Es passiert selten, dass wir einem klugen Kopf beim Denken zusehen und davon lernen können. Antonio Gramscis "Gefängnishefte" bilden den Produktionsprozess kritischen Wissens ab, aber auch die Bedingungen der Kerkerhaft, unter denen sie zustande kamen. Ihr fragmentarischer Charakter mit über 2000 Seiten Mosaikstücken unterschiedlicher Notizen über neun Bände erschwert jedoch einen systematischen Zugang. Wo anfangen? Und wie? "Gramsci lesen" ermöglicht einen Einstieg: ohne Scheu ran ans Original! Der Band enthält 12 Abteilungen mit Auszügen aus den "Gefängnisheften", die Elemente von Gramscis Gesellschaftstheorie miteinander verschränken. In einer breiten Auswahl an Themen entwickelt Gramsci eine umfassende Perspektive auf den Kampf um Hegemonie – sie beinhaltet ökonomische, politische, ideologische und kulturelle Aspekte, begriffen als ein widersprüchliches Ganzes. Seine kritische Gesellschaftstheorie ist dabei nicht vom kommunistischen Politiker und politischen Strategen zu trennen. Die Beschäftigung mit Gramsci hilft, gesellschaftliche Verhältnisse in ihren Zusammenhängen und die Kämpfe darum besser zu verstehen, gezielt zu kritisieren und das Gefühl der eigenen Ohnmacht in gemeinsames politisches Engagement zu wenden.
Antonio Francesco Gramsci was an Italian Marxist philosopher, linguist, journalist, writer, and politician. He wrote on philosophy, political theory, sociology, history, and linguistics. He was a founding member and one-time leader of the Italian Communist Party. A vocal critic of Benito Mussolini and fascism, he was imprisoned in 1926, where he remained until his death in 1937.
During his imprisonment, Gramsci wrote more than 30 notebooks and 3,000 pages of history and analysis. His Prison Notebooks are considered a highly original contribution to 20th-century political theory. Gramsci drew insights from varying sources — not only other Marxists but also thinkers such as Niccolò Machiavelli, Vilfredo Pareto, Georges Sorel, and Benedetto Croce. The notebooks cover a wide range of topics, including the history of Italy and Italian nationalism, the French Revolution, fascism, Taylorism and Fordism, civil society, the state, historical materialism, folklore, religion, and high and popular culture. Gramsci is best known for his theory of cultural hegemony, which describes how the state and ruling capitalist class — the bourgeoisie — use cultural institutions to maintain wealth and power in capitalist societies. In Gramsci's view, the bourgeoisie develops a hegemonic culture using ideology rather than violence, economic force, or coercion. He also attempted to break from the economic determinism of orthodox Marxist thought, and so is sometimes described as a neo-Marxist. He held a humanistic understanding of Marxism, seeing it as a philosophy of praxis and an absolute historicism that transcends traditional materialism and traditional idealism.
Perfekt für einen Lesekreis und jeden, der etwas tiefer in Gramsci einsteigen möchte. Die Origibaltexte stehen dabei im Vordergrund. Die Kapitel sind thematisch geordnet und immer mit einer kurzen Einführung der Autor*innen versehen.
Gute Sammlung. Thematisch und begrifflich gut geordnet und mit hilfreichen Einführungen in jeden Begriff versehen. Die Asuwahl ist etwas tendentiös, was beispielsweise auffällt, wenn nur die Ausschnitte, mit der idealistischen Tendenz in der philosophischen Grundanschauung dabei sind, wenn es auch deutlicher materialistische Stellen gibt.
Es gibt noch ausser DDR nen guten Band, den man für billo bekommt, der heißt Notizen zur Sprache und Kultur. Der gibt n guten Überblick über das gesamte Werk in kurzer Form, inklusive brauchbarer Einleitung. Ausm Reclam-Verlag ist auch ne gute, längere Sammlung mit ähnlich umfassendem Ansatz zu bekommen, heißt da Zu Politik, Geschichte und Kultur.