Jump to ratings and reviews
Rate this book

Manifest des evolutionären Humanismus

Rate this book
Rare Book

196 pages, Paperback

First published January 1, 2006

Loading...
Loading...

About the author

Michael Schmidt-Salomon

26 books52 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
85 (44%)
4 stars
77 (40%)
3 stars
21 (11%)
2 stars
5 (2%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Babywave.
389 reviews138 followers
January 22, 2023
Zunächst muss ich sagen, dass ich den kompletten Inhalt nicht verstehen konnte. Dafür war das Manifest m. E. teilweise zu wissenschaftlich verfasst. Aber die Punkte, die ich verstanden habe, haben mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich habe mich häufig dabei erwischt, wie ich vielen Erläuterungen sehr oft kopfnickend zugestimmt habe.
Für mich persönlich hat sich Salomon- Schmidt jedoch zu sehr an den Religionen „ abgearbeitet“ . Er hatte super Punkte. Gerade im Bezug auf Traditionsblindheit und wie überholt die meisten Religionen eigentlich sind. Meiner Meinung nach, hätte dies kürzer zusammengefasst werden können. Etwas mehr Differenziertheit hätte ich mir aber zudem auch noch gewünscht. Toll fand ich am Ende des Buches die „ 10 ANgebote des Humanismus“ . Vorangestellt hatte er die 10 Gebote . Im Vergleich merkt man total die Diskrepanz im Inhalt. Darauf kommt es eben an.
Für mich wäre es besser gewesen, hätte er das Manifest noch zugänglicher für eine breitere Masse verfasst. Denn es ist - gerade zu Krisenzeiten, Flüchtlingswellen, Kriegszeiten- so immens wichtig , dass wir einen humaneren Umgang miteinander pflegen. Auch fände ich es schön, wenn es Ausgaben für Kinder gäbe, damit so wichtige , essenzielle Umgangsformen und Gedanken zum friedlichen Leben miteinander schon früh an Kinder herangetragen werden. Das wäre ein guter Anfang, wenn man den Religionsunterricht in der Schule durch die Theorie des Humanismus ersetzen oder zumindest ergänzen könnte. Tatsächlich fände ich es noch positiver, wenn der Religionsunterricht in Religionskritik umbenannt werden würde und man Schüler:innen lehrt, Sachverhalte nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sehr kritisch zu hinterfragen. Dies sollte man dann konsequenter Weise mit allen Weltreligionen machen.
Profile Image for Pete.
1 review10 followers
October 29, 2018
Meines Erachtens zeichnet sich das Buch zu sehr durch Abgrenzung zur Religion aus.
Es hätte durchaus genügt klar zu machen welche Grundlagen der evolutionäre Humanismus hat, wie er sich verändert und verändert hat.
So aber wirkt das Buch von Zeit zu Zeit überheblich, gläubige Menschen ins Lächerliche ziehend und außer acht lassend, dass in Zeiten von Fake-News (von denen auch die Wissenschaft nicht verschont ist) sich auch Fehler einschleichen können.
Des weiteren bleibt außen vor, dass auch innerhalb der selben Weltanschauung - eben auch des evolutionären Humanismus -verschiedene Schlüsse gezogen werden können.
Profile Image for Bruno.
131 reviews4 followers
October 28, 2018
A very interesting and highly recommended reading. Do not expect a finely argument philosophical argument - it's a manifest about evolutionary humanism's and the "Leitkultur" to put in place to defend our values (humanism values, not western!).
Some of the examples are a bit dated (too much focussed on Sep11, Bush, ...), although if only those were our problems now ...

For religious liberals: be prepared to be vigorously attacked in this book. Don't attack the form, try to argument with the author.
Profile Image for Martin.
184 reviews3 followers
April 19, 2026
Das Manifest des evolutionären Humanismus, verfasst von Michael Schmidt-Salomon im Umfeld der Giordano-Bruno-Stiftung, ist ein programmatischer Text: Es will nicht nur beschreiben, sondern eine säkular-aufklärerische Weltanschauung als gesellschaftliche Orientierung etablieren.

Der evolutionäre Humanismus versteht sich als konsequent naturalistisches Weltbild. Der Mensch wird als evolutiv geprägtes, eigennütziges Wesen beschrieben; daraus folgt eine Ethik, die nicht auf tradierten Geboten basiert, sondern auf rationalem Interessenausgleich und Leidvermeidung. Das „Evolutionäre“ verweist dabei sowohl auf die naturwissenschaftliche Fundierung als auch auf den Anspruch, prinzipiell lernfähig und nicht dogmatisch zu sein.

In der Sache ist vieles, ja das meiste, für mich anschlussfähig. Problematisch ist jedoch die Form der Darstellung und Argumentation. Das Buch ist ein Manifest im eigentlichen Sinne: rhetorisch zugespitzt, konfrontativ und auf klare Gegensätze angelegt. Rationalität wird der Irrationalität gegenübergestellt, wobei insbesondere Religion häufig pauschal anhand selektiver Beispiele dargestellt wird. Religiöse Positionen erscheinen dabei entweder als fundamentalistisch oder als inkonsequent – differenziertere Formen gelebter Religiosität bleiben außen vor.

