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Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

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"Ergründe, ergrabe, ergreife das Glück" - Goethe für fast alle Lebenslagen


Der Sinn des Lebens? Wenn einer mit beharrlicher Leidenschaft danach gesucht hat, dann Johann Wolfgang von Goethe. Stefan Bollmann destilliert aus Goethes Leben und seinen Werken ein so liebenswürdiges wie kurzweiliges Buch für alle, die es wie er nicht lassen können, nach dem Guten, Wahren und Schönen zu fragen. Goethe hat als Erster verstanden, dass der Sinn des Lebens die Summe dessen ist, wie wir jeden einzelnen unserer Tage gestalten. So gesehen und gelesen ist Goethe der beste und klügste aller vorstellbaren Ratgeber: Wie übersteht man die ersten 25 Jahre, ohne den Lebensmut zu verlieren? Warum kann die Zerstreuung zur Fokussierung führen? Von ihm erfahren wir aber auch, dass das Wichtigste am Reisen das Zurückkommen ist und wie man die Liebe neu entflammt.


Stefan Bollmann zeigt uns einen Goethe, den wir gerade in unserer unübersichtlichen Gegenwart dringender denn je brauchen. Ohne ihn wäre das Leben tatsächlich sinnlos.


289 pages, Kindle Edition

Published May 9, 2016

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About the author

Stefan Bollmann

32 books46 followers
Stefan Bollmann (born March 21, 1958 in Dusseldorf) is a German editor and author.

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Profile Image for Dr. Eva-Maria Obermann.
Author 12 books23 followers
September 7, 2016
Stefan Bollmann erzählt anekdotenreich und mit Liebe zum Detail aus Goethes Leben und Schaffen. Von Goetz und Werther bis hin zu den Wahlverwandtschaften und Faust II. Er durchstreift in seinem imaginellen Goethe-Park Sturm und Drang, Klassik, schaut auch bei der Romantik vorbei. Goethes Leben ist sein Wanderweg, aber er blickt vor und zurück. Zeitgeschehen der Goethezeit werden betrachtet und doch schafft es der Autor immer wieder, Verweise zur Gegenwart und ihrer Literatur zu ziehen.
Dabei geht es gar nicht darum den großen Goethe, unerreichbar, dazu gemacht, bereits Schulkinder mit „höherer Literatur“ zu konfrontieren. Es zeigt einen Lebensentwurf, der einem heutigen sehr ähnlich ist. Ein Mann, der vor allen anderen Dingen, er selbst sein will. Einer, der sich weder durch seine Eltern, noch seinen Stand, seine Arbeit oder seine Umwelt in Schubladen pressen will und dann den Rest seines Lebens Erwartungen erfüllen muss. Die einzigen Erwartungen, die Goethe wichtig sind, sind seine eigenen.
Sehr angenehm finde ich dabei, dass Bollmann Goethe nicht verklärt. Er ist ein Mensch, mit Fehlern, dessen Handlungen durchaus berechenbar sind. Relationen und Zusammenhänge werden so einfach gezeigt, Goethes Entwicklung, seine Entscheidungen, unter dem Licht eines normalen Lebens betrachtet und nicht als Dichterverehrung. Die Abwege sind es, die mir besonders gut gefallen haben. Goethe irrte, Goethe haderte, Goethe ließ sich von der Arbeit verführen und schrieb zeitweise wenig, jahrelang an den Werken, die dafür heute noch gelesen werden.
In diesem Buch, das ich nicht Biografie nennen will, obwohl es nahe an eine herankommt, sondern viel mehr Lebensmomentbetrachtung bezeichne, wird Goethe auch nicht zum Wüstling bemacht, der jedem Rock hinterherrannte. Natürlich spielen seine Beziehungen eine Rolle, aber weit weniger dominant, als in vielen anderen Biografien. Tatsächlich ist in Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist, vor allem seine Beziehung zu seiner späteren Frau Christiane von Bedeutung.
Die Sprache ist leicht, aber nicht versimpelt und macht einfach Spaß, gelesen zu werden. Manchmal fokussiert sich Stefan Bollmann so sehr auf ein Detail, dass es mehr wird, als eine Nebensache. Oft sogar. Und auch das macht Spaß, zeigt es doch die vielen Nuancen und Ansätze. Die Abwege eines Parks, die kleinen Besonderheiten, wenn der Besucher den Blick hinaus schweifen lässt. Und es zeigt, warum gerade Goethe sich als Ausgangspunkt für diese Blicke anbietet. Stefan Bollmann zeigt in Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos nicht nur, wie wichtig Goethe war, sondern auch wie einfach. Er zeigt, warum unser Leben in so vielen Bereichen ohne Goethe nicht das gleiche wäre. Und dass Goethe lohnt, besonders in diesem Buch.
Profile Image for Wortlichter.
5 reviews3 followers
September 28, 2016

