Paul Amon ist am Ende angekommen. Er ist dorthin abgerutscht, wo man keinen Boden mehr unter den Füßen zu spüren glaubt. Seine Alkoholsucht hat ihn fest in ihrem erbarmungslosen Griff, er hat seine Familie und seine sozialen Verbindungen verloren. Als er eines Morgens, von Erinnerungslücken gequält, glaubt, am Vorabend ein junges Mädchen brutal vergewaltigt zu haben, wird ihm bewusst, dass er hoffnungslos verloren ist.
»Nehmen Sie Ihre Chance wahr, wir helfen Ihnen, Ihre Freiheit zurückzugewinnen!« - Eine Zeitungsannonce erscheint ihm wie ein letzter rettender Strohhalm, und er lässt sich auf ein Treffen mit der attraktiven Psychiaterin Dr. Ramona Gallio ein. Diese arbeitet zusammen mit einer Gruppe Berliner Hirnforscher an einer bahnbrechenden Suchttherapie und sucht im Rahmen einer Versuchsreihe nach einem Probanden.
Angesichts seiner ausweglosen Situation lässt sich Amon auf das vielversprechende Experiment ein. Die Folgen sind verblüffend. Sein Körper erneuert sich regelrecht, und er scheint tatsächlich seine alte Vitalität wiederzuerlangen. Doch die Schatten kriechen langsam wieder auf ihn zu. Und ihre Gestalten sind schrecklicher als alles, was Paul Amon je gesehen hat ...
Guido Kniesel, Jahrgang 1964, studierte Informatik in Berlin und New York und befasste sich Anfang der neunziger Jahre mit Künstlicher Intelligenz, bis er infolge des »KI-Winters« seinen beruflichen Schwerpunkt auf Internet-Technologien und IT-Security legte. Mit vierzig Jahren begann er nebenberuflich Spannungsliteratur zu schreiben und ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der angewandten Forschung inzwischen wieder bei der KI angelangt, wo er sich mit maschinellem Lernen und der Verarbeitung von natürlicher Sprache beschäftigt.
Sein Debütroman »Der Proband« handelt von einem Humanexperiment skrupelloser Hirnforscher, welches sich für alle Beteiligten zum schlimmsten Albtraum entwickelt. In seinem zweiten Roman »Kein Wille geschehe« stellt er die Frage der Willensfreiheit des Menschen in den Mittelpunkt eines packenden Psychothrillers. Im »Buch im Buch«-Thriller »Dafür wirst du büßen« verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion bei einer dramatischen Suche nach der Wahrheit. Im neuen Roman »ICH Inkognito« erwacht in der Künstlichen Intelligenz »Savanta« ein maschinelles Bewusstsein.
Erster Satz: "Der brutale Fausthieb ließ den Hilfeschrei des jungen Mädchens abrupt verstummen."
Wie bei jedem guten Psychothriller, und das war dieses Buch durchaus, muss ich mir am Anfang meiner Rezension die Frage stellen: "Was bitte muss man genommen haben um sich solch eine Geschichte ausmalen zu können?!?"
Ich war von dem Buch rundum begeistert - seit ich meine Vorliebe für Psychothriller entdeckt habe, gehört dieser Roman eindeutig zu meinen Favoriten. An jeden zukünftigen Leser muss ich jedoch eine ganz klare Warnung aussprechen: "Beim Lesen dieses Buches kann es zu Schlafmangel, Essstörungen und zwanghaftem Seitenumblättern kommen. Diese Geschichte kann ernsthaft süchtig machen. Bei Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage und schlagen Sie den Arzt ihres Apothekers!"
Das Cover ist sehr hübsch anzusehen und hinterlässt gleich ein beklemmendes Gefühl und einen Hauch der Atmosphäre, die dieses Buch beherrscht. Dieser ekelhafte Grünton in Kombination mit dem Nebel lässt das Bild recht diffus und geheimnisvoll wirken. Die dunkle Silhouette, die vor dem hellen Fenster steht, ist symbolisch auch sehr gut mit dem Inhalt vereinbar. Die fühlbar vom Untergrund abgehobene Kurve mitten im Bild erinnert an eine Herzkurve oder eine sonstige medizinische oder wissenschaftliche Anzeige, was ebenfalls perfekt passt. Der Titel kommt durch leichte Pixel und ebenfalls eine Erhebung, die man spürt, wenn man mit dem Finger darüber fährt, sehr gut zur Geltung. "Er rannte und rannte, und seine lästigen Gedanken stampften im Rhythmus seiner schnellen Schritte durch seinen Schädel und ließen sich nicht abschütteln. Die Angst rannte mit ihm. Sie saß ihm im Nacken. Das beklemmende Gefühl in seiner Brust ließ in erahnen, dass seit der heutigen Nacht nichts mehr so sein würde wie zuvor..."
