»Das ist kein Buch, das ist das Leben.« Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Soll er eher etwas Autobiographisches schreiben oder doch lieber einen DDR-Roman? Der namenlose Ich-Erzähler aus Mai, Juni, Juli streift durch eine deutsche Metropole, es ist Mitte der 80er Jahre und alle reden von Pop, Sex und Seele. Er will ein »großer Schriftsteller« werden, aber noch kommt er schlecht aus dem Bett und leidet an Depressionen. Es vergehen Wochen, Monate, und schon wieder ist ein Tag verloren, weil er kein Schreibmaschinenpapier zur Hand hat. Doch immerhin weiß er, was alles nicht vorkommen keine verdammt gute Literatur, keine Monomanie, keine Exzesse, kein Tiefgang, keine geschmäcklerische Yuppie-Schreibe. Für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gehört Mai, Juni, Juli zu den »anderen Klassikern« – den Büchern, die nicht im Kanon von Marcel Reich-Ranicki auftauchen, aber eine tiefe Spur im Gedächtnis einer heutigen, jüngeren Generation hinterlassen haben. Nicht zuletzt, weil es am Anfang dessen steht, was später unter dem Label Pop-Literatur subsumiert wurde, eine Abrechnung mit der nicht enden wollenden deutschen wütend, respektlos und ein wenig großkotzig.
Liest sich wie der Vorgänger der späteren Popliteraten. Also... Schön, sich da ein bisschen Literaturgeschichte herzuspinnen. Aber ich möchte das nicht lesen. Jemand, den man heute wohl "Slacker" nennen könnte, vertreibt sich halt übellaunig, latent notgeil, aber von seiner eigenen Großartigkeit überzeugt, den Tag und schreibt das alles auf. Dauernde Kopfschmerzen, hilflose Anmachversuche usw inklusive. Die ganzen Quertritte und Anspielungen gegen die BRD, die DDR usw. sind halt sehr aus ihrer Zeit. Lesen sich fast 40 Jahre später also eher belanglos, weil sie meist nur Andeutungen in Halbsätzen sind und man als Leser eigentlich den Kontext mitbringen müsste - was man so viele Jahre später eben nicht mehr tut.
Literaturgeschichtlich vielleicht spannend, aber anno 2026 nichts mehr, was man lesen müsste.