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Franziska Linkerhand

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Die junge Architektin Franziska Linkerhand geht nach dem Studium nach Neustadt, um hier am Neubau von Wohnungen und einem Zentrum für die aufstrebende Industriestadt mitzuwirken. Rasch geraten ihre hochfliegenden Vorstellungen von einer innovativen, humanen, ästhetisch anspruchsvollen Architektur in Konflikt mit der nüchternen Realität im Planungsbüro. Franziska ist nicht der Typ, der schnell aufsteckt, und sie scheut keine Auseinandersetzungen. Aber auch die Beziehung zu Ben, ihrem zynischen Geliebten ist kompliziert, und Franziska beginnt zu ahnen, daß sie scheitern könnte.Der Roman zeigt ein illusionsloses und authentisches Bild der DDR der 60er Jahre.

639 pages, Paperback

First published October 12, 1974

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743 people want to read

About the author

Brigitte Reimann

31 books45 followers
Brigitte Reimann (1933 - 1973) was a German writer who is best known for her posthumously published novel, Franziska Linkerhand.

Brigitte Reimann wrote her first amateur play at the age of fifteen. In 1950 she was awarded the first prize in an amateur drama comeptition by the Berlin theater Volksbühne. After graduating, Reimann worked as teacher, bookseller and reporter. After a miscarriage in 1954, she attempted suicide. In 1960, she started to work at the brown coal mine Schwarze Pumpe, where she and her second husband Siegfried Pitschmann headed a circle of writing workers. There, she writes the narrative Ankunft im Alltag, which is regarded as a masterpiece of socialist realism.

When troops of the Warsaw Pact states invaded the ČSSR on August 20, 1968 as a reaction to liberalisations during the Prague Spring, Reimann refused to sign the declaration by the East German Writers' Association approving of the measure.

On February 22, 1973, Reimann died of cancer at the age of 39.

During the last ten years of her life Reimann worked at the novel Franziska Linkerhand. At the time of her death, the last chapter had just been started. In the following year the novel was published in an heavily censored edition. Not until 1998 was the uncensored version published.

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Community Reviews

5 stars
64 (30%)
4 stars
78 (37%)
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42 (20%)
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12 (5%)
1 star
13 (6%)
Displaying 1 - 30 of 31 reviews
Profile Image for Olaf Gütte.
222 reviews77 followers
September 8, 2023
Endlich eine unzensierte, ungekürzte Fassung dieses gesellschaftskritischen Romans von Brigitte Reimann.
Profile Image for Till Raether.
412 reviews225 followers
September 6, 2022
Zum zweiten Mal gelesen. Die Beschreibungen von Orten und Personen sind außerordentlich plastisch und einfallsreich, außer da, wo die Erzählerin am Vokabular und vielleicht am Horizont ihrer Zeit scheitert (rassistische und ableistische Begriffe in der Figurensprache).

Besonders überrascht mich die interessierte, zugewandte Interaktion der Figuren. Zwar zerfasern und zerfallen Identität und Perspektive der Hauptfigur, aber ihr Vertrauen darauf, Ideen und Emotionen durch Sprache vermitteln zu können, ist ungebrochen.

Es ist ein außerordentlich liebevolles Buch, voller Schärfe und Wut, aber ohne Bitterkeit (aus meiner Sicht ist auch die wichtige Schwarze Nebenfigur differenziert und respektvoll beschrieben). Franziska ist eine magnetische Hauptfigur, anziehend durch ihre Unvollkommenheit und ihr Unvermögen, sich mit irgendwas abzufinden und Dinge in Ruhe zu lassen. Sie nervt, als wäre man mit ihr verwandt.

