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Schöne Tage

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214 pages, Paperback

First published January 1, 1976

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About the author

Franz Innerhofer

12 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
43 (23%)
4 stars
55 (30%)
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47 (25%)
2 stars
25 (13%)
1 star
13 (7%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Claudia .
12 reviews
May 2, 2021
Archaisch, düster, menschenverachtend

Der kleine Holl kommt mit 6 Jahren auf den Bergbauernhof seines Vaters in den 50iger Jahren. Der Bauer (Vater) sieht in ihm nur einen billigen Knecht, den es zu brechen gilt. Für die Stiefmutter ist er sowieso nur eine Last. Demütigungen, Schläge vom Vater, Gemeinheiten von den Stiefgeschwistern und Knechten durchziehen seine Kindheit.

11 Jahre ist Franz Innerhofer diesem Elend ausgesetzt, danach gelingt es ihm bei freundlichen Leuten in die Lehre zu gehen.

Später wird er am Abendgymnasium den Hochschulabschluss nachholen u. sich der Literatur zuwenden.

Leider hat ihn das auch nicht retten können. 2002 nahm er sich das Leben.
Profile Image for Johann Guenther.
808 reviews28 followers
December 11, 2020
INNERHOFER, Franz: „Schöne Tage“, München 2020
In diesem Roman arbeitet der Autor seine eigene Kindheit auf. Als uneheliches Kind kommt der Protagonist Holl zu seinem Vater. Die Mutter kann ihn nicht erhalten, obwohl sein Stiefvater nett zu ihm wäre. Er muss zum Großbauern, dem leiblichen Vater. Der benützt ihn aber als billige Arbeitskraft. Nicht nur das Schicksal des Kindes wird beschrieben, auch die Zustände auf einem Bauernhof Mitte des 20. Jahrhunderts. Der 6-jährige hat Angst vor den Tieren und die ihm angeordnete Arbeit ist ihm eigentlich zu schwer. Nicht nur, dass er von seinem Vater schlechter behandelt wird als seine Halbbrüder, die ehelichen Kinder des Vaters, muss er sich für Prügel noch bedanken. Elf Jahre arbeitet er als Hilfsarbeiter am Bauernhof. Oft darf er nicht in die Schule gehen, weil er arbeiten muss. War er als Kind oft nahe daran sein Leben zu beenden, weil es so elend war, bekam er mit zunehmendem Alter mehr Selbstbewusstsein und widersprach seinem Vater und der Stiefmutter bis er sich letztlich mit 17 Jahren lossagt und eine Lehre als Schmied annimmt. Eine neue Welt öffnet sich für ihn.
Man erlebt durch dieses Kind aber auch das Leben am Bauernhof. Welchen Status wer hatte. Dass Knechte und Mägde wie Sklaven behandelt wurden. Als aber ein neuer Knecht als Arbeiter an den Hof kommt, der bei der Gewerkschaft war, gab es mehr Widerstand und Arbeitsbedingungen werden verbessert. Dies brachte auch das Kind Holl aus der Tretmühle des Sklaventums zur Selbstständigkeit.
Dieses Buch ist nicht nur ein Roman, sondern auch ein Zeitdokument.
Profile Image for David Ramirer.
Author 7 books38 followers
October 5, 2025
beschreibungen des österreichischen landlebens gibt es ja einige, durchaus auch abseits von rossegger, waggerl und anderen klassischen konsorten. da fällt mir auch natürlich thomas bernhard ein, der in Frost ebenfalls eine etwas andere sicht auf das landleben geworfen hat. doch wenn es bei bernhard immer noch ein "restidyll" gab, wenn er die spaziergänge im hohlweg oder die "einfachheit" des landlebens beschrieb, die vermeintlich "besseren" menschen - andererseits selbst als möchtegernbauer auf seinem vierkanter lebendig demonstrierte, wie sehr er das land für eine idylle missverstand, so hat franz innerhofer all das in seinem roman "schöne tage" mit dem bulldozer zusammengefahren und jegliches idyll, das man eventuell mit bauern, mägden, landarbeit, dörfern oder nutzvieh verbinden könnte, unter seinem sprachlichen gewicht famos begraben.