Auf gleichsam sehr erschreckende und berührende Art und Weise dürfen wir Leser die tragische Geschichte eines Alkoholsüchtigen erleben, welcher vom Regen in die Traufe gerät und sich Seite um Seite mehr in der Ausweglosigkeit seiner Situation verstrickt. Die Sucht und ihre dramatischen Folgen werden dabei so abschreckend thematisiert wie die Grausamkeit von entgleisten wissenschaftlichen Experimenten. Wie weit Menschen gehen dürfen um der Allgemeinheit zu dienen, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, um ein so tödliches Angebot anzunehmen und ob man aus einem solchen Abgrund jemals wieder hinauskommen kann, kam mir beim Lesen auf. Diese Fragen können zwar nicht explizit beantwortet, fordern den Leser jedoch zum Nachdenken auf. Guido Kniesel zeichnet ein absolutes Horrorszenario: Ein verstecktes Labor in dem an Menschenaffen grausame Versuche durchgeführt werden, drei von Anerkennung und Wissensdrang krankhaft entmenschte Wissenschaftler, denen kein Schritt zu weit geht um an ihr Ziel zu kommen und ein komplett verzweifelter Süchtiger, der jeden morgen in einer Lache der eigenen Exkremente aufwacht und von einem letzten Hauch Hoffnung in die Arme der Wissenschaftler getrieben wird. Absolut nichts für zarte Gemüter also. Wir Leser müssen mit Paul Amon die tiefen Abgründe der Sucht und ihrer grauenvollen Auswirkungen beschreiten, werden mit viel ekelerregenden Körperflüssigkeiten konfrontiert, erschrecken vor den Abgründen der menschlichen Seele und erleben diese spannende Geschichte ganz hautnah mit. Der Thriller hebt sich ganz deutlich von anderen ab. Anstatt wie so oft krimihaft einen Mörder vorgesetzt zu bekommen, ist die Forschungsarbeit der Wissenschaftler theoretisch ganz legal und wird mit Geldern von Investoren unterstützt. Mal keinem Täter hinterherjagen zu müssen empfand ich als erfrischende Abwechslung. "Er betrachtete das Erbrochene und die Urinpfütze zu seinen Füßen, und er roch die stechenden Gerüche. Sein ganzer Körper stank nach Alkohol, aus allen Körperöffnungen dünstete er den Geruch nach Alkohol aus. Er dachte an seine Leber, die sich unaufhörlich mühte, sein Blut wieder reinzuwaschen und in diesem Moment sehnte er sich nach dem Tod. Aber Paul, flüsterte eine innere Stimme, Paul es gibt doch noch Hoffnung, es gibt noch eine Chance - nutze sie, bevor es zu spät ist! Nutze sie!"
Der Stil des Buches ist sehr schnörkellos und direkt. In klaren und prägnanten Sätzen werden Dinge direkt beim Namen genannt und nicht lange um den heißen Brei herum geredet. Gefühle und Gedanken erhalten ihren Platz genau wie einige faktische Erläuterungen. Dabei behält der Autor immer die richtige Mischung aus Information und Spannung bei, sodass die medizinischen Beschreibungen plausibel und verständlich den Verlauf des Plots unterstützen, aber die Handlung keineswegs ausbremsen. Die physischen Vorgänge im menschlichen Körper und insbesondere im Gehirn werden sehr interessant und zum Teil auch lehrreich dargelegt. Zudem schafft es der Autor eine düstere und beklemmende Atmosphäre aufzubauen, welche uns wie ein Sog immer tiefer in die Geschichte hineinzieht. Wirklich sehr gut!
