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Verbannt!

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German

163 pages, Paperback

Published January 1, 2016

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Ann Cotten

46 books12 followers

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Community Reviews

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4 (21%)
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3 (15%)
1 star
1 (5%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Andy.
1,331 reviews92 followers
December 20, 2017
Was dem modernen Musikfreund Arnold Schönberg ist dem Lyrikfreund eventuell Ann Cotten. Mit 'Verbannt!' wage ich mich an ihre 403 Pseudo-Spencer-Strophen. Gedichtete Zwölftonmusik herrje. Wenn man sich Zeit und die ganze Sache nicht zu Ernst nimmt, kann das richtig witzig werden. Wenn sich einem der Witz dann eröffnet.
Kostprobe?

"Widerstand, ja: In Frage steht und dann bestätigt werden,
nach dem Vertrag des kollektiven Wörterbuchs
manipuliert, um damit sich und auch den anderen
zu fixieren, damit nicht mehr die Blicke wandern,
gefährlich, ausgeliefert, billig und, verfluchs,
noch immer da, wenn, gebunden durch Ironie,
die Sicherheiten halten sich in Grenzen
und funktionieren, bis die jungen Leut enhancen
die Wirklichkeit mit einem grünen Iro. Nie

wird ganz feststehen, was sie damit meinen."

Wenn man dieses Büchlein zur Hand nimmt, steht eines fest, dies wird intellektuelles Jogging. Die Autorin hat hier nichts geschrieben, was mal so unterhalten kann oder will. Handlung, wie man sie in Romanen kennt, steht hier an dritter Stelle. Es geht mehr um Ideen, das Aufzählen oder Erarbeiten von Problemen. Denn wenn man so will, besteht die komplette Geschichte oder eher wohl die Aneinanderreihung von Gedanken aus Gleichnissen, Metaphern und Vergleichen, mit denen die Autorin jongliert. Nichts wird direkt angesprochen. So wird das Lesen zum Studieren.
Bedingt durch das Versmaß liest es sich extrem arhythmisch. Nun - hier soll nichts gefällig sein.
Was ich bemängele, ist dass es keinen Appendix gibt. Selbst "Gullivers Reisen" hat einen. Sonst hätte man heute Schwierigkeiten, Jonathan Swifts Anspielungen zu verstehen.

Ich war am Ende des Buches doch leicht übersättigt, sagen wir mal ein kleines Overload-Problem. Ab und an mal ein Aphorismus geht in Ordnung - aber ein komplettes Buch, bei dem der Plot zu einem Hintergrundrauschen verkümmert?
Profile Image for Isabella.
506 reviews118 followers
March 10, 2019
Der Anfang hat mich ungemein begeistert, auch zwischendrin gab es immer wieder ein paar Passagen, die mich zum Lachen oder fleißigen Mitnicken gebracht haben. Letztendlich glaube ich aber, dass ich dieses Versepos zur falschen Zeit gelesen habe, der Zeitraum von zwei Wochen war zu lang und meine Aufmerksamkeit zu gering. Da es nur wenig Plotpunkte gibt, war ich öfter frustriert als alles andere. Kann mir aber gut vorstellen, dass ich es mit mehr Zeit und eingehenderer Beschäftigung mehr schätzen würde.
Profile Image for Laura Frühwirth.
46 reviews
May 11, 2025
Da geht es etwa um eine Protagonistin, die auf einer Palme sitzt und einen Tiger, der von einer Kokusnuss verjagt wird, die ihm auf den Penis fällt, wonach die Protagonistin, übrigens leicht pädophil in die Tochter einer Kollegin verliebt, übers in Schnee pissen nachdenkt. Provokant? Unzusammenhängend? Will aber intellektuell sein. Und irgendwann steigt sowieso jeder aus. Es wäre jedenfalls besser, würde sich auf den Inhalt konzentriert, der nur daneben funktioniert. Reimtechnisch sind die Worte nicht schön, sondern holprig. Es ist aber eine obszöne Straße, die einen faszinierend durch leere Absätze führt, die einen foppen. Und wem das nicht reicht, der wird mit Englisch abgespeist und intellektuell informiert, dass etwa John Giorno, der sich reimt, We are the god. We are computers gesagt hat. Aha. Das ist, was bleibt. Verwirrung. Weil es nämlich von der Firma zum Samenspender geht und du dir nicht einmal vorstellen kannst, wie das angeht eigentlich. Aber es geht auch um Dinge wie Massentierhaltung. Es muss gut fürs Gehirn sein. Und die Protagonistin ist immerhin Fernsehmoderatorin. Und die Delfine tanzen in Bienensprache…Mein Gott wie erfindungsreich. Zwischenzeitlich hat die Protagonistin sogar einen Penis und wird unter austreibenden Wehen innerlich bis zur Taille beklettert, bevor dann zu zweit oder doch zu dritt weiter einem Waldpfad gefolgt wird. Wie gesagt. Zurück bleibt ein verwirrtes Aha.
Profile Image for Ladysmartypants.
93 reviews2 followers
January 23, 2022
Autorenportrait: Ann Cotten

Ann Cotten wurde in Amerika geboren und kam im zarten Alter von fünf Jahren mit ihren Eltern nach Wien. Dort verbrachte sie den Rest ihrer Kindheit und begann ihr Studium der Germanistik. Heute lebt sie in Berlin und schreibt für Suhrkamp und Kleinverlage wie Peter Engstler. Sie schreibt und dichtet gleichermaßen und wird meist zur Avantgardeliteratur gezählt, da sie gerne mit Sprache experimentiert und spielt (wie man etwa an ihrem Autogramm sieht). Das Thema der Poetikvorlesung ist eine Frage, die sie sich nach eigener Aussage oft stellt. Dieses Austesten der Möglichkeiten und Grenzen spiegelt sich auch in ihren Werken wieder.

Verbannt!

Inhalt nach Suhrkamp:

Eine Fernsehmoderatorin wird aufgrund wiederholten Fehlverhaltens auf eine einsame Insel verbannt mit nichts als einem Messer, einem Schleifstein und Meyers Konversations-Lexikon. Sie findet bald heraus, dass die einsame Insel doch nicht ganz so einsam ist. In Neo-Spenser-Strophen erzählt Ann Cotten diese ungewöhnliche Geschichte und beschreibt die Abenteuer und Begegnungen der Moderatorin. Dabei sind Elemente dieser skurrilen Geschichte nur des Reimes wegen vorhanden, was durchaus amüsant ist. Und manchmal weigert sich die Deutsche Sprache sich nahtlos in die Englische Strophenform einzufügen. Alles in allem ist Verbannt! einfach anders. Anders und unterhaltsam – wenn man sich denn darauf einlassen kann.
Die vollständige Rezension auf ladysmartypants.wordpress.com
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