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Das Buch der Schurken - Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur

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Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres.

Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Schurkenskala.

244 pages, Hardcover

First published March 1, 2016

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Jasbr.
932 reviews14 followers
March 28, 2018
Das Buch ist kein Roman, aber irgendwie für mich auch kein Sachbuch, da es mit viel Witz und Ironie geschrieben ist. Mir gefällt, dass man es nicht am Stück lesen muss. Es eignet sich dazu, immer mal wieder hineinzublättern, einfach irgendwo eine Seite aufzuschlagen und diese zu lesen. Man kann es also gut auf den Nachttisch legen und immer, wenn man mal nur ein paar Minuten Zeit hat, sich ein oder zwei Schurken zu Gemüte führen.

Die 100 Bösewichte sind in verschiedene Kategorien eingeordnet, zum Beispiel "Die Psychopathen", "Die Erziehungsberechtigten" oder "Die Gierigen". Das ist ganz witzig, denn man kann auch ganz gut Vergleiche ziehen. Meiner Meinung nach lassen sich auch einige Figuren in mehrere Kategorien einordnen - denn einige sind wirklich durchweg böse.

Jedem Schurke ist eine Doppelseite gewidmet. Neben dem Autor und dem literarischen Werk, in dem er bzw. sie auftaucht, gibt es auch immer eine witzige Illustration und ein Zitat aus dem jeweiligen Buch. Dann wird die Figur - und vor allem ihre Taten - auf eine sehr witzige und ironische Art und Weise beschrieben, sodass man dazu neigt, die jeweilige Person gar nicht mehr so böse zu finden.

Die ausgewählten Bösewichte stammen aus den unterschiedlichsten Genres und auch Zeiten. So findet man Märchenfiguren wie die bösen Stiefmütter neben Figuren der Mythologie oder Romanen und Erzählungen. Die Mischung hat sehr gut gepasst und der Autor zeigt auch immer Querverweise zwischen verschiedenen Bösewichten auf.

Schade fand ich allerdings, dass ich relativ wenige Figuren gekannt habe. Die moderneren wie Dolores Umbridge aus "Harry Potter" natürlich schon - aber gerade bei den klassischen Werken wusste ich oft nicht, wer derjenige ist. Auf der einen Seite habe ich dadurch schon Lust bekommen, mich auch mehr diesen klassischen Geschichten zuzuwenden. Auf der anderen Seite lesen sich die Erklärungen einfach witziger, wenn man weiß um wen es geht. Dann versteht man die Ironie besser.

Insgesamt war das Buch mal etwas ganz anderes und hat Abwechslung in mein Leseleben gebracht. Man kann es gut zwischendurch lesen und es ist auf jeden Fall sehr witzig. Von mir gibt es 4 Sterne!
Profile Image for Dr. Eva-Maria Obermann.
Author 12 books23 followers
May 2, 2018
Ein Titel, der mich sofort hatte. Die besten Bösewichte der Weltliteratur. Da summt bei mir alles: Literaturwissenschaft, Autorenleben, Bücherliebe. Sind es nicht oft die Antagonisten, die eine Geschichte erst richtig bunt und rund machen? Wenn die Krise und die böse Macht stark genug sind, bleiben wir am Ball, bis zur letzten Seite und vielleicht auch darüber hinaus. Die ganz großen Bösewichte machen uns Spaß. Was wäre Star Wars ohne Darth Vader, um ein Beispiel aus einer anderen Richtung zu nennen.
In diesem lexikalisch aufgebauten Buch sind nun 100 Bösewichte auf 256 Seiten zusammengetragen. Schon das Vorwort ist aber interessant. Zum Beispiel, dass eine „Frauenquote“ einfach deswegen nicht zu schaffen war, weil die Weltliteratur (auch historisch gesehen) noch immer männlich dominiert ist – und das nicht nur von Autorenseite her, sondern eben auch bei den Schurken. Dass der Autor gerade diesen Punkt anspricht, finde ich wichtig und gelungen. Auch gibt er dem Leser den Tipp, die einzelnen Beiträge nicht auf einmal zu konsumieren, sondern lieber nach und nach. Das hilft, sich zu jedem bösen Wicht ein paar Gedanken zu machen.
Die Superschurken sind dabei nicht immer die Hauptantagonisten der Romane. So wird beispielsweise Dolores Umbrecht dem dunklen Lord vorgezogen. Auch mancher Protagonist selbst muss herhalten. Felix Krull bekommt – völlig zu Recht – einen Platz in der Liga der 100 besten Schurken zugeteilt. Und nicht nur menschliche Bösewichte, sondern auch tierische oder gar ungreifbare werden einbezogen. Eine wirklich bunte Mischung, die Leser das Gruseln lehren und Autoren inspirieren kann.
Profile Image for Andraja.
32 reviews9 followers
March 5, 2018
Erscheinungsdatum: 09.01.2018