Ich lese eigentlich lieber "kleine", also irgendwie unauffällige Bücher, aber das hier ist ein großes Buch im Sinne von Blechtrommel, Moby Dick oder Zauberberg: viel Selbstvertrauen, breites Auftreten, dickes Pathos und Anti-Pathos, Form zerstören und bewahren, usw. Aber das funktioniert für mich ohne Ermüdungs- oder Peinlichkeitseffekte, weil es um die Errichtung einer Plattenbausiedlung in Hoyerswerda geht und die Hauptfigur quasi aus den Seiten springt.
Profile Image for Marion.
247 reviews18 followers
August 1, 2025
Ich lese selten fragmentiert über einen so langen Zeitraum an einem Buch.
Aber Franziska Linkerhand liest sich nicht so weg. Brigitte Reimann hat lange, bis zu ihrem Tod daran geschrieben und wohl mit vielen Sätzen gerungen.
Perspektivwechsel, unkonventionell eingeführte Charakter, eine nie ganz zu durchschauende Hauptfigur, Sätze, die wiederhol gelesen sein wollen und nicht selten unvollständig wirken….
Es ist ein Erlebnis.
Profile Image for Thorben.
108 reviews7 followers
July 25, 2024
„Ein paar Wohnscheiben, ein standardisiertes Restaurant, ein Aufmarschplatz, die übliche Zigarrenkiste für Rat und Kreisleitung...“

- Herr H., was lesen sie da?

Puh, also für viele Menschen sind ja Städte der Ort, in dem sie leben wollen oder müssen. Und die Figuren hier in dem Buch fragen sich, wie so eine Stadt am besten sein müsste, damit sich die Menschen darin auch wohlfühlen. Also ob sie einfach nur Häuser brauchen, in denen sie wohnen können. Oder ob es da auch Plätze und Parks geben soll, in denen sich die Menschen in ihrer Freizeit aufhalten können, wie die Straßen aussehen sollten. Oder auch was sie abends oder am Wochenende in der Stadt unternehmen könnten und was es dafür geben müsste. Und ob die Häuser einfach nur die Funktion haben sollen, darin zu leben oder ob sie auch schön aussehen sollten.

Und das spannende an dieser Geschichte ist, dass sie in einem Land spielt und auch geschrieben wurde, das es heute gar nicht mehr gibt und in dem man seine Meinung nicht immer frei äußern durfte. Wenn sich also die Hauptfigur in dem Buch - eine Architektin - über ihre graue und langweilige Stadt beschwert und etwas ändern will oder Dinge anspricht, die es offiziell in diesem Land nicht geben durfte, dann kritisiert sie damit gleichzeitig auch das Land in dem sie lebt und dessen Regierung. Deswegen finde ich es ziemlich beeindruckend, dass die Autorin sich das zu schreiben getraut hat.

- Aber Herr H., das klingt gar nicht so spannend und vielleicht hat die Regierung das auch einfach nicht verstanden?

Hm, ja wäre möglich, oder sie ist vorher ein paar Mal zu oft beim Lesen eingeschlafen. So wie ich auch.
Profile Image for Pascal.
309 reviews55 followers
December 3, 2024
„Die Frau kann Schreiben, aber sie kann nicht erzählen!“ (Bitte in Reich-Ranicki-Stimme lesen.)

Selten ist dieses Zitat so treffend wie bei Franziska Linkerhand: Die Fassade großer Literatur, mit passenden Themen – aber stilistisch äußerst bemüht umgesetzt.

Die titelgebende Protagonistin ist eine faszinierend progressive DDR-Figur. Neben typischen feministischen Kriterien besticht sie vor allem durch ihre Schlagfertigkeit und ihren Blick auf die Welt, den sie nicht scheu ist zu teilen.

Obendrein ist sie Stadtplanerin, wodurch der Roman eine zusätzliche, völlig andere Dimension neben der feministisch-emanzipatorischen bekommt. Schließlich sind Grüne-Wiese-Siedlungen und Plattenbauten ein Kernmerkmal des ursprünglichen DDR-Utopiegedankens. Und sie wurden damals in Teilen noch gänzlich anders wahrgenommen als heute.

Leider verspielt der Roman diese Stärken mit seinem wirren Erzählstil.

Dabei ist der Text auf Satzebene sogar äußerst ansprechend, kreativ und zuweilen sogar elegant. Würden die einzelnen Sätze nur besser zusammenkleben…

Mir fällt kein anderer Roman ein, der sich so schwer tut, eine simple Handlung über eine Seite hinweg stringent zu vermitteln. Sätze schaffen es nicht, sich aufeinander zu beziehen. Wilde Szenensprünge und ein Gedankenstrom zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen 1., 2. und 3. Person verwirren mehr, als dass sie einen ästhetischen Mehrwert hätten.

