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Andreas Gruber Erzählbände #2

Apocalypse Marseille: dreizehn utopische Geschichten

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Brutale Reality-Live-Shows in der Zukunft, Flugmaschinen, die gnadenlose Jagd auf Menschen machen, ein Tierarzt, der seine Familie auslöscht, um ihr Proben aus dem Rückenmark zu entnehmen, und der erfinderische Testpilot Ian Goodwin, der auf einem merkwürdigen Asteroiden notlandet und nur noch zwei Stunden zum Überleben hat.
In Grubers Fantasien liegt die Côte d'Azur in Schutt und Asche. Er nimmt uns mit zum Untergang der Titanic, wie er tatsächlich passiert sein könnte, den mysteriösen unterirdischen Maya-Tempeln in Uxmal und in ein bizarres Steampunk-Wien um 1900, bei dem nichts so ist, wie es scheint.

Bei Andreas Gruber ist alles möglich!

274 pages, Kindle Edition

Published June 2, 2017

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About the author

Andreas Gruber

94 books523 followers
Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Grillenberg, Niederösterreich. Er hat bereits mehrere erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst. Die aktuelle Reihe um den knallharten, aber brillanten Ermittler Maarten S. Sneijder schockiert und fasziniert seine Fans gleichermaßen. Nach Todesfrist und Todesurteil erschien am 15. August 2016 Todesmärchen , der dritte Band der Reihe. Neben der „Todes-Reihe“ um Maarten S. Sneijder erscheint im Goldmann Verlag unter anderem auch die „Rache-Reihe“ um den asthmakranken Leipziger Ermittler Walter Pulaski.

„Schriftstellerei bedeutet für mich, dass ich interessante Figuren erfinden darf, ohne in der Psychiatrie zu landen – und Menschen auf originelle Weise ermorden kann, ohne im Gefängnis zu landen. Aber sonst bin ich ein netter Kerl“, so der Autor Andreas Gruber.

Andreas Gruber begann 1996 mit dem Schreiben und war 1999 mit einer Kurzgeschichte Preisträger des NÖ Donaufestivals. Mittlerweile sind seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien erschienen, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstücke adaptiert. Seine Romane wurden bisher als Übersetzungen in Frankreich, Italien, der Türkei, Brasilien, Japan und Korea veröffentlicht. Der Autor wurde bereits für den Friedrich Glauser Krimi-Preis und zweimal für den Leo Perutz Krimi-Preis der Stadt Wien nominiert. Außerdem ist er Preisträger der Herzogenrather Handschelle und mehrfacher Gewinner des Vincent Preises und des Deutschen Phantastik Preises.

In seiner Freizeit gibt Andreas Gruber Schreibworkshops, ist begeisterter Kinogeher, reist viel mit seiner Frau, spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug und wartet bis heute vergebens auf einen Anruf der Rolling Stones.

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Profile Image for Daniel.
92 reviews43 followers
September 26, 2018
Diese Anthologie beweist wieder einmal, dass die deutsche Belletristik, ebenso wie der deutsche Film, weiterhin meilenweit vom internationalen Niveau entfernt ist. Auch Andreas Gruber stolpert hier noch nicht einmal auf Drittliganiveau durch die literarische Botanik und man darf sich zu recht fragen, ob wir wirklich so einen schwachen Pool an Autoren in Deutschland haben oder ob die Verlage die ernsthaften Talente (aus welchem Grunde auch immer) schlichtweg konsequent ignorieren.

Keine, mit viel Wohlwollen vielleicht noch die Titelgeschichte, der Erzählungen in "Apocalypse Marseille" schafft es auf das Level ernstzunehmenden Durchschnitts zu gelangen. Zu schwach sind die nahezu obsoleten Charakterzeichnungen, zu generisch die Szenarien und zu banal und vorhersehbar die präsentierten Storylines. Sprachlich zeigt sich Gruber ebenfalls stark limitiert und es gelingt ihm nicht ein einziges Mal durch schreiberische Stilmittel Akzente zu setzen, den Geschichten einen individuellen Ton zu geben oder seinen Charakteren eine eigene Stimme zu verleihen.

Alles in allem eine schwache Anthologie, welche in den USA wohl maximal im Selbstverlag das Licht der Welt erblickt hätte. Aber gut, gehen wir das Ganze einmal anhand meiner Notizen Stück für Stück durch:

Sieben Ampullen (** - 2/5)
Verhältnismäßig banale Story, klischeebehaftete Charaktere, repetitive Wortwahl. Von den Logiklöchern fangen wir gar nicht erst an. Alles in allem nicht einmal Durchschnitt. Da diese Geschichte aber offenbar noch aus Grubers Früh- und Lernphase stammt wenn man den einleitenden Sätzen glauben schenken mag, will ich mal etwas nachsichtlich sein und hoffen, dass es ab jetzt besser wird.

