Wie langweilig wird der Winter werden, denkt Bille, als der Trubel der Festtage vorüber ist. Aber da geht der Wirbel erst richtig los, Schneemassen werden von einer Flutkatastrophe abgelöst, und mehr als einmal treten Bille und Zottel als Helfer in der Not auf.
Bille, die inzwischen ihren 13. Geburtstag gefeiert und in Bettina eine richtig gute Freundin gefunden hat, erlebt in diesem dritten Band der Kinderbuchreihe neue Abenteuer mit ihrem Pony Zottel. Diesmal sind die Kinder und ihre vierbeinigen Freunde richtige Helfer in der Not. Einmal ist alles zugeschneit, dann wiederum kommt es zu Überflutungen. Langeweile kommt also nicht auf. * Auch dieser dritte Band hat mir wieder richtig gut gefallen! Es ist so schön zu lesen, dass es damals zum Beispiel noch Langspielplatten gab. Ich mag die Geschichten von Bille und Zottel sehr und zudem sind die Geschichten einfach schöne Erinnerungen an meine Kindheit!
Der Florian-Henrich-Geburtstags-Preis ist und bleibt legendär, ich liebe das letzte Kapitel dieses Buchs. Bernhard, Brigitte und Jochen sind natürlich sehr stereotypische rich kids, aber weils ein Kinderbuch ist kann ich das entschuldigen und letzten Endes verstehen sie sich ja dann doch alle ganz gut. Leider fand ich das Kapitel über das Hochwasser etwas unschön, niemand von der Feuerwehr oder THW würde fünf Kids mit ihren Pferden in ein Hochwassergebiet zum Helfen lassen... Da wars dann doch etwas mehr suspension of disbelief.
Vor zwei Wochen war Billes dreizehnter Geburtstag, mit dem der Vorgänger dieses dritten Buchs der Reihe abgeschlossen hat und zu dem Zottel endlich ihr eigenes Pony wurde. An diesem Dezembertag findet der Umzug statt in Onkels Pauls umgebautes Junggesellenhaus, und alle helfen mit. Die große Schwester Inge wird mit ihrem Verlobten in das alte Haus ziehen. Bille erhält inzwischen Reitunterricht bei Herrn Tiedjen nicht mehr allein, sondern mit allen Henrich-Kindern, dabei muss Florian lernen, was passiert, wenn man sich nicht richtig um sein Pferd kümmert, Billes Mutter Olga heiratet den Bauunternehmer Ossowsky – also Onkel Paul – und Zottel darf die Hochzeitskutsche ziehen.
Die Geschichte ist wieder sehr kurzweilig, von einer mit Zahnpasta verzierten Hochzeitstorte, über gutes Taschengeld bei Schneeverwehungen für die jungen Reiter, bis hin zu einer Entführung von Zottel und der Geburt des Fohlens Sindbad, bei der Bille dabei ist und der später ihr Flaschenkind wird. Doch es wird auch dramatisch: Bei der Schneeschmelze bricht die Schleuse bei Ostendorf, Häuser müssen evakuiert werden. Die fünf Reiter und Karlchen retten ein 12jähriges Mädchen und ihre beiden kleinen Geschwister vor den Fluten samt Schweinen, Kühen, Schafen, Hühnern und Hund. Danach helfen sie beim Wiederaufbau, bis sie realisieren, wie schlim alle Kleinkinder des Ortes getroffen sind: Der Kindergarten ist unbrauchbar geworden. Dafür wollen sie Spenden sammeln. Doch auch Streiche kommen nicht zu kurz, als die ungeliebten „Schröder-Kinder“ zu Besuch kommen, die drei Kinder einer Jugendfreundin von Frau Henrich. Mit einem „Florian-Henrich-Geburtsritt“ als Wettbewerb sollen die drei verzogenen Angeber auf Normalmaß zurechtgestutzt werden, und auch Zottels Paradestück aus Zirkuszeiten, die „Schöne blaue Donau“ darf nicht fehlen.
Wieder lustig und unterhaltsam, es war mir nur der Trupp um Bille dieses Mal irgendwie „zu gut“, mit diesem „wir sind Reiter, also sind wir nicht so dumme Weicheier“-Modus. Aber nur ein ganz klein wenig…es fehlte ein wenig dieses unverkrampft-freche der Vorbände?! 4 ½ Sterne.
Auch hier wieder eine Anmerkung, wie beim Vorband, zum Zeitgeist: Bille nennt den Jugendfreund der Mutter "Onkel Paul". Auch, als der ihre verwitwete Mutter heiratet. Gefällt mir - er wird nicht ihr neuer "Vati", er war schließlich schon vorher ein väterlicher Freund. Das zogen Autoren in anderen Büchern aus den 70ern und erst recht davor noch ganz anders durch, ohne Rücksicht auf Verluste.
Band #10 wird verraten: Bille wurde geboren am 27.11.1965; mit 13 passt das also mit diesem 1977 veröffentlichten Buch so grob in "Echtzeit"
zu den Protagonisten der Vor-Bände kommen dazu: ein junger Feuerwehrhauptmann einige Männer vom THW die zwölfjährige Lieselotte ihr kleiner Bruder Jan
Bauer Clausen Ursel, eine Schulkameradin Musiklehrer Schaper
Frau Schröder, eine Schulfreundin von Charlotte Henrich, der Mutter der drei Henrich-Söhne Herr Schröder, ihr Mann Brigitte, 15, Tochter der Schröders Bernhard, 14, Sohn Jochen, 13, ebenfalls Wodrich, der Stallbursche der Schröder-Pferde