Kann man die alten Gotter schwachen, indem man die Menschen dazu bringt, nicht mehr an sie zu glauben? Gottgleich zu werden und sich uber die anderen zu erheben - im Kampf um die Vorherrschaft auf Kanduras werden vier verschiedene Charaktere alles versuchen, um an ihr Ziel zu gelangen. Vier Schicksale - vier Einblicke in menschliche Abgrunde. In Zeiten, in denen die Grenzen zwischen Gut und Bose verschwimmen, kampfen sie um ihren Platz in einer Welt, die im Dunkel der Nacht zu versinken droht.
Ich habe anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Das die Kapitel so lang sind und zwischen den Perspektiven der Charaktere sehr viel gewechselt wird, erschwert die ganze Sache etwas. Hat man alle Charaktere dann kennengelernt liest es sich ganz gut und wird zum Ende hin auch spannender. Ich finde jedoch, man hätte noch etwas mehr aus der Story machen können.
Kann man einen Gott stürzen, indem man nicht mehr an ihn glaubt?
Wir haben vier erzählstränge, die alle auf ein ziel zusammen laufen. Die Einigung der Rassen in Reich Kanduras steht vor vielen Herausforderungen.
Sehr viele der Beschreibungen waren mir beim Lesen so Real, dass ich es selber körperlich gespürt habe. Vorallem die anfängliche Szene, in dem einer unserer Hauptcharaktere sich durch das Moor schleppt.
Die Geschichte ist sehr Kampflastig und wir waten knöcheltief durch Blut^^ mir fehlte allerdings oft der Rote Faden und die Zusammenhänge.
Aus Gewohnheit würde ich zu Beginn kurz auf die Handlung unter Zuhilfenahme des Hauptcharakters eingehen. Das gestaltet sich in dem Fall etwas schwierig, da ich eine solche Person schlecht greifen kann. Dafür bietet "Bluttrinker" eine große Vielfalt an Schauplätzen und Wesen der ursprünglichen Fantasy. Wer Trolle, Orks, Zauberer, Zwerge & Co mag, ist hier gut aufgehoben. Durch zügigen Wechsel der Handlungsstränge innerhalb der Kapitel wird es nicht langweilig. Die Geschichte konnte mich gut mitreissen und ich fand schnell meine Favoriten. Auch die bekannten Grundlagen der Fantasywesen hat Stephan R. Bellem umgesetzt und durch eigene Noten aufgefrischt.
Besondere Freude hatte ich persönlich an dem Zwergenvölkchen, der Trollarmee sowie der mysteriösen Handlung um die Fürstin Iphelia. Auch einige Andeutungen zur Magie waren ziemlich beeindruckend. Leider blieb es aber für mich nur bei Andeutungen. Die Geschichte hat so viele Details, dass sie eigentlich weitere Seiten füllen müsste. Viele Dinge waren mir zu kurz abgehandelt. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Das die Ideen umfassender verhanden sind, zeigt sich spätestens bei den Extras zum Buch. Glossar, Karte und Geschichtschronik des Landes sind beigefügt.
Wenn ich bedenke, dass es sich um eine Vorgeschichte zu bereits erschienener Paladin-Trilogie handelt, macht die Zusammenfassung und Schnelllebigkeit in Bluttrinker aber durchaus Sinn. Da ich die Nachfolgebände noch nicht kenne, kann ich mir kein abschließendes Urteil erlauben. Im besten Fall füllen sich die Lücken dadurch auf und man trifft wieder auf alte Bekannte und lernt sie genauer kennen.
Für mich eine solide Leistung der deutschen Fantasy!
Kein schlechtes Buch und anders als erwartet. Mehr im Bereich Fantasy als, dass es ein Vampirroman ist, was ja eigentlich der Titel vermuten lässt. Ein gut aufgebautes aber ein wenig schnell am Ende geschriebenes Buch für Zwischendurch.