An Goethe kommt jemand vorbei. Wir begegnen ihm als Pflichtlektüre an der Schule oder an der Uni. Im Rahmen von Zitaten, Essays oder sonstigen Unterhaltungen begegnet man ihm immer wieder. Oft ist er, als der größte Dichter Deutschlands, berühmt und gefürchtet. Er strahlt für die meisten Bürger eine ungeheure Ehrfurcht und Unnahbarkeit aus. Stefan Bollmann nimmt uns mit in die Zeit von Goethe und zeigt den Dichter von einer ganz privaten Seite.

Zu Unrecht ist dieses Buch teilweise unter der Kategorie Ratgeber eingeordnet. Vielmehr handelt es sich um eine Biographie, die sich anstatt mit Jahreszahlen, mit der Gedankenwelt, den Lebensabschnitten und den Problemen Goethes befasst. Man erhält so einen ganz nahen Einblick in Goethes Wesen und kann seine Erkenntnisse auch auf das eigene Leben beziehen. Bestimmte Muster tauchen auch in unserem Leben und in unserer Gesellschaft immer wieder auf. Goethe plagte teilweise das, was uns auch heute beschäftigt: die Suche nach dem Glück und nach der Selbstverwirklichung.
Die Glorifizierung von Goethe, als unerreichbarer Dichter und Denker, wird ein bisschen brüchiger und wir nähren uns Goethe an, in dem wir erfahren, was ihn beschäftigt hat und woher seine Ideen kamen. Wir erfahren, dass viele seiner Geschichten auf biographischen Ereignissen beruhten.

Kapitel für Kapitel, gehen wir wichtige Lebensabschnitte von Goethe durch, erkennen seine Probleme und versuchen ein tiefes Verständnis zu bekommen. An vielen Stellen sehen wir, dass seine Probleme uns nicht fremd sind. Besonders für kreative Personen, zeigen sich viele Anknüpfungspunkte. Mit dem Blick auf das eigene Schreiben und Leben, bekommt man noch einmal eine ganz neue Perspektive. Wir lernen in dem Buch auch darüber, was andere Menschen seiner Zeit über Goethe dachten. Die vielen Stimmen und Anknüpfungspunkte, machen dieses Buch sehr lebendig.

Etwas missfallen hat mir der Teil, in dem es um Haruki Murakami ging und er eines seiner Bücher (ausgerechnet das, was gerade auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegt) als Vergleich heranzieht. Ich habe weder damit gerechnet, in einem Goethe Buch auf Haruki Murakami zu treffen, noch damit, dass mir gleich dessen ganzer Inhalt verraten wird.
An einer anderen Stelle, äußert der Autor Kritik an Goethes Verstoßung von Lenz, weil dieser in den Tag hineinlebte, Goethe belästigte, keiner geregelten Arbeit nachging und von Goethe verstoßen wurde, nachdem er gleich zwei Mal versuchte Goethe seine Frau auszuspannen. Ich finde das im Gegensatz zum Autor, jedoch nicht schwer nachvollziehbar. Mir wäre auch egal, welches Talent oder Hilfsbedürftigkeit jemand besitzt, der solche Umgangsweisen an den Tag legt. Aber genau das, ist auch die Stärke des Buches: man legt das Gelesene automatisch auf sich Selbst um, denkt nach und möchte seine eigene Interpretation der Ereignisse erschaffen. Man erkennt viele Situationen und Lebensabschnitte auch bei sich Selbst wieder und bekommt durch Goethe viele hilfreiche und inspirierende Aspekte vermittelt.

