Bakoo will Avoca-Jockey werden. Doch der Weg in die Arena von Gazmata ist hart. Ausgerechnet jetzt möchten Bakoos Eltern sein Avoca verkaufen. Sein Bruder kommt ihm wie immer in die Quere und ein verrücktes Laikarenmädchen stellt Bakoos ganzes Leben auf den Kopf. Im ungleichen Konflikt zwischen Siedlern und Laikaren muss Bakoo sich und seinen Platz finden. Ein fesselnder Jugendthriller über Identität und Macht, verpackt in ein Science-Fantasy-Abenteuer auf dem Wüstenplaneten Cambrium. Ab 12 Jahren.
Hubert Wiest is an author of ten German children's books and YA novels. THE SHADOWSURFERS is his first US release. In addition to giving classroom readings, Hubert also produces audiobooks and the podcast Radio Lomoco together with Nina von Stebut.
Hubert was born in Germany in 1964. He studied at the Bavarian Academy of Advertising and also took courses in business administration. In the 1990s he founded the internet company FREIRAUM Multimedia, leading it through the stormy new economy of the millennium. He has also worked as head of marketing and sales in international companies. Hubert lives in Sydney, Australia, with his wife, their three children and their dogs Pepsi and Cola.
"Es war bestimmt das Avoca. Die Biester sind unberechenbar, wenn du sie nicht unter Kontrolle hast." Alelia würgte. Die Wüste um sie herum und ihr ganzes Leben verschmierte zu einem einzigen braunen Brei, von dem sie nichts mehr zu erwarten hatte."
Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Zusehen sind ein Mädchen mit rosa Haaren und ein Junge mit Rasta-Zöpfen über einer großen Stadt. Alles ist in dunklen Farben sowie lila, rot und rosa Tönen gehalten. Das sind die Farben der Laikaren, was somit also wunderbar passt. Das Mädchen soll vermutlich Alelia darstellen und der Junge ist klar Bakoo. Seltsam finde ich dabei nur, dass Alelia im Vordergrund steht, wobei sie eigentlich keine wirklich zentrale Rolle spielt. Zudem werden ihre Haare als auberginefarben beschrieben. Trotz meinen kleinen Kritikpunkten ist das Cover in der Gesamtheit einfach unglaublich gut gemacht und versetzt einen mit den Sternen, der Stadt und den angedeuteten Canyons auf der Rückseite sofort in diese andere Welt.
Denn „Angepasst“ spielt auf dem Planeten Cambrium und in der Metropole Gazmata, einer Welt, die von Jurlans Minengesellschaft Bromstar Mining beherrscht wird. In den unwirtlichen Wüsten dieser Welt lebt das Nomadenvolk der Laikaren, die sich an die schwierigen Bedingungen perfekt angepasst haben und mit schwebenden Kuppelstädten durch die Wüsten ziehen. Außerdem gibt es die Siedler, die in glanzvollen Städten leben und den Planeten mit all seinen Ressourcen gnadenlos ausbeuten. Der Macht- und Geldgierige Jurlan vertreibt die Laikaren aus ihrer Heimat um ungestört Bromatium abbauen zu können und schafft alle aus dem Weg, die sich ihm entgegenstellen. Der Kampf ist natürlich unglaublich ungleich und mit den intrigen Mitteln, die Jurlan einsetzt ist "Angepasst" ein Paradebeispiel für eine gelungene Dystopie.
Der junge Bakoo ist die Hauptperson des Buches und erzählt aus der Ich-Perspektive, wie er von Jurlan einen Platz auf der begehrten Jockey-Schule angeboten bekommt. Auf der Tellois-Farm mitten in der Wüste züchtet er zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Avocas. Diese Tiere sind zwischen 2 und 4 Meter groß, haben zotteliges Fell, lange Krallen und messerscharfe Zähne, bei richtigem Umgang jedoch eher kuschelig gestimmt. Der Höhepunkt des Wüstenlebens ist das alljährliche Master-Cup-Rennen, bei dem Avocas inklusive Reiter auf einer gefährlichen Rennbahn gegeneinander antreten. Und genau da will Bakoo hin. Er und sein Avoca Muunabat sind ein eingespieltes und vor allem schnelles Team. Euphorisch kommen die beiden in Gazmata an, doch schon bald beginnt er zu bemerken, dass nicht alles so läuft, wie er es geplant hat. Umgeben von Hass auf die Laikaren kommt er nicht umhin einen Fehler nach dem anderen zu begehen. Und dann taucht auch noch ein mysteriöses Mädchen mit unheimlichen Anschuldigungen auf und die Dystopie nimmt ihren Lauf.