Die Charaktere sind allesamt gewöhnungsbedürftig aber authentisch ausgearbeitet. Der Hauptcharakter ist Paul Amon, welcher sich in ständigem Wandel befindet. Einerseits meine ich damit seine krasse Charakterwandlung nach der Therapie, als er seinen kompletten Lebenswandel umwirft und neu beginnt, andererseits ist seine Beziehung zum Leser auch ständig am wandeln. Als er zu Beginn komplett am Boden zerstört nach einer durchzechten Nacht aufwacht und sich mit der Tatsache konfrontiert sieht, im Rausch ein junges Mädchen vergewaltigt zu haben, hatte ich nur Verachtung für ihn übrig. Wie ein Tier hauste er in seiner Wohnung und ist das Parade-Abschreck-Beispiel für die Folgen von Alkohol-Missbrauch. Doch neben dem hilflos süchtigen und sozial abgestürzten Paul Amon gibt es da auch noch der eigentlich intelligente Computerspezialisten Paul Amon, der schrecklich leidet und sich nichts mehr wünscht als wieder ein normales Leben führen zu können, seine Familie wieder unter die Augen treten zu können, es zu ertragen, sich selbst im Spiegel zu betrachten. Nach und nach kam bei mir Mitleid auf, was schließlich sogar in Sympathie mündete. Man wünscht ihm wirklich von Herzen, dass er das Unmögliche schafft und sich ein neues Leben aufbauen kann. Nach dem Beenden des Buches kann ich sagen, dass er ein wirklich gut gelungener Charakter ist, zwar nicht sonderlich schön zum lesen, aber definitiv authentisch, glaubwürdig und berührend. "Er verlor den Boden unter den Füßen. Irgendetwas zerrte an ihm und wirbelte ihn kopfüber in ein unendlich tiefes, dunkles Loch. Die absolute Gewissheit, dass ganz weit unten etwas auf ihn wartete, etwas, das ihn in Stücke reißen würde, raubte ihm fast den Verstand. Paulchen, zeig Ihnen, wie böse du sein kannst...."
Wenn mich nicht alles täuscht, haben wir es hier mit einem allwissenden Erzähler zu tun. Mitten in einem Abschnitt wechselt elegant die Perspektive und man bekommt in einer einzigen Szene, die Position von verschiedenen Charakteren vermittelt. Das hat mir sehr gut gefallen, da man so einen umfassenden Überblick über das Geschehen erhält. Zu den weiteren Hauptcharakteren zählen die zwei Wissenschaftler Dr. Peter Kalinski und Ramona Gallio. Zu dem grauenvollen Forschungsteam gehört noch Frank Reichenau, doch dieser erhält keine so wichtige Rolle. Während Kalinski durch Gefühlskälte und entrücktem Forschungsdrang hervorsticht, ist Ramona Gallio eher die Zurückhaltende, die Zweiflerin. Als ihre beiden Kollegen vorschlagen, nach zahlreichen irr gescheiterten Versuchen einen menschlichen Probanden hinzuzuziehen, ist sie die Stimme der Vernunft. Von Mitleid und Verständnis getrieben, lernt sie Paul Amon näher kennen und verliebt sich schließlich auch in ihn. Auch wenn sie viele Fehler macht, hat sie mir gut gefallen. Kalinski der uns mit seinem dämlichen Tick, an jeden Satz ein "Nicht wahr?" anzuhängen den letzten Nerv raubt, vertritt außerdem eine relativ fragwürdige Ansicht, der eine philosophische Diskussion zugrunde liegt. "Nicht wahr, alle Ihre Gedanken sind nicht mehr als die elektrischen und biochemischen Informationsflüsse in Ihren physikalischen Neuronenverbindungen, die als mentale Repräsentanten in Ihr Bewusstsein gelangen. Und diese mentalen Repräsentationen definieren Ihren Geist, Ihre Gefühle, Ihren Verstand und letztlich auch die sogenannte Seele. (...) Das ICH ist nur eine vom Gehirn konstruierte Illusion...."
Als ich mit Lesen begann, hätte ich niemals den Verlauf der Geschichte erahnen können, denn das was nach und nach passiert, ist schlichtweg schrecklich. Nachdem Paul nach der erfolgreichen Therapie endlich seiner Sucht entkommen schien, beginnen sich wie bei den Menschenaffen furchtbare Nebenwirkungen zu zeigen, die ihn noch tiefer in den Abgrund ziehen als zuvor. Gehetzt muss der Arme nicht nur vor den verrückten Wissenschaftlern fliehen und einem auf ihn angesetzten Serienkiller trotzen sondern auch gegen die Schatten in seinem Inneren kämpfen. Mein einziger Kritikpunkt: Ich hätte mir etwas mehr Platz für die Geschichte gewünscht. Die 270 Seiten sind für die Fülle der Geschehnisse und Emotionen etwas knapp bemessen.
