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Gottes Gehirn

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Kein Tag vergeht, ohne dass Tageszeitungen und Magazine mehr oder weniger seriös mit Diskussionen und Horrormeldungen zur Biotechnologie aufwarten. Dennoch führt der besonders in den USA beliebte Wissenschaftsthriller am Technologiestandort Deutschland noch immer ein recht kümmerliches Dasein. Es muss eben genau recherchiert werden, sonst steigen einem die kritischen Leser aufs Dach. Und gründliche Recherche erfordert allemal mehr Zeit und Arbeit als munteres Drauflosschreiben.

Das Autorenpaar Jens Johler und Olaf-Axel Burow, Romanschriftsteller mit einiger Reputation der eine, Sachbuchautor und Pädagogikprofessor der andere, haben sich dieses Notstandes angenommen und mit ihrem zweiten gemeinsamen Projekt einen hochaktuellen und temporeichen Thriller vorgelegt, der äußerst kontrovers diskutierte Entwicklungen innerhalb der Biotechnologie thematisiert.

Ein berühmter Wissenschaftler wird ermordet und seines wertvollen Schädelinhalts beraubt aufgefunden. Der Wissenschaftsjournalist Troller erhält zusammen mit der Kriminalreporterin Jane Anderson den Auftrag, dem Verbrechen auf den Grund zu gehen, nachdem auch ein Freund Trollers ums Leben kommt, der dem Journalisten Details seines Verdachts vermitteln wollte. Bald stoßen Troller und Anderson auf das verbindende Element der Morde, erkennen Zusammenhänge und geraten daraufhin selbst in Lebensgefahr. Weitere Verbrechen an renommierten Forschern werden begangen -- und stets fehlt den prominenten Mordopfern das Gehirn.

Beileibe keine Hirngespinste muten Johler & Burow mit diesem wissenschaftskritischen, aber fundamentalismusfreien Krimi ihren Lesern zu. Vielmehr bewegen sich beide in der Regel auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen in der Biotechnologie. Lediglich beim überhastet gestalteten Showdown ist die Fantasie mit den Autoren durchgegangen. Eine unterhaltsame und spannende Angelegenheit also, wäre den beiden dazu nicht auch noch eine unerquickliche Liebesgeschichte eingefallen. Den positiven Gesamteindruck dieses ambitionierten Romans um die kritische Rolle der Moral in Wissenschaft und Forschung sollte dieser Einwand aber nicht zu sehr schmälern. --Ulrich Deurer

320 pages, Paperback

First published August 17, 2001

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About the author

Jens Johler

19 books
Jens Johler is a German author.

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Community Reviews

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for gardienne_du_feu.
1,451 reviews12 followers
July 28, 2020
Ein schwedischer Klimaforscher wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - ohne Gehirn. Einige Jahre zuvor verschwanden oder starben mehrere Wissenschaftler auf rätselhafte Weise. Manche Leichen wurden nie gefunden.

Der deutsche Wissenschaftsjournalist Troller stößt bei seinen Recherchen über den toten Schweden auf die frühere Serie seltsamer Ereignisse und entdeckt eine Querverbindung: alle Toten oder Verschollenen hatten ein paar Jahre vorher an einer Konferenz über die Zukunft der Menschheit teilgenommen. Welche brisanten Themen wurden dort erörtert? Sollten die Teilnehmer zum Schweigen gebracht werden?

Zusammen mit einer Kollegin (wie könnte es anders sein...) macht sich Troller auf zu einer Recherchereise quer durch die USA und trifft eine Reihe noch lebender Konferenzteilnehmer, allesamt Koryphäen auf ihrem Fachgebiet, die teils skurrile, teils erschreckende Theorien und Pläne hinsichtlich der Zukunft der Welt enthüllen.

Noch während Troller und Jane auf Reisen sind, ereignen sich weltweit merkwürdige Dinge. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zeigen sich plötzlich von ihrer humanen Seite, während die Natur aufbegehrt, Naturgewalten losbrechen, Tiere verrückt spielen - und immer ist eine seltsame Tonfolge zu hören ...

Ich lese liebend gerne Wissenschaftsthriller, die verrückte Theorien aufstellen oder die Gefahren neuer Entwicklungen aufzeigen. Aber das hier war eindeutig zuviel des Guten. Während die beiden Journalisten mechanisch-methodisch einen Wissenschaftler nach dem anderen abklappern, jagt eine abstruse Theorie die nächste. Da werden Köpfe verpflanzt, Hirne fusioniert, künstliche Intelligenz geschaffen, Pläne für die Besiedelung des Weltraums geschmiedet. Und Johann Sebastian Bach ist an allem schuld, weil er mit der Verbreitung der "wohltemperierten" Klavierstimmung die Dissonanz aus der Tonleiter verbannt hat, die die Welt gebraucht hätte. Alles klar.

Der Stil hat mich auch nicht sonderlich angesprochen, die Figuren waren schablonenhaft, die Forscher sichtlich nur um ihre jeweilige fixe Idee herum konstruiert, die "Knalleffekte" zu kalkuliert und das Ganze letztendlich übertrieben, unglaubwürdig und irgendwie auch langweilig. Wenn eine grässliche Zukunftsvision nach der anderen auf nur etwas mehr als 300 Seiten in eine Rahmenhandlung gepresst wird, die eher was von Serienmörderkrimi hat, wirken die Horrorvorstellungen nicht mehr erschreckend, sondern nur noch ermüdend. Und nicht mal das Ende war gut, das Buch bricht ab, bevor sich irgendwas auflöst.
Profile Image for Steffi.
3,280 reviews183 followers
May 2, 2013
Ich breche das Buch nach 120 Seiten ab. Findes es total uninteressant. Ich glaube, wenn ich weitergelesen hätte, könnte ich Genmanipulationen selbst durchführen. Viel zu viele Details
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