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Unter dem Banner des Kreuzes

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Freiburg, Sommer 1212: Die 17jährige Anna leidet unter ihrem jähzornigen Vater. Eines Tages hört sie von den Heerscharen junger Leute, die zu Fuß das Rheintal hinaufziehen, um das heilige Jerusalem zu befreien. Sie glauben, dort würde sich das Meer vor ihnen auftun! Anna ergreift, zusammen mit anderen Nachbarskindern, die Gelegenheit zur Flucht.
Zunächst ziehen sie mit fröhlichem Gesang und Gebet gen Basel, himmeln ihren Anführer an, werden am Wegesrand bejubelt und in den Ortschaften versorgt. Doch bald folgen die ersten Durststrecken und Gefahren. In der Hitze des Sommers droht eine Missernte, die freundliche Anteilnahme der Bauern und Bürger schlägt in Feindseligkeit um, die Kinder werden von Heimweh und Hunger geplagt, man bestiehlt sich gegenseitig, die ersten werden krank und sterben.
Seit der Freiburger Gegend folgt den Kindern der angehende Priester Konrad, der sich auffallend viel in Annas Nähe aufhält. Seine Worte gegen den unseligen Kinderkreuzzug und gegen den Anführer, der sich mehr und mehr wie ein König huldigen und verwöhnen lässt, verhallen ungehört.
Nach einer opferreichen Querung der Alpen erreichen sie tatsächlich Genua - wo sich das Meer natürlich nicht auftut. Die Schar verjagt ihren Anführer, manche wandern weiter, andere werden von Kaufleuten eingeladen, mit dem Schiff übers Meer zu setzen. Da bekommt Konrad zufällig mit, dass die Kinder vom Schiff weg an muslimische Sklavenhändler verkauft werden sollen. Kann er seine kleine Schar retten?

448 pages, Hardcover

First published July 22, 2016

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About the author

Astrid Fritz

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Geboren und aufgewachsen bin ich im nordbadischen Pforzheim, zusammen mit zwei älteren Geschwistern, einem Hund, zwei Meerschweinchen und einer Goldhamsterzucht.

Nach dem Abitur folgte eine eher unruhige, wenngleich spannende Zeit: Nach einem dreimonatigen Praktikum auf einem Biobauernhof im idyllischen Emmental studierte ich zunächst Tiermedizin, dann Theaterwissenschaft, Literatur und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Danach brachte mich meine erste Arbeitsstelle als Fachzeitschriften-Redakteurin nach Darmstadt, später ging es wieder zurück nach Freiburg, wo ich insgesamt die meisten Jahre verbracht habe.

In diese Zeit Ende der Achtziger fielen auch mehrere Monate der Arbeitslosigkeit, in denen ich mich mit Literaturbesprechungen und Korrekturarbeiten für einen Verlag sozusagen geistig über Wasser hielt. Und es entstand das erste Buch: Mein Studienfreund Bernhard Thill und ich verfassten einen Stadtführer der etwas anderen Art, der sich unter dem Titel „Unbekanntes Freiburg“ bis heute verkauft.

Bei der Recherche hierzu bin ich auf die Lebensgeschichte der Catharina Stadellmenin gestoßen, die 1599 als vermeintliche Hexe verbrannt wurde. Sie sollte später zur Protagonistin meines ersten historischen Romans „Die Hexe von Freiburg“ werden.

Nach einer zweijährigen Ausbildung zur EDV-Kauffrau arbeitete ich mehrere Jahre in einem Freiburger Softwarehaus als Schulungsreferentin und technische Redakteurin – bis es dann 1994, zusammen mit meiner Familie, für drei spannende Jahre nach Santiago de Chile ging. Neben der Kindererziehung, der freien Mitarbeit für eine deutsch-chilenische Wochenzeitung und den ersten inhaltlichen Entwürfen zu meiner „Hexe“ erkundete ich Land und Leute. Dabei wunderte ich mich immer mehr über die zahlreichen deutschen Spuren in Chile. Ich begann über die Einwandererströme hundertfünfzig Jahre zuvor zu recherchieren, woraus die Idee zu meinem Roman „Der Ruf des Kondors“ entstand.

