Der Mittelteil der Star Trek: Legacies-Trilogie zum Anlass des 50-jährigen Bestehens des Star Trek-Francises verfasste der Star Trek-Meister himself, der gefeierte Star Trek-Autor David Mack. Inhaltlich geht es ohne Bruch zum ersten Band weiter.
Bekanntlich wurde in der Zeit von Captain April, dem ersten Captain der ENTERPRISE, auf dem Planeten Usilde ein Transferschlüssel von einer Spezies erbeutet, die von einem anderen Universum aus eine Invasion in unser Universum starten will, um Lebensraum für sich zu schaffen. Mit diesem Transferschlüssel können Gegenstände und Personen in das gegnerische Universum abgestrahlt werden. Dieser Transferschlüssel wird seither von Captain zu Captain an Bord der ENTERPRISE verwahrt, bis Captain Una, die damals als Offizierin unter Captain April geholfen hat, das Gerät zu sichern, den Transferschlüssel an sich genommen hat. Allerdings wurden damals unter ihrem Einsatzkommando mehrere Besatzungsmitglieder in das fremde Universum abgestrahlt. Diese Schuld nagt seitlebens an ihr, bis sie eines Tages auf die ENTERPRISE unter Captain Kirk zurückkehrt und den Schlüssel entwendet. Sie fliegt zum Planeten Usilde, der inzwischen sowohl von den Klingonen als auch von der Förderation beansprucht wird, um mit Hilfe des Schlüssels ins andere Universum zu wechseln und ihre Besatzungsmitglieder zu retten. Allerdings konnte Kirk, Spock und Co. sie kurz davor stellen und mit ihr vereinbaren, dass sie ins andere Universum zurückkehrt während er den Schlüssel behält und sie in wenigen Wochen wieder von Usilde abholt. Die ENTERPRISE fliegt danach zurück in den Förderationsraum, um eine diplomatische Mission zu unterstützen, die von der überlegenen Rasse der Organier zwischen Förderation und Klingonen erzwungen wurde. Während des Fluges wird der Transferschlüssel von einer Spionin an Bord entwendet und an Bord eines romulanischen Kriegsschiffs gebracht...
In diesem Band wird zum einen das Schicksal von Captain Una im fremden Universum beschrieben, wo sie ihre Besatzung unter seltsamen Umständen wieder findet, die andere und m.E. wichtigere Handlungsebene ist die "Friedenskonferenz" zwischen Klingonen und der Förderation. David Mack gelingt es, die militarisierte klingonische Politik zu schildern, wo es der moderate klingonische Verhandlungsführer Gorkon (der spätere Kanzler) schwer hat, sich gegen die orthodoxen Kriegstreiber in seinem Gefolge durchzusetzen, während der Verhandlungsführer der Förderation, der vulkanische Diplomat Sarek (Spocks Vater) Mühe hat, den Klingonen die Gefahr klarzumachen, wenn es zu keinem Frieden kommt, denn die Drohung der Organier steht im Raum, im Falle eines Fehlschlags die gesamte militärische Macht der Klingonen und Förderation zu zerstören. Nun gibt es während der ganzen Verhandlungen Undercover-Agenten verschiedener Mächte, die von einem Scheitern der Konferenz profitieren würden, u.a. das ORION-Syndikat und die Romulaner. Der romulanische Geheimdienst Tal Shiar, schickt seine Spionin Sadira, die den Transferschlüssel entwendet hat und die inzwischen das Kommando über den romulanischen Bird-of-Prey übernommen hat, unerkannt in das System, um den unerprobten Transferschlüssel einzusetzen um die Konferenz zu stören. So wird der klingonische Verhandlungsführer Gorkon in das fremde Universum abgestrahl,die Klingonen geben durch diese Aktion der Förderation die Schuld, nur das diplomatische Geschick von Sarek kann einen neuen Krieg verhindert, doch die Konferenz droht zu platzen. Der Einsatz des Transferschlüssels an Bord des romulanischen Kriegsschiffs führt zu Zerstörungen an Bord, doch Sadira setzt ihren Willen als Mitglied des Tal Shiar gegen ihre Besatzung durch, es entsteht das Klima einer bevorstehenden Meuterei. Mit viel kriminalogischen Sachverstand gelingt es Kirk einige Agenten des Orion-Syndikats zu enttarnen, zusammen mit dem Captain eines klingonischen Kriegschiffes gelingt es ihnen auch, die Existenz der Romulaner in diesem Konflikt zu beweisen, so dass es zum Endkampf mit Sadira und ihrem romulanischen Schiff kommt, man konnte den Transferschlüssel wieder zurückerobern, nachdem ihn Sadira nochmals angewendet hat, um andere wichtige Personen abzustrahlen, unter anderem Sarek und McCoys Tochter Joanna...
Eine spannende Geschichte um den Transferschlüssel und besonders über die Konferenz, die ein bischen an die Geschehnisse um den Wiener Kongress erinnerte. Schön auch die Schilderungen des Zerwürfnisses zwischen Spock und Sarek, genauso die Auseinandersetzungen zwischen McCoy und seiner Tochter. Gut, es scheinen viele Szenen konstruiert zu sein, dennoch ist es eine Geschichte, die das Star Trek-Feeling atmet, aber auch ans Herz geht, die Geschehnisse um die Familie von Spock und seine Probleme mit seinem Vater und seine innige Verbindung zu seiner Mutter Amanda, ebenso die Gefühle von McCoy mit seiner Tochter sind herzerweichend.
Auch die Klingonen werden hier nicht als die tumben Leute dargestellt, die nur Blut wollen. Denn vor allem im weiteren Verlauf der Handlung wird auch der ein oder andere engstirnigere Vertreter dieser Spezies bekehrt (zumindest etwas) und vor allem ist die Annäherung der beiden Mächte vor allem in Szenen spürbar, in denen die Crews beider Schiffe zusammenarbeiten müssen.
Auch die diplomatischen Tänzeleien von Gorkon und Sarek machen Spaß, auch wenn man als Leser weiß, dass es zu dieser Zeit noch keinen Frieden geben wird.
Der Band hat mir viel Spaß bereitet und die Lust auf den dritten Band; dies umso mehr, als dass ich eigentlich kein TOS-Fan bin...