In einem spannenden Showdown gibt das Buch noch einmal alles, bevor ein absolutes Scheiß-Ende folgt. Dabei meine ich noch nicht einmal die Qualität der letzten Seiten, die ich als sehr spannend und auch realistisch empfunden habe, nein, mir hat einfach der Ausgang absolut nicht gefallen. Es wird einiges offen gelassen und die Gerechtigkeit siegt nicht. Ich hätte mir für die liebgewonnenen Charaktere wirklich ein besserer Ausgang gewünscht, aber das ist nun mal ein Psychothriller und keine Schnulze von Nicolas Sparks.
In dem Sinne vielen Dank an den Autor Guido Kniesel, für seinen -signiertes!!!- Debütroman, den ich bei einer Verlosung bei Lovelybooks gewinnen durfte! Jetzt habe ich außerdem noch seinen zweiten Roman "Kein Wille geschehe" bei mir rumliegen, auf den ich jetzt sehr gespannt bin.
Fazit:
Kein schönes Leseerlebnis, doch auf jeden Fall ein unvergessliches! Für jeden Thriller Fan und alle anderen Bücherwürmer da draußen eindeutig zu empfehlen!
Gute Idee, konnte mich aber leider nicht überzeugen
Paul Amon ist am Ende angekommen. Er ist dorthin abgerutscht, wo man keinen Boden mehr unter den Füßen zu spüren glaubt. Seine Alkoholsucht hat ihn fest in ihrem erbarmungslosen Griff, er hat seine Familie und seine sozialen Verbindungen verloren. Als er eines Morgens, von Erinnerungslücken gequält, glaubt, am Vorabend ein junges Mädchen brutal vergewaltigt zu haben, wird ihm bewusst, dass er hoffnungslos verloren ist. »Nehmen Sie Ihre Chance wahr, wir helfen Ihnen, Ihre Freiheit zurückzugewinnen!« - Eine Zeitungsannonce erscheint ihm wie ein letzter rettender Strohhalm, und er lässt sich auf ein Treffen mit der attraktiven Psychiaterin Dr. Ramona Gallio ein. Diese arbeitet zusammen mit einer Gruppe Berliner Hirnforscher an einer bahnbrechenden Suchttherapie und sucht im Rahmen einer Versuchsreihe nach einem Probanden. Angesichts seiner ausweglosen Situation lässt sich Amon auf das vielversprechende Experiment ein. Die Folgen sind verblüffend. Sein Körper erneuert sich regelrecht, und er scheint tatsächlich seine alte Vitalität wiederzuerlangen. Doch die Schatten kriechen langsam wieder auf ihn zu. Und ihre Gestalten sind schrecklicher als alles, was Paul Amon je gesehen hat.
Ich bin ein großer Fan von Psychothrillern oder Thrillern, die sich allgemein mit der Psyche des Menschen beschäftigen. Ich finde die Idee aus „Der Proband“ wirklich sehr spannend und interessant. Der Autor beschäftigt sich grade am Anfang viel mit Pauls Situation und mit den parallellaufenden Forschungen. Bei den Forschungen kommt vielleicht ein wenig Grusel auf aber Spannung ist allgemein noch nicht zu spüren. Die wissenschaftlichen Erklärungen fand ich zunächst sehr interessant, leider später aber eher zu trocken. Erst als Paul sich in Behandlung begibt und sich auch bei der Forschung alles zuspitzt, wurde es spannender für mich. Als sich gegen Ende dann alles hochschaukelt, hätte eigentlich der Thrillerteil kommen sollen, doch irgendwie ging es mir dann im Allgemeinen zu schnell und fast rauschartig. Richtigen Thriller konnte ich da leider auch nicht ausmachen. Ich fand die Idee wirklich sehr spannend und interessant. Doch für meinen Geschmack war vieles einfach zu trocken und mit zu wenig Thriller-Elementen. Ich wüsste nicht, wo ich das Buch sonst einordnen würde aber ich hatte mir etwas mehr erhofft.
Endlich habe ich mich dazu durchringen können dieses Buch zu lesen. Es war schon sehr lange auf meinem SuB und auf Grund einer Challenge, begann ich es. Dies war mein erstes Buch des Autors und ich war dementsprechend gespannt. Was ich zu lesen bekam war spannend und erschreckend zu gleich.
Die Beschreibung des Buches erfasst sehr gut was im Buch geschieht, verrät aber meiner Meinung nach wieder einmal zuviel. Ab und an ist weniger mehr.
