15.000 Kilometer allein mit dem Baby von München bis nach Peking, quer durch Sibirien und die Mongolei – kann das funktionieren? Mit ihrem erst zehn Monate alten Sohn Levi wagt Julia Malchow das große Abenteuer und begibt sich auf eine ganz besondere Reise in die entlegensten Winkel der Welt. Denn Reisen ist für sie mehr als Unterwegssein: Es ist der Schlüssel zu neuen Ideen und zum Einssein mit sich selbst. Und genau danach sucht Julia Malchow nach der Geburt ihres Sohnes, die erst einmal ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Aber weiß sie auch wirklich, worauf sie sich einlässt?
Ich bin, was dieses Buch angeht, hin und her gerissen. Einerseits haben mir die Reisebeschreibungen, das Näherbringen von Ländern und Leuten gut gefallen. Auch die Erzählungen aus dem Leben einer Zugfahrenden haben mir gut gefallen, jedoch die Erzählende und ihre Suche nach dem Sinn des Lebens haben mich gestört. Gestört ist vielleicht der falsche Ausdruck...ich konnte die Suche, die Hast und den Zwang nicht nachvollziehen. Das ständige Betonen, dass alle gegen diese Reise waren, das sie meinten sie solle mit dem Baby zu Hause bleiben oder wenigstens eine weniger anstrengende Reise unternehmen. Das wiederholte "Jetzt-erst-Recht" konnte ich nicht verstehen. Ich fand die Bedenken der anderen durchaus angebracht und nachvollziehbar- weniger die chaotische und hektisch wirkende Organisation der Reise. Durch das ganze Buch wollte sich mir nicht erschließen, warum sie das Ganze nun auf sich nimmt. Um den anderen zu beweisen, dass es geht? Nur deshalb? Und das Einssein mit sich selbst, hat sie es durch die Anstrengungen und Belastungen wirklich gefunden? Aber gerade das Sich-finden-mit-Kind fand ich anstrengend und teilweise nervend, da ich es teilweise nicht nachvollziehen konnte. Die Ländergeschichten, die verschiedenen Kulturen, die Beschreibungen der Regionen dagegen waren interessant und machen Lust auf Reisen konnten aber die Zwischentöne leider nicht ausgleichen. Aufgrund der Zwiespältigkeit gibt es 3 Sterne von 5.
Das Buch liegt seit Jahren auf meinem SUB, also habe ich es heute angelesen, obwohl es mich nie wirklich dazu zieht. Wow, bereits auf Seite 24 krasses Mom-Shaming, das sich über mehrere Seiten zieht... Nein, danke.
Starkes Schwanken zwischen zwei und drei Sternen -- entschieden durch den Fakt, dass ich mich durch die letzten Kapitel sehr quälen musste.
Die Grundlage ist genial -- raus, reisen, trotz (oder gerade wegen?) Kind. Ja, ja und nochmal ja. Allerdings konnte ich mit dem Schreibstil nicht viel anfangen. Und der dauernden Betonung, wie mutig das doch alle fanden. Aber dann -- kann ich mir auch vorstellen, dass frau sich genau das die ganze Zeit anhören durfte/musste, warum es also verschweigen? Schlussendlich sagt das Bauchgefühl halt aber auch nur "Ja, war okay." und nicht "Ich mochte es."
Tolle Reisebeschreibungen und interessante bewegende Gedanken zu Familienkonzepten. Könnte weniger Spitzeleien gegen Frauen in Miniröcken vertragen. Und ich finde wie gesagt, dass das Buch getrimmt ist auf Backpacker-Abenteuer, aber tatsächlich von jemand sehr gut Situiertem geschrieben wurde.