Teilweise werden Charaktere eingeführt und erst auf der nächsten Seite fällt ihr Name – bzw. wird dann überhaupt erst gewürdigt, dass hier ein neuer Charakter auftritt. Ständig sprangen meine Augen einige Zeilen zurück. „Habe ich etwas übersehen?“

Durch alle diese Schnitzer und Spielereien ist der Roman unnötig aufgebläht. Vielleicht hätte es besser getan hätte, die ersten 100 Seiten Kindheit und Jugend der Protagonistin zu überspringen. Etwas mehr Fokus, etwas mehr sprachliche Stringenz und es hätte niemals 600 eng bedruckte Seiten gebraucht.

Dennoch habe ich die 400 Seiten, die ich mit diesem Buch verbracht habe, bevor ich es nicht mehr ausgehalten habe, nicht bereut.
Profile Image for Bobbi.
201 reviews11 followers
December 15, 2021
I’ve read this book so many times for my master’s thesis, and I have so much to say. It’s some great writing, but without the author being able to fully realise her own potential.
Profile Image for Karschtl.
2,256 reviews61 followers
July 17, 2018
Ich habe dieses Buch zusammen mit ein paar anderen Leseratten in einem Forum in so einer Art "Online Buchclub" gemeinsam gelesen. Das hat mir zum einen geholfen, diese doch recht anspruchsvolle Lektüre durchzuhalten und auch so einiges zu verstehen.

Denn der Schreibstil ist nicht immer einfach, oft sind die Sätze unvollständig. Die zeitlichen Erzählebenen springen des öfteren, und es wird ständig zwischen ICH-Erzähler und auktorialen Erzähler gewechselt. Es tauchen immer mal wieder neue Figuren oder Ereignisse auf, die nicht groß eingeführt werden.

Sobald man das aber einmal hingenommen hat und sich daran gewöhnt hat, kann man sich an dem Buch und vor allem dem Schreibstil recht erfreuen. Brigitte Reimann hat die Gabe, ihre Aussagen schön zu formulieren, und manchmal findet man sogar ein paar poetische Perlen.

Ein paar Sätze, die mir gefallen haben:
"Ich möchte mein Leben verdreifachen, um nachzuholen, die lange lange Zeit, als es dich nicht gab."

"Frühstücken im Bett sind Mätressenmanieren".

"Und wer hat nun gewonnen, die Russen oder die Amerikaner?" "Gewonnen? Kriege werden immer verloren, mein Kind."

"Man soll auch an der kleinsten Chance nicht grußlos vorbeigehen."

"Er erzählt, um zu verschweigen." --> Eigentlich ein Widerspruch, aber auch wahr. Denn obwohl die betreffende Person (Ben) Franziska was von ihm erzählt, lässt er doch alle Details aus und sie weiß am Ende gar nix über ihn.

"Färbe ich schon ein Bild um, rücke ich schon Figuren , weil ich weiß, was danach kam?"
-> Sie ist sich ganz genau bewußt, dass ein Blick in die Vergangenheit nie die objektive Wiedergabe der Wahrheit ist, sondern dass man bestimmte Dinge automatisch ausblendet, für sich schon ganz anders interpretiert als man sie damals vielleicht wahrgenommen hat - und somit sind Erzählungen aus der Vergangenheit nie völlige Abbilder der Realität.

Einige Passagen find ich sehr nett geschrieben, ich finde manchmal auch Andeutungen besser als alles direkt zu erklären. So kann der Leser sich seine eigenen Gedanken machen, bzw er muss sich Gedanken machen um das Buch zu verstehen.

Aber irgendwie fehlt mir insgesamt der Spannungsmoment. Vor allem hat man anfangs noch auf einen großen Höhepunkt gewartet, und irgendwie kam der dann nicht. Außer vielleicht, dass man ewig drauf gewartet hat, wann es nun endlich was wird mit Franziska & Ben.

Dass der Roman sehr stark autobiografisch ist, erkennt man, wenn man die Verfilmung von Brigitte Reimanns Leben gesehen hat ("Hunger auf Leben" mit Martina Gedeck). Da wird man viele Parallelen entdecken.

