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Herr Kehr sorgt vor – ein beeindruckendes Debüt über Erinnerung und Vergessen, über das Alter und die Liebe

Im Alter von 91 Jahren kommt der demente Witwer Johannes Kehr ins Pflegeheim. Nur: Seine Demenz ist vorgetäuscht. Im Heim hofft Kehr, seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht. Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Nachlässigkeit der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutzt er, um Desserts zu stehlen und Gehhilfen unliebsamer Nachbarn zu verstecken. Bald aber wird seine Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto größer ist die Gefahr einer Enttarnung. Als zufällig seine Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf. Ein literarisch feinfühliges Debüt, beobachtungsstark und intensiv.

160 pages, Hardcover

Published August 22, 2016

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Steffi Jani.
13 reviews
September 2, 2016
Gebunden: 160 Seiten
Verlag: Nagel & Kimche AG (erschienen am 22. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978 – 3312009992 oder 3312009995
Alter: Erwachsene
Hier könnt ihr es kaufen: amazon , thalia , buecher.de und natürlich in einer Buchhandlung eurer Wahl

Kurzmeinung:
Wer das Altersheim und seine dementen Insassen mit einer Portion Zynismus kennen lernen will, für den ist das Buch genau richtig!

Klappentext:
Im Alter von 91 Jahren kommt der demente Witwer Johannes Kehr ins Pflegeheim. Nur: Seine Demenz ist vorgetäuscht. Im Heim hofft Kehr, seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht. Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Nachlässigkeit der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutzt er, um Desserts zu stehlen und Gehhilfen unliebsamer Nachbarn zu verstecken. Bald aber wird seine Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto größer ist die Gefahr einer Enttarnung. Als zufällig seine Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf. Ein literarisch feinfühliges Debüt, beobachtungsstark und intensiv.

Cover:
Auf dem Cover zu sehen ist Herr Kehr, der in seinem Sessel sitzt. Auf der anderen Seite ist das Kätzchen zu sehen, mit dem er sich immer unterhält. Farblich ist das Cover sehr schön schlicht gestaltet.
Mein Fazit

Inhalt & Gedanken:
Herr Kehr ist im Pflegeheim. Er hat Demenz – angeblich. Doch bereits auf den ersten Seiten wird anhand seiner Gedanken klar, dass er im Kopf noch voll da ist. Natürlich – wie wir alle – manchmal ein wenig zerstreut, aber dennoch nicht dement. Er erzählt von seinem Leben, wie er aufgewachsen ist, über Sophie oder viel mehr mit Sophie. Dazwischen sind einige Szenen aus dem Pflegeheim zu finden, bei welchen doch wieder deutlich wird, wie gut er einen demenzkranken Mann darstellen kann. Das liegt wohl alles an der Übung und der Feldstudie des dementen Bekannten.
Man erfährt viel über das Leben und die Unterdrückung durch seinen Ziehvater / Onkel, nachdem seine Eltern verstorben waren. Auch sein Bruder wurde sehr früh aus dem Leben gerissen. Er musste sich immer beweisen und versuchen in die Konventionen hineinzupassen.
Daran möchte er sich nun – im Pflegeheim – nicht mehr halten. Er büchst aus, er mopst den anderen ihren Nachtisch und er versucht sich seinen gesunden Verstand nicht anmerken zu lassen. Bis eines Tages seine erste große Liebe Annemarie auftaucht und er zwischen den Stühlen steht. Lüge oder Wahrheit.
Das Ende des Buches ist zwar vorhersehbar, ich jedoch fand es sehr abrupt, da vorher keinerlei Anzeichen in die Richtung gedeutet haben. Dennoch ein sehr gelungener, wenn auch kurzer Roman über das Leben eines Insassen im Altenheim und dessen Zusammenleben mit den ganzen Alten.

Sprache und Stil:
Die Kapitel sind sehr kurz und wechseln zwischen dem Ich-Erzähler und der dritten Person hin und her. Teilweise spricht Herr Kehr mit der Katze, teilweise mit Sophie, teilweise liest man eine Passage aus seinem früheren Leben, teilweise ist man im Heute. Dadurch wird die Geschichte sehr kurzweilig und schön zu lesen. Man merkt die leichte Verwirrtheit genauso wie die Klarheit der Gedanken von Herrn Kehr. Es wird auch das schauspielerische Geschick verdeutlicht, welches es braucht um sich als Demenzpatient auszugeben.

Meine Meinung:
Das Buch war eine willkommene und lustige Abwechslung zu den aktuell noch nebenbei offenen High-Fantasy Romanen. Es war locker flockig zu lesen und man konnte mit Herrn Kehrs Humor mit schmunzeln.

Bewertung
Witz/Handlung ♥ ♥ ♥ / ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Romantik ♥ ♥ / ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Charaktere ♥ ♥ ♥ ♥ / ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Schreibstil ♥ ♥ ♥ / ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Gesamt ♥ ♥ ♥ / ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Andrea Karminrot.
306 reviews6 followers
September 6, 2016
Demenz, ist ein schwieriges Thema. Keiner will sie haben, hat einigermaßen Respekt vor dem Vergessen und sie wird oft totgeschwiegen. Dabei ist es für den alten Menschen fast eine Erlösung, sich in den “Unverstand” zurückziehen zu können. Zumindest für den Schweizer Herr Kehr, der sich vor seiner Familie in ein Pflegeheim für Demenzkranke flüchtet. Er will sich nicht von seiner Familie pflegen lassen,  so baut er vor und täuscht eine Demenz vor. Seine 91 Lebensjahre waren so spannend genug, dass er eine Menge zu erzählen hat. Aber er redet nicht mehr, das gehört zu seinem Theater, das er allen vorspielt. Herr Kehr beobachtet verständnisvoll seine Mitinsassen, genießt sogar die “Verrücktheiten” der Mitbewohner und lernt noch von ihnen. Den einzigen Ohren, denen Herr Kehr noch etwas mitzuteilen hat, sind die der Katze, die sich ab und zu, zu dem alten Herren in das Einzelzimmer verläuft. Und dann ist da noch die Enkelin Sophie, die der alte Mann zwar sehr liebt, die ihn auch oft besucht, aber auch darunter leidet, dass der Großvater so anders ist. Dann muss sich der Schweizer Herr Kehr sehr zusammen nehmen, damit seine Tarnung nicht auffliegt.