"schöne tage" ist keine autobiographie im herkömmlichen sinne, auch wenn der protagonist holl niemand anderer ist als innerhofer selbst, aber die art und weise wie diese erinnerungen hier ineinandergeschoben und sich überlagernd erzählt werden, stellt mehr ein "gemälde in moderner art" dar, als eine erinnerungskette in erzählform. es sind bilder und szenen von sehr unterschiedlicher art und weise: da gibt es sehr stoffliche beschreibungen von naturtatsachen, dann aber auch zeitlich und imaginär ineinandergeschobene abschnitte, konfus und rythmisch sehr modern, namen von personen sind eher als anker zu verorten, kaum eine figur erlangt in all dem eine erkennbare kontur (mit wenigen ausnahmen). dann wieder absurde dialoge und szenen, welche die grausamkeit der vollblutmaterialisten am land reflektieren, aber es kommen auch liebevolle beschreibungen vor, etwa vom uhrenmacher moritz, der in die knechtschaft gestoßen wurde und seine begabung nie ausleben konnte, am ende elendig zugrunde geht nach einem leben der demütigung.
in all dem steckt eine laute anklage: die bauern und bäurinnen sind scheusale, denen es nur um den profit geht, nur um die macht, und die menschen sind ihnen maximal besitz als leibeigene, mehr aber auch schon nicht - und das ist nicht anders, wenn es um die eigenen kinder geht. die eigene macht muss vermehrt werden, um jeden preis, egal welches verbrechen auch dafür notwendig ist, und die kirche hilft dabei fleißig mit.

es ist keine leichte kost, dieses buch. aber innerhofer schafft es am ende doch, dem titel des romans einen sehr tiefen sinn zu verleihen, auch wenn man sich eine LANGE zeit fragt, wo denn diese "schönen" tage sind, in all diesen 11 jahren, die das buch umspannt.
ganz am ende versteht man es, und das ist ein befreiendes gefühl, wie es nur wenige bücher bisher in mir ausgelöst haben.

daher eine empfehlung - aber mit vorbehalt.
das buch ist wohl nicht für jede/n geeignet.
Profile Image for Alexandra.
4 reviews
March 7, 2018
Ein 6-jähriger Junge wird von einem Tag auf den anderen von seiner Mutter am Bauernhof seines Vaters abgegeben. Dieser, nur grob und verächtlich gegenüber seinem Sohn, prügelt ihn von einer Arbeit zur nächsten und lässt nie auch nur einen Zweifel aufkommen, dass er nicht mehr in ihm sieht als eine kostenlose Arbeitskraft. Nach jahrelangen Erniedrigungen, Gewalt und körperlichen wie geistigen Missbrauch, schafft der junge Holl sich von seiner "Familie" und dem väterlichen Hof zu lösen und ein normales Leben zu beginnen.

Erschreckend an dieser Geschichte ist vorallem, dass sich das alles in den Nachkriesjahren abspielt und somit eigentlich noch gar nicht so lange her ist. Die Leibeigenschaft, welche hier auch sehr gut und bildlich beschrieben wird, gibt es zwar im wörtlichen Sinne heute nicht mehr, aber funktionell im Prinzip immer noch.