Obwohl Reimann 10 Jahre an "Franziska Linkerhand" gearbeitet hat, blieb der Roman am Ende unvollendet, da Reimann mit 39 Jahren recht unerwartet an Krebs verstarb. Vielleicht ist deshalb ja die Struktur so verwirrend, weil sie keine Zeit hatte es noch einmal zu überarbeiten? Oder aber das war eben einfach ihr Stil?

Reimann wurde in der DDR zwar auch mit Preisen für Ihre Werke bedacht, aber war dennoch nicht vorbehaltlos beliebt. Von Franziska Linkerhand gab damals erst nur eine zensierte Version, da Reimann hier vor allem die DDR-Wohnbaupolitik in den 60er Jahren kritisiert.
Profile Image for Noah.
552 reviews75 followers
June 19, 2018
Brigitte Reimann ist eine Zentralfigur der DDR Literatur. Als Judith Schevola hat ihr Tellkamp im "Turm" ein Denkmal gesetzt. Der Roman "Ankunft im Alltag" (der mir gut gefallen hat) war als exzemplarisches Werk des "Bitterfelder Weges" ebenso einflussreich, wie Christa Wolf's "Geteilter Himmel". Zugleich ist sie durch ihren frühen Tod und ihre Männergeschichten so etwas wie der weibliche James Dean der DDR geworden.

Ich bin auf sie gestoßen, weil ich vor einigen Jahren ihren Briefwechsel mit Christa Wolf ("Sei gegrüßt und lebe") gelesen habe und sogleich von dieser begnadeten Stilistin fasziniert war, obgleich sie bei ihren ständig wechselnden Affären und medizinischen Problemen etwas überspannt wirkt. Einige Zeit später habe ich "Ankunft im Alltag" gelesen. Sicherlich Systemliteratur aber wieder die begnadete Stilistin, die in der Art wie jedes Wort fünfmal gewendet wird, bevor es den genau passenden Platz im Satzbau findet, an Christa Wolf heranragt. Als ich als in einem Bücherschrank ihr unvollendetes Hauptwerk "Franziska Linkerhand" (Erstausgabe aus einer DDR Leihbücherei, die durch viele Hände gegangen ist und fleißig markiert wurde) abgreifen konnte, war die Freude groß. Leider wurde sie enttäuscht. Viele Bücher aus der DDR zeichnen sich dadurch aus, dass sie exzellent lektoriert wurden (positiver Nebenefekt der Zensur und des umfangreichen Personalkörpers bei den Verlagen). Genau das - eine gründliche Überarbeitung - fehlt hier. Der schleppende Stil, die unruhigen Tempus- und Perspektivwechsel innerhalb eines Absatzes, die erzählerischen Widersprüche nerven hier noch mehr, als die ziemlich banale und oft stereotype Handlung. Dem Werk ist zuzugeben, dass es Fragment geblieben ist, weswegen man einen letzten Schliff nicht immer erwarten kann. Dennoch, die brilliante Stilistin ist hier nicht wahrnehmbar.
Profile Image for Muphyn.
626 reviews70 followers
June 23, 2013
This wasn't what I had expected at all; it's much more lyrical, changed perspectives and stream-of-consciousness than I would have thought. It's beautifully read by Johanna Wokalek who lends the protagonist a warm, melodic voice.

I can see how this book would have hit a nerve with the student generation in East Germany in the 1960s; Franziska's disillusion with her society grows so gradually, it's sad and melancholic. There's hopelessness, resignation and idealism gone that once was in full bloom.

I really appreciated the tie-in with the Nazi Germany past; her parents of bourgeois background who end up fleeing to West Germany because they can't come to grips with life in East Germany and have lost all their possessions, first to the Russian, then to the East German state.

The book ends very abruptly, and I just figure out why... Reimann died before finishing the book and it was published posthumously.

As this is an abridged version, I'm curious to know what got taken out. Will definitely read Reimann's Ankunft im Alltag soon.
Profile Image for Jenny.
5 reviews
June 11, 2012
gute geschichte, tolle sprache. der text wehrt sich dagegen, schnell runtergelesen zu werden, das mag ich. leider kommt der text nicht ohne rassistische sprache aus. n-wort und z-wort fallen mehr als einmal.
Profile Image for Lisa.
40 reviews6 followers
July 14, 2021
Gäbe mir jemand die Fähigkeit, in der Zeit zurück zu reisen, würde ich gerne an einen Punkt zurückkehren, an dem ich noch nie etwas von diesem Buch gehört hatte.
131 reviews
June 2, 2024
Girl meets boy in der Planwirtschaft. Verklärte DDR-Literatur, anders kann ich mir den Erfolg, dass auch heute noch über das Buch gesprochen wird, nicht erklären.

