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Der Heilige Skarabäus

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Bis die Gestapo ihn 1933 beim S. Fischer Verlag in Berlin beschlagnahmte und kurz darauf verbrannte, hatte der Skandalroman Der heilige Skarabäus, der erstmals 1909 erschienen war, bereits 22 Neuauflagen erlebt. In diesem als „Unsittenroman“ verdammten Buch, eröffnet die damals schon bekannte Verfasserin einen schonungslosen Blick auf die Vergnügungssucht und das Laster des Bürgertums im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Anhand des buntbewegten Treibens im sogenannten „Rothaus“, das von einer üblen Absteige bald zu einem der vornehmsten und bestbesuchtesten erotischen Salons der Stadt wird, schildert sie nicht nur den Aufstieg und Untergang eines einzelnen Bordells, sondern entwirft auch gleichzeitig eine gleichermaßen kritische wie hellsichtige Sozial- und Gesellschaftsstudie. Zum ersten Mal in der Geschichte der österreichischen Literatur geht es hier um das Leben der Prostituierten selbst, um verwegene, verführte und oft bedauernswerte Geschöpfe, die durch Unwissenheit, Not und Verzweiflung zur Prostitution kommen und durch Geldgier, Korruption und Mädchenhandel zur Ware der käuflichen Liebe werden.

„Nach und nach erfahren wir von den Lebenswegen der Frauen im Rothaus, aus diesem oder jenem Umstand auf die ’schiefe Bahn‘ geraten. […] Prostitution, erfährt man im Roman Der Heilige Skarabäus, ist kein Phänomen außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Sondern Bestandteil ebendieser Gesellschaft. Eine Wirtschaftsbranche.“
– Johann Kneihs, Ö1 Tonspuren

240 pages, Hardcover

First published January 1, 1908

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About the author

Else Jerusalem

6 books7 followers
Else Jerusalem (1876–1943) gilt als eine der hervorragenden Protagonistinnen in der bürgerlichen Frauenbewegung um 1900. 1876 wurde sie als Elsa Kotanyi in Wien geboren. 1899 debütierte sie mit ihrer Novellensammlung "Venus am Kreuz". Ihr Bordellroman "Der heilige Skarabäus" erschien 1909 im renommierten Verlag S. Fischer und wurde mit rund 40 Neuauflagen schnell zu einem vielbesprochenen Bestseller. 1911 emigrierte sie nach Buenos Aires. Bis 1939 publizierte sie sowohl in südamerikanischen Zeitschriften und Verlagen als auch weiterhin im deutschsprachigen Raum. Sie starb 1943 in Buenos Aires. Ihr Werk geriet ab 1945 schnell in völlige Vergessenheit. (Quelle: dvb-verlag.at)

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Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for nettebuecherkiste.
687 reviews180 followers
December 14, 2022
Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert leben im Wiener Rothaus rund ein Dutzend Prostituierte in einem Bordell namens „Rothaus“, darunter die „schwarze Katherine“ mit ihrer sechsjährigen Tochter Milada. Ein Hofbesitzer hatte sie geschwängert und sich wenig überraschend geweigert, sie zu heiraten. So wächst das aufgeweckte Kind Milada in einem Bordell auf, was ihr weniger schlecht bekommt, als man erwarten würde. Das Kind darf in die Schule gehen und erwirbt im Rothaus so viel Erfahrung und Selbstbewusstsein, dass sie, die zunächst ebenfalls zur Dirne wird, bald in dem Bordell die Strippen zieht.

Habt ihr schon mal von diesem Roman oder seiner Autorin gehört? Ich auch nicht, bevor er von einem Mitglied unserer Lesegruppe als Monatslektüre vorgeschlagen wurde (danke, Markus!). Und das dürfte nicht so sein, denn selten habe ich ein so kraftvolles, sprachgewaltiges und mit faszinierenden Charakteren bestücktes Werk aus dem frühen 20. Jahrhundert gelesen wie dieses. Von der ersten Seite an besticht Else Jerusalem mit ihrer Schreibkunst, die ganz hoch einzuschätzen und dennoch wunderbar lesbar ist.

Jerusalem bricht das Tabu und erzählt von Prostituierten unterschiedlichster Herkunft und ihrem scheinbar unvermeidlichen Schicksal. Wie Brigitte Spreizer in ihrem Nachwort „Else Jerusalem – eine Spurensuche“ schreibt:

„Die Provokation, auf die Else Jerusalem besteht, liegt darin, dass sie die Prostitution nicht als Gegenteil, sondern als Teil der (bürgerlichen) Gesellschaft betrachtet“.