Frédéric Zwicker hat als Zivi in einem Altenheim in der Schweiz gearbeitet. Eine Nebenfigur, die in dem Buch vorkommt, könnte seine Rolle sein. Er hatte Einblicke in das verwirrende Leben der “Übriggeliebenen”. Ohne Schnörkel beschreibt er das Leben zwischen den Bewohnern, Angehörigen und dem Pflegepersonal. Gemein sind sie untereinander, die Alten und verständnislos, nehmen sich gegenseitig das Beste weg und beschimpfen sich. Die Angehörigen sind hilflos und überfordert. Das Personal gelassen und ausgleichend, bzw.manchmal auch ignorierend.


Ich fand, dieses Buch bietet einen tollen Einblick in das Pflegeheim und in das Leben des Herrn Kehr. Die Mitspieler waren gut gezeichnet. Der Text knapp gehalten und die Kapitel so kurz, wie die Episoden aus dem Leben der Alten. Ständig wechselt die Erzählperspektive, was anfangs schon etwas verwirrend sein kann. Manch einem könnten auch die Beschreibungen des Herrn Kehr auf den Magen schlagen. Aber so und nicht anders, sieht es in solchen Heimen aus, verhalten sich die Bewohner und spielt das Leben. Ich musste oftmals schmunzeln und manchmal haben mich die Gedanken des alten Herren traurig und nachdenklich gemacht. Zum Verständnis für die Dementen mag dieses Buch bestimmt einen Teil beitragen. Mir hat der Schreibstil des Autors sehr gefallen und ich kann dieses Buch nur empfehlen.
Profile Image for Paula.
463 reviews10 followers
September 2, 2016
Die Handlung ist schnell erzählt. Der 91-jährige Herr Kehr geht freiwillig ins Altersheim – und täuscht seine Demenz vor. Teilweise aus der Ich-Perspektive geschrieben merkt man sofort, dass Herr Kehr alles andere als dement ist.
Was nun folgt ist weniger die lustig-humorvolle Beschreibung eines Altherren-Streichs, sondern einmal die durchaus sehr ernste und von mehr Tiefen denn Höhen geprägte Lebensgeschichte des 91-jährigen und andererseits seine feinsinnigen Beobachtungen des Pflegeheim-Lebens.
Der Autor erzählt diese beiden Geschichten nicht chronologisch und aus verschiedenen Erzählerperspektiven. Ich persönlich fand das am Anfang eher nervig, aber gottseidank bin ich doch schnell und gut in die Geschichte rein gekommen. Erzählt wird in kurzen Kapiteln, was ich persönlich sehr mag und abwechslungsreich finde. Hin und wieder gibt es charmante schwyzerdeutsche Einspränkelungen, der Schreibstil ist aber ansonsten angenehm und gekonnt sowohl in den ernsteren als auch in den humorvolleren Anekdoten.
In erster Linie macht die Geschichte jedoch – trotz des einen oder anderen humorvollen Geschichtchens – nachdenklich. Über das eigene Älterwerden, das Älterwerden der Eltern, Pflegeheime, Demenz und wie taktlos, bzw. schonungslos ehrlich, darf man über Demenzpatienten schreiben.
Für sehr gelungen halte ich die Cover-Gestaltung. Ich will da nichts vorwegnehmen, aber nachdem man mal ins Buch eingestiegen ist, findet man es erst Recht bezaubernd.
Fazit: Ich gebe vier von fünf Sternen. Nicht ganz so erfüllend geschrieben war für mich, WARUM Herr Kehr die Demenz vortäuschte. Das hätte mehr Raum gebraucht. Außerdem fehlte mir ein Epilog. Aber der fehlt mir fast immer ;) Anscheinend mögen Schriftsteller das abrupte Ende. Ich aber nicht.
Mir wurde das Buch kostenlos im Rahmen einer Leserunde von lovelybooks.de zur Verfügung gestellt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis (160 Seiten für 20 Euro) würde mich vermutlich von einem Kauf abhalten.
Profile Image for Mola.
199 reviews
July 16, 2019
Trauriges und unterhaltsames Buch über den letzten Lebensabschnitt. Am Anfang dauert es etwas, bis man reinkommt, was wahrscheinlich mit der Konstruktion bzw. Erzählweise des Romans zu tun hat: die Erzählerperspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel. Es ist jedoch äusserst geschickt gemacht und die Form korreliert wunderbar mit dem Inhalt.
Wer Bücher über Alters(heim)geschichten mag, kommt bestimmt voll auf seine Kosten!
6 reviews
August 5, 2017
ein ganz interessantes Buch über Alter.
Profile Image for Joke Slagter.
32 reviews3 followers
April 2, 2017
sad but also funny ! recognised a lot from the time my mother had to go in such a place
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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