Gute Freunde fallen manchmal doch vom HimmelNell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind so verschieden wie Tag und Nacht. Da werden sie versehentlich in der Schule eingesperrt. Gar nicht so schlimm denkt sich Nell, ist sie doch schon lange in Leo verknallt. Super, findet Chris, ist er doch schon ewig in Nell verknallt. Kein Bock hier den Aufpasser zu spielen, denkt sich Streber Anton. Die haben doch keine Ahnung, wer ich wirklich bin, denkt sich Schulschönheit Valeska. Und Leo? Der ist einfach zu cool für diese Welt. Oder doch nicht? Am nächsten Morgen ist nicht nur ein Liebespaar aus der Nacht hervorgegangen, sondern auch fünf Freunde, die es gestern noch nicht waren, aber heute sind … und es vielleicht sogar bleiben.
Patrycja Spychalski, geboren 1979 in Starogard, Polen, zog im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern nach Berlin. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Schauspielausbildung, wandte sich dann aber einem ganz anderen Bereich zu: Seit 2002 arbeitet sie in vielfältigen sozial-kulturellen Projekten mit Kindern und Jugendlichen. Sie schrieb schon mehrere Kurzgeschichten für Anthologien, bevor sie ihren ersten Roman „Ich würde dich so gerne küssen“ verfasste. Spätesten nachdem man dieses Buch gelesen hat, merkt man, dass ihre große Liebe der Rockmusik gilt - selbstverständlich neben ihrem Freund, ihrem kleinen Sohn Juri und ihren beiden neurotischen Katzen, mit denen sie in Berlin lebt.
„Heute sind wir Freunde“ war ein tolles Buch für zwischendurch. 5 Schüler sind aufgrund eines Unwetters in der Schule eingesperrt und könnten nicht unterschiedlicher sein. Da wir mal aus jeder Perspektive lesen, erfahren wir viel über jeden einzelnen Charakter. Was für Gedanken und Sorgen die Leute haben. Was sie über die anderen denken. Mir hat es gut gefallen :)
Ich muss gestehen, dass Patrycja Spychalski und ich bislang keinen besonders guten Stand hatten, denn ich wurde bereits bei zwei ihrer Bücher enttäuscht. Da aber so viele Leute von ihrem neuesten Werk "Heute sind wir Freunde" schwärmen, wurde ich doch noch neugierig und wollte der Autorin noch eine Chance geben. Zum Glück habe ich dies getan, denn das Buch hat mir tatsächlich sehr gefallen.
Die Idee, dass Schüler die Nacht in einer Schule verbringen müssen, ist nicht zwingend neu, allerdings hat die Autorin durchaus geschafft, mich das ein oder andere Mal zu überraschen. Die Geschichte liest sich leicht und flüssig, besitzt aber auch gleichzeitig eine Melancholie, die bei fast allen Figuren spürbar ist. Dazu konnte mich die Geschichte auch zum Nachdenken anregen, denn durch den permanenten Perspektivenwechsel lernt man die Figuren und ihre Ängste und Sorgen so gut kennen, dass man sich selbst fragt, wie man wohl in der ein oder anderen Situation handeln würde.
Erzählt wird die Geschichte von Anton, Leo, Nell, Valeska und Chris, die allesamt unterschiedlicher nicht sein können. Während Anton der Außenseiter ist und als Streber abgestempelt wird, ist Leo der wohl beliebteste und coolste Junge der Schule. Valeska ist eine echte Schönheit und der Mittelpunkt jeder Party, Nell ist das nette Mädchen von nebenan und Chris der stille Beobachter, der das Leben am liebsten durch seine Kamera sieht. Wären sie aufgrund eines Unwetters nicht in der Schule eingesperrt, würden sie wohl niemals ein Wort miteinander wechseln, in dieser ganz besonderen Situation sind sie jedoch aufeinander angewiesen und schon bald wird klar, dass sie wohl doch nicht so unterschiedlich sind, wie man zuvor dachte und wie aus Fremden praktisch über Nacht Freunde werden.