Inhaltlich ist das Buch gut und sehr bildlich dargestellt. Leider gefällt mir der Schreibstil mehr schlecht als recht da immer wieder Gedankensprünge vorkommen, die man einfach als solche hinnehmen muss, da sie sich auch im weiteren Verlauf nicht auflösen.
6 reviews
December 21, 2015
Ein Werk, das seinesgleichen sucht. Wie in einem Atemzug geschrieben, ein Sturm, eine Abrechnung mit einer Kindheit und Jugend. Innerhofer zerstört das ländliche Idyll: der Bergbauernhof wird zu einem Ort ständiger Erniedrigung, Ausbeutung, einem Ort von Heuchelei und Leben, die nicht gelebt werden (können). Wo alles schöne, alles gute was der Natur und der gemeinschaftlichen Arbeit entspringen könnte brutal unter den Tisch gekehrt wird. Der Pfarrer, der Lehrer und der Bauer als Autoritäten am Land. Korrupte Institutionen, die verarmte Knechte und Mägde und uneheliche Kinder klein halten, schwach halten, abhängig machen.
Ich habe nichts so radikales gelesen, keine Autobiographie, die ähnlich verletzlich ist, und die so viel Hass aufstaut gegen ein System, und die am Ende sogar eine Heilung verspricht.
Profile Image for Krissi.
60 reviews
May 16, 2025
es wird über 200 seiten erzählt, wie ein kleiner junge auf einem bauernhof aufwächst, und seit er denken kann nur arbeiten muss. er wird fast täglich geschlagen und psychisch komplett ans ende gebracht.
habe danach erfahren, dass es autobiographisch ist, was es umso trauriger macht.

es ist weird, weil es gibt echt keine positive stelle, nur leid und elend von kleinen kindern, aber das hat so gecatched und berührt.

ein einblick in eine düstere und abgefuckte niesche unserer welt, die nicht weit zurück liegt.
Profile Image for Eva.
1,170 reviews28 followers
October 17, 2020
The cruel and oppressive days on an Austrian mountain farm after WWII. Our protagonist is a boy who's deposited at his father's and stepmother's farm in young age, and because of his bastard status, is cruelly exploited and kept like a servant. His childhood is full of hard work and accompanied by constant humiliation and fear, lacking any kindness.

The writing is an interesting stream of consciousness that's wild and hard to get into, as it doesn't stop to introduce us to new characters. It just keeps going, long sentences stringing together experiencing and emotions, dark thoughts, laced with moments of brutal honesty about the human conditions. It's a portrait of a culture where nobody seems to escape the repetition of cruelty and violence. Where one has to beg for and then say thank you, after receiving a whipping. When we and the protagonist finally encounter a kind soul - Helga, who's giving voice to the treatment he and the other bondsmen receive - it's such a relief. I couldn't have taken this book to end on a sad note. The recognition he received from Helga starts a transformation that finally leads to his rebellion and escape from that horrid place.
Profile Image for Anni Kramer.
Author 3 books2 followers
January 13, 2025
The title of this book by the Austrian author Franz Innerhofer, Schöne Tage, which roughly translates to "Wonderful Days" is a bizarre mockery. The book is like a modern day Oliver Twist. The protagonist of this autobiographical story, Holl, is sent to his father's farm at the age of six, after his re-married mother feels unable to cope with him. What follows are eleven years of slavery-like conditions, in which Holl has to work on the farm like an adult, receives no acknowledgement from his father, only beatings, for which he is even required to thank his brutal father. Often enough, Holl is even too tired to be attentive at school, just like many of the children who had to work in agriculture at that time. One of the worst things that crossed my mind was that the narrative is based on fact, the author mostly experienced the same things. It takes him eleven years to find the strength to leave his father, though not without suffering the consequences of such a loveless and barbarous upbringing.
The prose is dense, relentless, drifting from one nightmarish scene to the next, while I asked myself all the while if it could get any worse, if the boy Holl was able to survive at all.
A challenging read, without any space to catch one's breath, perhaps too depressing to make it enjoyable in any way. The author himself committed suicide at the age of 58. Perhaps he was not able to come to terms with his early life.
Profile Image for Svenja K. Young.
118 reviews
June 20, 2022
Sehr naturalistische Heransgehensweise durch die autobiographische Instanz. An und für sich sehr deprimierend.
Profile Image for Nina.
36 reviews1 follower
June 14, 2024
didn't read it (just heard some quotes), but all I have to say is : NO
Profile Image for Alina ✮.
88 reviews1 follower
August 16, 2024
The ending‘s making me emotional although I don’t think the book is good. I’m just glad he made it out.
However, not well written at all, boring, fell asleep while reading multiple times.
Rather depressing story though.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

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