Aufzählungen als Stilmittel, über die ich gegen Ende nur noch hinweglesen kann. Wiederholungen eigenartiger, gestelzter Worte - pueril, Erwebsweib, Talmi, Kalfaktor - oder der immergleichen Beschreibung: Gesichter, die immer im Profil besonders schön sind; Lampen, die immer einen Seidenschirm haben; nur einmal in der Ausnahme ihres kargen "Hotel"-Zimmers, einen Pergamentschirm.

Leicht misogyne Züge bei der Beschreibung anderer Frauen als der Protagonistin (alter Ego der Autorin?) ("Diese Sorte von enttäuschten Frauen wirkt wie ein Gift, das die Luft ringsum verseucht. Sie sind Bazillenträger und versessen darauf, den Bazillus ihrer Enttäuschung auf andere zu übertragen, und manchmal schaffen sie es, daß du, infiziert, ihren Mann - also deinen Chef in diesem Fall - als den Mörder ihrer Träume und Chancen siehst und dich selbst dick, mit flatternden Nerven und Händen, die ewig nach Seifenlauge riechen, und schaudernd begreifst: du bist demselben Gesetz unterworfen [...]")

Nach etwa 300 Seiten wurde es für mich zunehmend uninteressant, als ich merkte, dass es hier um die Selbstbeweihräucherung einer teilweise unsicheren Frau geht, die ihre Selbstbestätigung aus dem Begehrtwerden durch die Männer holt - und eben nicht aus der Arbeit, wie immer wieder versucht wird darzustellen. Bin selten so enttäuscht gewesen von einem Buch. Dabei hat mich der Anfang (Aufwachsen in den letzten Kriegsjahren, Bürgerliche Familie in Dresden) in die Geschichte hinein gezogen. Ich war gewillt, die Beschreibung der ersten Ehe von Franziska als Metapher zu begreifen, für ihre Hingabe an den Arbeiterstand, die sie dann als Architektin in Neustadt zu wiederholen versucht, mit dem gleichen Mißerfolg... aber es ging dann nur noch um Mann X (der sie im Büro anschwärmt), Y (der vor ihrem Haus tagelang auf sie wartet) und Z (der parat ist, wenn grad niemand anders zur Hand ist).