Hierbei wird auch schnell klar, dass einige von ihnen oftmals mit einer Art Maske durch die Welt gehen, denn plötzlich werden Probleme, Sorgen und Ängste offen gelegt, die man zuvor wohl nicht in der Form erwartet hat. Gleichzeitig darf hierbei auch eine kleine Liebesgeschichte nicht fehlen und auch eine unvorhergesehene Männerfreundschaft tut der Geschichte mehr als gut.
Interessant ist hierbei besonders das Ende der Geschichte. Während einige Leser bemängelt haben, dass dies viel zu kurz kommt und nicht aufgelöst wird, ob sie am Ende tatsächlich zu echten Freunden werden, so muss ich sagen, dass ich es genau so gut finde, denn so kann man sich selbst seine Gedanken machen und hoffen, dass einige Figuren endlich mehr aus sich rauskommen und sich im Leben etwas trauen.
Das Cover ist für mich nicht wirklich der größte Hingucker, allerdings passt es sehr gut zur Geschichte. Die Regentropfen stehen dabei nicht nur für das Unwetter, sondern auch symbolisch für Anton, Nell, Valeska, Chris und Leo, die aufgrund der Farben nicht unterschiedlicher sein können. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und liest sich stimmig, verrät dabei allerdings nicht zu viel.
Kurz gesagt: "Heute sind wir Freunde" ist eine interessante und ereignisreiche Geschichte mit vielseitigen und tiefgründigen Figuren und einem herausragenden Schreibstil, die mich auch nach Beendigung des Buches noch lange beschäftigt hat. Für mich das mit Abstand beste Buch der Autorin und somit definitiv eine Empfehlung wert.
Verschuldet durch ein Jahrhundertunwetter werden die fünf Jugendlichen Valeska, Nell, Anton, Chris und Leo über Nacht in ihrer Schule eingesperrt. Mehr unterschiedliche Charaktere hätte es nicht treffen können und doch oder gerade deshalb raufen sie sich zusammen und erleben die Nacht ihres Lebens. Die kühle Schulschönheit, das verträumte Mädchen von nebenan, der verklemmte Freak, der Junge, der sich hinter seiner Kamera versteckt, der überdrehte Rockstar – das sind nur die oberflächlichen Eindrücke, das was die fünf ihrer Umwelt von sich projizieren. Es folgen Stunden des sich miteinander Aussprechens, neu Kennenlernens und schlussendlich werden sich in der Nacht auch neue Freundschaften finden – denn heute sind sie Freunde.
Die Autorin Patrycja Spychalski legt mit ihrem neuen Jugendroman „Heute sind wir Freunde“ ein wunderschönes Buch vor, über eine Nacht, die alles verändern kann. Ein Roman über das Erwachsenwerden, das Aufwachen aus Tagträumereien, das Stehen zu seinen Taten und Meinungen. Nach einigen Streitereien nehmen die fünf die Nacht als ein einmaliges Geschenk an, sie zeigen Verantwortung und Hilfsbereitschaft und kosten ihre unverhoffte, wenn auch eingesperrte, Freiheit ohne Erwachsene aus. Patrycja Spychalski schreibt in herrlicher Sprache und in einem hervorragenden Tempo. Die einzelnen Kapitel sind jeweils aus der Sicht eines der Jugendlichen geschrieben, das gibt, wie ich finde, besondere Einblicke in ihre Gedankenwelt und lässt mich als Leserin tiefer blicken und ihre Charaktere besser verstehen.
Dem Buch vergebe ich von Herzen gerne seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen, habe ich mich doch von der ersten bis zur letzten Seite ausgezeichnet unterhalten gefühlt. Fast war ich ein wenig wehmütig zum Schluss des Buches, denn mit Vorliebe hätte ich noch weiter lesen mögen und den Figuren weiterhin folgen mögen. Aber das Buch ist phänomenal wie es ist, die Geschichte ist rund und schlüssig sowie in Harmonie. Zudem finde ich, dass das Werk auch eine prächtige Lektüre für Erwachsene abgibt.
Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind so verschieden wie Tag und Nacht. Da werden sie versehentlich in der Schule eingesperrt. Gar nicht so schlimm denkt sich Nell, ist sie doch schon lange in Leo verknallt. Super, findet Chris, ist er doch schon ewig in Nell verknallt. Kein Bock hier den Aufpasser zu spielen, denkt sich Streber Anton. Die haben doch keine Ahnung, wer ich wirklich bin, denkt sich Schulschönheit Valeska. Und Leo? Der ist einfach zu cool für diese Welt. Oder doch nicht? Am nächsten Morgen ist nicht nur ein Liebespaar aus der Nacht hervorgegangen, sondern auch fünf Freunde, die es gestern noch nicht waren, aber heute sind … und es vielleicht sogar bleiben.
Meine Meinung
Da mir „Bevor die Nacht geht“ von Patricja Spychalski damals so gut gefallen hat, habe ich mich wirklich sehr weshalb auf „Heute sind wir Freunde“ gefreut. Leider konnte mich diese Geschichte jedoch nicht im gleichen Maße begeistern. Damit möchte ich nicht sagen, dass es ein schlechtes Buch war. Im Gegenteil! Der leichte und flüssige Schreibstil hat mich ratzfatz durch die Seiten fliegen lassen. Außerdem hat es mir gefallen, wie viel Tiefgang die Geschichte hatte und wie oft sie mich zum nachdenken gebracht hat.
Auch wenn man sich noch so oft vernimmt nicht voreingenommen zu sein, geschieht es fast automatisch, dass man eine Person erst einmal aufgrund seines Äußeren und seines Auftretens beurteilt und daraufhin ein Bild von demjenigen zusammenbastelt. Und von dem was man sich zusammengereimt hat, machen wir schließlich unsere Sympathie abhängig bzw. entscheiden wir, ob wir uns die Mühe machen sollen denjenigen besser kennenzulernen. Dabei sollten wir eigentlich jedem diese Chance geben, da sich in den meisten Fällen herausstellt, dass derjenige ganz anders ist, als man gedacht hat.
Bei unseren Protagonisten ist es genauso. Jeder der fünf hat zu Anfang erst einmal ein bestimmtes Bild von dem jeweils anderen. Nell ist z.B. das nette und ein wenig unscheinbare Mädchen von Nebenan, wohingegen Chris der Nerd ist, der die Welt hauptsächlich durch das Objektiv seiner Kamera betrachtet. Anton erfüllt jedes noch so kleine Klischee eines Strebers. Valeska dagegen ist die kühle und arrogante Schulschönheit, die immer über alles und jedem erhaben zu sein scheint. Und Leo…Leo ist ein echter Draufgänger und der Schwarm aller Mädchen. Da die Kapitel immer abwechselnd aus der Sicht von einem der fünf erzählt wird, haben wir im Laufe der Geschichte nicht nur die Möglichkeit in die Gedanken und Gefühle jedes einzelnen einzutauchen und sie Stück für Stück kennenzulernen, sondern auch hinter ihre Fassade zu blicken. Dabei war ich mehr als einmal überrascht wie sehr die Fremd- und die Eigenwahrnehmung voneinander abweicht. In jedem der fünf steckt viel mehr, als er oder sie zunächst zeigen möchte. Zu sich selbst zu stehen und auch so wie man wirklich ist aufzutreten, ist nämlich gar nicht so leicht und kostet einiges an Mut. Es ist viel einfacher eine Rolle zu spielen und vorzugegeben jemand zu sein, der man eigentlich nicht ist, um dazuzugehören.
Das stellen die fünf schließlich auch fest. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr wird ihnen bewusst, wie falsch sie einander eingeschätzt haben. Ich fand es schön zu sehen, wie sie langsam Vertrauen zueinander gefunden haben, sodass es schließlich auch keine Rolle mehr gespielt hat, dass sie bis zu diesem Tag kaum etwas miteinander zu tun hatten. Und obwohl sie so unterschiedlich sind, harmonieren sie eigentlich ganz gut miteinander. Wenn sie ehrlich, dann schätzen sie die Gesellschaft der anderen doch sehr.
