Das Wochenbett ist für alle Beteiligten ein Abenteuer – sowohl für das Kind als auch für die Eltern ist alles neu und aufregend. Viele unterschätzen die Bedeutung dieser ersten Wochen. Die Autorinnen informieren umfassend und aufschlussreich, bieten praktische und emotionale Hilfestellungen und holen vor allem auch die Väter mit ins Boot.
Ja, das Buch hat sehr viele nützliche Tipps und Informationen. Leider werden diese garniert mit einem sehr passiv aggressiven Unterton gereicht. "Natürlich können sie auch XY, aber denken sie doch auch an ...". Wer sich z.B. gegen das Stillen entschieden hat, wird hier keine Freude am Buch haben. Dann doch lieber ein anderes Buch ohne diese andauernde Verurteilung von Methoden, die diese Autoren nicht mögen.
Dazu kommt, dass an einigen Stellen von Methoden abgeraten wird, da diese wissenschaftlich noch nicht belegt sind, aber im nächsten Satz direkt Homöopathie empfohlen wird. Schon verrückt, so zu argumentieren.
Liebevoll gestaltetes Buch, das für mich leider ein bisschen zu oberflächlich ist. Die meiste Information kannte ich leider schon durch andere Hebammenratgeberbücher bzw. das lesen von Mami-Blogs. Hätte mir hier einfach mehr Tiefgang gewünscht. Trotzdem, wenn man ganz unbedarft an das Thema rangeht, ist das sicher eines der empfehlenswertesten Bücher. Schön ist vor allem, dass auch Väter darin ihren ganz eigenen Platz finden! Mir gefällt auch die Herangehensweise, wie sie auch in "Geborgen Wachsen" von Susanne Mierau vertreten wird. Es gibt nur in sehr seltenen Fällen ein "Falsch". Es kommt einfach darauf an, wie man sich als Familie fühlt. Jeder muss/kann/darf seinen eigenen Weg gehen. Hier wird sehr viel Druck von Müttern und Vätern genommen und man wird in seinen eigenen Bedürfnissen und Zielen bestärkt. Ich denke, dass ist heutzutage wirklich nötig, wo doch von allen Seiten auf einem eingeredet wird, mit wertvollen Tipps und Statistiken und Gegenstatistiken.
Die Illustrationen im Buch sind zauberhaft, könnten aber mehr sein. Mir kommt es manchmal so vor, als hätte man einfach Platz verbrauchen wollen und halt ein "Bildchen" hingeklatscht. Hier hätte man die Illustrationen einfach viel besser einsetzen können, so dass sich Bild und Text besser ergänzen. Außerdem ist es mir sehr schwer gefallen, den weißen Text auf gelbem Hintergrund (in Infoboxen) zu lesen. Vielleicht ändert sich das ja in kommenden Ausgaben.