Sicher hat das Buch zu seiner Zeit weitreichendere Bedeutung gehabt, und ist eine unterschweillige Kritik an den Zuständen nicht zu überhören (Blumenschalen für die Wohnkomplexe - die geschminkte Leiche, stundenlange Besprechungen über das Sozialistische Wandbild am Kindergarten, Architektur die zu Fließbandarbeit geworden ist, und den Ingenieuren überlassen werden kann). Etwas weniger Schmonz hätte dafür aber gereicht.
Profile Image for hele  augu .
39 reviews1 follower
October 2, 2023
600 seiten lesen sich nicht schnell weg. manchmal wird es fragmentarisch, es wird achrinikogisch und sprunghaft. ich habe erstmal 100 seiten gebraucht um mich einzufinden, in die situation, das leben, die geschichte. aber dann wird man belohnt. mit wirklich großartig poetisch dennoch klarer sprache, mit ehrlichen charakteren, die mal mehr, mal weniger liebenswert sind, die auf jeden fall in die tiefe gehen und charakter beweisen. betrachtet man seinen entstehungskontext ist es auch ein mutiges buch. mit einer interessanten protagonistin. die liebesgeschichte hatte für mich ihre längen, ich weiß nicht woran es lag. die begeisterung fuer die architektur, die beschreibung der charaktere, das verhältnis franziska- schafheutlin, und der u fassbar fließende übergang zwischen erzählung von der ich- in die sie- perspektive und zurück, zuletzt der stil, die details, die art in gefankensträngen zu erzählen, ergeben die 4 sterne.
Profile Image for Gijs Zandbergen.
1,065 reviews27 followers
June 23, 2024
Postuum als hoofdwerk gepubliceerd, maar wat mij betreft niet Reimanns beste werk, ook al heeft ze er tien jaar aan gewerkt. Ze was nog niet klaar toen ze begin 1973 overleed en 600 pagina's naliet. Uit haar dagboeken begrijp ik dat ze er erg mee worstelde. Er kleeft daardoor een zekere onevenwichtigheid aan het boek als gevolg van de verschillende vertelperspectieven en de wijdlopigheid van nogal wat passages. Ik denk dan ook dat als ze het boek wel had voltooid en er een goede redacteur overheen was gegaan, dit ongetwijfeld een ster meer had gekregen. Eerlijkheidshalve moet ik hier aan toevoegen dat mijn Duits onvoldoende is om alles in een keer te begrijpen. Ik moest noodgedwongen langzaam lezen. Dat heb ik veel minder met Reimanns dagboeken en brieven, die veel directer van toon en minder 'literatuurderig' zijn. Wat ik vooral van het boek heb onthouden is de sfeer van het leven in de DDR van de jaren zestig. Wij denken dat de Stasi als een vervelende en grauwe deken over het land lag, maar het was veel meer de overheid (lees SED) met alle gedwongen socialistische regels die geen ruimte boden voor het individu.
Profile Image for Hannah.
52 reviews1 follower
June 16, 2025
Liebe wie die Erzählerinnensicht innerhalb von Absätzen einfach switcht, man aber trotzdem noch gut mitkommt.
Franziska Linkerhand beweist, dass KI gute Literatur nicht ersetzen kann. So unerwartete und schöne Sätze können nur von menschlichen Gehirnen erschaffen werden.
Gegen Ende hin wurden manche Passagen manchmal etwas lang, was eventuell auch mit dem abrupten Ende des Buches, durch Reimanns Tod, zu tun hat.

Hab jedenfalls jetzt nach der Lektüre direkt Lust nach Hoyerswerda-Neustadt zu reisen und mir den Schauplatz der Lektüre, die gescheiterte Planstadt der DDR, in voller Größe anzuschauen.
Will noch viel mehr DDR Literatur lesen (am liebsten natürlich unzensiert, so wie diese Ausgabe) obwohl ich das N-Wort dann doch bitte gerne zensiert hätte, frage mich auch wieso sie es 1970 überhaupt noch verwendet hat, zumindest in Westdeutschland gab es zu der Zeit bereits Debatten dazu. Aber das zeigt eventuell wie wenig dann doch durchkam.
Profile Image for Javier de la Peña Ontanaya.
318 reviews19 followers
November 20, 2020
Novela que trata sobre Franziska Linkerhand, una joven que sobrevive a la Segunda Guerra Mundial y vive después en la RDA.

Un auténtico sinsentido, escritura caótica, muy personal, con monólogos internos, referencias en primera persona a un tal Ben —que debe ser algún tipo de amor al que van dirigidas sus palabras—. Franziska pasa de un matrimonio a otro, a una aventura, a un trabajo nuevo sin apenas pestañear ni enterarse el lector.