Die Charaktere sind absolut authentisch und lebendig gezeichnet. Ich konnte ihre Träume und Hoffnungen, Ängste und Zweifel sehr gut nachvollziehen, da mich damals, als ich in ihrem Alter war, ähnliches beschäftigt hat. Schade, dass ich bis zum Schluss nicht vollkommen warm mit ihnen geworden bin. Vor allem mit Valeska hatte ich meine Probleme. So wie sie sich in ihren Kapiteln gibt, mochte ich sie echt gerne. Wenn ich sie jedoch aus Sicht der anderen erlebt habe, dann fand ich Verhalten teilweise ganz schön von oben herab und zickig.
Die Nacht gestaltet sich sehr ereignisreich, sodass es einem während es Lesens nicht langweilig wird. Man ist neugierig, was sich die fünf noch einfallen lassen, um sich die Zeit zu vertreiben. Ich muss allerdings sagen, dass mir ein paar Entwicklungen nicht ganz so gut gefallen haben. Das eine oder andere war mir auch ein wenig zu überstürzt. Am Ende hätte ich gerne noch ein paar mehr Seiten gehabt, damit Patrycja Spychalski den oder den Aspekt etwas länger hätte ausführen können. Außerdem hätte ich gerne gewusst, wie es mit der beginnenden Freundschaft der fünf weitergeht. Gehen sie am Montag in der Schule wieder getrennte Wege und tun so als würde sie sich nicht kennen?
Mein Fazit
In „Heute sind wir Freunde“ lässt Patrycja Spychalski fünf unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen, die notgedrungen Zeit miteinander verbringen müssen und sich dabei nicht nur miteinander anfreunden, sondern auch lernen, wie wichtig es ist zu sich selbst zu stehen. Diese Entwicklung zu beobachten fand ich sehr schön. Leider gab es aber auch Ereignisse, die mir nicht so gut gefallen haben. Vor allem zu Ende ging alles ein wenig zu schnell. Ein paar mehr Seiten hätten hier sicher nicht geschadet.
“Heute sind wir Freunde” ist der neueste Roman der bekannten Jugendbuch-Autorin Patrycja Spychalski und mein persönliches Debüt der Autorin.
Sechs Schüler sind gerade dabei, eine verpasste Klassenarbeit nachzuschreiben, als die Stadt der für kommende Woche angekündigte Sturm ereilt. Der noch sehr junge Aufsichtslehrer Herr Radtke beschließt darauf gemeinsam mit dem Direktor, dass diese Schüler zu ihrer Sicherheit vorerst in der Schule bleiben sollen, da der Weg nach Hause zu gefährlich sei. Leo und Marc lassen sich davon nicht beirren und machen sich kurzerhand auf den Weg ins Freie – kommen aber nicht weit, da ein herunter fallender Ast Marc verletzt. Und so kommt es, dass Herr Radtke mit Marc in die Notaufnahme fährt und die anderen fünf ganz alleine in der Schule fest sitzen. Sie sind alle grundverschieden, kommen alle aus unterschiedlichen Cliquen und müssen jetzt die nächsten Stunden – wahrscheinlich auch die ganze Nacht – miteinander auskommen.
Eine Gruppe von Schülern, die wider Willen in der Schule festsitzt – na, klingt das bekannt? Ja, die Story klingt sehr nach dem Kultfilm “The Breakfast Club” und ehrlich gesagt, war das auch der Grund, weshalb ich auf diesen Roman aufmerksam geworden bin. Das und das knallbunte, aber doch schlichte Cover. Im Nachhinein fällt mir noch auf, dass die fünf verschiedenfarbigen Regentropfen für die fünf verschieden Schüler stehen könnten – sehr passend und ansprechend. Auf jeden Fall war ich sehr neugierig auf diese Geschichte, zumal ich bisher nur Positives über die Bücher von Spychalski gelesen hatte und dies nun mein erster Roman der Autorin sein sollte.