Autor: Martin Thomas Pesl

Seitenzahl: 246 Seiten

ISBN: 978-3-442-71603-6

Erhältlich: hier

Klappentext: Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres. Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Illustrationen und Schurkenskala.(Cover, Klappentext by btb Verlag)



Rezension:
Wenn der Held nicht gegen einen Bösewicht oder eine Bedrohung kämpfen könnte, wäre er kein Held … und wenn es keinen Bösewicht gäbe, wäre das Buch vermutlich ziemlich langweilig, oder nicht?

In Martin Thomas Pesls Sammlung „Das große Buch der Schurken: die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur“ trifft sich alles, was Rang und Namen hat und zeigt sich dabei von seiner teuflischsten Seite. Ob Sauron, die Böse Hexe des Westens, Frankenstein, Lord Dracula oder sämtliche bösen Stiefmütter der Gebrüder Grim... sie werden von Pesl auseinandergenommen und dem Leser von ihrer besten - oder besser gesagt schlechtesten Seite – präsentiert. Angepasst an den jeweiligen Antagonisten gibt es somit eine interessante Auflistung der Stärken und Schwächen oder ein Bewertungssystem für Grausamkeit und Tücke in der Aufmachung eines kurzen Steckbriefs gepaart mit Erläuterungen, Zitaten und wirklich schön gezeichneten Karikaturen.

Der Autor unterteilt die Bösewichte bei dieser Reise in verschiedene Hauptkategorien wie „Die Psychopathen“, Die Berserker“ oder gar „fatale Frauen“. Somit wird es um einiges leichter, gezielt Kandidaten zu finden oder sich auf einem bestimmten Gebiet neues Wissen über die Charaktere anzueignen.
Während des gesamten Romans wird der Leser von Martin Thomas Pesls Stil begleitet, der bereits recht unterhaltsam mit seinem Vorwort begann. Und genau diese schöne Art des Erzählens zieht sich auch weiter durch die vielen verschiedenen Kapitel und Kategorien hindurch. Es macht Spaß durch die Doppelseitigen 'Kapitel' zu schmökern und der dunklen Seite einen kurzen aber umso spannenderen Besuch abzustatten.

Bewertung:
„Das große Buch der Schurken“ ist in seiner Funktion als Bösewicht-Sammlung wirklich gelungen. Die Art und Weise, wie Pesl die Informationen rund um die heimlichen Stars jedes Romans zusammengetragen hat, ist sehr unterhaltsam und zugleich spannend und informativ.
Die Vielfalt, die das kleine Büchlein dabei birgt, ist beeindruckend. Ich selbst kannte (gut geschätzt) nur etwa ein Drittel der Bösesten der Bösen und entdecke immer wieder neue, wenn ich das Buch aus dem Regal ziehe und durch die Seiten blättere.

Das Highlight ist dabei ganz klar die schöne Aufmachung der einzelnen Seiten und die Darstellung der Charaktere, die das diesem Buch eben nicht eines dieser langatmigen Lexika machen.

Doch auch ich muss sagen, dass wahrscheinlich nicht alle 'Typen' nachvollziehbar sind. (Ja. Ich weiß, es gibt bei mir immer etwas zu 'meckern' ^^) Der Rabe 'Nevermore' aus E. A. Poes Gedicht „Der Rabe“ ist meiner Meinung nach beispielsweise nicht als sogenannter Bösewicht zu erachten und Berühmtheiten, wie Jack the Ripper, der bereits in vielen Romanen sein Zuhause gefunden hat, bleibt außen vor. Natürlich sind diese Einwände 'quengelig' und ich kann den Autor verstehen, wenn er diese Charaktere gezielt mitgenommen oder ausgelassen hat … Dennoch finde ich es schade, dass die Grenzen des 'Böseseins' dadurch etwas verwaschen und man durch Pesls Charakterdarstellung ab und zu gespoilert wird.

Abschließend lässt sich jedoch sagen, dass diese Sammlung der Bösen eigentlich in jedes Bücherregal – das etwas auf sich hält – gehört und eine wunderbare Unterhaltung für Wartezimmer, Zugfahrten usw. ist.

