Karl Georg Büchner was a German dramatist and writer of prose. He was the brother of physician and philosopher Ludwig Büchner. Georg Büchner's talent is generally held in great esteem in Germany. It is widely believed that, but for his early death, he might have attained the significance of such central German literary figures as Johann Wolfgang von Goethe and Friedrich Schiller.
Dieser Text ist ganz nach meinem Geschmack: Staatskritik aus dem 18. Jahrhundert und das vom Feinsten. Diesen Text kann man wohl nur mögen und verstehen, wenn man lang genug Diener des Staates (egal in welcher Form) war oder sich vom System hat ausbeuten lassen. Der Vergleich zur heutigen Zeit ist nach wie vor omnipresent, aber Büchner bringt es hervorragend auf den Punkt. Heute bin ich froh, schon in jungen Jahren solche und ähnlich revolutionäre Texte gelesen zu haben, um meine eigene Revolution gegen das 9 to 5 und die staatliche Ausbeutung geführt zu haben. Chapeau Büchner!
"Hören Sie denn nichts, hören Sie denn nicht die entsetzliche Stimme, die um den ganzen Horizont schreit, und die man gewöhnlich die Stille heißt [...]?"
"Wehe über euch Götzendiener! - Ihr seid wie die Heiden, die das Krokodil anbeten, von dem sie zerrissen werden. Ihr setzt ihm eine Krone auf, aber es ist eine Dornenkrone, die ihr euch selbst auf den Kopf drückt; ihr gebt ihm ein Scepter in die Hand, aber es ist eine Rute, womit ihr gezüchtigt werdet; ihr setzt ihn auf den Thron, aber es ist ein Marterstuhl für euch und eure Kinder."
Lenz: oder Georg Büchner parodiert die Romantik. Bevor mir der reale Hintergrund der Geschichte bewusst wurde, war ich davon überzeugt, Büchner ließe seine Unmut über die zunehmende Idealisierung und Mystifizierung der Welt in der Person des wahnsinnig werdenden Dichters Lenz aus. Zwar stellte sich dann heraus, dass dieser Lenz tatsächlich existiert hatte und seine verrückten Exzesse wohl größtenteils nicht der Fantasie des Autors entsprungen, sondern realer Natur waren; dennoch liest sich Lenz wie ein Hilfeschrei zweier Personen…
Der Hessische Landbote: Friede den Hütten! Krieg den Palästen! Eine Schrift, mit der Büchner wohl die lang verschlafene deutsche Revolution erwecken wollte. Wer den Autor näher kennenlernen will, kommt nicht um den Hessischen Landboten herum. Unter Zuhilfenahme genauer Zahlen und Fakten errechnet Büchner dem 3. Stand der hessischen Gesellschaft (Bauern und Arbeiter) die eigene Ausbeutung durch die mit Würmern verglichenen Landesfürsten und deren Staatsapparate vor. Das gezeichnete Bild der Landbevölkerung ist verheerend: materiell ausgebeutet, nicht durch Bürgerrechte geschützt, der Willkür der Eliten ausgeliefert, zur Gottesgläubigkeit bzw Götzenverehrung verdonnert - und dem gegenüber gleichgültig. Da hilft nur, die Bibel zu zitieren, um der staatskritischen Schrift Glaubhaftigkeit zu verleihen und den alleinigen religiösen Herrschaftsanspruch des 1. Standes anzukratzen. Hessen aller Welt, vereinigt euch (oder so ähnlich). Amen.