Die Zuhörer der öffentlichen Versammlung hören plötzlich nicht mehr dem Redner zu - sie starren das lustige, rot-weiß gescheckte Pony Zottel an. Zügig geht Zottel auf die großen Tische mit Kuchen und belegten Broten zu, Süßigkeiten liebt das kleine runde Pony besonders, und schon mampft es genüßlich die erste üppig verzierte Cremeschnitte...
Insgesamt nicht so toll wie ich in Erinnerung hatte. Billes Eifersucht auf Karla fand ich doof, dass sie nicht mit Simon reden konnte und dass der ihr am Ende dann einen Ring schenkt ?? und alles ist wieder gut... Naja. Die Heimatpartei war mir auch vollkommen aus dem Gedächtnis geraten, ich erinnere mich auch nicht mehr, ob das später nochmal eine Rolle spielt... Insgesamt, war hier glaub ich fast am meisten Hintergrund zu Mutsch und ihrer Flucht aus Ostpreußen nach Wedenbruck, auch wenn es jetzt nicht so zentral war. Daniels Rückkehr zumindest war nice.
Die 16jährige Pferdenärrin Bille bewährt sich, ob bei der Geburt von Jacarandas Fohlen oder bei der Ausbildung des Pferdes für einen überforderten neuen Mitschüler auf dem Reiterinternat Groß-Willmsdorf. Doch es gibt auch Neuerungen; der landwirtschaftliche Assistent Edmund „der Weise“ bekommt seine erste eigene Stelle angeboten und seine Nachfolge ist den Reiterfreunden erfreulicherweise wohlbekannt. Im Ort entsteht eine neue Partei, die nicht nur freundschaftlich vorgeht. Billes Freund Simon geht ins Abitur, doch obwohl Bille sich währenddessen in einer wichtigen Phase um sein geliebtes Pferd Pünktchen kümmert, fühlt sie sich später zugunsten der hübschen Karla sehr vernachlässigt. Wird es zum Bruch bei dem jungen Paar kommen?
In diesem zwölften Band wird ein neues Thema für die beliebte Reihe eingeführt, die Beschäftigung mit aktuellen Themen von politischer oder sozialer Relevanz. Hier ist es eine erschreckend aktuelle Neugründung einer Partei in einem Buch von immerhin 1984, die will die Leute von den Fremden befreien, keine Nackten mehr in den Illustrierten und Männer und Frauen sollen getrennt in der Kirche sitzen. „Die Discos will er schließen lassen und die N-Wort-musik verbieten.“ Ein Wolf im Schafspelz ist der Parteigründer, erinnert sich Billes Mutter Olga: als die Familie als Ostpreußen-Flüchtlinge im Ort ankam, habe er sie schlecht behandelt; von ihrer Mutter wollte er gar, dass sie sich die Lebensmittelmarken „persönlich verdiene“ (Olga war da noch ein Kind). Wow, ein ganz schöner Sprung in einem Buch für doch eher jüngere Kinder/“Pre-Teens“; ich bin mir nicht sicher, ob ich das damals verstanden habe. Gefällt mir. Und man erfährt endlich, dass Inges Sohn den Namen Christian trägt, der war mehrere Bücher hindurch namenlos. Faszinierend, wie viele der jungen Leute hier sich so früh bereits für’s Leben binden, Bille und Simon, Daniel, Florian und Nico, Tom und Bettina,… aber Schwamm drüber.
5 Sterne. Endlich mal wird Zottel von jemandem freigelassen (Mutsch), die genau weiß, warum.
Band #10 wird verraten: Bille wurde geboren am 27.11.1965; mit 16 altert sie jetzt also weiterhin (wie im Vorband) langsamer als die "Echtzeit" des 1984 veröffentlichten Buches
Zeitgeist: nee Leute, „N-Wort-Musik“ war in den 80ern schon sowas von out als Wort… wird hier aber andererseits auch von einem Ewiggestrigen älteren Menschen verwendet. Da passts.
neue Charaktere: Carl-Anton Wiemann, der Neue
die jungen Mitschüler Christine, Oliver, Caroline, Timo - neben Mini
Bösenhaupt, Parteigründer
Bäcker Kruse die alte Trude Bauernpaar Kienkopp Kurt, ein Freund von Karlchen
Karla. Eine Mitschülerin von Simon und Tom
Dukat, Carl-Antons Pferd San Marco von Santa Monica Dorina von Donau