Oh man, für dieses Buch habe ich fast den ganzen Monat gebraucht und dabei war es gar nicht so schlecht. Ich lese allerdings in einer anderen Ausgabe, als es hier gibt, die finde ich auch etwas hübscher, da hier mehr mit Rosatönen gearbeitet wird und das einfach mehr meinem persönlichem Geschmack entspricht.
Ich habe es an einem Abend noch recht früh im Dezember begonnen und fand Jake sooooo unfassbar ätzend, dass ich es nach den ersten 30 Seiten direkt wieder aus der Hand legen musste. Im Rahmen des „Jahresende-Leseendspurts“, den so einige Bookstagramer:innen diese Woche veranstalten, habe ich das Buch vorgestern Abend dann doch wieder in die Hand genommen und fast 200 Seiten am Stück gelesen.
Der Schreibstil ist nämlich eigentlich ganz gut. Er ist locker und man kommt gut voran. Auch die Idee hinter der Geschichte fand ich eigentlich ganz gut: Die Protagonistin, die eigentlich nicht glücklicher sein könnte (erfolgreich in ihrem Beruf, toller Partner und schöne Wohnung), steht plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie den letzten Wunsch ihres Onkels erfüllen und sein Hotel, das er ihr vererbt hat, versuchen zu retten oder das Ganze ignorieren und mit ihrem Freund Jake nach London gehen?
Ich glaube, der Titel verrät ganz gut, für was sie sich letztendlich entschieden hat.
Soweit, so gut. Jetzt kommen wir zu meinem großen Problem: Die Charaktere. Bzw. Jake. Denn er war mit Abstand der Allerschlimmste und jedes Mal, wenn er aufgetaucht ist, hätte ich kotzen können. Kein Spaß dieser Typ war so was von unglaublich fürchterlich, dass ich das Buch locker zehnmal und mehr gerne gegen die Wand gehauen hätte. Ich konnte da dann auch Lucy oft nicht verstehen, weil ich mich von so einem aufgeblasenen Idioten direkt getrennt hätte. Alleine die Sache mit dem Dosenöffner, ich könnte jetzt noch ausrasten!!!
Auch Janet fand ich super anstrengend… Wobei Jeannie echt toll war!
Lucy hingegen fand ich eigentlich ganz sympathisch, abgesehen von ihrer Beziehung zu Jake. Aber ich muss definitiv sagen, dass ich sie für ihre Stärke, ihre Motivation und ihr Durchhaltevermögen bewundere, da sie es definitiv nicht immer leicht hatte.
Bei Sean und Graham wusste ich von Anfang an nicht, was ich von den beiden halten soll. Sean, weil er mir zu sympathisch, zu gutaussehend und allgemein zu perfekt war. Bei Graham wusste ich lange nicht, was ich von seinem Verhalten und seiner daraus folgenden Entwicklung halten soll. Letztendlich habe ich sie ihm aber abgenommen und er wurde mir dann doch noch sympathisch.
Ich muss außerdem sagen, dass ich mir beim Durchlesen das Klappentextes gedacht habe, dass diese Geschichte nach Schema X ablaufen und daher keine großen Überraschungen für mich bieten würde. Das war allerdings nicht so und hat mir daher auch gefallen. Trotzdem war es für mich kein Highlight und an einigen Stellen aufgrund der Charaktere sogar sehr anstrengend für mich, aber dennoch würde ich es weiterempfehlen, weil ich denke, dass nicht alle Leser:innen sich so an den Charakteren stören lassen werden.
Eigentlich 3,5/5, aber dafür, dass ich so ewig dafür gebraucht habe und überhaupt keine Motivation hatte, um weiterzulesen, kann ich letztendlich nur 3/5 vergeben.