Milada entwickelt sich schnell zum zentralen Charakter des Romans, bleibt dabei jedoch keineswegs der einzige spannende Charakter: Sowohl die verschiedenen Prostituierten, die wechselnden Bordellchefinnen und vor allem Horner, der zu Miladas Mentor wird, sind plastische, multidimensionale Charaktere. Horners Passagen gehören überhaupt zu den stärksten des Romans, es ist eine Freude sie zu lesen, einiges habe ich sogar mehrfach gelesen. Horner ist es auch, der uns über die Bedeutung des Buchtitels aufklärt, sofern man sich das bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht selbst erschlossen hat. Auf das entsprechende Kapitel „Der Philosoph“ folgen einige Abschnitte, in denen das Buch etwas schwächelt, denn Milada verliebt sich, was Befürchtungen weckt, das Werk könnte in eine bestimmte Richtung abdriften. Dies ändert sich jedoch schnell wieder und schadet nicht meinem begeisterten Gesamteindruck des Romans.

Man mag sich fragen, wie dieses Meisterwerk so in Vergessenheit geraten konnte. Andererseits war dies das Schicksal vieler Autorinnen, die zu Zeiten des Nationalsozialismus geächtet wurden.

Ich wünsche mir, dass dieser Klassiker der feministischen Literatur eine Renaissance erlebt, lest es!
Profile Image for Anna Carina.
686 reviews353 followers
December 14, 2022
4,5⭐️
Go for Else Jerusalem!
Wien, die Welthauptstadt der Erotik zur Jahrhundertwende (1900)
Das Rothaus, ein Bordell: Dirnen, Wirtschafterinnen, Puffmuttis, Besucher, Polizei, Juristerei -Verwoben zu einer fantastischen Studie
Philosophisch aufgeladen, emotional, rational, politisch, ökonomisch, üppig, prachtvoll, opulent. Wie eine wunderbare Oper mit ausladenden Gesten.
Theologische/Mystische Erklärungsansätze und Zusammenhänge müssen dem medizinischen Wissen weichen.
Expliziter Sex? Fehlanzeige.
Else Jerusalem konzentriert sich auf die vielen Menschen, ihre Antriebe, Charakterzüge und deren Rolle im Spiel des Lebens. Sie entlarvt die Scheinheiligkeit der Gesellschaft und stellt das Thema Freiheit in den Fokus.
Ist es auch feministisch?
"Wir Männer sind nichts mehr wert, haben unsere Rollen ausgespielt, treten ab. Ausgepumpte, widerstandsarme, schimmlige Intelligenzen. Aber euch Weibern, mit den ausgeschlafenen Gehirnen, euch gehört die Zukunft"

Sie kreiert außergewöhnlich gut gezeichnete Charaktere, ein wahnsinniger Facettenreichtum.
Eine besondere Challenge und gleichzeitig große Bereicherung, um tief in dieser Zeit zu versinken, ist der gesprochene Dialekt. Wien war damals schon von Migration durchzogen. Böhmisch, Schönbrunner Deutsch und Wiener Dialekt wirbeln durcheinander. Dazu, durch verschiedenste Sozialisierung und Bildung eine krasse Vielfalt der Sprachvariationen, der Ausdrucksweise und des Wortschatzes.
Die Dialoge sind durch diese Konstellation einzigartig und mein persönliches Highlight des Buches.

Warum keine 5 Sterne?
Das letzte Drittel plätschert (aus meiner Sicht) etwas orientierungslos vor sich hin und schafft es nicht den Spannungsbogen zu halten. Die geistreichen Dialoge und dröhnenden Gedanken ebben ebenfalls ab. Einige Szenen, die sich gegen Ende im Rothaus abspielen, hätten weggelassen werden können, da sie letztendlich nur eine Wiederholung sind.
Jammern auf hohem Niveau 😉

Erobert diesen "Misthaufen" und lest das Buch!
Mit den Worten eines Protagonisten schließe ich hiermit und "empfehle mich in devoter Ergebenheit Eurem Gedenken"
Profile Image for Markus.
280 reviews96 followers
December 18, 2022
Es war ein Riesenskandal als 1909 in Wien "Der heilige Skarabäus" erschien. Für das damalige Empfinden muss es ungeheuerlich gewesen sein, dass eine verheiratete Frau, Mutter zweier Kinder und erklärte Feministin einen Bordellroman schrieb. Der Roman wurde über Nacht zum Bestseller, in kurzer Zeit erschienen 40 Neuauflagen, das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und machte Else Jerusalem weltberühmt - bis es von den Nationalsozialisten auf die "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" gesetzt und aus dem Verkehr gezogen wurde.