Als Leser bemerkt man natürlich, das in Gazmata etwas nicht mit rechten Dingen zugeht doch bis sich Bakoo das eingesteht, ist es schon zu spät.. Der zweite Handlungsstrang handelt von einem Laikaren Mädchen namens Alelia. Gleich zu Beginn verliert sie als kleines Mädchen ihren Bruder und ihren Clan in der Wüste und wird von anderen Laikaren aufgezogen. Ihre Sicht nimmt viel weniger Raum ein und ist auch nur aus der Er-perspektive geschrieben. Nach einem leicht verwirrenden Sprung in die Gegenwart trifft sie durch einen Zufall auf Bakoo, der nun gleichaltrig ist. Das hat mich leicht verwirrt, da noch das Kapitel zuvor von einem achtjährigen Mädchen die Rede war.
"Alelia konnte nicht einschlafen. Lautlos tropften ihre Tränen, die sie vor Jermo zurückgehalten hatte, in den eiskalten Wüstensand und gefroren zu Kristallen der Verzweiflung. Warum musste sie wieder alles verlieren?"
Bakoo ist ein recht durchwachsener Hauptcharakter. Er tut genau das, was man von einem fünfzehnjährigen Jugendlichen erwartet und ist somit einfach unglaublich realistisch dargestellt. Er versucht ziemlich alles um angesagt zu sein, verstößt gegen seine Prinzipien und lässt sich schamlos ausnutzen. Dann ist da außerdem der Konflikt mit seinem älteren Bruder, der schon sein ganzes Leben lang Avoca-Jockey werden will und bloß wegen dessen Unfall er an der Akademie aufgenommen wurde und das ständige Gefühl, seine Eltern würden ihn benachteiligen. Er ist konfrontiert mit Hierarchiestrukturen, die er in Frage stellen muss und hat die Gelegenheit, sein Geschick im Umgang mit den Avocas unter Beweis stellen und somit seine Zukunft komplett nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Gleichzeitig ringt er um Freundschaften und wird dabei vor schwierige Entscheidungen gestellt, bei denen seine Integrität in Frage steht. Absolut jeder Jugendliche in dem Alter oder auch darüber hinaus kann Eigenschaften, Einstellungen oder Gefühle von ihm bei sich wiedererkennen. Ich konnte mich deshalb sehr gut mit ihm identifizieren, was ihn natürlich nicht sofort sympathisch gemacht hat. Er begeht Fehler, ignoriert zugunsten "der Coolen" einen netten Mitschüler komplett und denkt abfällig über Mädchen. Gegen Ende jedoch entwickelt er sich immer mehr in eine erwachsenere Richtung und ich kam viel besser mit ihm klar. Er lernt aus seinen Fehlern, auf was es im Leben wirklich ankommt und reagiert am Ende doch noch einsichtig und selbstlos. Ich habe selten ein Charakter kennengelernt, der sich so authentisch entwickelt hat.
"Wie an einen überfüllten Badestrand drängten sich die Männer des Bromstar-Sicherheitsdienstes. Wo kamen sie auf einmal her? Dann überschlug ich mich. Mein Körper begann sich zu drehen. Wie eine Lawine stürzte ich in die Tiefe. Alles wurde schwarz, stockdunkel um mich herum. Ich fühlte nur noch Sand im Mund und hörte das Knirschen der Körner. Wo waren die Sterne? Ich sah sie nicht. Netauro und die anderen schienen vom Himmel gerutscht. Ich ergab mich der tiefen Dunkelheit."