Ich finde diese Herangehensweise an eine Schriftsteller-Biographie herrlich. Ich habe nach der Lektüre das Gefühl, Goethe noch etwas besser verstanden zu haben. Viele Aspekte waren neu und luden zum Nachdenken ein, sowohl über Goethe, über seine Werke, aber auch über mich Selbst.
Ich würde sehr gerne noch weitere Biographien auf dieser Art und Weise lesen. Es macht die vergangene Lebenswelt ungeheuerlich anschaulich und begreifbar. Biographien zu lesen, ist oftmals sehr anstrengend, da es nicht selten vorkommt, dass man sich mit Fachausdrücken oder geschichtlichen Hintergrundwissen auseinandersetzen muss. Am Ende hat man zwar den Eindruck, einen Haufen von Informationen bekommen zu haben, aber wirklich eine Vorstellung, was die Personen beschäftigt und angetrieben hat, hat man nicht. Wir alle kennen die Zeit des Sturm und Dranges aus dem Geschichtsunterricht. Doch was bedeutete das für die Gedankenwelt der jungen Dichter? Dieses Buch klärt all diese Fragen und gibt uns einmalige Einblicke in die Gedankenwelt Goethes.
Profile Image for Carly.
430 reviews75 followers
April 6, 2017
Meine Meinung: Einer meiner Professoren pflegt immer zu sagen: Ohne Goethe wären wir nicht das, was wir heute sind. Außerdem pocht er darauf, dass Goethes Iphigenie eines der besten Dinge ist, die der deutschen Literatur je geschehen ist. Inspiriert von meinem Professor habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, hinzu kam die Tatsache, dass Stefan Bollmann Literatur, Geschichte und Philosophie studiert und als Hochschullehrer gearbeitet hat. Daher habe ich erwartet, dass dieses Buch Goethe-, Literatur- und Biografienliebhaber, sowie Literaturstudenten ansprechen würde.

Mir gefiel der Aspekt, dass Goethes Schaffen, sein Leben und seine Persönlichkeit vom Autor dargestellt wurden, wobei er hierbei zu begeistert von Goethe zu sein scheint. Etwas mehr Objektivität und/oder Skepsis hätte ich mir schon gewünscht. An einigen Stellen scheint durch, dass der Autor ein ziemlich großer Fan von Goethe ist, wodurch diese Stellen etwas an Gewicht verlieren, da ich das Gefühl habe, dass unangenehmere Seiten Goethes weichgespült werden und somit ein anderes Bild von ihm entsteht. Natürlich muss dies nicht der Fall sein, allerdings kam mir dies aufgrund des fehlenden kritischen Zugangs so vor.

Als Leser merkt man, dass der Autor Ahnung von Literatur und ihrer Geschichte hat. Man merkt auch, dass vom Fach ist, allerdings hätte ich auf die Passagen bezüglich Haruki Murakami verzichten können, in welchen er den gesamten Inhalt Murakamis Bücher verrät. Spoiler-Alert, schließlich sollte man nicht davon ausgehen, dass alle Leser sich mit Murakamis Büchern auskennen oder nicht vorhaben diese zu lesen und daher gespoilert werden wollen.

Bewertung: Um Goethe kennenzulernen und sich etwas von ihm inspirieren zu lassen, ist dieses Buch sicher gut. Zudem ist die Schreibweise angenehm zu lesen, wodurch sie nicht belehrend wirkt. Wenn ihr kritischere Lektüre bevorzugt und euch ein neutralerer Ton lieber wäre, ist dieses Buch nicht das richtige für euch.
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