Als gegenwärtiger Leser musste ich mich einmal in die Vergangenheit versetzen, um die Entrüstung verstehen zu können. Anders als der zwei Jahre zuvor erschienene Dirnenroman "Josefine Mutzenbacher" verzichtet Else Jerusalem gänzlich auf pornographische Szenen. Sie zeigt das Prostitutionsgewerbe mitsamt seinen kriminellen Auswüchsen wie Mädchenhandel, Missbrauch Minderjähriger und Gewalt nicht als soziale Randerscheinung, sondern verortet es inmitten und als Teil der bürgerlichen Gesellschaft - die nur scheinheilig wegschaut und schweigt. Sie beschreibt die Verhältnisse und ihre Folgen schonungslos, ohne frivoles Augenzwinkern und ohne jede Rotlichtromantik. Sie hält der Gesellschaft den Spiegel vor und fordert Verantwortung ein und genau das dürfte wohl der eigentliche Grund für die Empörung gewesen sein.

Wenige Jahre zuvor erregte sich in Wien die Öffentlichkeit über einen spektakulären Kriminalfall, den Karl Kraus ausführlich in der Fackel kommentierte. Die Bordellbesitzerin und Mädchenhändlerin Regine Riehl betrieb ihr Geschäft im besten Einvernehmen mit der Polizei. Die höheren Beamten hatten freien Service im Haus, dafür drückten sie beide Augen zu. Auf Druck der Obrigkeit sperrte Riehl ihre Mädchen auch ein, so wurde die Straße sauber gehalten. Als die Sache aufflog, wurde sie wegen Freiheitsberaubung zu drei Jahren Kerker verurteilt. Else Jerusalem ließ sich von diesem Skandal inspirieren und holte sich zahlreiche Anregungen für ihr Buch.

Neben der Sozialkritik verband sie mit ihrem Werk auch einen hohen künstlerischen Anspruch. Die Sprache ist sehr expressiv, sie hört sich in unseren Ohren etwas ausladend an, aber das war wohl dem damaligen Geschmack geschuldet. Man gewöhnt sich schnell daran und fühlt sich in die Zeit um 1900 versetzt. Die Perspektive folgt immer wieder dem Blick der Figuren, direkte Rede mischt sich mit Gedanken, und das klingt dann wieder sehr modern. Eine Besonderheit sind die Dialoge, sie werden in verschiedenen Dialekten oder Idiomen gesprochen, Wienerisch, fallweise in der feinen Schönbrunner oder in proletarischer Tönung, radebrechend mit böhmischem oder ungarischem Akzent, natürlich Jiddisch und später noch ein abgründiges Steiermärkisch, mit dem ich selbst als Österreicher meine Not hatte. Überhaupt sind die Figuren großartig. Else Jerusalem bevölkert ihren Roman mit einem schillernden Aufgebot an Charakteren. Neben Wienern, Steirern und Tirolern sind mit Böhmen, Ungarn, Krawoten, Galizier alle Völker der Habsburger Multikulti-Monarchie vertreten.

Das ganze Personal ist so bunt und verrückt wie das Leben selbst. Im Bordell, dem sogenannten "Rothaus", leben und arbeiten "gefallene Mädchen", eine ausgekochte Bürgerswitwe, Minderjährige vom Land, eine ehemalige Lehrerin, Klatschtanten und Nymphomaninnen, raffinierte Ludern und herzensgute Dummerchen. Der Betrieb wird ein paar mal verkauft und als Besitzerin, die "Madame", treten einige äußerst originelle Damen auf, eine clevere aber herzliche jüdische Geschäftsfrau oder ein geiziges, ältliches Fräulein, ehemalige Haushälterin eines katholischen Landpfarrers. Auch die Kunden des Hauses, Polizeibeamte und alle weiteren Akteure sind authentische Originale und verkörpern die ganze Palette menschlicher Schwächen. Die Hauptfiguren sind allesamt komplex und tiefgründig ausgeführt, niemand ist allein gut oder böse, alle kämpfen mit ihren inneren und äußeren Zwängen.