Neben ihm blieb Alelia leider etwas blass. Man bekommt kaum Einblicke in ihre Gefühls- oder Gedankenwelt und sie kam mir immer etwas abweisend, unberechenbar und kalt vor. Jurlan ist natürlich der perfekte Bösewicht: fett, schmierig, geldgierig, reich, rücksichtslos, rassistisch und egoistisch - man muss ihn einfach hassen! Wer mir sehr gut gefallen hat war Meister Tschaar, der Reitlehrer und Laikare. Er ist weise, nachsichtig, gerecht und steht zu seiner Meinung. Also praktisch alles, was fast alle anderen Personen nicht sind.
Wie in jedem guten Buch mischt auch noch ein Barkeeper mit, dessen Stargazer bald zum Treffpunkt aller Verbindungen wird. Der runde Mann ist als wahrer Sternefan begeistert von Bakoos Astronomie Kenntnissen und mischt schließlich im finalen Kampf tüchtig mit. Visco, der Junge mit den Entenbeinen, ist wohl Bakoos einziger wahrer Freund und gleichzeitig mein Lieblingscharakter. Er steht ihm bis zum bitteren Ende zur Seite auch als es brenzlig wird und das obwohl Bakoo ihm zu Beginn die kalte Schulter gezeigt hat.
"Quatsch nicht rum und geh endlich!" Ich drehte mich um und watete durch den Nebel dem Ausgang entgegen. Da rief mir Visco nach: "War das eigentlich ernst gemeint?" "Was denn?" "Dass ich dein Freund bin." "Na klar!", sagte ich."
Doch, nein, wenn wir hier schon von einzig wahren Freunden reden, fällt mir noch Munnabat ein. Das dreifarbig gefleckte Renn-Avoca ist einfach so unglaublich süß wie störrisch. Wie Bakoo auch vertritt man einfach plötzlich die Meinung, er solle nicht angepasst werden und stuft ihn damit unterbewusst doch zu einem richtigen Charakter herauf. Die Anpassung spielt in diesem Buch eine wichtige Rolle, wie man auch am Titel sehen kann. Sie ist eine Art Gehirnwäsche bei der positive Eigenschaften des Gehirn verstärkt und negative überschrieben werden. Sie wird bei Avocas eingesetzt um ihre Leistung zu steigern und die ursprünglichen Raubtiere zahm zu halten. Doch man kann mit dieser Methode auch Erinnerungen von Menschen verändern... Wie auch immer, nach diesem Buch bin ich der totale Avoca - Fan. Diese Tiere sind wie auch andere Lebewesen der Cambriumer Wüste einfach toll beschrieben und kreativ neu erfunden. Die bösartigen Sandgorgonen, die bis zu 40 Meter groß werden und alles fressen, was ihnen vor die Nase kommt, Vanderanen, Aptoren, Schaumnüsse, hat man davon schon mal gehört?
"Glühend heißer Sand knirschte zwischen meinen Zähnen. Er drang in meine Nase. Der gelähmte Gorgonenarm verströmte einen bestialischen Gestank. Ich musste würgen. jetzt bekam ich den glatt geriebenen Griff meiner Quappe zu fassen. (...) Tastend und schnüffelnd krochen die Gorgonenarme heran. Sie fuhren auseinander und begannen uns einzukreisen. Direkt unter mir musste das schreckliche Gorgonenmaul auf uns warten..."
Die ganze Welt jedoch ist nicht komplett neu. Sie erinnert doch sehr an Star Wars, was mich aber nicht weiter gestört hat. Der Interstellare Rat mit Gericht und Gesetzen, verschiedene Galaxien, Streit zwischen den Planeten, Handel und Kriege, wer muss da nicht an Luke und Leia denken? Und wenn ich gerade schon am kritisieren bin, muss ich sagen, dass mir manchmal noch einige Erklärungen gefehlt haben. Bei einer neuen Fantasiewelt ist es immer schwer das richtige Maß an Beschreibungen und Details zu finden, es darf nicht zu wenig sein aber man sollte den Leser auch nicht mit zu vielen unnützen Informationen langweilen. Einige Erklärungen zu Tieren, Pflanzen, Wörtern oder anderen Traditionen auf dem Planeten kamen mir einfach zu spät oder waren etwas zu kurz ausgefallen. Das hat aber gut zu dem rasanten Tempo der Geschichte gepasst. In 403 Seiten passiert einiges in einer Geschwindigkeit, dass man fast glaubt, der Verlag hätte Hubert Wiest zum Papier sparen aufgefordert.