Sehr positiv aufgefallen ist mir vor allem, dass die Autorin hier auch alle fünf Charaktere selbst erzählen lässt – so haben wir immer wieder wechselnde Erzählperspektiven, die sich auch immer etwas im Schreibstil voneinander unterscheiden. Schließlich sind aber auch die fünf Charaktere absolut verschieden. Nell ist die gewöhnliche Durchschnittsschülerin und vor allem seit einer gefühlten Ewigkeit in Leo verliebt, welcher sie aber bis zu diesem Tag kaum beachtet hat. Zudem beneidet sie heimlich die hübsche und beliebte Valeska, die auf jede Party eingeladen wird und immer das Gesprächsthema Nummer eins zu sein scheint. Was niemand weiß: Valeska ist diese Aufmerksamkeit gar nicht wirklich bewusst, vielmehr sehnt sie sich nach einer “richtigen” besten Freundin, welcher sie sich anvertrauen kann. Da sie diese nicht hat, schreibt sie in ihr Tagebuch und vertraut sich ihrer “stillen Begleiterin” an. Leo dagegen ist sich seiner Beliebtheit unter den Schülern und vor allem auch Schülerinnen nur allzu sehr bewusst und nutzt das auch aus. Er gibt sich immer cool, offen und recht großspurig, wartet aber doch die ganze Zeit auf seine Traumfrau. Chris ist der stille Beobachter in der Gruppe. Er liebt das Fotografieren über alles und so macht er mit seiner Kamera quasi rund um die Uhr Fotos. Von seinen Mitschülern, von der Natur, von Gebäuden, von allem, was er wahrnimmt und durch die Linse seiner Kamera beobachtet. Auch Anton ist eher ein stiller Außenseiter. Er hat keine Freunde, gilt als jemand, der immer allen Regeln nachgeht und überkorrekt ist. In der Schule ohne eine Aufsichtsperson zu sein, macht ihn deshalb ziemlich nervös.
»Solange alles lustig ist und locker, sind dir alle zugewandt, lachen mit dir, tätscheln deine Schulter, aber wenn du mit so Depri-Zeugs anfängst, hast du meistens verloren.« – Seite 85
Anfangs musste ich mich ein wenig an den sehr jugendlichen Schreibstil gewöhnen – denn dieser ist definitiv ein wenig jugendlicher gehalten, als man es von anderen Jugendromanen vielleicht gewohnt ist. Aber da hier die exakten Gedanken und Gefühle der Jugendlichen wiedergegeben werden, ist solch ein Stil natürlich durchaus angemessen und ein Stück weit auch authentisch, doch gerade am Anfang hat es mich ein wenig gestört, weil es teilweise eben doch sehr jugendhafte Gedanken und “Probleme” sind, die man mit Mitte zwanzig eher weniger hat. Mit dem fortgeschrittenen Verlauf der Handlung relativiert sich das aber, da die fünf Jugendlich anfangen, miteinander zu kommunizieren und sich aufeinander einzulassen – aller Vorurteile zum Trotz. Und diese Entwicklung hat mir schließlich fast am Besten gefallen, da die Autorin damit sehr gut zeigt, wie weit sich unser eigenes, persönliches Bild von bestimmten Menschen vom eigentlichen Bild unterscheidet. So ist Anton beispielsweise der Meinung, dass er keine Freunde hat, weil ihn niemand leiden kann, dabei ist es ein wenig auch seine eigene Schuld, weil er all seine Mitmenschen von vorneherein ausgrenzt und so gar nicht erst jemanden an sich ran lässt. Und Nell beneidet Valeska um alles, was sie selbst nicht hat, weiß aber nicht, dass der äußere Schein sehr trügt und Valeska eigentlich einsamer und unglücklicher ist als Nell. Diese Entwicklung, die bei allen Charakteren im Laufe der Handlung statt findet, fand ich wunderbar.
Die Geschichte à la “The Breakfast Club” ist sicherlich nichts Neues und so wirklich überraschen konnte mich der Roman auch nicht. Allerdings ist es trotzdem ein unterhaltsamer Jugendroman, welcher zwar vielleicht nicht unbedingt alle erwachsenen Leser übermäßig begeistern wird – wenn auch gut unterhalten – dafür jedoch für Jugendliche umso empfehlenswerter ist.
Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sitzen in der Schule fest. Während eines Nachschreibetermins bricht solch ein starkes Unwetter aus, dass die Gefahr das Gebäude zu verlassen viel zu groß ist, um dieses Risiko einzugehen.
Risiko freudig ist eigentlich eh nur Leo. Der Draufgänger, der Macho, der in seiner Lederjacke so lässig wirkt, dass ihm die Mädels zu Füßen liegen.
So auch die nette Nell, die schon lange für ihn schwärmt und nun ihre Chance wittert. Ein bisschen romantisch ist es in der Schule ja schon, so ganz ohne Erwachsene. Aber ob Leo überhaupt auf Romantik steht?
Valeska ganz sicher nicht. Sonst wäre sie bestimmt nicht so hochnäsig und würde viel häufiger auf ihre Klassenkameraden zugehen. Ihre Mauer aus Arroganz ist ziemlich hoch und dick. Warum? Ist es vielleicht weniger ihre Art sich auszudrücken, als vielmehr ein Schutz?
Schutz könnte Anton auch vertragen. Am besten vor sich selbst. Mit seinem seltsamen Kleidungsstil macht er sich doch freiwillig zum Opfer.
Zumindest sticht er damit ziemlich aus dem bunten Haufen raus, der immer wieder im Fokus von Chris Kamera landet. Er selbst steht nicht gern im Blitzlicht, kann es aber nicht von den anderen abwenden. Zu groß sein Wunsch nach dem perfekten Foto, dem perfekten Moment. Am allerliebsten gemeinsam mit Nell.
„Ich muss vieles, was ich gestern noch geglaubt habe, gründlich überdenken.“
Fünf Jugendliche, fünf Charaktere so unterschiedlich wie die farbigen Regentropfen auf dem Cover von Patrycja Spychalskis neustem Jugendbuchuch „Heute sind wir Freunde“. Unfreiwillig verbringen sie die Nacht miteinander. Eine Romanidee, die so simpel klingt und doch so spannend und interessant umgesetzt wurde. Ein Zusammentreffen so turbulent wie der Sturm, der sie dazu zwingt eine Gemeinschaft zu werden.
Der Fokus liegt auf den differenten Persönlichkeiten der jungen Menschen, die sich zwar schon oft erblickt haben – schließlich sind sie in einer Jahrgangsstufe ihrer Schule – , die sich aber noch nie so richtig angesehen haben.
Das ist eine Fähigkeit, die ich an der Autorin so sehr mag. Sie sieht genau hin, sie nimmt Menschen und deren Charaktereigenschaften wahr. Und vor allem Ernst. So ernst, dass sie ihnen einen ganzen Roman gewidmet hat. Vorbeischauen ist leicht. Doch was steckt wirklich in einem Menschen? Was versteckt er hinter seiner Fassade, die er vielleicht aus Schutz, vielleicht, um beliebt zu sein, vielleicht, um Geheimnisse für sich zu behalten, aufgebaut hat.
Um zu verdeutlichen wie unterschiedlich Fremd- und Eigenwahrnehmung häufig sind, nutzt sie verschiedene Erzählperspektiven. Jeder der Protagonisten kommt zu Wort. Der Leser bekommt ein Bild davon wie die Figuren aufeinander wirken, aber auch was tief in ihrem Inneren vor sich geht. Mehr als einmal stelle ich fest, dass ich mir ein falsches Bild gemacht habe.
Patrycja Spychalski ist eine Autorin, die mir mit ihren Büchern immer sehr nahe kommt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Gedankengänge sich ähneln. In den letzten beiden Romanen war dieses Gefühl etwas weniger, bei „Heute sind wir Freunde“ ist es wieder sehr stark. Manchmal sind es Worte, manchmal Sätze, manchmal Momente in denen ich mich von ihr verstanden fühle, in denen sie sich mit Themen beschäftigt, über die auch ich nachdenke.