Gleich zu Beginn lernen wir die schwarze Katerine kennen, Tochter eines böhmischen Webers und geschwängert von einem reichen Gutsbesitzer. Nur der Traum von der schönen Hochzeit ist geplatzt, der Herr will nichts von ihr wissen. In einer Mischung aus Rache und Verzweiflung setzt sie sich ab und landet im Rothaus, wo sie ihr Baby zur Welt bringt. Der Bastard ist ihr eine einzige Plage. Janka, die Freundin Katerines kümmert sich um das Kind und schenkt ihm die notwendige Fürsorge und Liebe. Die kleine Milada wächst im Bordell auf, sie kennt nichts anderes, ihre ganze Welt besteht nur aus dem Rothaus. Als junge Frau gerät sie unter den Einfluß des Herrn Horner, eines frustrierten, zynischen Möchtegernphilosophen, der aber trotz seiner Schrullen in ihr eine Sehnsucht nach Bildung, Selbstsuche und Wahrhaftigkeit auslöst. Sie geht immer sicherer ihren eigenen Weg und der Kreis schließt sich am Ende ganz wunderbar, als Milada zurückgibt, was sie am Anfang von ihrer Ersatzmutter Janka erhalten hat. Mit Milada hat Else Jerusalem eine beeindruckende Hauptfigur geschaffen, die sich mit jeder Wendung ihres Lebens zu einem starken, tiefsinnigen und geheimnisvollen Charakter entwickelt.

Man könnte den Roman eine Mischung aus Milieustudie und Bildungsroman nennen, durchgehend spannend, dicht und anspruchsvoll. Die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, damals politisch brisant und geradezu unaussprechlich, ist in ihrem Kern auch heute noch aktuell. Neben der Rolle der Frau sind die Eigenständigkeit des Individuums, sein Wille und seine Verantwortung für die Welt die großen Themen der philosophisch gebildeten Feministin.
Das Buch ist ganz große Literatur und ein beeindruckendes Zeitdokument von einer Autorin, die den männlichen Vertretern der Wiener Moderne mindestens ebenbürtig ist. Der eigentliche Skandal ist, dass sie vergessen wurde.
164 reviews1 follower
October 22, 2017
Ein Buch, das einen nicht mehr loslässt.
Profile Image for Jersy.
1,207 reviews108 followers
February 1, 2024
Leider nicht meins.
Es war interessant genug es durchzulesen: ein ungewöhnlicher Stil, die Entwicklung eines Bordells über mehrere Jahre und ich wusste nie wirklich, was als nächstes passieren würde. Allerdings hat es mir nicht gegeben, was ich davon oder allgemein von einem Buch gewollt hätte: die Darstellung vom Leben im Bordell und der Prostitution hat mir nichts neues oder eindrückliches gegeben, den Figuren - inkl. der Protagonistin Milada - kam ich nie nah oder wurde in ihren Bann gezogen, es gibt nicht wirklich eine Entwicklung oder ein paar Grundthemen, die für mich spannend zu beobachten gewesen wären. Das Buch reißt zwar einige gute Themen und Gedanken an, aber zu sehr am Rande, um mich dann doch noch zu überzeugen. Außerdem hatte ich echt keine Freude an der Sprache, auch wenn ich sie spannend fand.
Wegen der geschichtlichen Bedeutung bin ich froh, es gelesen zu haben, aber das war's auch fast schon. Ich kann aber anerkennen, dass das Buch wahrscheinlich eine bessere Bewertung verdient.
Profile Image for Sheena Forsberg.
641 reviews93 followers
January 5, 2025
Full disclosure: I caught a post about this and was lucky enough to be provided with an ARC.