Die Spannung ist natürlich nicht zuletzt deswegen vor allem gegen Ende hoch. Der Autor führt den Jungen und mich als Leserin durch Höhen und Tiefen, nutzte überraschende Wendungen und ungeahnte Fallstricke. Die Spannung gipfelt jedoch im großen Finale, da es schlussendlich um Kopf und Kragen der Hauptpersonen geht, das Wohlbefinden einen Laikaren Clans ist in Gefahr und außerdem heißt es die ganze Stadt von Jurlans Terror-Herrschaft zu befreien. Keine leichte Aufgaben für ein paar schlecht bewaffnete Jugendliche und so konnte ich das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen.
Doch die Geschichte hat nicht nur einen tollen Hauptcharakter, viele tolle neue Ideen oder ein spannendes Ende. In diesem Buch gelingt es Hubert Wiest etliche Bezüge zu aktuellen Brennpunkten herzustellen. Es geht um Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung von Minderheiten wenn die Laikaren verfolgt und ausgegrenzt werden. Um Ausbeutung von Rohstoffen und gierigen Machthabern. Eigene Identität, Familien und Freundschaften werden angesprochen und interessante Fragen gestellt. Wie weit darf ein Mensch über das was gut oder schlecht für andere ist entscheiden? Was zählt unter Verrat? ...
Der Schreibstil der Geschichte fand ich recht gut. Nicht besonders blumig oder beschreibend sondern eher nüchtern und direkt. Gut gefallen hat mir der leise Humor, der sich an verschiedenen Stellen finden lässt, und die geschickten Anspielungen auf unsere Welt. Trotz der Kürze und manchmal bloß wörterlangen Personenbeschreibungen hat der Autor es geschafft, passende Bilder vor meinen Augen entstehen zu lassen. Ich bin mit Muunabat über die Rennbahn gedüst, habe mit Sandgorgonen gekämpft, war im Stargazer tanzen und habe leckere Dipplibällchen gegessen. Komplett hat mich Cambrium verschluckt und erst nach den letzten Seiten wieder ausgespuckt. Naja und dann kam das Ende. Natürlich ist es schön gestaltet, doch das kann man einem Leser doch nicht antun!!! Mit unglaublich vielen offenen Fragen steht man nach dem letzten Satz noch da und weiß nicht genau, was man jetzt denken soll. Wer gewinnt das Rennen? Wie sieht nun Bakoos Zukunft aus? Was passiert mit Alelia und dem Laikaren Clan? ... Vielleicht kann man ja auf eine Fortsetzung hoffen. Mich würde es auf jeden Fall freuen.
Fazit:
Ein spannender Jugendroman mit interessanten Parallelen zu unserer Welt. Dieses Buch glänzt mit einem tollen Hauptcharakter, vielen neuen Ideen und Anregungen. Vielen Dank an Hubert Wiest, der so freundlich war, uns sein Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen!!!
In dem Buch geht es um Bakoo, einen Jugendlichen, der auf dem Wüstenplaneten Cambrium lebt. Er arbeitet auf einer Avoca-Zuchtstation. Avocas sind Reittiere, aber keine schmusigen Kuscheltiere, sondern potenziell gefährlich. Bakoo hat zu einem bestimmten Avoca, zu Muunabat, eine besonders innige Beziehung. Er träumt davon, zusammen mit Muunabat ein berühmter Avoca-Jockey auf der Rennbahn zu werden. Leider wird dieses Glück seinem Bruder Rango zuteil, der von den Eltern stark bevorzugt behandelt wird und dem Leser nicht wirklich ans Herz wächst. Wird Bakoo dennoch seinen Traum verwirklichen? Da möchte ich euch nicht zuviel verraten.