Hier entsteht ein Spannungsverhältnis zum eigenen Anspruch. Aufklärung bedeutet für mich nicht nur, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, sondern auch intellektuelle Redlichkeit und Fairness gegenüber abweichenden Positionen. Kritik an Religion ist legitim und notwendig – als Atheist bin ich hier grundsätzlich anschlussfähig –, doch sie sollte differenziert erfolgen. Die formalen Glaubenssätze als irrational darzustellen, ist einfach; und zweifellos gibt es fundamentalistische Ausprägungen. Entscheidender ist jedoch die Frage, was Menschen an Religion bindet, obwohl sie irrational erscheint – etwa ihre soziale Funktion, Gemeinschaft und Sinnstiftung. Das mag aus atheistisch-säkularer Perspektive schwer nachvollziehbar sein, ist aber offenkundig ein wirksamer Faktor, den der Autor weitgehend ausblendet.

Ein weiterer problematischer Punkt ist die begriffliche Strategie: Der Autor stellt „Ethik“ einer vermeintlich irrationalen „Moral“ gegenüber. Dabei wird übersehen, dass auch eine auf Leidvermeidung und Interessenausgleich basierende Position selbst normativ ist. Sie gewinnt nicht dadurch an Allgemeingültigkeit, dass sie terminologisch von „Moral“ zu „Ethik“ aufgewertet wird. Der Eindruck entsteht, dass hier eine spezifische moralische Theorie rhetorisch privilegiert und als rational alternativlos dargestellt wird.

Ähnlich verkürzt wirken einzelne Beispiele, etwa wenn soziale Phänomene wie Zwangsheirat primär religiös interpretiert werden, obwohl sie stärker in kulturell-patriarchalen Strukturen verankert sind. Solche Zuspitzungen unterminieren die analytische Schärfe der Argumentation.

Auch in seiner Zeitdiagnose wirkt das Manifest überzeichnet. Es vermittelt den Eindruck einer drohenden religiösen Gegenbewegung, während empirisch eher eine fortschreitende Säkularisierung zu beobachten ist. Religiöse Institutionen sind zwar weiterhin gesellschaftlich präsent, ihre Bindekraft nimmt jedoch ab.

Mein wichtigster Einwand betrifft jedoch den politischen Anspruch des Textes. Der evolutionäre Humanismus wird nicht nur als Angebot formuliert, sondern implizit als Leitkultur, die gesellschaftlich gefördert werden soll. Hier verschiebt sich der Fokus von einem pluralistischen Ordnungsmodell hin zu einer weltanschaulichen Setzung. Ein moderner Staat sollte jedoch keine umfassende Weltanschauung privilegieren, sondern lediglich die Rahmenbedingungen sichern: Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit und weltanschauliche Neutralität, statt selbst zum Träger einer bestimmten Weltanschauung zu werden.

Das Manifest überzeugt insoweit es für Vernunft, Wissenschaft und eine säkulare Ethik argumentiert. Es verliert an Überzeugungskraft, wo es diese Position mit polemischer Zuspitzung, begrifflicher Vereinfachung und einem impliziten Anspruch auf kulturelle Vorherrschaft verbindet, der dem eigenen Anspruch auf Offenheit teilweise widerspricht.

Rating: 3.5/5
Sprache gelesen: Deutsch
Gelesen im Jahr: 2020, 2026
367 reviews
August 6, 2017
Der Autor hat hier ein paar interessante Ideen zusammengestellt, die er leider mit überflüssig provokantem Stil präsentiert. Das Ideal der Aufklärung sollte tatsächlich wieder stärker ins Zentrum einer modernen Staatsphilosophie und Gesellschaftspolitik gerückt werden. Mit dieser Schrift ist es aber nicht gelungen.
Profile Image for Sindy.
406 reviews4 followers
February 9, 2024
Vor allem bei der Vielzahl an aktuellen Krisen ein spannendes, wichtiges und relevantes Buch. Bereits vor fast 20 Jahren veröffentlich ist es dennoch so auf den Punkt. Eine überarbeitete Version mit Hinblick auf unsere Mediennutzung und aktuelle Debatten fänd ich dennoch extrem spannend.
79 reviews6 followers
April 30, 2018
Äusserst lesenswert. Wem das Buch gefällt, dem kann ich auch "Moral tribes" empfehlen.
Profile Image for alcessa.
95 reviews7 followers
July 18, 2017
Nach wie vor eins meiner Einsame-Insel-Bücher.
Mal sehen, ob auch diesmal irgendwann die Hoffnung überwiegt.
Profile Image for Jezier.
405 reviews9 followers
April 26, 2012
Niczego nowego się nie dowiedziałem, ale dla początkującego humanisty - jak najbardziej. No i rzadko czytam podobne teksty spoza kręgu anglosaskiego.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews