Kelebek ist Deutsche. Und sie ist Türkin. Sie will mit ihren Freundinnen Spaß haben und gleichzeitig mit ihrer Familie den Ramadan begehen. Sie liebt die blaue Moschee in Istanbul - und sie liebt Janosch. Ihre Gefühle sind zu kostbar, als dass sie jemandem davon erzählen könnte, zu zerbrechlich. Doch Sercan, ihr Bruder, mit dem sie früher alle Geheimnisse geteilt hat, merkt sofort, dass Kelebek plötzlich anders ist. Er beginnt sie zu kontrollieren, eindringliche Fragen zu stellen. Als er endlich Gewissheit hat, ist Sercan voller Hass. Hass auf Janosch, Hass auf Kelebek - Hass, der außer Kontrolle zu geraten droht ...
"Was hast du getan?", fragt meine Mutter. "Mich verliebt, Mama." sage ich leise.
Mein wievieltes Buch von Jana Frey? Das vierzehnte? Definitiv das mit Abstand spannendste! Auf mehr als doppelt so vielen Seiten als üblich hat nicht nur die Hauptfigur erfreulich mehr Zeit, ihre Facetten zu zeigen (denen sie Namen gibt - sehr sympathisches Detail) sowie Charakterentwicklungen zu durchleben. Besonders schön fand ich, wie die Mitschülerin, die nie um eine blöde Bemerkung zu dem Kopftuch der Protagonistin verlegen war, am Ende noch mal zu Wort kommt - hier nicht in Klischees abzurutschen oder unglaubhaft zu werden, ist alles andere als leicht.
Ein gutes Buch, das zum kritischen Nachdenken anregt ohne zu verteufeln.
Jana Frey - ich liebe dich!! Nach ich "Wenn du mich brauchst" las, wusste ich schon, dass Jana Frey eine wunderbare Autorin ist. "Ich, die andere" beweist das mehr.
"Ich, die andere" ist eine raue Geschichte um ein tuerkisches Maedchen, das ihre konservative Religion und westerliche Kultur gleichzeitig respektieren will. Frey haltet nichts zurueck.
Ein trauriges Buch mit einem spannenden Ende. Man muss es einfach lesen.