reviews1 follower
December 26, 2025
Ja, jaaa, jaaaa! Mensch hat das spaß gemacht. Meyerhoff story telling x popabsturz, es war ein Fest
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