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Fremde Wasser. Bd. 1: Yoko Tawada Gespräche und Vorlesungen

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Yoko Tawada über Japan, Asien und Europa, über das Wasser, Reisen von Insel zu Insel, von Kontinent zu Kontinent. Die vorangestellten Gespräche der Herausgeberin Ortrud Gutjahr mit Yoko Tawada geben ergänzend einen sehr persönlichen Einblick in Tawadas Beziehung zu Europa und Japan. Sie erzählt auch von ihrer Entwicklung von der jungen Studentin, die nach Deutschland kam, zur Schriftstellerin, die hier lebt und schreibt. Wasser verbindet Welten. Es geht um die kulturellen Bewegungen, das Fließende zwischen Japan und Europa in Geschichte und Gegenwart. Wie sich die Kulturkreise Japans und Europas begegnen, durch Handel, Kolonialisierung, Missionierung, wie sie voneinander lernen und sich verändern, das zeigt Tawada über die Jahrhunderte. Das "Fremde" und das "Eigene" wird analysiert, auseinandergenommen und überraschend neu zusammengefügt ... auch die Auswirkungen von Fukushima werden in diesen literarischen Essays mitgedacht. Diese Texte sind die überarbeiteten Vorlesungen ihrer Hamburger Gastprofessur und Gespräche.
Inhalt: Drei Gespräche mit Yoko Tawada / Yoko Tawada, Poetikvorlesungen: Tanegashima – Die Europäer landen an (I. Poetikvorlesung) / Dejima – Die Seefahrt der Sprachen (II. Poetikvorlesung) / Uraga – Die schwarzen Schiffe der Moderne (III. Poetikvorlesung) – Nach Fukushima

104 pages, Kindle Edition

Published April 28, 2016

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About the author

Yōko Tawada

126 books1,041 followers
Yōko Tawada (多和田葉子 Tawada Yōko, born March 23, 1960) is a Japanese writer currently living in Berlin, Germany. She writes in both Japanese and German.

Tawada was born in Tokyo, received her undergraduate education at Waseda University in 1982 with a major in Russian literature, then studied at Hamburg University where she received a master's degree in contemporary German literature. She received her doctorate in German literature at the University of Zurich. In 1987 she published Nur da wo du bist da ist nichts—Anata no iru tokoro dake nani mo nai (A Void Only Where You Are), a collection of poems in a German and Japanese bilingual edition.

Tawada's Missing Heels received the Gunzo Prize for New Writers in 1991, and The Bridegroom Was a Dog received the Akutagawa Prize in 1993. In 1999 she became writer-in-residence at the Massachusetts Institute of Technology for four months. Her Suspect on the Night Train won the Tanizaki Prize and Ito Sei Literary Prize in 2003.

Tawada received the Adelbert von Chamisso Prize in 1996, a German award to foreign writers in recognition of their contribution to German culture, and the Goethe Medal in 2005.

(from Wikipedia)

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Profile Image for Joséphine.
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April 7, 2022
„Es stimmt schon, dass eine bestimmte Haltung bei Naturkatastrophen „japanisch“ zu nennen wäre. Man muss die Ruhe bewahren: Das lernen wir bewusst oder unbewusst. (…) Wahrscheinlich hat man im Laufe der Geschichte festgestellt, dass die Ruhe fürs Überleben notwendig ist. (…) Mir fällt gerade ein, dass das deutsche Wort „Katastrophe“ schwer ins Japanische zu übersetzen ist. „Saigai“ ist zu sachlich und trocken, „Hakyoku“ benutzt man nie in diesem Zusammenhang. In Deutschland wird das Wort „Katastrophe“ sehr oft benutzt, auch im Büroalltag. Alles, was die Ordnung durcheinanderbringt, ist eine Katastrophe. Ich werde eher ruhig, wenn ich das deutsche Wort „Katastrophe“ höre, und denke an die konkreten kleinen Dinge als automatische Reaktion. (…) Dies ist die Haltung, die auch ein Problem birgt: Es ist eine sehr passive Haltung, man wird dem Schicksal übergeben. Man denkt nur an das Konkrete und ist dadurch vollkommen kiritiklos.“


„In Europa denkt man, dass es die Natur auf der einen Seite gibt, und auf der anderen Seite gibt es die Menschen. Und die Menschen haben die Natur beherrscht. Die Naturkatastrophe bedeutet, dass die Menschen die Natur nicht unter Kontrolle hatten: eine Ausnahme, ein menschliches Versagen, also: nächstes Mal kann man alles besser machen. Die Menschen sind in Europa die Subjekte, sie sind stärker als die Natur, di ja nur ein Objekt ist. Die Natur handelt nicht. Für alle Geschehen sind die Menschen verantwortlich. Aber in Japan gab es so viele so große Naturkatastrophen, dass man heute noch nicht das Gefühl gewonnen hat, dass die Menschen stärker sind oder sie die Natur unter Kontrolle haben. Ein normales Erdbeben oder einen normalen Tsunami erlebt man ständig in Japan, dadurch stirbt selten ein Mensch und davon wird auch nie im Ausland berichtet.“
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