"Ab und zu ist es schön, sich einfach anzusehen, was Sprache alles kann."
Warum sagen wir, der Wein ist "alle", wenn die Flasche leer ist, "geben etwas auf" - den Brief wie den Plan - oder benutzen "mutterseelenallein" als vermeintlich ur-deutsches seelenvolles Wortgebilde? Waltraud Legros zerlegt gängige Alltagswörter in ihre Bestandteile, nimmt Wendungen wie "nicht ganz bei Trost sein" unter die Lupe und berichtet von etymologischen Wurzeln. So erfahren wir in diesem äußerst unterhaltsamen und dabei lehrreichen Buch, was die Wörter über die Sprache erzählen – und diese wiederum über uns, die wir sie benutzen, verändern und erneuern.
Ist es die Sprache, die uns zu dem macht was wir sind, oder verhält es sich ganz anders herum, wir machen die Sprache zu dem was sie ist? In ihrem reizenden kurzen Band über die (Un)Sinnigkeiten des Deutschen kommt Waltraud Legros zu einer klaren Antwort: Beides!
Aus der besonderen Sicht einer Sprachlehrerin mit dem Vergnügen fremdsprachigen Menschen eben dieses Deutsche zu deuten (eine spannende sprachliche Verwandtschaft auf welche Legros auch zu sprechen kommt), zeigt sie in einem kleinen Exkurs quer durch Syntax, Grammatik und Etymologie einige ausgewählte Idiosynkratien, die vielleicht auch einblick in das Wesen jener Menschen gewähren, welche das Deutsche tagtäglich verwenden.
Ob man ihrer Argumentation nun folgt oder nicht, in jedem Falle handelt es sich um kurzweilig erheiternde Lektüre mit einigen Anstößen zum weiterdenken.
Ein interessantes Buch für alle, die sich für die deutsche Sprache interessieren. Klar geschrieben und mit ein wenig Geduld ziemlich einfach zu lesen auch für Nicht-Muttersprachler. Wenn Sie noch einen Anlass brauchen, hören Sie an, was das Buch sagt: "...aber müssen wir mit der Sprache im Gespräch bleiben, damit sie night in Werbeslogans erstarrt und zum Konfektionsanzug wird, sondern jung und lebendig bleibt, das heißt offen, vielschichtig und unerschöpflich."
Ein kleines Buch über Entstehungsgeschichten und Hintergründe von vielen deutschen Wörtern. Das war interessant und hat sich gut beim Frühstück weglesen lassen.