9/10 bzw. 4,5/5 Sterne
★★★★★★★★★☆

PS Ich möchte mich herzlich bei btb Verlag und dem Bloggerportal von Randomhouse für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken. Dies nimmt jedoch in keinster Weise einfluss auf meine persönliche Meinung.
Profile Image for Williams Johanna.
45 reviews1 follower
February 2, 2021
So viel Bosheit auf einem Haufen 😄. Immer auf zwei Seiten verteilt erfährt man etwas über einen Bösewicht der Literatur. u.a Hannibal Lecter, Graf Dracula oder auch Dolores Umbridge. Auf der linken Seite befndet sich eine Zeichnung der Figur und darunter ein Zitat aus der dazugehörigen Geschichte. Auf der rechten Seite erfährt man dann wer die Person ist und wofür sie steht. Ansich ganz unterhaltsam, allerdings wird man manchmal wenn man einen Bösewicht nicht kennt ganz schön gespoilert . Außerdem fiel es mir oft sehr schwer zu folgen wenn ich die Geschichte nicht kannte. Denn so aus dem Kontext gerissen ergab für mich einiges keinen Sinn. Doch werd ich diese Wissenslücken mit Sicherheit noch auffüllen und dann wenn ich die restlichen Schurken kennen lernen durfte, das Buch noch einmal zu Rate ziehen.
Profile Image for Sonja.
197 reviews
February 5, 2018
Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 12,00 [D]
Verlag: btb
Seiten: 256
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 09.01.2017

Inhalt:

Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres. Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Illustrationen und Schurkenskala.

Design:

Das Cover gefällt mir total gut. Der Scherenschnitt zeigt einen Zylinder mit Maske und Schnurrbart. Einfach herrlich! Der weiße Hintergrund und die an drei Seiten angebrachten schwarzen Balken erwecken ein wenig den Eindruck einer Traueranzeige. Passt zum Thema, auch wenn es etwas makaber ist. Nur das btb Fähnchen in Rot sticht hervor und mutet ein wenig an den roten Bluttropen im weißen Schnee an.

Meine Meinung:

Als erstes ist mir der Geruch des Buches aufgefallen. Ich gehöre zu den heimlichen Buchschnüfflern und liebe es an Papier zu riechen. Doch dieses Buch habe ich schon gerochen, als ich es gerade aus der Versandverpackung geholt habe. Die Seiten riechen sehr unangenehm. Ich weiß nicht ob das vom Papier oder vom Druck kommt, aber ich hatte schon einmal solch ein Buch und fand es nicht gerade angenehm zu lesen. Bei jedem Blättern kommt einem der "Duft" entgegen. Ganz ehrlich, hätte ich das Buch im Laden in die Hand genommen, hätte ich es allein deswegen schon nicht gekauft.

Apropos Papier und Druck: Das Papier ist so durchscheinend, dass man von der Rückseite wirklich sehr viel durchsehen kann. Das ist aufgrund der Zitate und Überschriften in fetter Schrift sowie der Bilder bei jedem Bösewicht nicht so toll. Das hat mich wirklich gestört!

Aufgrund der beiden zuvor genannten Punkte empfehle ich den Kauf des Ebooks gegenüber dem Taschenbuch. Das riecht nicht und man sieht auch nicht die Rückseite des Blattes durchschimmern.

So, nun aber mal zum Inhalt. Das Buch ist in verschiedene Abschnitte mit entsprechenden Oberthemen eingeteilt. Jeder Schurke wurde in eine davon einsortiert und ist dort dann auch zu finden. Die Themen oder Kapitel sind:

Die Gierigen (13 Schurken)
Die Rachsüchtigen (7 Schurken)
Die Despoten (12 Schurken)
Die Berserker (7 Schurken)
Die Egoschweine (12 Schurken)
Die Erziehungsberechtigten (8 Schurken)
Die fatalen Frauen (7 Schurken)
Die Psychopathen (11 Schurken)
Die Ungreifbaren (9 Schurken)
Die verrückten Wissenschaftler (5 Schurken)
Die Über- und Unterirdischen (5 Schurken)
Die Könige des Verbrechens (4 Schurken)

Jeder Schurke bekommt eine Doppelseite Platz. Links werden der Name, Daten zur Lektüre in der der Schurke auftaucht, das Bild und ein Zitat aufgeführt. Auf der rechten Seite folgen dann die Erläuterungen sowie ein paar passende Details. Dieser Aufbau hat mir sehr gut gefallen.

Viele der Schurken kenne ich bisher tatsächlich noch nicht. Die mir Unbekannten haben mich auf jeden Fall neugierig gemacht, und die, die ich kannte, waren wirklich sehr gut recherchiert und humorvoll aufgearbeitet. In jedem Text ist eine gute Prise Sarkasmus enthalten, das mag ich sehr. Der Schreibstil ist gut zu lesen, erinnert mich teilweise sogar an einen Poetry Slam. Stellt euch eine kleine, dunkle Bühne vor. Ein einsames Mikrofon und einen Mann auf der Bühne. Er berichtet von Gräueltaten, ohne ins Detail zu gehen. Man ist gefesselt und will mehr!

Es gibt übrigens nicht nur menschliche Schurken in diesem Buch. So ist zum Beispiel auch Shir Khan (der Tiger aus "Das Dschungelbuch") vertreten oder "Das Schloss" aus dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka.

Zu den Zeichnungen muss ich auch noch ein kurzes Wort verlieren. Diese sind mal mehr, mal weniger skizzenhafte Bleistiftzeichnungen. Sie haben mir leider nicht gefallen. Ein paar waren okay, aber mir gefiel der Stil einfach nicht. Gerade bei der Aufmachung des Covers hätte ich eher etwas Frisches erwartet.

Gut finde ich dann wieder, dass es am Ende ein Inhaltsverzeichnis und ein Literaturverzeichnis gibt. Außerdem gibt es noch eine Seite auf der man seine liebsten 20 Schurken in einer Rangliste vermerken kann. Das ist eine interessante Idee! Ich habe auf jeden Fall ein paar Favoriten, die auf diese Schurkenliste wandern werden.

Fazit:

Inhaltlich konnte mich das Buch vom Text und der guten Recherche überzeugen. Die Bilder und die Machart des Taschenbuches hingegen haben zu großen Abstrichen bei mir geführt, sodass ich nur drei Sterne vergeben kann.

- - -
Klappentext von www.randomhouse.de
Profile Image for Guddy.
13 reviews
March 29, 2018
Kaum eine Geschichte kommt ohne eine antagonistische Kraft aus. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Personen. Garstige Schurken, die es den Helden und jenen, die es werden wollen, besonders schwer machen wollen. Pesl hat in diesem Lexikon genau 100 dieser Fieslinge aus der Literatur versammelt, um sie uns näher vorzustellen.

Die fiesesten, amüsantesten und coolsten?
Bereits vorab erklärt Pesl, dass seine Zusammenstellung rein subjektiv erfolgte: Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder eine ultimative Aufzählung der objektiv besten Schurken. Es soll ein amüsantes Nachschlagewerk sein, in dem man stöbern und nebenbei Neues und Wissenswertes erfahren kann. Und ja, diesen Zweck erfüllt es. Viel mehr allerdings nicht.

Unterteilt in mehrere Kategorien wie „Die Despoten“, „Die Psychopathen“ und „Die Egoschweine“ werden unterschiedliche Schurken der Weltliteratur vorgestellt. Darunter sind bekannte Namen wie Graf Dracula oder Sauron ebenso vertreten wie eher unbekannte wie Zacarías („Der Herbst des Patriarchen„) und Therese Kien („Die Blendung„). Insgesamt zeigt sich so eine durchaus interessante Mischung, die einem von Aha-Momenten bis hin zu „Das Buch will ich jetzt auch lesen, um die Schurkin in Aktion zu sehen!“ viele Reaktionen zu entlocken weiß.

Das Buch der Schurken Zitat

Jedem Schurke wird dabei eine Doppelseite gewidmet, die jeweils Folgendes beinhaltet:

Eine Bleistift-Skizze von Kristof Kepler
Details: Romantitel, Autor und das Jahr aus dem die Originalfassung stammt
Ein Zitat aus dem jeweiligen Roman über die Person
Ein Fließtext, der die Person näher erläutert
Und zum Schluss ein kurzer Steckbrief mit wechselnden Punkten
Der Fließtext bildet dabei wie zu erwarten das Herzstück. Zuweilen etwas zu wirr wird der Schurke beschrieben und in den Kontext „seines“ Romans gesetzt. Angereichert mit unnützem und dadurch amüsanten Wissen liest sich dieser Text sehr flüssig und unterhaltsam. Allerdings wird wenig in die Tiefe gegangen – es ist eben nur ein Lexikon, Charakterstudien oder tiefere Beobachtungen bleiben da leider aus.

