Henning Sußebach - ZEIT-Redakteur und vielfach preisgekrönter Journalist - erkundet in seinen Reportagen das Unscheinbare und scheinbar Nebensächliche. Ob Sußebach Europas größten Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf besucht, im Selbstversuch als Obdachloser in der reichen Taunusgemeinde Kronberg und in Berlin-Neukölln um Solidarität und Mitgefühl seiner Mitmenschen ringt, die letzten Tage eines traditionsreichen Kaufhauses in der niedersächsischen Provinz beobachtet oder im bayerischen Passau eine Flüchtlingsfamilie begleitet - stets zeigt er, wie große gesellschaftliche Umbrüche das Leben des Einzelnen verändern und wie Menschen mit solchen Situationen umgehen. Präzise in seinen Beobachtungen, vielstimmig und frei von Sozialromantik entwickelt Sußebach in seinen Geschichten ein so differenziertes wie oft überraschendes Porträt der gegenwärtigen Bundesrepublik. »Ich glaube nicht, dass sich Meinungen durch Meinungsbeiträge ändern lassen: Wir Leser suchen aus Kommentaren das heraus, was unsere eigenen Argumente schärft und lassen uns selten auf die gegenteilige Sichtweise ein. Was Einstellungen ändert, das sind Begegnungen mit Fremden, Ortswechsel, Erlebnisse. Je überraschender, desto besser. Und eine Reportage ist ein Erlebnis zweiten Grades.« (Henning Sußebach)