Der zweite Handlungsstrang widmet sich der Geschichte von Alelia und ihrem Bruder Jermo. Sie gehören zum Volk der Laikaren, eine Bevölkerungsgruppe, die in der Gesellschaft eher verpönt ist, da sie ein Nomadenleben in der Wüste führen. Sie stehen Jurlan, dem sozusagen "Vorstand" des Planeten und Leiter einer Firma für Bromatium-Abbau gehörig im Weg, weswegen er die Stämme der Laikaren nach und nach in die Stadt umsiedeln lässt. Auch Alelia und ihr Bruder sind davon betroffen, verpassen aber die spontane Umsiedlung und sind auf einmal in der Wüste auf sich gestellt. Wie es mit den beiden weitergeht, möchte ich hier aber nicht verraten.
Am Anfang werden die einzelnen Schicksale der Protagonisten erläutert. Die vielen neuen Begriffe erschließen sich schnell und machen die Welt von Bakoo und Alelia erst so richtig lebendig. Nach und nach verweben sich die Geschichten der beiden und es öffnet sich der Vorhang für ein Sci-Fi-Abenteuer, in dem sich gesellschaftliche Intrigen genauso aufklären, wie die vielen Fragen, die durch die Erlebnisse von Bakoo und Alelia unweigerlich auftauchen. Wie sich am Ende der Kreis schloss, war für mich ein Höhepunkt des Buchs.
Die Geschichte aus zwei Perspektiven war angenehm geschrieben, der Perspektivwechsel war überhaupt nicht störend und sehr gut umgesetzt. Der Schreibstil ist klar, aussagekräftig und kreativ. Es hat richtig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, es wurde nie langweilig und der Autor hat eine authentische Welt geschaffen, mit eigene Vokabeln und viel Liebe zur Gestaltung des Settings. Außerdem passt sich der Schreibstil dem Alter der Protagonisten an, was ich wirklich klasse fand. Aufgrund des Stils und der Geschichte werde ich mit Sicherheit noch das ein oder andere Buch von Hubert Wiest in die Hand nehmen, da mich dieses Werk sehr begeistern konnte.
Die Handlung ist sehr spannend und hat fast etwas heimisches. Ich konnte mich sehr schnell in diese Welt hineinfinden, die Darstellung der Charaktere machte dies ungemein leichter. Gerade Bakoo wird in seinen Handlungen und Gefühlen nachvollziehbar dargestellt. Bakoo und Alelia sind keine aalglatten Helden, sondern sympathische und fehlerbehaftete Figuren, die im Laufe der Geschichte an ihren Herausforderungen wachsen. Dieser Umstand und die gelungene Story mit einer Mischung aus Abenteuer, Spannung, Freundschaft und Weltraum machen das Buch für mich zu einem Highlight des bisherigen Jahres.
Fazit: "Angepasst / Ich, Bakoo" von Hubert Wiest überzeugt durch eine authentische Geschichte mit sympathischen Charakteren, liebevoll gestaltetem Setting und einem kreativen, klaren Schreibstil. Dieses Sci-Fi-Abenteuer um Freundschaft und den Wüstenplaneten Cambrium traf mich direkt ins Herz, obwohl ich sonst kein allzu großer Sci-Fi-Fan bin. Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die Lust auf eine abenteuerliche Geschichte haben, die ohne viel Schnickschnack auskommt.
Mit "Ich, Bakoo" hat Autor Hubert Wiest einen Jugendroman geschrieben, der sich neben Themen wie Freundschaft, Familie und Identität auch mit Rassismus, Anpassung, Macht und Zwang auseinandersetzt.
Story: Der 15-jährige Bakoo will Avoca-Jockey werden. Als sein Bruder ausfällt und er seinen Platz an der Avoca-Schule von Jurlan angeboten bekommt, scheint sein größter Traum in Erfüllung zu gehen. Gemeinsam mit seinem Avoca Munnabat merkt Bakoo jedoch, dass hinter der Fassade Jurlans doch nicht alles so toll ist wie er immer gedacht hat.
Alelia ist Waise und als sie auch noch ihren Bruder in der Wüste verliert, kommt sie alleine bei einem Laikaren-Clan unter. Doch Jurlan will die Laikaren aus der Wüste wegbringen und in der Stadt ansiedeln. Doch Jurlan verfolgt ganz andere Ziele, zum Leidwesen der Laikaren. Was können Alelia und ihre Freunde schon gegen den mächtigsten Mann auf Cambrium ausrichten?