Me pareció interesante el argumento, sobre la vida de una chica desde el final de la Segunda Guerra Mundial hasta toda la trayectoria de la RDA, pero no hay nada de interés en la novela. Mamotreco de 678 páginas que tuve que dejar a la mitad —nunca he dejado un libro a la mitad y he luchado contra todos mis demonios por no hacerlo—, pues era imposible.
Profile Image for Andreas Hänisch.
60 reviews2 followers
December 23, 2023
Das Buch ist keine leichte Lektüre. Der Stil ist sprunghaft, es gibt viele Perspektivwechsel. Es fühlt sich an, als ob die Autorin ihr ganzes Wesen in den Roman gepackt hat. Teilweise ist der Stil überbordend, fast kitschig, dann wieder düster, nachdenklich. Das ist gleichzeitig die große Stärke, aber auch der große Nachteil des Romans. Hätte es ein stringentes Lektorat besser gemacht? Jein. Gerade dieses wilde, ungestüme sowohl des Stils als auch des Lebens der Protagonistin (und auch der Autorin) machen hier die Faszination aus.
Ich hab das Buch nicht zu Ende gelesen, finde das Buch trotzdem faszinierend und kann es empfehlen.
Profile Image for Jonas Howeihe.
41 reviews3 followers
December 20, 2024
Ich finde, ein großartiges Buch. Eines der wichtigsten, die ich dieses Jahr gelesen war. Es war besonders eindrücklich, danach noch zu lesen, wie radikal das Buch in der DDR zu seinem Erscheinen in den 70ern zensiert wurde. Beispielsweise zu den Themen sexualisierte Gewalt und psychische Gesundheit in der DDR. Wusstet ihr, dass die DDR nach Ungarn die größte Suizidrate in ganz Europa hatte? Warum war das so? Und was sind die Kontinuität ins Heute, in unsere Gesellschaft. Zu uns und zu unseren Mitmenschen? Das frage ich mich...
Profile Image for Peter Bloecker.
39 reviews2 followers
April 26, 2021
To understand the communist regime in Germany DDR this is one of my favourite novels: From East Berlin into the remote areas of Russia, a different world fron the USA and the West, very interesting and stunning, like visiting the other side of the Iron Curtain, now history .... but great to understand the East and West Cold War after 2nd WW period.
Profile Image for pablopumsi.
29 reviews3 followers
June 23, 2023
was für ein buch! brauchte sehr lange um reinzukommen - man muss sich sehr konzentrieren, um alle vorgänge mitzubekommen - aber sprachlich sind sehr viele wunderschöne stellen dabei, die figuren irgendwie unheimlich real, irgendwie gerade weil sie ein bisschen überladen sind.
Profile Image for Tine.
10 reviews4 followers
November 12, 2024
Die Sprunghaftigkeit in Kombination mit der Länge des Textes hat mich manchmal zweifeln lassen, ob ich das Buch je zu Ende lesen werde, aber es war trotzdem cool, die Sprache und der Aufbau der Erzählung sind echt einzigartig.
23 reviews
November 6, 2025
Read in German language and enjoyed it greatly. Through personal story telling, outlining live in the DDR time (not "during cholera" but "during times of DDR ideology). What a flood of words, uninterrupted over more than 600 pages, disclosing the thoughts of a young, revolting woman, as a devoted architect fighting against the bureaucracy of the communist party. Interweaved with a remarkably timid, restrained love story telling, with "Ben" as her improvised, but then real boy friend. Rarely read a book like this one, 10 to 15 pages at a time, to consume and digest all the words that Brigitte Reimann found to describe this live period.
Profile Image for Alexander Carmele.
481 reviews455 followers
November 21, 2024
Liebe in Zeiten der Widersprüche … eine literarische Durchdringung

Die Liste der deutschsprachigen Nachkriegsromane, die sich eine epische Breite erlauben, sich nicht in Miniaturen erschöpfen, ist nicht lang. Bestimmt gehören Uwe Johnsons „Jahrestage“ und Elfriede Jelineks „Die Kinder der Toten“ dazu, auch Peter Weiss‘ „Die Ästhetik des Widerstands“, Werner Bräunigs „Rummelplatz“ und Herta Müllers „Atemschaukel“. Im Falle des Versuches, eine solche Liste aufzustellen, müsste auch Brigitte Reimanns „Franziska Linkerhand“ aufgenommen werden. Reimann versucht in diesem außergewöhnlichen Roman das, was sich wenige getrauen, die Wirklichkeit poetisch zu durchbilden und die Zeit in Bilder einer Narration zu fassen:

Ich sah ihnen nach, ihren Schatten im verbrannten Gras, und mir war zumute wie manchmal am Bahndamm, nachts, wenn die Gleise und die federnde Erde einen Schnellzug melden … Gestöber von Funken, die vorüberfliegenden Fenster, Scherenschnitte von pendelnden Köpfen, ein Netz voll Apfelsinen, blaues Licht in einem Abteil, in dem Fremde schlafend reisen, mitgerissen werden, auf ein Ziel hin, das ich nicht kenne, also beliebige benennen kann, Punkt Ypsilon, und beliebig verlegen, immer weiter nach vorn, in die Ferne …