Ganz nett
Clockwork Orange SkizzeSo nett der Fließtext auch ist, mir fehlt die Inspirationsgabe. Vieles wie die tatsächliche Schurkenhaftigkeit wird zu oft nur angerissen und sich statt es weiter auszuführen in Belanglosigkeiten verloren. Darüber hinaus bin ich keine Freundin der Illustrationen. Zwar sind es „nur“ Bebilderungen, doch nehmen sie immerhin ein Viertel des Raumes ein. Dafür sind sie mir nicht zu pointiert und hübsch genug. Es wirkt, als habe der Künstler die Portraits mal eben auf eine Serviette gekritzelt, während er auf den Kellner wartet.

Auch die kleinen Steckbriefe bleiben hinter meinen Erwartungen zurück. Statt stets die gleichen Kategorien zu wählen und dem Leser damit Vergleichswerte zu geben, werden die Kategorien wahllos gewählt – und das nicht immer passend. Die Anzahl der Kinder etwa finde ich bei einem Buch über Schurken eher nebensächlich, auch wenn die betreffende Person ihre Kinder malträtiert. Aus den Steckbriefen hätte man so viel mehr herausholen können!

Amüsant, aber flach
So bleibt es eine Aneinanderreihung von fiktiven Schurken, die gut zu lesen ist, aber für wenig mehr taugt als der Griff neben das Klo. Es ist eine klassische Klolektüre, die Gäste sicherlich zu schätzen wissen. Als solche erfüllt sie ihren Zweck durchaus gut.

Es ist keinesfalls ein schlechtes Buch oder gar ein Griff ins Klo, aber es hätte deutlich stringenter und inhaltsvoller sein können.
Profile Image for Kupfi.
109 reviews
May 7, 2018
Manchmal frage ich mich ernsthaft, warum es nicht mehr Bücher wie „das Buch der Schurken“ von Martin Thomas Pesl gibt. Der Autor hat – mit seinen festgelegten Kriterien – die für ihn 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur ausgesucht. Im Vorwort erklärt Pesl, warum er z. B. echte Schwierigkeiten hatte, weibliche Schurken zu finden. Auch weist er darauf hin, dass diese Liste weder vollständig ist, sondern eine subjektive Auswahl. Und so fand ich Schurken, die ich bereits kannte (Fantomas z. B., oder die 40 Räuber), und Schurken, von denen ich noch nie etwas gehört habe (Santer aus Karl Mays Winnetou war mir z. B. gar nicht geläufig). Was mir auch gefallen hat, war die Schurken in 12 Kategorien aufzuteilen. So gibt es die gierigen Schurken oder die Rachsüchtigen; es gibt die Psychopathen oder die Erziehungsberechtigten (wundervoll!!).

Die Schurken selber werden in zwei Seiten beschrieben. Zum einen gibt es unter dem Namen des Schurken eine Quelle, wer der Autor ist und in welcher Literatur der Schurke zu finden ist. Auch ein Zitat findet unter dem Bild seinen Platz. Auf der rechten Seite gibt es dann eine Abhandlung des Autors über den Schurken. Zum Schluss findet man eine kleine Zusammenfassung des Bösewichtes, die ich immer wieder recht amüsant finde. So findet man z. B. bei dem Grafen Dracula Öffnungszeiten von 22-4 Uhr (ernsthaft: auf die Idee muss man erstmal kommen, ich fands wirklich super), beim Gallert-Ozean muss noch die Badetauglichkeit getestet werden, und bei Fräulein Knüppelkuh empfiehlt der Autor das gleiche Fluchtszenario wie bei einem Rhinozeros.

Auch bei der Aufmachung des Buches wurde volle Arbeit geleistet. Bis auf das rote btb Emblem ist das Cover in schwarz weiß gehalten, das Cover zeigt Einen Zylinder, eine Augenmaske und einen geschwungenen Schnauzer. Selbst die Illustrationen von Kristof Kepler sind wundervoll gelungen. So bekommt jeder Schurke eine Illustration zu seiner Geschichte.

Ich wünschte, es gäbe mehr davon. Ein gelungenes Gesamtpaket. Und irgendwie muss man die ausgewählten Schurken fast ja liebhaben, so wie Pesl diese beschreibt.

PS: Wer nun endlich mein Lieblingsschurke ist, kann ich gar nicht mal sagen: Hoch oben steht Graf Dracula und Grendel, aber auch Fantomas, Frankensteins Monster, die Herzkönigin. Und ich werde mich mit einigen Schurken wieder mehr befassen. So waren mir die 40 Räuber von Ali Baba nicht mehr ganz geläufig, und Moby Dick wäre auch wieder mal interessant. Also, schmökern lohnt sich.
Profile Image for Havers.
902 reviews21 followers
March 13, 2018
Martin Thomas Pesl, Theaterkritiker, Autor, Lektor, Übersetzer, Sprecher und Blogger aus Wien, ist bei seinem Streifzug durch die Weltliteratur auf eine interessante Spezies gestoßen. Wir sprechen von den Schurken, die er sich mit viel Sachverstand und dem nötigen Respekt angeschaut und klassifiziert hat. Und daraus entstand „Das Buch der Schurken“, eine subjektive Auflistung von hundert Bösewichten, beheimatet in den unterschiedlichsten Gattungen. Und die Vorgabe, dass pro Autor nur eine Figur Beachtung findet, scheint mir sinnvoll, denn dadurch wird die größtmögliche Vielfalt gewährleitet.

Der Aussage Pesls, dass erst die Schurken den meisten literarischen Werken den nötigen Pfiff geben, weil sie unsere Emotionen – positiv oder negativ – ansprechen, kann ich uneingeschränkt zustimmen, und so habe ich mit Vergnügen die hundert doppelseitigen Steckbriefe studiert. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt diese Zusammenstellung nicht, und auch die Auswahl ist einigermaßen launisch. Die zugrunde liegenden Werke reichen von Sagen über Klassiker, Romane, bis hin zu Horror, Krimis sowie Kinder-bzw. Jugendbüchern.

Um einen besseren Überblick zu bekommen, hat der Autor Kategorien angelegt, in denen er die Schurken einordnet: Gierige, Rachsüchtige, Despoten, Berserker, Egoschweine, Erziehungsberechtigte, Fatale Frauen, Psychopathen, Ungreifbare, Verrückte Wissenschaftler, Über- und Unterirdisches und schließlich Könige des Verbrechens. Jeder Schurke darf sich auf einer Doppelseite ausbreiten. Ein kurzer Überblick zu Person und Werk wird ergänzt durch einen Steckbrief sowie eine Illustration, nicht zu vergessen das Rating Pesls, in dem er Punkte für schurkentypische Eigenschaften vergibt.

„Das Buch der Schurken“ ist eine geistreiche, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, die nicht nur Vergnügen bereitet sondern auch noch jede Menge Lesetipps bereithält. Passend dazu finden diejenigen, die ihr Wissen über Schurken erweitern und vertiefen wollen, am Ende des Buches eine Bibliographie der behandelten Werke.
Profile Image for Janine Zachariae.
Author 38 books22 followers
February 18, 2018
Inhalt:

In diesem Buch lernen wir 100 Schurken kennen, die Martin Thomas Pesl anhand von verschiedenen Kategorien zusammengestellt hat.

So finden wir unter den 'Gierigen' Caroline Bingley (Stolz und Vorurteil) oder bei 'Die Könige des Verbrechens' Dr James Moriarty.

Übrigens findet man nicht Voldemord dadrin, sondern einen anderen Harry Potter Charakter ;-)

Stil:

Der Stil ist sehr cool, es ist toll aufgebaut. Und flüssig, mit der Meinung des Autors.

Fazit:

Ich finde, dass das Buch wirklich genial ist. Aber leider wird man zu schnell gespoilert. Wenn man nicht möchte, dass man den Inhalt des Buches (zu dem der Schurke gehört) wissen möchte, muss man diesen Schurken überblättern.

Abgesehen davon aber hat der Autor sich sehr viel Mühe gegeben und sehr gut recherchiert.

Ich würde gerne wissen, ob er wirklich jedes Buch selbst gelesen hat :-)

Gesamtbewertung:

Cover: 5/5

Titel: 5/5

Inhalt: 3.5/5 (auf Grund der Spoiler)
Profile Image for Natira.
572 reviews18 followers
angetestet
June 3, 2016
Ich habe mit der Lektüre aktuell aufgehört, weil ich befürchte, mich zu spoilern.
Die Ausführungen enden ja nicht damit, in welchem Buch welcher Schurke auftritt (die Auswahl der Schurken ist - vom Autor deutlich erklärt - sehr subjektiv; so führt er z.B. Miss Bingley als Schurkin bei J. Austen an, worüber man sicher diskutieren kann), sondern der Autor begründet seine Einschätzung ja auch, was zwangsläufig inhaltliche Angaben nach sich zieht. ;)
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