Ede lernt auf dem Rummelplatz das Zigeunermädchen Unku kennen und freundet sich mit ihr und der ganzen Zigeunerfamilie an. Sie werden gute Kameraden, die durch dick und dünn gehen. Als Edes Vater arbeitslos wird, findet Ede eine Arbeitsstelle als Zeitungsbote. Der pfiffige Ede ist jetzt schlauer als sein Vater: Er hindert ihn daran, sich als Streikbrecher mißbrauchen zu lassen.
Das Buch vermittelt nicht nur eine Botschaft der Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Denk- und Lebensweisen, sondern erzählt auch eine Geschichte davon, ein Stück reifer zu werden. Ede lernt sich nicht nur gegen seinen (wirklich unsympathischen) Vater durchzusetzen und eigene Schlüsse zu ziehen, sondern bleibt dabei auch immer hilfsbereit ihm gegenüber, auch wenn er allen Grund zu trotzen hätte. Ich fand die Freundschaften in diesem Buch und Edes Entwicklung wundervoll, allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass der Handlung ein Fokus fehlt. Dieses wirklich kurze Buch nimmt sich thematisch einiges vor und vielleicht wäre da manchmal weniger mehr gewesen. Ich fand den Schreibstil faszinierend, da man sich sofort in der Zeit zurückversetzt fühlt. Allgemein finde ich das man ein gutes Gefühl für den damaligen Alltag bekommt., daher kann ich verstehen, dass dieses Buch einmal Schullektüre war, schon allein wegen den Botschaften, die es Kindern vermittelt. Es gibt genug in diesem Buch, woran sich auch Erwachsene erfreuen können, aber während ich die Dialoge toll fand, hat mich die eigentliche Handlung (Ede wird Zeitungsjunge) einfach nicht genügend mitgerissen. Die verschiedenen Thematik und Elemente des Romans kamen für mich nicht wirklich ideal zusammen, was dann auch das Ende nicht sonderlich befriedigend gemacht hat. Trotzdem würde ich das Buch, gerade jüngeren Lesern, weiterempfehlen.
Anders als der Titel suggeriert, geht es in diesem Jugendroman gar nicht so sehr um die Freundschaft zwischen Ede und Unku, sondern es dreht sich alles um die Arbeitslosigkeit von Edes Vater und Edes verzweifelten Versuch, zu verhindern, dass der Vater zum Streikbrecher wird. Die Freundschaft, die sich zwischen Ede und Unku entwickelt und in die der Leser kleine Einblicke erhält, ist wunderbar. Sie helfen sich gegenseitig und sind füreinander da, wie es nur Kinder sein können. Dennoch, so abenteuerlustig wie der Klappentext behauptet, wird es leider gar nicht. Und Unku spielt auch nur eine untergeordnete Rolle.
Der Jugendroman zeichnet ein Bild vom schweren Stand der Arbeiter, vom Kommunismus, von Konflikten mit der Obrigkeit, von einem Berlin der bewegten 1920er Jahre. Der Roman ist sehr bunt und lebhaft; erzählt ein Stück Geschichte – und das merkt man nicht nur an den behandelten Themen, sondern auch an der Sprache: die Figuren singen den neusten Schlager vor (sie tratschen), finden alles knorke und drücken sich für unsere heutigen Verhältnisse nicht gerade politisch korrekt aus. Aber das spiegelt nun mal eine andere/veraltete Lebenswirklichkeit wider und macht den Roman und die Figuren authentisch. Damals spielten die Kinder eben Demonstration und Rollkommando; und nicht Räuber und Gendarm oder posteten Fotos auf Snapchat. Wie bereits erwähnt, kommt Unku nur eine Nebenrolle in der Geschichte zu. Sie tritt in der Geschichte nur ein paar Mal auf (ihre Auftritte kann man an einer Hand abzählen), dennoch merkt man, dass ihr und ihrer Familie eine besondere Rolle zukommt. Und um dies zu verstehen, muss man wissen, dass es Ede und Unku wirklich gab. Die beiden Kinder waren befreundet und lebten in der Nachbarschaft der Autorin, die den Roman unter Pseudonym veröffentlichte. Doch Erna Lauenburgers Leben (Unkus bürgerlicher Name) nahm ein ganz anderes, düsteres Ende als man vom Roman ausgehend vielleicht erwarten könnte. Erna/Unku, ihre Töchter und ihre Mutter wurden im KZ Auschwitz ermordet. Darauf verweist die Autorin im Zusatzkapitel, welches der Nachkriegsausgabe vorangestellt wurde (welche ich gelesen habe). Der Roman erschien zuerst im Jahr 1931 und fiel der Bücherverbrennung zum Opfer. Zu DDR-Zeiten wurde der Roman neu aufgelegt. Trotz dieser düsteren und traurigen Hintergrundtatsachen ist die Geschichte der beiden Kinder genauso wie sie: vorlaut, trotzig, mutig und voller Leben. Auch wenn es nicht die Geschichte von Ede und Unku, sondern Edes Geschichte ist, ist der Roman dennoch absolut empfehlenswert. Ein Stück Geschichte eben. Fun Facts: Das Buch wurde auch verfilmt. Und auch noch wissenswert: In Berlin gibt es den ‘Ede-und-Unku-Weg’ und auch die Papierstraße, in der Unku mit ihrer Familie wohnte, gibt es noch! Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Berlin-Besuch dort vorbeischauen kann. Außerdem gibt es noch das Buch “Ede und Unku – Die wahre Geschichte” verfasst von Janko Lauenburger, einem Nachfahren von Erna Lauenburger. Er erzählt seine Geschichte und er schildert auch, wie er von Unkus (der Cousine seiner Großmutter) Schicksal erfahren hat. Ich habe es noch nicht gelesen; es steht aber dennoch auf meiner Leseliste.
