Das „Heidegger-Handbuch“ bietet einen umfassenden Überblick über die Philosophie Martin Heideggers, seine zentralen Werke – insbesondere „Sein und Zeit“ – sowie über Wirkungsgeschichte und Kontroversen. Es beleuchtet Heideggers kritische Auseinandersetzungen mit antiken Denkern wie Platon und Aristoteles, die Rezeption seines Denkens in Theologie, Psychoanalyse und Marxismus sowie seine problematische Verstrickung mit dem Nationalsozialismus. Darüber hinaus stellt der Band zentrale Begriffe und Motive von Heideggers Denken dar, darunter die Zeitlichkeit des Daseins, die Kritik der Metaphysik und die späte Konzeption von Welt und Ding. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten „Kehre“, die als markante Zäsur und zugleich als Kontinuitätsproblem innerhalb seines philosophischen Werks diskutiert wird. Ergänzend dokumentiert das Handbuch Heideggers intellektuelle Beziehungen zu Zeitgenossen wie Husserl, Kant und Wittgenstein sowie seine Auseinandersetzungen mit grundlegenden Themen wie Technik und Sprache. Angesichts der Tatsache, dass die zweite Auflage des Heidegger-Handbuchs im Jahr 2013 erschienen ist und die Veröffentlichung der sogenannten „Schwarzen Hefte“ – ebenso wie die daran anschließende intensive Debatte – erst danach erfolgte, erscheint eine dritte, grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage dringend geboten. Eine solche Neuausgabe müsste die umfangreichen Forschungsergebnisse und Kontroversen berücksichtigen, die durch die vollständige Publikation dieser Nachlassschriften und Briefwechsel ausgelöst wurden. Erst durch die systematische Einbeziehung der „Schwarzen Hefte“ könnte das Handbuch weiterhin den Anspruch einlösen, eine aktuelle und umfassende Bestandsaufnahme von Heideggers Leben, Werk und Wirkung zu bieten.