I was affected less than 20 pages into this novel and realized that my sympathies would be tested when confronted with a sex worker-mother who expresses she’ll keep her daughter in the brothel effectively as vengeance against the man who betrayed her in spite of possibly having the chance of giving her girl a better life. Said daughter is Milada and the main bulk of the book follows her as she grows up in the brothel and the changes both to her and Red House as it changes hands from business savvy owners to the ignorant and those with a ruthlessness bordering on the soulless. The book also does does a good job of making you confront your own biases and is surprisingly ahead of it’s time in its depiction of the women’s plight. The conversations felt a bit staccato in places and the character of Horner grated on me as I felt his parts read as verbal diarrhea disguised as life philosophy. Barring that and a sunshine and rainbows-ending that felt a bit out of rhythm with the rest of the book, I enjoyed it. Else Jerusalem went where few at the time had gone before and chose to depict the realities of the trade as it was then without salaciousness. You won’t find the merry wh*re nor wanton women out entice and lure men into their doom. What you will find are lots of broken women and still (sadly) relevant aspects of sex work where the women themselves aren’t in control; horrible people who take advantage of vulnerable people; women as children. The means they implement to keep them in their control (making sure they owe you money, threats, violence), and a society that both keeps the trade alive while punishing the women for it.
-Milada makes it out, albeit far from unscathed; other former colleagues do not. Also interesting is that the book ended up banned by the Nazis and was effectively all but forgotten until recently.
If you’ve ever been curious about what a brothel at the turn of the century would have been like you might want to give this book a read too.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Klissia.
854 reviews12 followers
Read
January 2, 2025
Uma história de " orgulho e sacrifício". Mulheres,casamento,homens ricos,porém isto não é uma novela da Austen. Else Jerusalem conta a vida de Milada, nascida num brothel "red house alley"num bairro em Viena no fim século XX,como chegou lá?
Sabemos através do primeiro capítulo em que conhecemos a breve vida de Katherine,sua mãe e sua unfortunia jornada a prostituição, uma personalidade que lembra outras fatídica heroínas da literatura como Hedda Gabler, Natasya Filipovna, Lara de Zivhago. Amor,vingança,honra, resignacao e morte. Malida aprende literalmente
na vida,porém trilha seu próprio caminho,se não feliz, porém com agência e assertividade de uma observadora quieta dos erros de outras desgraçadas mulheres. Uma jornada/experiências de despertar intelectual e vida neste lugar de degradação de mulheres. Feia e pobre,porém bem sucedida, a escritora apostou no não clichê estereótipo para sua protagonista,algo interessante.
É mais um romance de formação do que um retrato realista social como Alexander Kuprin fez em The pit,os dois têm em comum a descrição do sistema de tráfico sexual que funcionava nas grandes capitais europeias.
Ela cita um tipo de equalidade futura de generos para o fim da prostituição, até hoje não aconteceu...
Uma última verdade,homens são patéticos com o ego ferido.
Profile Image for Sophie Haydock.
Author 5 books136 followers
January 20, 2025
Red House Alley by Else Jerusalem, first published in 1909, is an unflinching, feminist masterpiece that demands to be read and remembered. Set in a Viennese brothel at the height of the Austro-Hungarian Empire, the novel follows Milada, a woman navigating the stark inequalities and impossible choices imposed on her by society. Through her, Jerusalem exposes the brutal realities of the women who lived on the fringes — those dismissed, exploited and silenced.

This isn’t a story written for titillation or easy consumption. It’s a rallying cry. Jerusalem, a trailblazing intellectual and feminist of her time, uses her sharp insight to tackle taboo topics such s prostitution, female sexuality and survival. Her vivid, unrelenting portrayal of 19th-century Vienna contrasts its glittering façade of music and decadence with an underbelly of desperation and inequality. At a time when women were denied basic rights — when even the question of whether women had souls was debated in coffeehouses — this novel was a bold and radical statement.

As the author of The Flames, set in Vienna at the turn of the twentieth-century, it was an honour for me to be asked to write the introduction to this new, unabridged English-language translation by Stephanie Ortega, published by Boiler House Press as part of their Recovered Books Series. This edition brings back to life a once-lost classic that deserves a place alongside the works of Émile Zola and other realist writers. It’s astonishing to think this novel, a bestseller in its time, fell into obscurity — especially given the urgency of its themes, which remain as relevant today as ever.

Milada’s struggle is at the heart of this novel. She’s a heroine unlike any other: resilient, compassionate, and determined to forge her own fate, even as she stands shoulder to shoulder with the women around her. Through her, Jerusalem asks us to truly see these women, these “prostitutes” — beyond the rouge and stockings, beyond objectification or pity.

If you’re ready to experience a bold and provocative work of literature, I urge you to read Red House Alley (originally titled Der Heilige Skarabäus). It’s a story of struggle and strength, despair and hope, and it left me reflecting on the power of women’s voices to transcend time. I’d love to hear your thoughts once you’ve read it — this is a novel that deserves conversation.
Profile Image for AGMaynard.
985 reviews4 followers
May 8, 2025
A rediscovered work that was lauded upon publication, then suppressed. This is the first full English translation by Stephanie Ortega. Jerusalem observed the world of brothels, and set herself to make a realistic portrayal. Watching Milada come into her own, then develop a plan to make life better for children in need was gratifying, as was her humane outlook on the young women and girls. Controlled by cops, politicians, business people, they have a hard row to hoe.
87 reviews
Read
September 9, 2019
Just made half of it. I´m a passionate reader but it´s just too boring on too many sides. I enjoyed following Miladas journey, as a human as well as a person, but after putting it aside for a few days I just couldn´t find the motivation to continue.
Profile Image for Mariella.
7 reviews
Read
November 25, 2025
ich hab meine vwa über dieses buch geschrieben und es nie fertiggelesen
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