Der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion zwischen liberaler Demokratie und Kommunismus hat nach dem Zweiten Weltkrieg für fast ein halbes Jahrhundert Politik, Wirtschaft und Kultur auf allen Kontinenten bestimmt. In diesem "totalen Krieg" wurden auf beiden Seiten große wirtschaftliche Ressourcen mobilisiert, um Waffenarsenale anzuhäufen, Einflußsphären zu sichern, den Gegner auszuspionieren, Raumfahrtprogramme voranzutreiben, vermeintliche Feinde im Inneren zu verfolgen und die eigene Anschauung zu verbreiten. Bernd Stöver bietet einen allgemeinverständlichen Überblick über den Kalten Krieg von der ideologischen Polarisierung der beiden Supermächte nach dem Zweiten Weltkrieg über den Korea-Krieg, den Mauerbau in Berlin, die militärisch hochbrisante Kuba-Krise, den Vietnamkrieg und zahllose Stellvertreterkriege in der Dritten Welt bis hin zum Zerfall des Ostblocks und der Sowjetunion in den Jahren 19891991.
Meine einzige Kritik gilt dem Satzspiegel: Es wurde zu viel Text auf die Seiten gezwängt. Das Lesen wird dadurch erschwert, fast möchte ich sagen: mühsam.
Aber das Buch ist auch jetzt schon 528 Seiten lang (meine Taschenbuch-Ausgabe), die Seitenanzahl ist natürlich ein wirtschaftlicher Faktor für den Verlag. Trotzdem schade, ich finde, hier wurde am falschen Platz gespart. Menschen, die sich ein Buch über den Kalten Krieg (oder auch eine andere historische Epoche) kaufen, schauen nicht auf jeden Cent. Ich zahle gerne ein paar Euro mehr, wenn das Layout dadurch etwas lockerer und lesbarer wird. Trotzdem: ein gutes, empfehlenswertes Buch.
Kurz und knapp zusammengefasst. Die Einsichten und Zusammenfassungen der Ereignisse gaben mir genau den Helikopter-überblick, den ich haben wollte.
Wer Details will, ist hier fehl am Platz. Wer eine gut geschriebene, kurze Zusammenfassung des kalten Krieges haben will, könnte hier einen Kandidaten gefunden haben.
Wer sich die Zeit nehmen will, sich mit dem Kalten Krieg zu befassen, ist in diesem Werk bestens aufgehoben.
Autor Bernd Stöver lässt trotz «Schnelldurchlauf» von gut 500 Seiten keine Fragen offen. Er geht sogar soweit, dass er die Folgen des Systemkonflikts nach dessen Ende 1992 anreisst.
Empfehlenswerte Einführung. Das Buch ist verständlich geschrieben, verliert sich nicht in historischen Details, und eignet sich deswegen als Einstiegshilfe für Interessierte.