Die Anzahl der Charaktere ist sehr leicht aufzählbar, da man getrost auf viele Nebencharaktere verzichtet hat. Als erstes wäre natürlich Paul zu nennen, der dem Alkohol verfallen und dem größten Teil des Tages nicht mehr Herr seiner selbst ist. Er hat Familie, eine Tochter, doch die interessiert ihn in diesem Zustand meist kein bisschen. Schade um den Mann, denkt man sich im ersten Moment, da Paul eigentlich ein cleverer Mann ist, der mit seinem Beruf sehr gut verdient hat und sich so einiges leisten könnte. Seine Ex Isabelle ist eine der wenigen Nebenpersonen, da man sie meist nur als Anruferin erleben kann. Sie schien ein sehr sympatischer Charakter zu sein, von dem ich gerne mehr gelesen hätte. Auch Pauls Tochter Lisa, war nur eine Nebenperson, die mich allerdings etwas störte. Kinder sind wie sie sind, aber ich fand ihre Darstellung etwas übertrieben. Die 3 weiteren Hauptcharaktere wären die Köpfe des Experiments, Dr. Peter Kalinski, Dr. Ramona Gallio und Frank Reichenau. Da diese die Bösen im Buch sind sollte man sie eigentlich nicht mögen, aber ich fand das sie einfach sehr gut in die Geschichte passten. Was sie taten war grausam, passte aber zur Atmosphäre des Buches. Nur Ramona Gallio wurde mir im Laufe der Geschichte sympatisch, da sie teils einsah etwas getan zu haben und man teilweise in ihre traurige Vergangenheit blicken kann. Weitere Nebenpersonen waren z.B der Wirt in Paul´s Lieblingscafe oder die Auftraggeber des Experiments. Allgemein waren alle sehr stimmig und jeder erweckte mein Interesse. Da man aber hauptsächlich etwas über Paul erfährt und in dessen Vergangenheit und Gefühlen herumstöbern kann, war er natürlich der Charakter der mich am meisten ansprach.
Schon die ersten Seiten schockierten und fesselnden zugleich. Man wird mitten ins Geschehen geschmissen und das auch noch bei einer Vergewaltigung. Diese ist sehr intensiv und man bekam das drängende Gefühl dem Mädchen zu helfen. Doch außer weiterlesen blieb einem nichts übrig. Nachdem man den ersten Schock überwunden hatte folgte dann auch gleich der 2., welcher mich noch einmal sehr traf. Allgemein steckt das Buch voller Überraschungen und schaffte es dabei eine gehörige Menge Spannung auf zu bauen. Der Schreibstil war sehr klar und einfach, so das man zügig durchs Buch kam. Nur die Beschreibungen der Ärzte waren mir teilweise zu kompliziert. Dafür um so fesselnder, war die Beschreibungen zu Paul´s Alkoholsucht. Da ich kein Freund von Alkohol bin, war es mir bisher unmöglich zu wissen wie man sich als Alkoholsüchtiger fühlt und wie man die hochprozentigen Getränke sieht. Was ich erlesen konnte, bestätigte nur mein Misstrauen gegenüber Alkohol, da man einfach angeekelt war von dem was mit Paul passierte. Auch die Experimente die an den Tieren im Buch vollzogen wurden, ließen die ein oder andere Träne fließen. Allgemein schaffte es der Autor eine gewisse Emotionalität in die Geschichte zu integrieren. Auch merkte man der Story an, das sehr gut recherchiert wurde. Vieles was über das Gehirn des Menschen erzählt wurde, war ausgesprochen interessant. Das einzige was mich störte war das Ende, da dieses offen war. Hier hätte ich mir gerne einen richtigen Abschluss gewünscht.
Das Cover gefiel mir außerordentlich gut. Ich fand es toll das man sich als Hauptfarbe grün ausgesucht hatte, da man in diesem Genre viel zu selten auf Farben zurück greift. Schwarz, weiß und rot sind da viel zu oft vertreten. Besonders der Buchtitel und die Lebenslinie gefielen mir sehr gut da sie erhaben waren und man nur zu gerne über sie drüber strich.
Ein spannender Thriller mit lehrreichen Inhalt und einer sehr emotionalen Geschichte. Ich hätte mir nur ein anderes Ende gewünscht, da dieses unvollständig wirkte.
Ich habe noch nie ein Buch mit so unfassbar vielen Rechtschreib-, Grammatik- und Formatierungsfehlern gelesen. Aua. Aber davon ab... eigentlich eine interessante Story, die dann aber extrem abrupt aufhört und sich viele Erklärungen schenkt - sehr schade!