Ramada Inn (* - 1/5)
Generisch, vorhersehbar und mit lauwarmen Versuchen an Humor gespickt. Ohne schreiberischen Verve oder inhaltlichen Wert.

Bio-Hybriden (** - 2/5)
Immerhin ein etwas interessanterer Aufbau und halbwegs unverbrauchtes Szenario. Schlußendlich leidet aber auch diese Geschichte an vielen Stellen an Über-Exposition, nicht existenter Charakterzeichnung und vor allen an dem banalen und unbefriedigenden finalen Twist.

41 Grad nördliche Breite (* - 1/5)
Eine weder überraschende noch kreative Zeitreise-Abwandlung der Titanic-Katastrophe. Einfallslos, vorhersehbar und übersät mit flachen Klischeecharakteren (der Alkoholiker, die Waise, usw.) ist die Story ein Paradebeispiel für Belanglosigkeit.

Weiter oder Raus (* - 1/5)
Die futuristisch-dystopische Game Show voller Gewalt und Geilheit auf menschliches Leid ist wohl spätestens seit Stephen Kings „The Running Man“ wahrlich keine neue Idee mehr und nötigt dem erfahrenen Genre-Leser nur noch ein leises gequältes Stöhnen ab. Doch dem Unglück nicht genug: Gruber weiß absolut nichts Sinnvolles zu diesem ausgelutschten Szenario beizutragen und ergeht sich stattdessen in schon fast peinlicher Vorhersehbarkeit und bedient sich dabei fleißig in der Mottenkiste der Klischees. Die konstant beschreibende Erzählstimme ohne Innenperspektive trägt zudem massiv dazu bei, dass dem Leser die Ereignisse und die involvierten Akteure spätestens nach der ersten Game-Show-Runde schnurzpiepe sind. Next!

Wenn der Himmel gefriert (** - 2/5)
Gruber mopst sich fröhlich weiter durch die Pop-Kultur und mixt hier eine große Portion "Terminator" mit einer Prise "The Quiet Hour" ohne dabei etwas von Relevanz abzuliefern. Die Story und die Protagonisten bleiben blass. Zumindest zu Beginn ist es leidlich spannend, aber das Ende ist so billig und abgenutzt, dass man sich der mit der Hand vor den Kopf schlagen möchte.

Parkers letzter Auftrag (** - 2/5)
Was noch als halbwegs interessantes Szenario beginnt, entwickelt sich kontinuierlich zu einer generischen Rachegeschichte bei der die klischeehafte Charaktermotivation ebenso flach ist wie die Spannungskurve. Darüber hinaus zeigt sich erneut, dass Gruber wenig bis überhaupt kein Gefühl für den Fluss einer Story hat. Er baut seine Geschichten meist holprig auf und sind sie dann endlich einmal in Schwung vergisst er auf einen Höhepunkt hinsteuern und lässt stattdessen das Ganze auch hier wieder abrupt enden wie ein Luftballon im Kaktusfeld. Leider aber ohne den Knalleffekt.

Der Maya-Transmitter (* - 1/5)
Langsam geht mir das Vokabular aus um weiter adäquat und ohne Wiederholungen zu beschreiben, welche Eigenschaften Grubers Stories aufweisen. Im Endeffekt lässt es sich immer wieder auf wenige Adjektive herunterbrechen: Vorhersehbar, banal, klischeebeladen sowie sprachlich nichtssagend. Auch hier wieder ein nicht unerheblicher Aufbau ohne finalen Pay-Off und ein fleißiges Bedienen bei bereits Dagewesenem.

Sabrina (* - 1/5)
Ein wirklich grausamer Auffahrunfall einer Teenie-Liebes-Schmonzette und einer miiserablen "Species"-Kopie. Ich frage mich mittlerweile wirklich, ob Gruber in seinem Leben eigentlich jemals eine wirklich eigene Idee hatte oder ob er sich einfach nur wie ein Kind im Süßigkeitenladen überall bedient und das Ganze dann am Ende, gut durchgekaut, wieder auf Papier erbricht. Mit Abstand das mieseste Machwerk in diesem Band. Hier bekommt man in mancher Schülerzeitung Ausgereifteres geboten.

Raum Nr.7 (* - 1/5)
Wieder einmal vorhersehbar, generisch und öd. Es zeigt sich außerdem wiederholt das simplifizierte Frauenbild, das Gruber in all seinen Geschichten zeichnet. Die auftretenden Frauen sind immer allesamt dralle, gut aussehende Damen, welche aber für Handlung und Geschichte keinerlei Rolle spielen. Schwach. Nicht nur für 2016.

Apocalypse Marseille (*** - 3/5)
Natürlich darf auch die post-apokalyptische Zombiestory nicht fehlen. Immerhin schafft Gruber es hier eine einigermaßen glaubhafte Welt zu erschaffen über die man zumindest für eine gewisse Zeit mehr erfahren möchte. Die Charaktere schaffen es zwar auch hier nicht weiter groß über den Pappmaché-Status hinweg, sind aber wenigstens in sich konsistent und griffig. Alles in Allem das mit Abstand Beste, was der Band zu bieten hat.

Asteroid CMG-8 (* - 1/5)
Der Protagonist der Geschichte strandet mit zwei Stunden verbleibenden Sauerstoff mitten im Weltall auf einem Asteroiden und nicht ein einziges Mal (!!) hat der Mann Angst, Panik oder sonst irgendwelche Emotionen. Gruber spult einfach nur die Handlung herunter und der geneigte Leser fragt sich, ob er das nun wirklich ernst meint.

Die Weltmaschine (** - 2/5)
Na, was fehlte uns noch im Genre-Reigen? Richtig, Steampunk! Gruber versucht sich also im nächsten (Sub-)Genre und bringt auch hier nicht viel Konfetti mit auf die Party. Immerhin verlegt er die Handlung in sein heimisches Wien, was der Authentizität merkbar gut tut nach den ganzen zwanghaft amerikanisierten Geschichten, welche zuvor diesen Band bevölkerten. Retten tut es dieses vorhersehbare Zeitreise-Geschichtchen auch nicht wirklich.
Profile Image for Saphirablue.
1,099 reviews77 followers
August 10, 2019
As always with anthologies - some stories I've liked, some I really didn't and some fell somewhere inbetween.

Some of the stories felt a bit unfinished, though. And no, it's not because they're short stories. They just felt like a prologue or an idea that's been written down for a longer book. :/ Some of these stories would really work better as a novella or a novel - with enough time to set up the characters (and give them a bit of depth) and everything.

I'm also a bit "Hmmm" about how the women have been portrayed.

All in all, a nice short story collection with a lot of potential.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Sarah83 sbookshelf.
449 reviews36 followers
April 16, 2022
Da hat es doch ein paar Wochen gedauert, bis die nächste Anthologie sich auf dem Ebook-Reader vorgedrängelt hat und was soll ich sagen? Wenn mich schon die erste Anthologie angenehm überrascht hat, frage ich mich, wie eine weitere noch besser sein soll als diese.
Versteht mich nicht falsch, dieses Buch ist keineswegs ein Buch, von dem der Leser sagen kann, es hat mir gefallen, es war toll. Dieses Buch bringt den Leser zeitweilig beim Lesen an seine Grenzen, denn wie das Thema "Utopie" schon andeutet, es geht zeitweilig um das nackte Überleben und da sind der Handlung keine Grenzen gesetzt.
Die Geschichten setzen sich im Kopf fest, Bilder entstehen, wo man Szenerien nur angedeutet werden, es entspinnt sich ein Kopfkino, das den Leser kaum loslässt. Eine wahre Kunst.
In den 13 Geschichten reist der Leser allerdings nicht nur in die Zukunft, wie es bei dem Thema Utopie den Anschein haben könnte, nein, der Autor bedient sich auch der Zeitreisen (z.B. Untergang der Titanic), um den Leser in eine andere Welt zu entführen.
Mal kurz und knackig, mal über viele Seiten werden hier Geschichten ersonnen, die sich der Autor nicht nur ausgedacht, sondern die den Leser auch zum Nachdenken anregen sollen.
Was würde man selbst an der Stelle des Protagonisten tun und was erwarten wir selbst von unserer Zukunft?
Wie ich auch schon bei der ersten Rezension meinte, es ist nahezu erstaunlich, wie derselbe Autor so unterschiedliche Geschichten schreiben und mit einem einzigen Thema so gut unterhalten kann.
Wieder werden die Geschichten mit kleinen Texten über die Entstehung der Geschichte eingeleitet und das abschließende Verzeichnung gibt dem Leser direkt weitere Lesetipps an die Hand.
Fünf weitere Anthologien warten noch auf dem Ebook-Reader und eins sei abschließend gesagt:
Für zarte Nerven sind diese Geschichten nichts.

5 von 5 Anthologien
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