Neben der Geschichte sind auch wichtige Themen wie Rassismus, (Gruppen-)Zwang oder Macht Bestandteil der Handlung. Ich finde, dass dies dem Buch eine gewisse Tiefe verleiht, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint und auch das Ende leider wenig in diese Richtung geht.
Charaktere: Das Buch folgt der Geschichte zweier Personen. Zum einen gibt es Bakoo, einen 15-jährigen Jungen, der im Schatten seines älteren Bruders Rango steht und endlich seine Chance sieht, Erfolge als Avoca-Jockey zu erzielen. In Gazmata möchte er unbedingt zu den "coolen" der Klasse dazugehören und fügt sich deren Willen, um als Freund akzeptiert zu werden. Bakoo kommt sehr egoistisch rüber, er hat oft nur seine eigenen Interessen im Sinn und wirkt oft auch sehr naiv. Doch für einen 15-jährigen sind dies ja durchaus realistische Eigenschaften. Sympathie entwickelt man für ihn, wenn man sieht, wie er mit seinem Avoca Munnabat umgeht, einem gefährlichen Raubtier, das sein bester Freund ist. Doch im Laufe des Buches lernt Bakoo, wem er wirklich vertrauen kann. Seine Entwicklung ist zwar langsam, aber bemerkbar.
Alelia hingegen ist ein sehr starkes Mädchen. Früh verlor sie ihre Eltern und als 7-jährige auch noch ihren Bruder. Seitdem wirkt sie distanziert und immer noch hofft sie, ihren Bruder wiederzufinden. Sie gibt sich nicht mit dem Schicksal ab, dass die Laikaren ereilen soll, sondern fasst einen Plan, um ihre Freunde und neue Familie zu retten. Mir ist das Mädchen sehr sympathisch, da sie einen starken Willen hat und sich nicht dem der anderen fügt.
Einige Nebencharaktere möchte ich gerne, z.B. Visco oder Raffat, andere nicht (Jurlan, Rango). Bei einigen konnte ich nicht wirklich sehen, was ihre Absicht ist. M'Poah zum Beispiel habe ich bis zum Ende nicht getraut. Dies macht ihn zwar zu einer interessanten Figur, aber eine genauere Erklärung seines Verhaltens hätte mir besser gefallen.
Schreibstil: Es ist ja schon schwierig, ein normales Buch zu schreiben, aber es muss noch schwieriger sein, eine komplett neue Welt zu erschaffen und zu beschreiben. Dies ist Huber Wiest gelungen. Die Welt von Cambrium mit ihren Menschen, ihren Gebäuden, ihren Eigenarten und Namen war zwar neu, doch man konnte sich schnell zurecht finden. Gerade bei "neuen" Namen droht ja die Gefahr, dass diese leicht verwechselt werden. Dies ist hier zum Glück nicht der Fall. Ich möchte jetzt auch einmal auf einem Avoca reiten, Dipplibällchen probieren und im Stargazer etwas trinken gehen. :)
Das Buch hat mir an sich gut gefallen, nur das Ende fand ich etwas enttäuschend. Viel zu schnell und leider auch zu langweilig war mir das Finale. Wieso, weshalb, warum habe ich mich da gefragt und auf eine genauere Beschreibung der Ereignisse gehofft. Trotzdem gebe ich dem Buch 4 von 5 Dipplibällchen. .:)
„Angepasst“ von Hubert Wiest erschien bereits 2014 unter dem Titel „Ich, Bakoo“ und ist jetzt, mit neuem Cover und Titel als E-Book und Taschenbuch erhältlich. Das Buch umfasst etwas mehr als 400 Seiten. Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten – danke! Inhaltsangabe (Klappentext): Bakoo will Avoca-Jockey werden. Doch der Weg in die Arena von Gazmata ist hart. Ausgerechnet jetzt möchten Bakoos Eltern sein Avoca verkaufen. Sein Bruder kommt ihm wie immer in die Quere und ein verrücktes Laikarenmädchen stellt Bakoos ganzes Leben auf den Kopf. Im ungleichen Konflikt zwischen Siedlern und Laikaren muss Bakoo sich und seinen Platz finden. Ein fesselnder Jugendthriller über Identität und Macht, verpackt in ein Science-Fantasy-Abenteuer auf dem Wüstenplaneten Cambrium Meine Meinung: Durch das tolle Cover und die Inhaltsangabe bin ich auf das Buch total neugierig geworden und habe mich sehr darauf gefreut, endlich mit dem Lesen anzufangen. Leider bin ich überhaupt nicht in das Buch hineingekommen und hätte es, wenn es kein Rezensionsexemplar wäre, nach 100 Seiten abgebrochen. Der Einstieg in das Buch war sehr verwirrend. Ich hatte weder eine Vorstellung von der Umgebung noch von den Personen in dieser fremden Welt. Hier hat mir eine Beschreibung aus Bakoos Sicht gefehlt, oder bei einem Buch für ab 12- Jährige: zumindest eine Schwarz – Weiß Zeichnung, wie es in Bakoos näherer Umgebung aussieht oder bei jedem neuen Handlungsabschnitt, der aufgemacht wird. Im Laufe der Handlung konnte ich mir die Umgebung immer besser vorstellen, wobei ich sagen muss, dass ich hier weltenmäßig eher in „Dune, der Wüstenplanet“ unterwegs war, weil die Beschreibungen im Buch für mich nicht ausgereicht haben um eine eigene Welt entstehen zu lassen. Bis zum Schluss konnte ich mir keine einzige Person konkret in meinem Kopfkino vorstellen. Auch zu den Avocas hatte ich eine Vorstellung, die sich wegen der Namensähnlichkeit an Alpakas anlehnt. Bei Bakoo habe ich die Welt dann aus seiner Sicht gesehen, die Menschen (?) blieben jedoch während der ganzen Handlung schattenhaft in meiner Vorstellung. Normalerweise habe ich bei Vorstellungen keine Schwierigkeiten, aber hier bleiben für mich scheinbar zu viele Spielräume, die meine Fantasie nicht zu kompensieren vermag. Für mich war der Zeitsprung sehr verwirrend, vor allem, weil die Handlungsstänge im ersten Drittel des Buches parallel verlaufen sind. Dadurch habe ich angenommen, dass sie zur gleichen Zeit stattgefunden haben. Mir hätte besser gefallen, wenn zuerst Alelias Geschichte bis zum einschneidenden Ereignis erzählt worden wäre, dann ein Zeit- und Geschichtssprung zu Bakoo (mit dem Vermerk xxx Jahre später, auf einem anderen Teil...). Die Handlung war durchwegs spannend zu lesen. Die Spannungselemente sind vorhanden, so dass gerade die zweite Hälfte des Buches dann spannend wurde und ich in den letzten 4 Kapiteln dann wirklich gefesselt war. Die Titeländerung finde ich ansprechend und passen, da es ja nicht NUR um Bakoo geht, auch das neue Cover finde ich ansprechender. Für 12 - Jährige finde ich die Seiten überladen. Hier hätte es eine größere Schrift oder mehr Zeilenabstände gebraucht, denn mit so viel Text auf einen Schlag fällt vielen das Lesen schwer. Fazit: Bei mir ist das Kopfkino nicht angesprungen.
Mit seinem neuen Jugendbuch Ich, Bakoo gelingt es Hubert Wiest erneut, ein in der Zukunft und in fernen Galaxien angesiedeltes Abenteuer zu schildern, dass nicht nur Kinder und Jugendliche in seinen Bann zieht.
Bakoo, ein Jugendlicher, lebt auf einem Planeten fern der Erde mit seinem Bruder Rango und seinen Eltern. Die Eltern züchten Avocas und diese sind so gut, dass sie sich als Renntiere eignen und mit dem Verkauf der besten Avocas wird der Lebensunterhalt finanziert. Bakoos Traum ist es, in Gazmata, der Hauptstadt, die Jockeyschule von Jurlan zu besuchen und ein erfolgreicher Jockey zu werden. Durch einen unvorhersehbaren Zufall wird sein Traum Wirklichkeit. Doch wird er sein Glück finden ?