Wie das Zitat zeigt, geht die Erzählerin nicht davon aus, dass sie die Wirklichkeit durchdringt. Sie kennt keinen Plan. Sie ist wie alle anderen ein Rohr im Wind, getragen, fortgerissen von den Gezeiten, den Bewegungen und geschichtlichen Dynamiken. Diese poetische Seinsweise erlaubt es ihr, ein dichtes Netz aus Assoziationen, Metaphern, Allegorien und lyrischer Durchdringung zu weben, in welches alles seinen Platz findet, mühelos. Die Erzählposition wechselt von der Ich-Erzählerin, zur auktorialen und wieder zurück zum personalen und Erzählselbst. Der Wechsel findet im Flug statt, mitten im Satz, unangekündigt, um die verschiedenen Facetten des vergesellschafteten Individuums zu beleuchten:

So war das damals. Ich ließ mich einfach fallen … Abends, wenn die Lichter aufflammten und das Warten anfing und Mr. Hyde durch die Straßen schlich … dann trennte sie sich von Franziska, die für ihren Professor schwärmte, sich mit Bauphysik plagte, Pläne für ein Theater entwarf, sie kannten sich nicht, sie wollten nichts miteinander zu tun haben, aber die Grenzen begannen zu verschwimmen, und manchmal, plötzlich hinausgeschleudert aus der glücklichen Beziehung zum Tag, fragte sie sich bang: Wer bin ich?

Reimann thematisiert in ihrem Roman nichts weniger als das Gleiten, Ineinander-Übergehen vom Öffentlichen und Privaten, namentlich wer Franziska für sich, in ihrer Liebe ist, und wer sie in Bezug auf gesellschaftliche Prozesse und Verantwortung zu sein beansprucht und auch wird. Die wechselhafte Erzählposition gibt dem Roman die Freiheit, alle Seiten der Protagonistin zu beleuchten, die als Architektin versucht, eine lebensfröhliche Stadt zu entwerfen und letztlich an Realpolitik und Mangelwirtschaft scheitert. Auf diesem Weg sucht sie das private wie das berufliche Glück und nimmt alles auf, verwandelt es in Geschichtlichkeit, im Durchdringen in akzeptierte gesellschaftliche Widersprüchlichkeit.

Ich war glücklich, als wäre ich aus meinem Lieblingstraum erwacht … die weiße Treppe, wir laufen hügelan, schwerelos, mit beflügelten Fersen. Eine Treppe, die Erwartung heißt … Ich war jetzt ganz wach, aber immer noch von dieser heftigen Freude erfüllt. Ich konnte die Sonne auf meinen Knien balancieren, und ich betrachtete meine Knie und Schenkel und Füße, den Fuß, den du zwischen deinen Händen gehalten hast …

Am Ende ist „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann ein Liebesroman, der die sprachlichen Möglichkeiten ausschöpft, die Höhen und Tiefen des Daseins auszuloten. Reimann erzählt angst- und zwanglos. Sie lässt der Sprache freien Lauf und schöpft in jedem Absatz aus dem Vollen. Franziska Linkerhand erfindet sich bei jedem neuen Lesen erneut und erschafft eine literarische Figur wie Leopold Bloom, Mrs. Ramsey oder Ulrich, die als Spiegel ihrer Zeit und gesellschaftlichen Wirklichkeit und Möglichkeit fungiert.
Profile Image for Ffiamma.
1,319 reviews149 followers
May 20, 2013
tante pagine, tanta architettura, tanta storia, tanta passione- quella di franziska, giovane donna fervida che crede nel socialismo, ama con forza anche se in modo infelice, si scontra con la quotidianità della ddr dalla fine della guerra fino agli anni sessanta.
romanzo impervio, incompiuto, singhiozzante, pieno di fascino.
Profile Image for ♥Xeni♥.
1,215 reviews80 followers
May 9, 2010
I had to read this book for German class in school. I think I got a third of the way through, and then just found the cliff notes. It's a horrible book about a German girl who has all these issues, decides to sleep around and be morbid all the time.

No idea why people like it so much.
Profile Image for Steven Lawrie.
Author 6 books3 followers
July 5, 2014
A good (long...) read. Insight into life in the GDR. A quality work which will hopefully not go out of print.
Displaying 1 - 30 of 31 reviews

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