Ich wollte Apollo unbedingt lieben. „Ich liebe dich.“ Apollo sagte nichts. Nur ein leises, zartes Männerseufzen, das mich wie ein Soundtrack durch mein ganzes Leben begleiten würde. Plötzlich fing es in meinem Bauch an zu flattern. Keine Schmetterlinge, sondern Motten. Giftige, riesige Motten taumelten kopflos in meinem Magen. Solche, die mit ihrem Urin Löcher in Autolack brennen. Weil ich den Unterschied zwischen Motten und Schmetterlingen im Bauch nicht kannte, hielt ich diese Angst aus Versehen für die echte große Liebe. Für die Berufsfreundin Luzy sind Männer der Mittelpunkt ihrer Welt. Auch wenn es ihr gar nicht passt: Sie kann nicht alleine sein. Also, in einem Raum geht das schon, aber ohne einen Freund im Leben wird es schwierig. Bislang konnte Luzy sich immer retten. Wenn das Beziehungsende nahte, suchte sie sich rechtzeitig den Nächsten. Apollo, Peter, Jonas. Von einem zum anderen wie der Affe im Dschungel. Sie investiert all ihre Energie in den Erhalt der oft nicht einfachen Beziehungen mit Männern, die sich so flüchtig verhalten wie Edelgase. Aber plötzlich geht etwas schief, und Luzys Putzerfisch-Verhalten kann ihre Trennungsangst nicht mehr kaschieren. Sie flippt aus. Im Streit bricht sie Jonas den Arm und muss fortan 100 Meter Abstand zu ihm wahren. Mit Liebeskummer im Herzen und einem Entfernungsmesser in der Hand stellt sie fest, dass sich etwas ändern muss, denn von aufrichtiger Liebe versteht sie nichts. „Talentbombe im Buch explodiert.“ Katja Riemann „Kein Buch für Männer, ich liebe es.“ Christian Ulmen Mit Illustrationen von Laura Tonke ullsteinbuchverlage.de
Eine Sache muss man Laura Lackmann lassen: Sie kann schreiben. Das war vermutlich auch der einzige Grund, weshalb ich Die Punkte nach dem Schlussstrich fertig gelesen habe, denn eigentlich war die Protagonistin unglaublich schwer zu ertragen. Da war zu viel Leid, zu viel Stagnation - in etwa so wie bei John Williams Stoner. Die Story hatte ihre Momente, aber eben auch nicht mehr. Nichts, was im Gedächtnis bleibt.
Laura Lackmann ist eine Entdeckung für mich. Lustig und schmerzhaft, in erfrischender Sprache geschrieben, hat mir das Buch alles gegeben, was ich wollte. Teilweise waren Luzys Eskapaden so schmerzhaft real, dass ich das Buch abbrechen wollte - ich bin froh, dass ich es nicht getan habe. Jeder kennt eine Luzy oder /und erkennt sich möglicherweise auch wieder. Das ist jedoch alles andere als Millenial, der sich selbst bemitleidet dank der reflektierten und pointiert unterhaltenden Schreibe. Einziger Punkt: Die Beziehung zwischen Sophie und Luzy wurde für mich nicht genug ausgespielt, um ein glaubwürdiges Fundament für die Handlungen Luzys zu bilden. Auch hätte ich mir persönlich eine Rückführung auf den Konflikt im späteren Teil des Buches gewünscht. Naja ist ja kein Wunschkonzert hier. Für mich spielt Laura Lackmann in einer Liga mit Charlotte Roche und Sarah Kuttner. Ich freue mich, wenn es bald mehr von ihr gibt.
Ich mochte das Buch sehr. Vor allem der verquere Charakter der Protagonistin und Ihr Handeln war amüsant zu lesen. Es war schön zu lesen. Allerdings war es kein Buch, das mich nachhaltig beschäftigt hat.