„Ich frage mich, wie das kommt mit diesen Schubladen, in denen wir alle stecken. Der da. Wie das schon klingt, als wäre ich ein halber Verbrecher, ein Arschloch, ein Aufreißer, ein Sprücheklopfer.“
Mit „Heute sind wir Freunde“ schenkt sie uns Lesern eine Geschichte, die auf verschiedene Arten wunderbar ist. Wir bekommen die Möglichkeit neue Menschen (okay, Romanfiguren) kennenzulernen. Wie viel wir aus ihnen herausholen, wie tief wir unter ihre Oberfläche schauen, das bleibt jedem selbst überlassen. Sie zeigt uns wie einfach Freundschaft sein kann, wie leicht man auf seine Mitmenschen zu gehen kann, wenn man nicht in Schubladen denkt und ihnen die Möglichkeit gibt, sich so zu zeigen wie sie wirklich sind, wie schwer es aber oft ist, den Vorhang fallen zu lassen.
„Heute sind wir Freunde“ ist ein sehr farbenprächtiger Roman. Er ist ernst und unterhaltsam. Er ist bedrückend, in der vom Sturm ausgelösten Atmosphäre, die immer ein wenig Angst in sich trägt, und gleichzeitig löst er ein wohliges Gefühl von Hoffnung aus. Er ist lässig, er ist cool, er ist tiefgründig. Er ist trotz, dass die Handlung nur über einen Zeitraum von weniger als 24 Stunden geht, eine kleine Abenteuerreise, auf der es viel zu entdecken gibt. Und damit sagt er mir, dass ich diese Möglichkeit auch in meinem eigenen Leben, meinem eigenen Umfeld habe, wenn ich nur die Augen öffne.
Da "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" mich so sehr begeistert hat, wollte ich das neueste Werk von ihr natürlich auch lesen.
Gestaltung Die Gestaltung ist wirklich toll! Die Tropfen passen sehr gut zur Geschichte, genau wie der Titel. Die fröhlichen Farben bzw. der hartweiße Hintergrund sind schön hell, die Farben stechen noch mehr hervor. Der Buchrücken passt toll zum Cover und ist aussagekräftig.
Meinung Es wird ein riesiger Sturm für das Wochenende angesagt, am Freitag Nachmittag müssen unsere 5 Protagonisten noch eine Arbeit nachschreiben. Doch der Sturm bricht früher ein, und sie müssen stundenlang miteinander alleine in der Schule auskommen.
Das Besondere zuerst ist wohl die Personenkonstellation: Nell, ein "normales" hübsches, aber unauffälliges Mädchen, Leo, ein vermeintlicher Draufgänger mit Lederjacke, Anton, Außenseiter und Streber, Valeska, die unnahbare Schöne und Chris, ein süßer Fotograph. Und Anton hat es so schön einmal zusammengefasst: Wandelnde Klischees. Was auf keinen Fall negativ ist.
Denn es verbirgt sich viel mehr hinter jeder Person. Durch den tollen Schreibstil lernt man jede Person genau kennen. Die Geschichte ist nämlich in der Ich-Perspektive von allen 5 Personen geschrieben, abwechselnd natürlich. Nur Valeska schreibt ein wenig in der Briefform. Der Schreibstil ist total schön. Innerhalb eines Tages habe ich das Buch verschlungen, denn der Stil ist schlicht und jugendlich.
Bei der Story erwartete ich eben diese Zeit, wo sie alle zusammen in der Schule sind, und die Zeit danach, ob sie wohl Freunde bleiben. Da wurde ich ein wenig enttäuscht, denn aufgelöst, ob sie sich weiterhin treffen, wird es nicht. Doch die Nacht des Sturms war einfach super und irgendwie auch sehr realistisch.
Zuerst sind sich alle unsicher, sie kennen sich ja nicht. Langsam tauen sie auf, und es kommt doch anders, als alle dachten. So wird diese Nacht besonders, und das Ende war einfach schön.
FAZIT Eine wunderbare und außergewöhnliche Geschichte, die durch individuelle Charaktere überzeugt. Der Schreibstil ist locker und leicht, ich habe es einem Tag verschlungen!
<3 Es ist und bleibt ein absolutes Flauschbuch. Ich liebe die Charaktere und die Stimmung und es lässt sich so gut lesen und hach <3 Super gut für zwischendurch, wenn man gerade etwas Aufmunterung braucht.