Zurück in Deutschland, ging es über die Stationen Worpswede, Ravensburg und abermals Freiburg ins Schwäbische, in die Nähe von Stuttgart. Meine nicht gerade bahnbrechende Karriere als Texterin für Web und Werbung beendete sich von selbst, als im November 2003 bei Rowohlt meine „Hexe von Freiburg“ erschien. Seither lebe ich als freiberufliche Autorin vom Schreiben historischer Romane.

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395 reviews
October 3, 2016
Im historischen Roman „Unter dem Banner des Kreuzes“ von Astrid Fritz wird der schicksalshafte Kinderkreuzzug aus dem Jahr 1212 eindrucksvoll geschildert. Das Buch ist im Juli 2016 im Wunderlich-Verlag, der zu Rowohlt gehört, erschienen. Ich habe diesen Roman im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks gelesen, an der sich auch die Autorin beteiligt hat. Vielen Dank hierfür an den Verlag, die Autorin und die anderen Mitleser.

Freiburg 1212: Die 17jährige Anna leidet sehr unter ihrem gewalttätigen Vater als eines Tages ein Knappe in Zähringen auftaucht und die Kinder und jungen Leute dazu auffordert ihm und dem 10jährigen Hirtenknaben Nikolaus nach Jerusalem zu folgen, um das Heilige Land endgültig von den Ungläubigen zu befreien.
Anna nutzt ihre Chance und macht sich gemeinsam mit anderen, die nichts mehr zu verlieren haben, auf den Weg. Anfangs werden die Pilger noch freudestrahlend empfangen und es gibt genügend zu Essen und Trinken, doch die Stimmung schlägt schnell um und es folgen Hunger und Durst. Wer schafft es auf diesem beschwerlichen Weg durchzuhalten und wer kehrt letzten Endes in seine Heimat zurück?

Astrid Fritz konnte mich mit ihrem Roman zu den Kinderkreuzzügen überzeugen. Die Geschichte ist spannend und eindrucksvoll erzählt. Gerade die Ängste und Nöte der Pilger waren für mich greifbar. Beim Glaubenseifer muss ich leider passen. Hier kann ich mich nicht wirklich hineinversetzen. Dies war dennoch verständlich und nachvollziehbar geschildert.
Der Schreibstil lässt sich zügig lesen und zieht einen schnell in die Geschichte hinein. Einmal angefangen, so konnte ich kaum aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte, welche Gefahren die Kinder und Jugendlichen noch überstehen müssen und wann sie denn endlich einsehen, dass sie wieder umkehren müssen. Am Sprachstil im Buch merkt man auch schnell, dass es sich bei den Leuten, die mitgegangen sind, fast ausschließlich um Leute aus dem einfachen Volk handelt.
Ich habe wunderbar mitgefiebert mit den Personen. Gerade der kleine Christian ist mir hier sehr ans Herz gewachsen und hat mich zwischendrin so manches mal zum Schmunzeln gebracht. Aber auch der angehende Priester konnte mich mit seinem Eifer, die Freiburger Leute zur Umkehr zu bewegen, überzeugen. Insgesamt war mir die Freiburger Pilgetruppe sehr sympathisch, so dass ich gerne an deren Schicksal teilgenommen habe.
Es gibt in diesem Roman mal kein Personenverzeichnis, da es sich bis auf Nikolaus nur um erfundene Personen handelt und diese auch überschaubar sind. Die sonstige Ausstattung des Buches ist sehr gut. Im Buchdeckel befindet sich vorne und hinten das Kartenmaterial, dass den Verlauf des Kreuzzuges zeigt. In einem ausführlichen Nachwort hat die Autorin geschildert, wie viel wirklich zu diesen Kreuzzügen bekannt ist. Darüber hinaus gibt es noch ein ausführliches Glossar, dass einige mittelalterliche sowie eventuell unbekannte Begriffe erklärt. Sehr schön fand ich auch das Lesebändchen in diesem Hardcover.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt: Manchmal hatte gerade auch Anna ein bisschen zu viel Glück für meinen Geschmack. Gegen Ende des Buches gibt es eine Episode, die man meiner Meinung nach, hätte weglassen können und die auch mein Leseerlebnis ein wenig eingetrübt hat.

Fazit: Insgesamt ein toller, spannender und informativer historischer Roman über die Kinderkreuzzüge mit kleinen Abstrichen.
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