Mein Fazit Trotz der traurigen Realität, die sich hinter der Geschichte verbirgt, handelt es sich bei “Ede und Unku” um eine sehr schöne Geschichte. Sie hat einen harten und ernsten, politischen Kern: Sie führt einem eine Lebenswirklichkeit vor Augen, in der Arbeitslosigkeit, Streik, Kinderarbeit, Armut, Diskriminierung von Minderheiten und Not im Vordergrund stehen. Eine Lebenswelt, die uns auf den ersten Blick in unserer heutigen Gesellschaft fast gänzlich unbekannt erscheint. Dennoch, wenn wir die Hand aufs Herz legen, wissen wir, dass es diese Probleme heutzutage immer noch gibt. Und das bringt uns näher an Ede und Unku heran als wir vielleicht zunächst erwarten.
1) Deutsche Rezension Ich habe mir dieses Buch ausgeliehen weil ich immer wieder davon hörte, wie wichtig die Darstellung von Unku und ihrer Familie war (ich habe auch vor, dass Buch ihres Ur-Cousins zu lesen) und basierend auf dem Titel des Buches und dem darauf beruhten Film hätte ich für sie eine große Rolle erwartet. Aber das Buch handelt hauptsächlich von Ede und selbst ab der Hälfte des Buches taucht Unku kaum auf. Ich denke dieses Buch wird wohl deswegen als so wichtig angesehen, weil die eigentliche Unku in Auschwitz starb und es wohl noch eine der besseren Darstellungen ist. Ich war von diesem Buch leider nicht so begeistert und auch der Schreibstil war für mich eigenartig. Das Buch ist ok, aber für mich als Werk an sich, nicht gut gelungen.
2) English Review I borrowed this book because I kept hearing about how important the depiction of Unku and her family was (I also intend to read her great cousin's book) and based on the title of the book and the film based on it I would have expected a big role for her. But the book is mainly about Ede and even from half of the book Unku hardly appears. I think this book is probably considered so important because the real Unku died in Auschwitz and it is probably still one of the better portrayals. Unfortunately I was not so enthusiastic about this book and the writing style was strange for me. The book is ok, but for me as a work of literature in itself, not well done.
i read this because i read a book by janko lauenberger who is a descendant of the real-life unku who inspired the character in the book. this has every racial slur you'd expect but it was still interesting to read a kind of book my parents would have read in school in the GDR.
Das Cover zeigt einen Jungen und ein Mädchen, die miteinander lachen. Es ist in den Farben Gelb, Rot und Weiß gehalten. Ganz oben lesen wir die Namen der Autoren "Janko Lauenberger mit Juliane von Wedemeyer". Herausgegeben wurde das Buch im Güters Loher Verlagshaus.
Das Buch "Ede und Unku" von Grete Weiskopf alias Alex Wedding handelte auch von tapferen Kommunisten und habgierigen Kapitalisten, was wohl der Grund war, weshalb es als Schullektüre in der damaligen DDR auf dem Lehrplan stand. Doch das alles hat den Autoren Janko Lauenberger nicht interessiert. Ihn interessierten vielmehr die Bilder, auf denen er Verwandte wiedererkannte. Das Sinti-Mädchen Unku ist seine Großcousine, eine Cousine seiner Großmutter.
Und so begibt sich der in Berlin bekannte Jazzmusiker Janko Lauenberger gemeinsam mit der Journalistin Juliane von Wedemeyer auf die Spuren seiner Familie, die damals noch Lauenburger hieß. Diese Familie hat in den Jahren 1918 bis 1945 ein schlimmes Leben gefristet. Janko schafft es, die Geschichte seiner Familie zu verfolgen. Dies ist sehr unterhaltsam, aber auch erschütternd.
Und er stellt auf seiner Suche fest, sehr viel hat sich nicht geändert im vereinten Deutschland. Wenn jemand schwarze Haare hat, wird erst getuschelt, dann weggeschaut, die wenigsten fragen nach. - Aber seien wir ähnlich, sind nicht die meisten so erzogen, sich von den "Zigeunern" fernzuhalten", die sind schmutzig, stehlen, lügen, etc.? Nun gut, ich bin Jahrgang 1955, ich hab es noch so erlebt, und zwar in Westdeutschland. Dennoch ist es mir vollkommen egal, wer woher kommt. Doch ich erlebe leider nicht nur im Fernsehen den offenen Rassismus.
Dieses Buch muss jeder lesen, der Interesse daran hat, zu erfahren, wie es die Sinti und Roma ihrerseits damals gesehehen haben!
Das Buch ist gut recherchiert, flüssig zu lesen, manchmal leider mit Längen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Besonders toll find ich die beigefügten Fotos, die immer wieder nahebringen, dass es sich um die Realität handelt.