In der Jockeyschule angekommen, lernt Bakoo recht schnell, dass Freunde nicht immer Freunde sind, dass unscheinbare Menschen oftmals mehr Herz haben als die, die sich selbst am Besten darstellen und dass Zuversicht, Freundschaft, Familie und ein guter Plan mehr bedeuten als alles andere.
Hubert Wiest gelingt es auch in diesem Jugendbuch, liebenswerte Protagonisten zu schaffen, ein Szenario in der Zukunft mit wunderbaren Ereignissen, Landschaftsbeschreibungen und futuristischen Gebäuden zu erschaffen, in der sich der Leser sofort einfinden kann. Auch der Dystopie-Anteil in der Geschichte ist angemessen und ausreichend, gleichzeitig gelingt es Hubert Wiest jedoch auch, einen Eutopie-Anteil einzuweben, der beim Lesen Hoffnung macht. Schnell schließt man den Protagonisten Bakoo ins Herz, leidet mit ihm, hofft mit ihm und drückt ihm die Daumen, dass sein Wunsch und sein Leben so werden, wie er es sich vorstellt.
Auch die anderen Protagonisten, die Laikaren, ein wanderndes Volk, Jurlan, der Besitzer der Jockeyschule, Rango, der Bruder, Alelia, ein junges Mädchen, Visco, der Barbesitzer und noch einige Protagonisten mehr haben besondere Eigenschaften und Eigenarten, die man liebt oder wegen der man denjenigen nicht mag.
Das Cover, auch in der Farbgestaltung mag zu Beginn ungewöhnlich erscheinen, passt jedoch hervorragend zu der Geschichte und erschließt sich auch beim Lesen.
Ein wirklich tolles Buch, dass nicht nur Jugendliche anspricht, sondern auch Erwachsene und von mir eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne erhält.
Ich bedanke mich nochmals bei Hubert Wiest, dass ich dieses tolle Buch lesen durfte.
Erste Sätze Natürlich wusste ich, dass sie eines Tages kommen würden ihn zu holen. Aber warum ausgerechnet heute?
Klappentext Natürlich kämpft Alelia, um ihren kleinen Bruder in der Wüste zu retten. Jeder hätte es getan. Doch dann trifft sie eine Entscheidung, die ihr Leben für immer verändert. Warum sollte der fünzehnjährige Bakoo ein schlechtes Gewissen haben, Alelia und die anderen zu hintergehen? Seit dem Überfall vor vielen Jahren hasst er die Wüstennomaden. Und natürlich ist er bereit, für eine Karriere als Avoca-Jockey alles zu tun – auch zu lügen. Der mächtige Jurlan hat es schließlich angeordnet. Doch das Leben von Alelia und Bakoo ist untrennbar miteinander verwoben. Findet Bakoo die ersehnte Anerkennung als Avoca-Jockey in der Arena von Gazmata? Gelingt es Alelia ihren kleinen Bruder zu retten?
Meine Meinung Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und berichtet hauptsächlich aus der Sicht von Bakoo. Bakoo ist ein fünfzehnjähriger Junge, dessen größter Traum es ist, Jockey zu werden, aber im Schatten seines Bruders Rango steht. Er ist naiv, vertrauensvoll und möchte beliebt sein und irgendwo dazugehören, da er immer im Abseits stand. Nur sein Talent und sein dreifarbiges Avoca können ihm das ermöglichen. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter, wird erwachsen und wächst über sich hinaus. Ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen und fand seine Gedanken und Handlungen nachvollziehbar.
Die Geschichte ist an sich spannend und dramatisch. Es gibt emotionale und actionreiche Momente. Das Buch konnte mich erst nach einer Weile fesseln und mitreißen, da die Welt und die Charaktere ein wenig gewöhnungsbedürftig zu Beginn waren. Es gibt überraschende Wendungen und Entwicklungen. Der Schreibstil der Autorin war angenehm und flüssig zu lesen. Die Hörbuchsprecherin hat das Buch gut vertont.
Bewertung Ein Hörbuch in einer interessanten Welt, welches mich gut unterhalten konnte, aber auch von den Handlungen des Protagonisten geprägt ist, daher gibt es von mir